Archive for the ‘Aufgelesen’ Category

Prag (6): Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen

28. Oktober 2024

Die tschechische Hauptstadt Prag ist bekannt für ihre zahlreichen Kneipen mit süffigen Bier und bodenständiger Kost an jeder Ecke. Wer aber eine gehobene Küche sucht, der muss etwas genauer hinschauen. Durch einen Tipp zweier sympathischer Kollegen Isi und Peter bin ich auf das Restaurant Zvonice gestoßen. Zvonice bedeutet übersetzt Glockenturm und das ungewöhnliche Restaurant befindet sich im siebten und achten Stock des Heinrichsturms.

Es empfiehlt sich unbedingt eine Reservierung (Montag – Sonntag: 11:30 – 23:00) und wer in bar in Kronen, Euro oder US-Dollar zahlt, der bekommt 20 Prozent auf die Rechnung. Also ein Grund, die alten Dollarbestände aufzulösen und hervorragend in dem Gemäuer unterhalb der Glocke zu speisen. Die Glocke der Heiligen Maria stammt aus dem Jahre 1518, was den zahlreichen US-amerikanischen Gästen ein Wow entweichen ließ. Die Glocke ist etwas jünger als ihr Land.

Der Turm wurde sorgsam renoviert, die Holzbalken, Eichenholzböden, das Mauerwerk, Steinblöcke und Beschläge wurden erhalten und das Top-Restaurant wunderbar eingepasst – aber dennoch Vorsicht mit den niedrighängenden Balken. Es lassen sich zwar Treppen in die Höhe des Turms besteigen, aber wer etwas faul ist, der nimmt den modernen Aufzug.

Natürlich gehört auch eine Show dazu. Die Menü-Karte kommt in einem eindrucksvoll gebundenen Buch daher, die Speisen sind in Tschechisch, Englisch und Deutsch aufgeführt.

Ich startete mit einer altböhmischen, hausgemachten Jagdpastete mit grünen Pfeffer und Cognac, umhüllt von Orangen-Mandel-Krokant, serviert mit einer Sauce aus Waldfrüchten mit Speckchips und einer Coulis aus Ebereschenbeeren.

Mein Hauptgang war eine halbe Ente auf Honig gebraten mit marinierten Kastanien, gereicht mit Weiß- und Rotkraut und Kartoffel- und Speckknödel.


Die Gattin wählte Ziegenkäseterrine und Kalbsbäckchen.

Und dann stürzten wir uns während der Reise noch ins Nachtleben und hier ein paar Impressionen.

Prag (5): Wenn Katholiken triumphieren: Maria vom Siege

26. Oktober 2024

Unsere Geschichte ist geprägt von Glaubenskriegen, damals und heute. Willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich dir den Schädel ein. Ein solches, zugegeben eindrucksvolles Beispiel ist die Kirche Maria vom Siege.

Heute ist die Kirche Maria vom Siege (tschechisch Kostel Panny Marie Vítězné) am Weißen Berg ein Wallfahrtsort nahe der Stelle der Schlacht am Weißen Berg vom 8. November 1620. Sie gehört zur Katastralgemeinde Řepy und ist eines der bedeutendsten Denkmäler dieses Stadtteils. Am 3. Mai 1958 wurde sie zum Kulturdenkmal erklärt. Durch hervorragende Kontakte von Matthias Dörr konnte unsere Gruppe vom Pfarrgemeinderat Maisach dieses Kleinod besichtigen und Geschichte erfahren

Die Schlacht am Weißen Berg (tschechisch Bitva na Bílé hoře) bei Prag am 8. November 1620 war die erste große militärische Auseinandersetzung im Dreißigjährigen Krieg. In ihrem Verlauf unterlagen die Truppen der böhmischen Stände unter ihrem König Friedrich V. von der Pfalz und dessen Heerführer Christian I. von Anhalt den kaiserlichen und bayerischen Truppen der Katholischen Liga unter dem Befehl von Buquoy und Tilly. Nach seiner Niederlage musste Friedrich V., der sogenannte Winterkönig, aus Böhmen fliehen. Kaiser Ferdinand II. konnte seinen Anspruch auf die Krone Böhmens durchsetzen.

Gebeine von Gefallenen
Zwischen 1622 und 1624 wurde an dieser Stelle eine Kapelle erbaut, die zunächst dem böhmischen Landesheiligen Wenzel gewidmet war und später der Jungfrau Maria. Diese Kapelle diente der Aufbewahrung der gefundenen Gebeine von Gefallenen. Bewegt hat mich ein Steinkreuz auf dem Boden unter dem ein gefallener Landsknecht begraben sein soll.

Im Laufe der Zeit entwickelte sie sich zu einem Wallfahrtsort und wurde dem Servitenorden anvertraut. Im Jahr 1628 begannen die Serviten mit dem Bau eines Klosters, das jedoch nie vollendet wurde. Auf Initiative einer weltlichen Prager Bruderschaft wurde die Kapelle Anfang des 18. Jahrhunderts instand gesetzt und um ein achteckiges Presbyterium mit niedriger Kuppel erweitert. Nach Abschluss der Arbeiten wurde die Kapelle vom Prager Weihbischof Vitus Seipel neu geweiht. Hier ein VR 360 Grad Video von der späteren Wallfahrtskirche.

Von 1708 bis 1730 führte der Baumeister und Maler Christian Luna (Kristián Luna) den Umbau der Marienkapelle zu einer großzügigen Wallfahrtskirche durch. Die Konzeption der Ambiten mit vier Eckkapellen sowie die Zentralkuppel wird J. B. Santini zugeschrieben. An der Ausschmückung der Kirche und der Ambiten mit Fresken beteiligten sich bedeutende Maler: C. D. Asam, J. A. Schöpf und W. L. Reiner. Die Bildhauer-Arbeiten stammen vorwiegend von J. O. Mayer.

