Posts Tagged ‘Filmgeschichte’

Das Cabinet des Dr. Caligari – Matinee am Sonntag, 23. Juli im Scala

20. Juli 2023

Der Film „Das Cabinet des Dr. Caligari“ aus dem Jahr 1920 gilt als ein Meilenstein der Filmgeschichte und des deutschen Expressionismus. Der Film zählt zu den wichtigsten Filmen der Kinogeschichte. Seine ungewöhnliche expressionistische Ausstattung war ein Novum weltweit – und legte den Grundstein für den international erfolgreichen deutschen Film des Weimarer Kinos. Regisseur Robert Wiene und das Drehbuch von Hans Janowitz und Carl Mayer präsentierten dem Publikum eine bahnbrechende visuelle und erzählerische Ästhetik, die den Film nachhaltig prägte. Am Sonntag, 23. Juli darf ich um 10:45 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck eine Matinee zu diesem Meisterwerk des fantastischen Stummfilm durchführen: Vortrag und Film. Die Karten gibt es hier.

Die Bedeutung von Das Cabinet des Dr. Caligaril iegt in mehreren Aspekten:

Expressionistische Ästhetik
„Das Cabinet des Dr. Caligari“ war einer der ersten Filme, der den Expressionismus im Film etablierte. Die expressionistische Bewegung, die in der Kunst und Literatur der Zeit aufkam, betonte verzerrte Formen, starke Kontraste und surreale Darstellungen, um die psychologischen Zustände der Charaktere zu verdeutlichen. Der Film nutzte expressionistische Sets mit schiefen Linien, schattigen Ecken und abstrakten Designs, um eine unheimliche und verstörende Atmosphäre zu schaffen.

Handlung und Erzählstruktur
„Das Cabinet des Dr. Caligari“ beeinflusste die Entwicklung des filmischen Erzählens. Der Film wird aus der Perspektive eines Ich-Erzählers erzählt, der die Geschichte rückblickend präsentiert. Zudem enthält der Film eine Rahmenhandlung, die die Interpretation der Ereignisse in Frage stellt und das Publikum dazu anregt, über die Natur der Realität nachzudenken. Diese nicht-lineare Erzählstruktur und die Manipulation der Wahrnehmung des Zuschauers hatten einen nachhaltigen Einfluss auf spätere Filme.

Psychologischer Horror
„Das Cabinet des Dr. Caligari“ gilt als einer der ersten bedeutenden Horrorfilme der Geschichte. Die Geschichte dreht sich um einen unheimlichen Jahrmarktsdirektor, der einen schlafenden Somnambulen dazu bringt, Morde zu begehen. Der Film erkundet Themen wie Wahnsinn, Manipulation und die Verbindung zwischen Traum und Realität. Er legte den Grundstein für das Genre des psychologischen Horrors und inspirierte zahlreiche Regisseure, darunter Alfred Hitchcock.

Einfluss auf die internationale Filmindustrie
„Das Cabinet des Dr. Caligari“ wurde zu einem großen Erfolg im In- und Ausland. Durch seine einzigartige Ästhetik und Erzählweise erregte er Aufmerksamkeit und wurde zum Vorbild für viele Regisseure weltweit. Der Film hatte einen besonders starken Einfluss auf den deutschen Expressionismus und prägte die Entstehung einer eigenständigen deutschen Filmtradition. Darüber hinaus beeinflusste er die Entwicklung des Horrorfilms und des filmischen Erzählens insgesamt.
Ich freue mich, wenn ich Sie am Sonntag im Scala begrüßen darf. Die Karten gibt es hier.

50 Jahre das Meisterwerk Uhrwerk Orange von Stanley Kubrick

29. Dezember 2021

Ein Meisterwerk, das ich voller Abscheu und voller Faszination zugleich betrachte, kam vor 50 Jahren in die Kinos und ist heute genauso umstritten wie bei seiner Premiere. Der Film kam am 19. Dezember 1971 in die britischen Kinos. Bei uns startete er am 23. März 1972.

