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Der Medicus mit Pixomondo-Tricks aus Deutschland

18. September 2013

Ich freue mich immer, wenn 3D-Firmen aus Deutschland in der Weltliga mitspielen und auch große Aufträge bekommen. So ist es derzeit bei der Produktion von „Der Medicus“. Bei der deutsch-amerikanischen Verfilmung des Buches Der Medicus von Noah Gordon ist Pixomondo für zahlreiche Tricks zuständig. Das Buch war in Europa ein Renner, während es in den USA nicht den Nerv traf. Aber historische Romane (und dessen Verfilmungen) sind bei uns in, obwohl ich so was persönlich nicht mag.

medicus

Um was geht es im Film? London im beginnenden Hochmittelalter: Der junge Rob Cole (Tom Payne) wächst mit einer Begabung heran. Er konnte den nahenden Tod seiner Mutter bereits einige Zeit zuvor spüren. Nachdem dieser tatsächlich eintritt, bleibt Cole jedoch nicht lange allein. Der fahrende Bader (Stellan Skarsgård) nimmt ihn mit auf seinen Fahrten und lehrt ihn sowohl in kleinen Taschenspielertricks, als auch in der Heilkunde. Jedoch sieht Cole frühzeitig ein, dass diesen Methoden Grenzen gesetzt sind, so dass er nach größerem Wissen zu streben beginnt. Er entschließt sich in das persische Isfahan zu reisen und dort den „Arzt aller Ärzte“ Ihn Sina (Ben Kingsley) aufzusuchen. Die Reise ist verboten und gefährlich, doch getrieben von seinem Wissensdurst nimmt der junge Rob die Strapazen auf sich. Auf seiner abenteuerlichen Reise begegnen ihm allerlei Herausforderungen und er ist gezwungen verschiedene Opfer zu bringen, doch er erkämpft sich seinen Weg erbarmungslos …

Bis zum Kinostart am 25. Dezember 2013 ist es nicht mehr lange hin. Daher arbeitet Pixomondo derzeit als alleiniges VFX-Unternehmen auf Hochtouren an den visuellen Effekten des Abenteuerfilms „Der Medicus“. Seit Januar 2013 werden im Kölner Produktionsbüro rund 160 Einstellungen mit 22.752 Einzelbildern bearbeitet.

Für das bildgewaltige Abenteuerepos auf Grundlage des gleichnamigen Bestsellers von Noah Gordon baut Pixomondo die persische Stadt Isfahan des 11. Jahrhunderts komplett am Computer nach. Von weiten Totalaufnahmen der gesamten Stadt bis hin zu detailreichen Straßenszenen wird das digitale Modell in verschiedensten Filmsequenzen eingesetzt. Pixomondo produziert für „Der Medicus“ zudem Effekte für Szenen der weiteren Handlungsorte in England, Ägypten und in der Wüste. Durch die Kombination von real gedrehten Aufnahmen und digital erstellten Landschaften und Objekten erhalten die Handlungsorte ein individuelles Erscheinungsbild – passend zum Mittelalter.

Computergenerierte Soldaten und digitale Armeen ersetzen in Schlachten reale Schauspieler und Statisten. Dank der „Digital Crowd“ passt Pixomondo am Computer die verschiedenen Kampfszenen schnell und einfach an die Wünsche des Regisseurs Philipp Stölzl an. Für die Arbeiten an „Der Medicus“ hat Pixomondo ein Produktionsbüro in Köln aufgebaut. Das Pixomondo-Team sitzt im Haus der Firma CinePostproduction, die für den Schnitt und die Farbkorrektur bei dem Projekt verantwortlich ist. „Für uns ergeben sich hierdurch zahlreiche Synergien“, ergänzt Christian Vogt, COO von Pixomondo.

Ich hoffe, dass Christian Vogt sich nicht irrt. CinePostproduction hat gewaltige Probleme. Der Geschäftsbetrieb der insolventen CinePostproduction geht weiter, so verkündete es der Insolvenzverwalter. Das Amtsgericht München hat Stephan Ammann von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH mit Beschluss vom 12. August 2013 zum vorläufigen Insolvenzverwalter der CinePostproduction GmbH bestellt. Der Rechtsanwalt und Steuerberater hatte bereits eine wichtige Entscheidung getroffen: „Der Geschäftsbetrieb der CinePostproduction wird fortgeführt“, erklärte Ammann. Er plant, die vorhandenen Aufträge weiter auszuführen und neue Aufträge entgegenzunehmen. Die CinePostproduction GmbH mit Sitz in Grünwald ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der börsennotierten CineMedia Film AG und zählt zu Deutschlands größten Postproduktionsunternehmen mit bundesweiten Niederlassungen. Aktuell beschäftigt das Unternehmen mehr als 200 Mitarbeiter. Standorte sind München, Berlin, Hamburg, Köln und Halle. Die Gehälter der Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. So wird wohl auch die Produktion von „Der Mediucus“ gut über die Bühne gehen.