Im Jahr 1786 ordnete der böhmische Landesherr Joseph II. per Dekret die Schließung des Klosters und der Wallfahrtsstätte an, woraufhin das Areal versteigert wurde. 1811 erwarb Josef Čapek die renovierungsbedürftigen Gebäude. Nach seinem Tod im Jahr 1877 vermachte er den Besitz den Benediktinern. Im Jahr 2007 wurde an diesem Ort ein neues Benediktinerinnenkloster gegründet. Am bemerkenswertesten empfand ich ein Marienbild mit Erbsen.

Prag (4): Flashback – Rubik’s Zauberwürfel

25. Oktober 2024

Damals war er bei uns in der Stadt ausverkauft und die Mutter eines Bekannten ist extra nach München gefahren, um einen Würfel zu besorgen. In der Schule war ich dann ein Held als ich stolz zur ersten Stunde den Zauberwürfel auf eine Bank ablegte. An Unterricht war dann nicht mehr zu denken, denn alle Mitschüler und auch mein Lehrer wollten das Ding ausprobieren: Rubik’s Zauberwürfel

Bei meiner Reise nach Prag fand ich in dem großen Spielzeugladen The Playground diese Jugenderinnerung wieder. Der Rubik’s Zauberwürfel ist weit mehr als nur ein Spielzeug – er ist eine Ikone, ein Symbol für menschlichen Einfallsreichtum, Geduld und den unermüdlichen Drang, das scheinbar Unlösbare zu bewältigen. Seit seiner Erfindung im Jahr 1974 durch den ungarischen Architekten und Professor Ernő Rubik hat der Würfel Generationen von Menschen weltweit fasziniert, herausgefordert und inspiriert. Was auf den ersten Blick wie ein einfaches Puzzle aussieht, entpuppt sich schnell als eine fast schon überwältigende Herausforderung, die die Grenzen der Logik, des räumlichen Denkens und der Ausdauer testet.

Ich stand also vor der Auslage in Prag und dachte an meine Würfel zurück. Ich hatte den Standardwürfel und einen kleinen Würfel, den ich an meinen Schulranzen hängen konnte. Der kleine Würfel war aber schwieriger zu lösen, weil er sich oft verklemmte und im schlimmsten Fall auseinanderbrach.

Es ist schwer, die Magie des Rubik’s Würfels zu erklären, wenn man ihn das erste Mal in den Händen hält. Sechs Farben, 54 kleine Quadrate und 43 Quintillionen mögliche Positionen. Doch nur eine Anordnung ist die richtige, und der Weg dorthin scheint unmöglich – zumindest auf den ersten Blick. Jeder, der je versucht hat, den Würfel zu lösen, kennt das Gefühl von Frustration und Verzweiflung, wenn sich die Farben scheinbar immer weiter von der Lösung entfernen. Doch genau darin liegt die Faszination des Würfels: Er zwingt uns, anders zu denken, neue Strategien zu entwickeln, Muster zu erkennen und geduldig zu sein. Es ist eine Reise der Selbstüberwindung, bei der man oft nahe daran ist, aufzugeben, nur um dann doch weiterzumachen.

Der Moment, wenn sich alle Farben schließlich ordnen und der Würfel perfekt gelöst ist, ist unbeschreiblich. Es ist nicht nur ein Sieg über das Puzzle, sondern ein Triumph des Geistes über die eigene Unsicherheit und Unruhe. Es ist der Beweis dafür, dass selbst die komplexesten Herausforderungen überwunden werden können, wenn man sich ihnen Schritt für Schritt nähert. In dieser einen Sekunde, in der der Zauberwürfel perfekt gelöst ist, scheint die Welt stillzustehen. Alles, was bleibt, ist die stille Zufriedenheit, etwas erreicht zu haben, das viele für unmöglich hielten. Ich war nicht so schnell wie andere beim Lösen der Aufgabe. Andere Mitschüler hatten den Bogen raus und drehten in Sekundenschnelle die Farben richtig rum.

Doch der Rubik’s Würfel ist nicht nur ein persönliches Erfolgserlebnis. Er ist auch ein globales Phänomen, das Menschen jeden Alters, Geschlechts und Herkunft zusammengebracht hat. In den vergangenen Jahrzehnten haben unzählige Wettbewerbe, sogenannte „Speedcubing“-Turniere, Menschen aus aller Welt zusammengeführt, die sich der Herausforderung des Würfels mit unglaublicher Schnelligkeit und Präzision stellen. Für diese Cuber ist der Würfel nicht nur ein Puzzle, sondern eine Leidenschaft, ein Kunstwerk der Bewegung, bei dem jede Drehung mit Präzision und Kontrolle ausgeführt wird. Die Faszination dieser Wettbewerbe liegt nicht nur in der Geschwindigkeit, sondern in der Eleganz, mit der die Würfel gelöst werden. Für Zuschauer, die nicht in die Welt des Cubings eingeweiht sind, wirkt es fast schon magisch, wenn der Würfel nach wenigen Sekunden in seinen perfekten Zustand zurückkehrt.

Der Rubik’s Zauberwürfel hat auch die Popkultur geprägt, in Filmen, Serien und Büchern. Er steht oft symbolisch für das menschliche Streben nach Ordnung in einer chaotischen Welt, für das unaufhörliche Bemühen, Komplexität zu meistern und Struktur zu schaffen. Der Würfel hat auch eine tiefere philosophische Bedeutung: Er erinnert uns daran, dass das Leben oft wie ein Puzzle ist – chaotisch, herausfordernd und manchmal unübersichtlich. Doch mit Geduld, Kreativität und Beharrlichkeit können wir selbst die verworrensten Situationen entwirren und zu einer harmonischen Lösung finden.