Stanley Kubrick verfilmte den Roman von Anthony Burgess Uhrwerk Orange mit einer solchen durchdringenden Radikalität und Wucht, wie kaum ein Film zuvor und danach. Clockwork Orange stellt die unangenehme Frage nach dem Bösen im Menschen und nach dem freien Willen in einer schonungslosen Intensität. Wie gehen wir mit einem Menschen um, der sich aus freien Willen für das Böse entschieden hat? Wie kann ihn die Gesellschaft sanktionieren und darf sie den freien Willen brechen und unter Zwang einen bösen kriminellen Triebtäter mit freiem Willen zu einem guten unauffälligem Menschen ohne freien Willen machen?

Uhrwerk Orange ist ein moralisches und filmisches Meisterwerk und auch nach 50 Jahren ist die Brutalität der handelnden Personen, ob gut oder böse, ekelhaft faszinierend und im höchsten Maße diskussionswürdig. Er bekam vier Oscar-Nominierungen und was viel wichtiger ist, er zählt heute zu den besten Filmen der Filmgeschichte. Leider haben so manche Zuschauer damals und heute die gesellschaftliche Parabel Kubricks nicht verstanden und ergötzen sich an der nackten, brutalen Gewalt des Films. Das ging soweit, dass Kubrick und seine Familie Attentatsdrohungen erhielten, so dass sie den Film Uhrwerk Orange zweitweise aus dem Verkehr zogen. Dabei ist der Film schlichtweg ein Meisterwerk der Kinogeschichte.

Nach dem inhaltsschweren und durch seine Spezialeffekte aufwändigen 2001: Odyssee im Weltraum wandte sich Stanley Kubrick einen Stoff zu, er einfacher zu verfilmen war. Dabei setzte er stark auf Ultraweitobjektive, um den Ganzen einen surrealen Look zu verpassen. Seine Wahl fiel auf Anthony Burgess Roman Uhrwerk Orange. Durch den Einsatz von klassischer Musik gelang es Kubrick die brutalen Raubzüge einer Jugendgang um ihren Anführer Alex zu relativieren. Nie wieder nach dem Film konnte ich Gene Kellys unbeschwerten Lied Singing in the Rain ohne Kubricks Bilder im Kopf mehr hören. Für die Opfer, die unter Verletzungen, Vergewaltigung und auch Mord leiden, hat Alex und seine Gang kein Mitleid. Hooligan Alex selbst wird in seinem Aufzug mit Bowler, Schminke und Stock zur Modeikone stilisiert, die noch heute seinen Einfluss nicht verloren hat. Gedreht in Betonhochburgen und Unterführungen vermittelt der Film eine abstoßende, aggressive Kälte.
Obwohl der Film 1971 in die Kinos kam, ist er gut gealtert. Die Dystopie von damals ist in einen Bereichen Realität geworden. Jugendkriminalität ist kein Fremdwort mehr. Das liegt mit absoluter Sicherheit auch an der deutschen Synchronisation, die Wolfgang Staude zu verantworten hat. Der Film, der vor kurzem als 4K UDH Version von Warner A Clockwork Orange veröffentlicht wurde, verstört zutiefst. Was ist die Entscheidung eines Individuums wert? Darf eine Regierung den Menschen zwanghaft verändern und ihn somit einen anderen Willen aufzwängen auf Kosten des Individuums? Der Staat lässt sich gegenüber Alex zu enormer Brutalität hinreißen. Auge um Auge.
Nach der Heilung durch den Staat ist Alex zahm, nahezu brav, aber wohl kein Mensch mehr. Der Wille ist gebrochen. Der Pfarrer im Film sagt dazu den wichtigen Satz: „Er wird nichts Böses mehr tun, ja, aber er ist hinfort auch kein Wesen mehr, das einer freien moralischen Entscheidung fähig ist.“
Der Zuschauer sitzt verstört in seinem Kinosessel, ähnlich wie Alex bei der Ludovico-Methode, der Anti-Gewalt-Konditionierung. Wir Zuschauer sind nicht wie Alex an den Stuhl gefesselt, doch niedergedrückt von den Fragen: Fasziniert mich Gewalt? Darf ein Film soweit gehen?