Ernő Rubik schuf mit seinem Würfel ein Meisterwerk, das die Grenzen des bloßen Spielzeugs weit überschritten hat. Der Rubik’s Würfel ist eine Herausforderung für den Verstand, ein Symbol der Beharrlichkeit und ein Spiegelbild der menschlichen Fähigkeit, das Unlösbare zu lösen. Jeder, der ihn je in den Händen gehalten hat, weiß, dass er nicht nur ein Puzzle ist – er ist eine Metapher für das Leben selbst.

Prag (3): Wie Wagner vom Konzerthaus Rudolfinum genommen wurde

24. Oktober 2024

Als glühender Verehrer der Musik von Richard Wagner (nicht seiner Politik) war ich von einer erfundenen Geschichte über die Statuen auf der Prager Philharmonie sehr angetan.

Damit es gleich klar ist. Es ist eine erfundene Geschichte von Jiří Weil aus dem Roman Mendelssohn auf dem Dach, aber sie ist so schön skurril, dass sie eine Legende unter Wagner-Anhängern geworden ist. Aber die Geschichte ist erfunden.

Der so genannte Reichsprotektor von Böhmen und Mähren Reinhard Heydrich hatte nach der Besetzung Prags durch die Nazis das ehrwürdige Konzerthaus Rudolfinum zum „Haus der deutschen Kunst“ umwidmen lassen, da entdeckt er unter den Komponistenstatuen auf dem Dach einen Juden: Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Der SS-Anwärter Julius Schlesinger erhält den Befehl, sich um dessen Beseitigung zu kümmern. Aber das ist schwieriger als gedacht. Denn erstens ist er nicht schwindelfrei und will nicht aufs Dach. Und zweitens finden die beiden mitgebrachten Tschechen, Be vá und Stankovský, nicht heraus, wer der fragliche Mendelssohn-Bartholdy ist, denn die Statuen tragen keine Namen. Da hat Schlesinger eine Idee: Eben erst hat er gelernt, dass Juden die größten Nasen hätten. Und die größte Nase hatte nun Mal die Statue von Hitlers Lieblingskomponisten Richard Wagner. Wagner wird abgebaut und als der Fehler bemerkt wird, wird Wagner wieder aufgebaut, allerdings von deutschen Arbeitern.

Es ist eine kuriose Anekdote, die oft erzählt wird, um die Absurdität und den Fanatismus des NS-Regimes zu verdeutlichen. Die Geschichte ist allerdings erfunden und hat sich im Laufe der Zeit zu einer Art urbaner Legende entwickelt. Es gab zu keiner Zeit eine Statue von Richard Wagner auf dem Konzerthaus Rudolfinum.

Der Hintergrund dieser Geschichte ist der fanatische Antisemitismus der Nationalsozialisten und ihre Abneigung gegenüber jüdischen Künstlern, auch wenn diese zu ihrer Zeit große musikalische Beiträge geleistet hatten. Felix Mendelssohn Bartholdy war ein jüdischer Komponist, der im 19. Jahrhundert eine bedeutende Rolle in der Musikgeschichte spielte. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Romantik und trug zur Wiederentdeckung der Werke von Johann Sebastian Bach bei. In der Nazi-Ideologie wurde seine Kunst jedoch aufgrund seiner jüdischen Herkunft verachtet.

Diese Geschichte hat viele symbolische Implikationen und wird oft als Beleg für die Ignoranz und den fanatischen Antisemitismus des NS-Regimes herangezogen. Während der Fehler den absurden Rassismus der Nazis bloßstellt, verdeutlicht die Anekdote auch den tiefen kulturellen Hass, den die Nazis auf jüdische Künstler projizierten, ungeachtet ihres enormen Beitrags zur europäischen Kultur.

Prag (2): Gottesdienst in der Wenzelskapelle

23. Oktober 2024

Eine besondere Ehre wurde den Mitgliedern des Pfarrgemeinderates Maisach zu Teil, als man zu Ehren von St. Vitus in der sonst gesperrten Wenzelskapelle im Prager Veitsdom einen Gottesdienst feiern und an der Reliquie von St. Vitus beten durfte. St. Vitus ist der Namenspatron der Maisacher Pfarrkirche im Landkreis Fürstenfeldbruck. Der Pfarrgemeinderat machte sich auf die Reise nach Prag, organisiert von Matthias Dörr. Und ich war dabei.

Es war schon ein wirklich bedeutsames Ereignis. Im menschenleeren Veitsdom durften wir in der Seitenkapelle einen Gottesdienst feiern, der den Reisenden in Erinnerung blieb. Zelebrant war Pfarrer Terance Palliparambil. An der Orgel: Christian Walch. Kantorin war Doris Ortlieb. Hier der komplette Gottesdienst.

Und hier der erste Teil des Gottesdienst als VR360.

Die Wenzelskapelle im Prager Veitsdom ist eine der künstlerisch beeindruckendsten und bedeutendsten Kapellen innerhalb des Doms und befindet sich auf der Prager Burg. Sie ist dem heiligen Wenzel, dem Schutzpatron Böhmens, geweiht und wurde über seinem Grab errichtet. Die Kapelle ist ein Meisterwerk gotischer Architektur und spiegelt den religiösen und historischen Rang des Heiligen wider.
Die Wände der Kapelle sind reich mit Halbedelsteinen und kunstvollen Malereien verziert, die das Leben des heiligen Wenzel darstellen. Besonders auffällig ist die untere Wandhälfte, die mit wertvollem Marmor und Schmucksteinen verkleidet ist, was der Kapelle eine fast mystische und feierliche Atmosphäre verleiht. Das Deckengewölbe ist ebenso prächtig gestaltet, mit christlichen Symbolen und Szenen aus dem Leben des heiligen Wenzel, die kunstvoll in die gotische Architektur integriert wurden.

Im Zentrum der Kapelle steht der Altar, über dem eine Statue des heiligen Wenzel in Ritterrüstung thront. Diese Darstellung zeigt ihn als starken Beschützer und Nationalhelden. Die Wenzelskapelle ist nicht nur ein spiritueller Ort, sondern auch ein künstlerisches Juwel, das die Bedeutung des heiligen Wenzel für die tschechische Geschichte und Kultur verdeutlicht.

Gebet an der Reliquie von St Vitus
Dann ging es weiter durch den Dom zum Kopf von St. Vitus. Seit 1355 wird das Haupt des Heiligen Veit im Veitsdom als Reliquie aufbewahrt. Der Kopf von St. Vitus liegt hinter dem Hauptaltar. Hier sprachen die Reisenden ein Gebet. Zelebrant ist der Maisacher Pfarrer Terance Palliparambi. Hier das Video.

Der Veitsdom beherbergt zahlreiche Gräber und Grabmäler bedeutender Persönlichkeiten der tschechischen Geschichte, darunter Könige, Kaiser und Heilige wie den heiligen Wenzel und den heiligen Johannes Nepomuk. Sein Grab ist deutlich prachtvoller als das von St. Vitus.Johannes Nepomuk, auch bekannt als Jan Nepomucký, war ein böhmischer Priester und Märtyrer, der im 14. Jahrhundert in Prag lebte. Er diente als Generalvikar des Erzbistums Prag und wurde vor allem für seine standhafte Weigerung bekannt, das Beichtgeheimnis zu brechen. Als Beichtvater der böhmischen Königin verweigerte er dem König Wenzel IV. die Offenlegung ihrer Beichte, was letztlich zu seinem Tod führte. Im Jahr 1393 wurde er auf Befehl des Königs von der Karlsbrücke in die Moldau geworfen und ertränkt. Ich hab mir den Ort des Ertränkens angesehenen, der eine Touristenattraktion ist.

Johannes Nepomuk wird heute als Schutzpatron der Beichtväter und Brücken verehrt und ist eine bedeutende Figur in der christlichen Tradition Böhmens. Seine Statue auf der Prager Karlsbrücke ist ein Pilgerziel, aber vielmehr ein Selfie-Hotspot.

Die fünf Lichter, die mit Johannes Nepomuk in Verbindung gebracht werden, spielen eine wichtige Rolle in seiner Heiligenlegende und symbolisieren seine Heiligkeit und sein Martyrium. Laut der Überlieferung sollen unmittelbar nach seinem Tod, als er in die Moldau geworfen wurde, fünf Sterne über dem Wasser erschienen sein. Diese Sterne gelten als Zeichen seiner Reinheit und seines Glaubens.
Die fünf Sterne werden oft als Symbol für die fünf Buchstaben des lateinischen Wortes “tacui” (auf Deutsch: „Ich habe geschwiegen“) interpretiert, was auf Johannes’ Weigerung hinweist, das Beichtgeheimnis zu brechen. Diese Sterne erscheinen auf vielen Darstellungen von Johannes Nepomuk, insbesondere auf seiner Statue auf der Prager Karlsbrücke. Sie unterstreichen sein Standhaftigkeit und seine Heiligkeit, da er lieber sein Leben opferte, als die religiösen Pflichten zu verletzen.

Prag (1): Eine etwas komplizierte Anreise nach Prag

22. Oktober 2024

Die tschechische Hauptstadt Prag stand auf dem Programm für ein paar Tage – so war der Plan. Um klimatechnisch das Sinnvollste daraus zu machen und es bequem zu haben, fiel unsere Wahl auf den Zug als ideales Verkehrsmittel. Nimm den Zug, haben sie gesagt, dann bist du in ein paar Stunden im Zentrum von Prag und kannst diese wunderbare goldene Stadt des Ostens erkunden. Wenn es denn so einfach gewesen wäre.

Als Besitzer des Deutschlandtickets wollten wir kostenlos an die Grenze im bayerischen Furth im Wald fahren und dann mit einem tschechischen Ticket die Fahrt fortsetzen. Mit dem DB Navigator wurde es nicht eindeutig (und vor allem zu teuer), also musste eine Beratung im DB-Reisezentrum im Münchner Hauptbahnhof her. Als Puffer hatten wir dazu eine Stunde – 60 Minuten eingeplant, die Rechnung aber nicht mit der Bahn und den Hunderten von Oktoberfestbesuchern gemacht. Zahlreiche potentielle Bahnfahrer wünschten eine Beratungsleistung, also erst einmal Nummer ziehen und warten. Mit Blick auf die Uhr wurde es bald knapp, denn so mancher Reisender plante wohl eine Weltreise an einem der Schalter, die nicht voll besetzt waren.

Als 349 aufgerufen wurde, hatten wir noch 20 Minuten Puffer. Die DB-Mitarbeiterin war super freundlich und extrem kompetent. Ich frage mich nur, warum ein Ticket von Regensburg nach Prag deutlich preiswerter ist als ein Ticket von Furth im Wald nach Prag, obwohl Furth im Wald die Grenzstadt ist und Regensburg deutlich weiter weg liegt – das sind die Geheimnisse des Tarifsystems der Deutschen Bahn.

Der Zug war gut voll, von wegen Platz und entspannte Anreise. Wir nahmen in einem Sechserabteil Platz, die Wagons hatten den Charme der frühen siebziger Jahre. Mit uns ein Ehepaar aus Kempten, die den 50. Geburtstag der Frau in Prag feiern wollten und ein Arbeitnehmer, der in Regensburg aussteigen wollte.