Die Musik von Uhrwerk Orange
Beethoven Musik spielt in diesem Film eine zentrale Rolle. Nach einer Gewalt- und Sexorgie sagt Alex aus dem Off: „Es war ein wunderbarer Abend. Und was er noch brauchte, um wahrhaftig großartig zu enden, war ein wenig vom alten Ludwig van.“ Die wunderbare Musik Beethovens in Verbindung zu Gewalt und Onanie zu bringen, da mussten die Zuschauer ganz schön schlucken. Aber Klassik funktioniert in der Kubrickschen Choreografie der Gewalt.
Walter Carlos (heute Wendy Carlos) Score hat Filmmusikgeschichte geschrieben. Kubrick, der ja gerne klassische Musikvorlagen für seine Filme nutzt, bat Carlos sie elektronisch zu verfremden. Der Moog-Synthesizer mit seinen unendlichen Klangmöglichkeiten war noch nicht lange erfunden. Walter Carlos traf sich mit Robert Moog und der Rest ist Musikgeschichte. Verschiedene Prog-Rockbands wie ELP experimentierten damit herum, doch Walter Carlos führte die Elektronik in die klassische Musik ein und veränderte zunächst Johann Sebastian Bach. Warner veröffentlichte den Score, später brachte Carlos seine gesamten Aufnahmen Clockwork Orange – Complete Original Score zum Film auf einer eigenen Veröffentlichung zu Gehör.

Die literarische Vorlage von Clockwork Orange
Der Roman von Anthony Burgess ist lesenswert. Sein Stil mit einer Mixtur an verschiedenen Spracheinflüssen ist sehr interessant: Jugendsprache, russische Lehnwörter und viktorianisches Englisch, von Kubrick genial adaptiert und von Wolfgang Staude noch genialer ins Deutsche übersetzt. Trotz aller Begeisterung für das Buch: Für mich ist Uhrwerk Orange einer der wenigen Fälle, bei dem der Film besser ist als das ihm zugrunde liegende Buch. Heyne brachte das Buch in Deutschland als Taschenbuch auf den Markt in der Übersetzung von Walter Brumm. 1991 wurde das Buch von Herr der Ringe-Übersetzer Wolfgang Krege Clockwork Orange neu übersetzt und mit Glossar erweitert. Ich werde in einem späteren Post die beiden Versionen vergleichen.

Dieser Beitrag erschien zunächst in der Facebook-Gruppe Erdbeben‘74.

Deutschlandpremiere: Der Golem, wie er in die Welt kam mit Klavierbegleitung von Richard Siedhoff

30. Januar 2019

Der expressionistische Stummfilm ist eines meiner Hobbys. Und dieses Hobby führte mich nach Berlin in die Deutsche Kinemathek, wo im Arsenal-Kino die Berlin-Premiere des Klassikers Der Golem wie er in die Welt aufgeführt wurde. Dabei traf ich auf Richard Siedhoff, der den Film von Paul Wegener am Klavier live begleitete. Nach der Aufführung trafen wir uns zusammen mit Oliver Hanley von der Filmakademie Babelsberg Konrad Wolf beim Bier und interessanten filmhistorischen Geschichten. 

Eine neue restaurierte Version von Paul Wegeners Der Golem, wie er in die Welt kam.

Eine neue restaurierte Version von Paul Wegeners Der Golem, wie er in die Welt kam.

Bisher gab es vom Golem nur verstümmelte Fassungen. Immer wieder wurde an dem Film herumgedoktert. Wegener drehte drei Golem-Filme, wobei die dritte Version „Der Golem, wie er in die Welt kam“, die wichtigste ist. Von den anderen beiden existieren nur Standfotos. Nun wurde der Golem-Film aufwändig restauriert. Die Friedrich Wilhelm Murnau-Stiftung bringt den Film Der Golem, wie er in die Welt kam im März auf Bluray raus und diese Version wurde in Berlin einem begeisterten Publikum gezeigt. 

Stummfilmpianist Richard Siedhoff begleitete den Golem am Klavier.

Stummfilmpianist Richard Siedhoff begleitete den Golem am Klavier.

Allerdings: Es wird an einer zweiten restaurierten Version im Münchner Filmmuseum gearbeitet. Deren Veröffentlichungstermin ist noch unklar. Ich hoffe mal auf das Jahr 2020, wenn der Stummfilmklassiker seinen 100. Geburtstag feiert. Das Besondere der längeren Version des Münchner Filmmuseums: Er enthält die Originalmusik von Hans Landsberger, die als verschollen galt. Bei seinen Recherchen entdeckte Stummfilmpianist Richard Siedhoff die Partitur und möchte die Filmmusik für das Münchner Filmmuseum mit großem Orchester einspielen. Die Filmmusik von Hans Landsberger muss unheimlich komplex sein. Die Leitmotive der Figuren sind ineinander verwoben. Bisher existierten nur euphorische Kritiken aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sowie ein Programmheft mit Noten-Auszügen.

Eine filmhistorische Sensation. Richard Siedhoff entdeckte die verschollen geglaubte Partitur von Hans Landsberger.

Eine filmhistorische Sensation. Richard Siedhoff entdeckte die verschollen geglaubte Partitur von Hans Landsberger.

Aber Siedhoff entdeckte die Originalnoten. Wo, wollte er nicht verraten. Er arbeitet an einem wissenschaftlichen Aufsatz für die Filmakademie Konrad Wolf und wird dort sicherlich das Geheimnis lüften. Ich bin gespannt, wie sich die Musik anhört. Siedhoff schwärmte in meinem Gespräch von der Musik von Landsberger. Der jüdische Komponist Hans Landsberger selbst ist verschwunden. Er starb 1941 in deutscher Gefangenschaft. Ob er sich selbst ermordete oder ob ihn die Nationalsozialisten ermordeten ist unklar. An der Musik Landsbergers orientierte sich die Montage der Münchner Version des Golems, die längerer sein wird als die Version der Murnau-Stiftung. In der Murnau-Version enden Szenen abrupt oder Personen springen. Die Münchner-Version soll rund 6 Minuten länger sein als die Murnau-Version. Bei Bier und Pizza sprachen die Filmexperten über den Film und lüfteten ein paar Geheimnisse:

Kommentar: Was soll das?

Für mich als Filmfan ist es absolut unverständlich, warum beide Institutionen Murnau-Stiftung und Münchner Filmmuseum nicht im Sinne der Kunst zusammenarbeiten können. Ich hätte nichts gegen eine Deluxe-Version mit beiden Versionen, um zu vergleichen. Warum muss jeder sein eigenes Süppchen kochen? Für uns Filmfreunde bedeutet dies, den Film zweimal zu kaufen und dann zu vergleichen. Ich vermute kommerzielle Interessen, aber kenne freilich keine Details. Mal ehrlich: Als ob der Golem kommerziell ein Renner wird. 

Golem in 4K 

Auf jeden Fall freute es mich, den Golem in einer fast perfekten 4K-Version zu sehen. Ein paar Szenen waren beschädigt – die sollen in der Münchner Fassung dagegen perfekt sein. Die Filmreihe Filmspotting startete 2019 mit Paul Wegeners Stummfilmklassiker „Der Golem, wie er in die Welt kam“ aus dem Jahr 1920. Ausgehend von einem in der cinémathèque royale de belgique, Brüssel, wieder entdeckten Originalnegativ erstellte die Friedrich Wilhelm Murnau-Stiftung eine in 4K-Auflösung visuell optimale Restaurierung der ursprünglichen Farbfassung. Diese erlebte bei den vergangenen Internationalen Filmfestspielen von Venedig ihre Premiere und war bei meinem Berlin-Besuch erstmals in Deutschland zu sehen. Wenn ich ehrlich bin, gab es schon eine nichtöffentliche Aufführung bei der Hochschule Konrad Wolf. Die musikalische Interpretation der Originalmusik übernahm der Stummfilmpianist Richard Siedhoff, der an der Rekonstruktion der ursprünglichen Partitur gearbeitet hat. Siedhoff ist Composer in Residence des Metropolis Orchesters Berlin.

Oliver Hanley von der Filmakademie Babelsberg Konrad Wolf hielt im Arsenal-Kino den Einführungsvortrag zum Film.