An Arbeiten war im Zug nicht zu denken, also ein bisschen Smalltalk mit den sympathischen Mitreisenden. Vor Regensburg wurde uns bewusst, dass wir im falschen Zugteil saßen, und so packten wird unser Marschgepäck und zogen in bequemere Waggons nach Prag um, noch bevor andere Reisende auf die gleiche Idee kamen und alle Plätze besetzten. In Regensburg wurde der Zug richtig voll. Wir hatten aber unsere Plätze und weihten die stehenden Mitreisenden vor dem nächsten Hindernis auf der Reise ein.

Nach der Grenze zwischen Domazlice und Pilsen gibt es Schienenersatzverkehr mit Bussen. Schienenarbeiten unterbrachen unsere Reise. SEV – jeder Bahnreisende weiß, was das bedeutet. In Deutschland in der Regel ein Chaos und in Tschechien wird es nicht besser sein. Hunderte Reisende rumpelten mit Kind und Kegel aus dem Zug und Richtung Busbahnhof unter ein vermoostes Plastikdach. Alles war da, bis auf die Busse. Ein gemütlicher Fahrer tauchte auf und erklärte, dass es in rund 1,5 Stunden weiter geht. Er habe erst mal Pause. Ein anderer Mitarbeiter der tschechischen Bahn in gelber Warnweste zählte hektisch uns Reisende durch. Die beiden angeforderten Busse werden wohl nicht reichen und wir wissen ja, dass der Mensch zum Tier wird, wenn die Busse kommen. Hauen und stechen wird vorprogrammiert sein, wenn der Platz nicht reicht.

Der Gatte des mitreisenden Ehepaars, inzwischen sind wir eine Schicksalsgemeinschaft, sprach auf der Straße einen Tschechen an, der wiederum einen Bekannten mit einem Taxi hatte. Hier kennt jeder jeden und das ist die Improvisationskunst, wie ich sie aus postsozialistischen Ländern kenne. Taxi geordert, Preis ausgemacht, eingestiegen und ab nach Pilsen mit leichtem Nieselregen. Als Übersetzungshilfe diente uns deepl. Die App möchte ich ausdrücklich empfehlen. Für die rund einstündige Fahrt berechnete der Fahrer rund 60 Euro – wir legten noch ein fettes Trinkfeld in Euro oben drauf.

Der Bahnhof Pilsen ist Prachtbau des Jugendstil, extrem sauber und modern. Da können sich deutsche Bahnhöfe eine Scheibe abschneiden. Insgesamt scheint in Tschechien die Zeit nicht stehengeblieben zu sein, sondern hier schreitet die Zukunft voran, während bei uns die Gesellschaft verharrt. Roman Herzog und sein „ein Ruck muss durch Deutschland gehen“ fällt mir immer wieder ein.

Am Bahnhof versorgten wir uns mit Getränken wie Pilsner Bier, Wasser, Cola. Gezahlt wurde mit der digitalen Debitkarte Wise, die meine Frau besorgt hat, um die hohen Wechselgebühren bei Kartenzahlungen im Ausland zu vermeiden. Auch ein wunderbarer Erfolg der Digitalisierung.

Der leere Zug nach Prag stand bereits am Gleis. Wir nahmen zu viert in einem Achterabteil Platz, stießen auf das Abendteuer Bahn mit Bier an und genossen die Fahrt in die Hauptstadt. Ich machte mir noch mit meiner mobilen Espressomaschine einen starken Kaffee, ein Laster, das ich pflege.

Auch der Hauptbahnhof Prag ist ein Ort der Sauberkeit und Übersichtlichkeit. Hier trennten sich unsere Wege. Das sympathische Ehepaar bezog sein Hotel im Zentrum. Unsere Unterkunft, die kirchliche Bildungsstätte Mariapoli, lag etwa 17 Kilometer außerhalb. Also U-Bahn und dann Bus standen uns noch bevor. Die Infrastruktur ist in Schuss. Bahn und Bus waren aufeinander abgestimmt. Die Tickets, wir haben für 72 Stunden gelöst, wurden digital gekauft. Ein Hoch auf die Digitalisierung.

Nach einer Stunde konnten wir unser Gepäck ablegen und uns mit den Gepflogenheiten des Hauses vertraut machen. Kurz frischgemacht und zurück in die Innenstadt. Prag wir kommen.

Warum 42 auch eine politische Zahl ist

21. Oktober 2024

Immer wieder kommt die Frage, warum mein kleines Unternehmen redaktion42 heißt. Meine Antwort ist schlicht, weil ich ein Fan von Douglas Adams und seinen Romanen Per Anhalter durch die Galaxis bin, bei dem die 42 eine wichtige Rolle spielt.

Immer wieder stoße ich auf die Zahl 42, wie unglängst in Prag bei einer Straßenbahnlinie. Keine Angst, es wird nicht eine Bessenheit wie 21, die Insider und Illuminaten verstehen mich.

Aber im Lokschuppen Rosenheim begegnete ich auch meine Zahl 42 in einem anderen Zusammenhang. Es ist eine einzigartige Würdigung aus dem Sport. In diesem Genre habe ich massive Wissenslücken.

Jackie Robinson war ein amerikanischer Baseballspieler, der als erste afroamerikanische Person in der Major League Baseball (MLB) spielte. Er durchbrach 1947 die Rassenschranken im professionellen Baseball, als er für die Brooklyn Dodgers auflief, zu einer Zeit, als die Liga noch stark segregiert war. Sein Debüt markierte einen entscheidenden Moment im Kampf gegen Rassismus im Sport und in der amerikanischen Gesellschaft.