Der Inhalt des Films 

Der Inhalt: Prag im 16. Jahrhundert: Der Rabbi Löw erschafft den Golem, einen Lehmriesen, um ein prophezeites Unheil von seiner Gemeinde abzuwenden. Doch der Golem lässt sich nach vollbrachter Rettung nicht mehr beherrschen und zündet das Ghetto an. Diese Verfilmung der jüdischen Legende gehört zu den Klassikern der Stummfilmära. Die Kulisse (entworfen von Hans Poelzig), die Lichtführung und die Figur des Golems waren bahnbrechend und beispielhaft für das Genre. 

 

Vor 50 Jahren feierte 2001 Odyssee im Weltraum in Deutschland Premiere

12. September 2018

Dieses Bild von 2001 stammt nicht aus der Ausstellung, sondern habe ich im Haus von Kubrick bei London geschossen.

Dieses Bild von 2001 stammt nicht aus der Ausstellung, sondern habe ich im Haus von Kubrick bei London geschossen.

Gestern vor 50. Jahren hatte einer der wichtigsten Filme der Filmgeschichte in Deutschland seine Kinopremiere: 2001: Odyssee im Weltraum von Stanley Kubrick nach einer Idee von Arthur C. Clarke. Kubrick schuf ohne CGI den Science Fiction Film schlechthin und veränderte das Genre radikal. Gab es vor 2001 vor allem B- und C-Movie, war durch dieses Meisterwerk der Weg frei für Großproduktionen. Aber der Film mit seinem Ende hinterließ ein Publikum, dass sich seine Geschichte selbst ausmalen konnte. Immer wieder habe ich mir 2001 angeschaut, immer wieder kamen mir neue Ideen, neue Interpretationen, neue Gedanken. Es ist schön zu sehen, was Kubrick vorausgesehen hat: Videotelefonie, Tablets, Künstliche Intelligenz und vielen mehr. 

Wer sich auf 2001 einlässt, sollte Zeit und einen offenen Geist mitbringen. Ungewöhnlich: Der Film beginnt mit einer Ouvertüre bei schwarzer Leinwand. In den ersten 40 Minuten wird in den Film nichts gesprochen, aber die unglaublichen Bilder in Verbindung mit der Musik von Strauß erzählen die Geschichte der Menschheit samt dem wichtigsten Schnitt der Filmgeschichte. Ich glaube, ich schaue mir zu meinem anstehenden 50. Geburtstag diesen Film, der seinen 50. Geburtstag feiert, in Ruhe nochmals an und genieße. 

Im Frankfurt am Main läuft im Moment noch bis 23. September 2018 die großartige Stanley Kubrick-Ausstellung mit 2001 im Mittelpunkt. Ich kann nur jeden Science Fiction-Fan empfehlen, nach Frankfurt zu pilgern und sich die exzellente Ausstellung anzusehen. Sie läuft noch bis 26. September im Filmmuseum.

Ich war bei der Eröffnung dabei, führte ein Interview mit Kubricks Schwiegersohn Jan Harlan (ich bloggte ausführlich darüber) und sprach mit Kubricks Tochter Katharina und besuchte die Eröffnungspressekonferenz und natürlich die Ausstellung.

Ich habe diese Pressekonferenz in 2D und als VR 360 Grad mitgefilmt und wünsche euch viel Spaß beim Anschauen.

 

„Stanley Kubrick wäre unheimlich berührt gewesen“, meinet Jan Harlan zu der Ausstellung. „Kubrick war sehr stolz auf seinen Film, obwohl er das Publikum damals geteilt hat. Inzwischen ist der Film ja etabliert als Meilenstein in der Geschichte.“ Harlan lobte die Sorgfältigkeit und Vielfältigkeit der Ausstellung und ich kann dies nur bestätigen. Kubrick hat ja die Modelle nach Abschluss der Dreharbeiten vernichten lassen, aber eben nicht alles: Und das Filmmuseum hat wunderbare Details aus dem Archiv des Meisterregisseurs ausstellen können. Ungewöhnlich bei Kubrick: Es gibt sogar Sketches und Zeichnungen zu sehen, die später nicht Eingang in den Film gefunden haben. Es handelt sich um einen kleinen Teich auf der Raumstation.

Also unbedingt nach Frankfurt und die Ausstellung bis 23. September 2018 ansehen und unbedingt 2001 Odyssee im Weltraum nochmal oder zum ersten Mal ansehen. Die Sache lohnt sich.