Die Zahl 42, die Robinson auf seinem Trikot trug, ist symbolisch für sein Vermächtnis. Sie wurde in der gesamten MLB im Jahr 1997, anlässlich des 50-jährigen Jubiläums seines historischen Debüts, als Ehrung für ihn dauerhaft zurückgezogen. Kein Spieler darf seitdem in der Liga diese Nummer tragen, mit Ausnahme des 15. April jeden Jahres, dem „Jackie Robinson Day“. An diesem Tag tragen alle Spieler in der MLB die Nummer 42, um an Robinsons bahnbrechende Leistung und seinen Beitrag zur Bürgerrechtsbewegung zu erinnern. Also ist die Zahl 42 durchaus eine politische Zahl.

Wine & Dine im Gasthof Heinzinger, Rottbach

19. Oktober 2024

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen und hin und wieder gönne ich meinem Leib und meiner Seele etwas Besonderes. Da kam Denis Kleinknecht mit seinem Event Wine & Dine gerade recht, um in illustrer Runde die Seele baumeln zu lassen und zu genießen. Der Gasthof Heinzinger in Rottbach im Landkreis Fürstenfeldbruck hatte den Sommelier Simon Graßmück vom gleichnamigen Weingut aus Birkweiler/Pfalz zu Gast. Was soll ich sagen? Essen und Trinken auf hohem Niveau und dazu blendende Unterhaltung durch den Storyteller und Winzer Simon Graßmück.

Die deutsche und internationale Weinwelt ist sich einig über die absolute Qualität dieser Weine und ich weiß, wo ich im Sommer mal ein paar Tage verbringen werde. Die Jury der Jungen Pfalz meinte beispielsweise über das Weingut. „Der moderne Betrieb ist den Verkostern direkt als Birkweiler Burgunder-Wunder aufgefallen. Mit seinen feinfühlig komponierten Weinen versteht es Simon Graßmück das Terroir bester Birkweiler Lagen perfekt auf die Flaschen zu übersetzen. Jugendlich frisch und authentisch spiegeln sie ihre Herkunft als Artefakte der südlichen Pfalz.“ Das hat mich neugierig gemacht und der Abend wurde zu einem Erlebnis mit Tradition.

Das Weingut Grasmück in Birkweiler nahe der französischen Grenze wurde 1667 gegründet. Der junge Mann, der zu den beliebtesten Jungwinzern in Deutschland gehört, hat das Gut vom Vater übernommen, der sich nächstes Jahr komplett zurückziehen will. Es ist jetzt die 13. Generation, die die über 11 Hektar Rebfläche bewirtschaftet. Und Simon Graßmück versteht sein Handwerk und geht immer neue Wege. „Simon Grasmück experimentiert auch gerne und zeigt Mut, wie sein Quantum S belegt, eine ungewöhnliche, im Barrique ausgebaute Cuvée von Chardonnay, Sauvignon Blanc und Scheurebe, die Dichte und fruchtigen Charme ausweist.“, urteilt das Fachmagazin falstaff.

Also großartige Weine von Simon Graßmück und großartiges Essen von Denis Kleinknecht – das Leben kann so schön sein.

Wenn der Winzer aus der Pfalz kommt, dann muss als Amuse Bouche auch traditionelle Pfälzer Kost auf den Tisch des Gasthauses und das bedeutet Pfälzer Saumagen. Leider findet sich der Saumagen aus der Pfalz kaum noch bei Metzger in der Ursprungsregion, sondern es ist oftmals reine Industrieware. Da war es für den Urbayern Denis Kleinknecht eine besondere Herausforderung einen Saumagen auf hohem Niveau zu kreieren. Das Ergebnis überzeugte absolut und die illustre Runde im Gasthaus Heinzinger war ab sofort Fan des Pfälzer Saumagens. Auch der Kohl hätte seine Freude gehabt.

Weiter ging es mit Kohlrabi, Kohlrabi, Kohlrabi und nochmals Kohlrabi. Ich wusste gar nicht, wie gut Kohlrabi schmecken kann. Bisher war es bei mir nur eine Zutat im Salat.

Es ist Oktober und da darf Kürbissuppe nicht fehlen und dazu gab es ein Kräuter Ei. Wie die Kräuter um das Ei kommen, wollte Denis Kleinknecht nicht verraten, aber gefragt haben wir trotzdem.

Für mich das Highlight des Abends war eine Garnele in Ravioli in Safran. Alle Gäste am Tisch waren vollends begeistert.

Die Goldforelle mit Blumenkohl und Kokos war ein weiteres Erlebnis von dem man nicht genug haben kann.

Und ebenso Begeisterung rief das Rinderfilet in Hanfasche hervor, dazu Pastinake und Rotweinschalotte.

Ich bin kein süßer Nachspeisenfan, aber der essbare Beeren-Korb mit Nougat-Parfait-Praline überzeugte mich absolut.

Die Weine des Abends waren ein 2023 Birkweiler Mandelberg Chardonnay Spätlese, trocken, ein 2022 Sauvignon Blanc, trocken, ein 2022 Birkweiler Königsgarten Pinot Noir, Blanc de Noir, feinherb, ein 2022 Birkweiler Kastanienbusch Riesling Spätlese, halbtrocken, ein 2023 Birkenweiler Kastanienbusch Riesling Kabinett When the Sun goes down, ein 2020 Birkenweiler Rosenberg Chardonnay Reserve „S“ trocken und ein 2022 Birkenweiler Rosenberg Pinot Noir Rotwein Reserve „S“, trocken.

Kaffeekultur im Wandel – auch bei mir

14. Oktober 2024

Ich mag Kaffee und ich mag Kaffeehäuser.Zeit also mal einen Blick auf die Kaffeekultur zu werfen, die sich hat sich von einem exotischen Getränk zu einem globalen Phänomen entwickelt hat, wobei Cafés als soziale und kulturelle Zentren fungieren. Bei uns im Dorf gibt gibt es kein klassisches Kaffeehaus, aber unsere Eisdiele verwöhnt mich mit Kaffeespezialitäten und ein Bäckereikunde von mir schult seine Mitarbeiterinnen immer wieder für den optimalen Kaffee. Und es ist ein Ritual in sozialen Netzwerken zum Tagesstart erst mal einen Kaffeepost abzusetzen.

Die Kaffeekultur hat sich über die Jahrhunderte stark gewandelt und ist heute ein fester Bestandteil unseres Alltags. Ursprünglich als exotisches Getränk aus dem Orient bekannt, hat sich Kaffee zu einem weltweiten Phänomen entwickelt. Cafés spielen dabei eine zentrale Rolle und sind mehr als nur Orte, um Kaffee zu trinken. Sie sind Treffpunkte, Arbeitsplätze und kulturelle Zentren.

In der modernen Gesellschaft ist Kaffee nicht nur ein Getränk, sondern ein Erlebnis. Die Art und Weise, wie wir Kaffee konsumieren, spiegelt oft unsere persönlichen Vorlieben und unseren Lebensstil wider. Von der Wahl der Bohnen bis zur Zubereitungsmethode gibt es unzählige Möglichkeiten, Kaffee zu genießen. Diese Vielfalt hat zur Entstehung einer reichen Kaffeekultur geführt, die ständig im Wandel ist. Bei mir zu Hause ist der Start der Siebträger ein festes Ritual und auch bei Reisen unterwegs habe ich meine mobile Kaffeemaschine dabei.

Wenn ich in Wien bin, genie0e ich Kaffee und Architektur. Der Einfluss der Kaffeekultur zeigt sich auch in der Architektur und dem Design von Cafés. Sie sind oft stilvoll eingerichtet und bieten eine einladende Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt. Ob in der Stadt oder auf dem Land, Cafés sind Orte der Begegnung und des Austauschs, die das soziale Gefüge unserer Gesellschaft bereichern.

Geschichte der Cafés
Die Geschichte der Cafés reicht weit zurück und beginnt im 16. Jahrhundert im Nahen Osten. Damals entstanden die ersten Kaffeehäuser in Mekka und Kairo. Diese Orte waren nicht nur für den Kaffeegenuss bekannt, sondern auch für Diskussionen und den Austausch von Ideen.

Im 17. Jahrhundert erreichte die Kaffeekultur Europa. Das erste europäische Café eröffnete 1645 in Venedig. Bald darauf folgten weitere Städte wie London, Paris und Wien. Diese Cafés wurden schnell zu wichtigen Treffpunkten für Intellektuelle, Künstler und Geschäftsleute.

Im 18. und 19. Jahrhundert erlebten Cafés einen Aufschwung und wurden zu kulturellen Zentren. Sie boten Raum für politische Debatten und literarische Salons. Berühmte Persönlichkeiten wie Voltaire und Mozart waren regelmäßige Gäste in den Cafés ihrer Zeit.

Mit der Industrialisierung und dem Aufkommen der Massenproduktion wurde Kaffee für viele Menschen zugänglich. Dies führte zur Verbreitung von Cafés in Städten weltweit. Heute sind sie aus dem städtischen Leben nicht mehr wegzudenken und haben sich zu einem festen Bestandteil der urbanen Kultur entwickelt.

Veränderungen im Konsumverhalten
Das Konsumverhalten rund um Kaffee hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Früher war Kaffee vor allem ein Morgenritual, doch heute wird er zu jeder Tageszeit genossen. Diese Entwicklung hat zu einer Vielzahl von neuen Kaffeevarianten und Zubereitungsmethoden geführt.
Ein wesentlicher Trend ist der individuelle Kaffeegenuss. Viele Menschen legen Wert auf die Herkunft und Qualität der Bohnen. Sie bevorzugen fair gehandelte und biologisch angebaute Produkte. Diese bewusste Auswahl spiegelt ein gestiegenes Umweltbewusstsein wider.

Ein weiterer Aspekt ist die Personalisierung des Kaffeegenusses. Kunden können in vielen Cafés ihre Getränke nach Belieben anpassen. Ob mit pflanzlicher Milch, speziellen Aromen oder verschiedenen Süßungsmitteln – die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt.

Auch die Technologie hat das Konsumverhalten beeinflusst. Mit Apps und Online-Bestellungen wird der Kaffeekauf einfacher und schneller. Dies hat die Erwartungen der Kunden an Service und Qualität erhöht und die Konkurrenz unter den Cafés verstärkt.

Die soziale Funktion von Cafés
Cafés erfüllen eine wichtige soziale Funktion in der modernen Gesellschaft. Sie sind Orte der Begegnung, an denen Menschen zusammenkommen, um zu kommunizieren und sich auszutauschen. Diese Funktion macht sie zu einem wichtigen Bestandteil des städtischen Lebens.

In Cafés treffen sich Freunde, Kollegen und Familien, um gemeinsam Zeit zu verbringen. Sie bieten eine entspannte Atmosphäre, die Gespräche fördert und soziale Bindungen stärkt. Auch für Geschäftsleute sind Cafés beliebte Treffpunkte für informelle Meetings und Networking.
Aus den USA kam die Starbucks-Unkultur zu uns. Und auch ein Phänomen, dass viele Menschen mit ihrem Kaffeebecher durch die Gegend rennen.

Darüber hinaus sind Cafés oft Schauplätze für kulturelle Veranstaltungen. Lesungen, Konzerte und Kunstausstellungen finden hier regelmäßig statt und ziehen ein vielfältiges Publikum an. Diese Veranstaltungen tragen zur kulturellen Vielfalt und Lebendigkeit der Städte bei. Ich war neulich im Münchner Café Luitpold zu einer Lesung.

Für viele Menschen sind Cafés auch ein Rückzugsort. Sie bieten die Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen und in einer angenehmen Umgebung zu entspannen. Ob allein mit einem Buch oder in Gesellschaft – Cafés sind Orte, an denen man sich wohlfühlen kann.

Einfluss der Digitalisierung
Die Digitalisierung hat die Kaffeekultur und die Rolle von Cafés erheblich verändert. Mit der Verbreitung von Smartphones und mobilen Apps hat sich die Art und Weise, wie wir Kaffee konsumieren, weiterentwickelt. Kunden können heute bequem von unterwegs aus bestellen und bezahlen, was den Kaffeekauf effizienter macht.

Viele Cafés bieten inzwischen kostenloses WLAN an, was sie zu beliebten Arbeitsplätzen für Freiberufler und digitale Nomaden macht. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass Cafés nicht mehr nur Orte des sozialen Austauschs sind, sondern auch produktive Arbeitsumgebungen. Auch hier bin ich oft zu Hause, es ist für mich ein sogenannter dritter Ort zum Entspannen und Arbeiten. Kopfhörer auf und los geht es.

Cafés als kreative Räume
Cafés haben sich zu kreativen Räumen entwickelt, die Künstler, Schriftsteller und Denker anziehen. Sie bieten eine inspirierende Umgebung, die Kreativität und Innovation fördert. Diese Funktion macht sie zu einem wichtigen Bestandteil der kulturellen Landschaft.

Viele Cafés unterstützen lokale Künstler, indem sie ihre Werke ausstellen oder Veranstaltungen wie Lesungen und Workshops organisieren. Diese Aktivitäten schaffen eine Plattform für den kreativen Austausch und fördern die Kultur vor Ort.

Für Schriftsteller und andere Kreative sind Cafés oft ein Rückzugsort, an dem sie in Ruhe arbeiten können. Die entspannte Atmosphäre und das leise Summen der Gespräche bieten die perfekte Kulisse für kreative Prozesse. Hier entstehen oft neue Ideen und Projekte. Ich selbst hatte eine Lesung in unserer Eisdiele 2024 gemacht, um den verstorbenen Besitzer der Eisdiele Alberto bei uns im Dorf zu ehren.

Wie eine Eisdiele: Glenmorangie präsentiert A Tale of Ice Cream

10. Oktober 2024

Unsere Eisdiele schenkt keinen Alkohol aus, doch würde der neue Glenmorangie optisch wunderbar an diesen Ort passen. „A Tale of Ice Cream” heißt die neueste Edition der prämierten Serie von Glenmorangie. Süß, genussvoll und wunderbar cremig ist die Abfüllung von den Köstlichkeiten einer Eisdiele inspiriert. Diese limitierte Edition ist die fünfte Ausgabe der preisgekrönten „A Tale of…“-Serie der Highland Destillerie.

Das Bild der Eisdiele passt wunderbar. Wie einen gemischten Eisbecher, kombinierten Dr. Bill Lumsden und Gillian Macdonald Whisky aus Bourbonfässern erstmals mit Single Malt aus Fässern mit besonders hohem Vanillingehalt. Gemeinsam bringen diese beiden Reifungen die süßesten und cremigsten Aromen von Glenmorangie zur Geltung – in einer Kombination aus zartschmelzenden Noten von Pfirsich Melba, Zitronensorbet und Vanille. Sie werden von Aromen von Kokosflocken und Toffeesauce gekrönt.

Kombinationen
Seit mehr als 180 Jahren sind die Whisky-Schöpfer von Glenmorangie unendlich einfallsreich, köstliche Single Malts zu komponieren. Dr. Bill sagt: „In unserer Vorstellung träumten wir von einem Whisky, der an die besten Sorten einer edlen Eisdiele erinnert. Dazu verwendeten wir erstmals neue Eichenfässer, die speziell getoastet wurden, um mehr Vanillearomen zu erhalten. Ein Schluck Glenmorangie A Tale of Ice Crem mit Noten von Pfirsich Melba, Zitronensorbet und cremiger Vanille ist, als würde man den Löffel in ein Aromenkarussel tauchen!“ Die pastellfarbene Geschenkbox und das Etikett der neuen Edition erinnern mit seinen köstlichen Farben von Saucenschleiern, Texturen und Toppings an feinste Eisbecher luxuriöser Eisdielen.

Glenmorangie A Tale of Ice Cream ist für 85 Euro gibt es im Fachhandel erhältlich, solange der Vorrat reicht. Mal sehen, ob ich noch eine Flasche bekommen kann. Und dann stell ich zumindest die Verpackung in die örtliche Eisdiele.

Verkostungsnotiz
Glenmorangie A Tale of Ice Cream (46,0 Vol.% Alk.)
Farbe: Bronzefarben

An der Nase: Ein Feuerwerk an Aromen von Manuka-Honig, Zitronentoffee, Rosinenbrot, kandierten Orangenschalen, Pfirsich, Karamellbonbons und etwas Gewürz. Mit etwas Wasser zeigt sich der Duft von Vanillesauce, Kokosnuss und einer leichten Marzipan-Note.

Am Gaumen: Die Textur ist zähfließend, üppig und cremig. Ein kräftiger Schub an süßen und würzigen Aromen folgt, der an Brioche, Marzipan, Honigwabe, Weichtoffee, Zitronen-Sorbet und Kokosraspeln denken lässt. Gewürze wie Zimt, Ingwer, Muskatnuss und Gewürznelke wärmen den Mund.

Der Nachhall: Ein langanhaltender Nachgeschmack mit Anklängen kandierter Äpfel, süßem Popcorn und einer Anis-Note.