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Wächter der Zeit mit Penner verwechselt: Interview mit Manfred Kielnhofer

22. Oktober 2014

Ganz Berlin ist derzeit im Wächter der Zeit-Fieber. Im Rahmen des Festivals of Lights ist der österreichische Künstler Manfred Kielnhofer mit seinen Wächtern unterwegs. Die Wächter der Zeit sind große Figuren, die an mytische mittelalterliche Mönche erinnern. Mich faszinieren die Kunstwerke und ich habe mir auch schon einen Wächter gekauft. Meine Bekannte Tanja Kaiser hat in Berlin dieses nette Bild von den Wächtern geschossen.

Wächter der Zeit - derzeit in Berlin. Foto: Tanja Kaiser

Wächter der Zeit – derzeit in Berlin. Foto: Tanja Kaiser

Mir gefallen die Figuren von Manfred Kielnhofer. Ich kann sie lange betrachten und sie regen mich zum Nachdenken an. Daher habe ich mich zur jüngsten Art Salzburg, eine internationale Kunstmesse, aufgemacht und auf dieser exklusiven Kunstausstellung den Linzer Künstler getroffen, um spontan ein Videointerview zu führen.
„Der Wächter der Zeit soll die Menschheit beschützen“, so Kielnhofer. Nach dem Festival of Lights in Berlin gehen die Figuren auf Tour. So ist geplant, dass die faszinierenden Kunstwerke einen Abstecher nach Basel, Wien und auch nach New York machen. Das wäre der Schritt in die große Welt, denn bisher waren die Wächter nur in Europa unterwegs. Im Interview kündigte Kielnhofer große Wächter an, die jetzt in Berlin zu sehen sind. Sie sind ideal für einen großen Garten und sicher auch ein Publikumsmagnet.

Der Schöpfer der Wächter der Zeit Manfred Kielnhofer im Interview mit mir.

Der Schöpfer der Wächter der Zeit Manfred Kielnhofer im Interview mit mir.

Der sitzende Wächter wird von Kielnhofer bewusst ein wenig kitschig gestaltet, damit sich die Zielgruppe seiner Käufer erhöht. Aber Otto Normalverbraucher erwirbt die Kunst von Manfred Kielnhofer sicher nicht.
Nett ist eine Episode am Rande der Art Salzburg. Die Wächter sind auf dem Außengelände aufgestellt, eine stehende Figur, eine sitzende. Ein Sicherheitsmann rief nachts den Veranstalter der Kunstausstellung an und meinte, auf dem Gelände seien Penner. Er verwechselte einen sitzenden Wächter der Zeit mit einem Landstreicher.

Festival of Lights – ich war dabei

18. Oktober 2010

Als Jugendlicher war ich ein Fan der sphärischen Klängen der britischen Kapelle Pink Floyd und ich verschlang Literatur über ihre Auftritte, die mit viel Licht und Nebel in Szene gesetzt waren. Dieses Gefühl hatte ich bei meinem jüngsten Besuch in Berlin, er zufällig mit dem 6. Festival of Lights zusammenfiel. Trotz Kälte machte ich mich nachts auf zum Potsdamer Platz und genoss ein Meer von Licht und Farbe. Die Hotels der Hauptstadt waren mit Lichtkanonen angestrahlt. Psychedelische Muster tanzten über die Häuserfassaden. Genau so hab ich mir eine Lightshow von Pink Floyd vorgestellt – jetzt bekam ich sie 2010 zu sehen. Die Musik kamen allerdings vom iPod – ich hatte nur Meddles und Atom Heart Mother dabei. Doch es war ein Erlebnis. Brandenburger Tor, Adlon Hotel – und das Dach vom Sony Center erinnerte mich an die Mutter aller Raumschiffe – an Spielbergs „Unheimliche Begegnung mit der Dritten Art“. Leider hatte ich den genialen Soundtrack von John Williams nicht dabei und so sehr ich mich bemühte, ich fand keinen Francois Truffaut, der auf dem Keyboard mit Außerirdischen kommunizierte.

Also nahm ich das iPhone 4 und hielt einige Eindrücke des Festival of Lights auf Video fest. Zu Hause schnell geschnitten und die neue Hollywood Musik von Dosch Design verwendet und bei YouTube hochgeladen.

Das Festival of Lights schärft den Blick für die kontrastreiche Einzigartigkeit Berlins: Historische Wahrzeichen und moderne Architektur – die Stars der Hauptstadt werden für knapp zwei Wochen erstrahlen. 2010 setzt das internationale Public Event seine Akzente auf Kunst und Wissenschaft in und aus Berlin. Neues offizielles Festival-Zentrum und damit Dreh- und Angelpunkt des 6. Festival of Lights ist das Quartier Potsdamer Platz.

Nächtliche Spaziergänger werden die berühmte Flaniermeile „Unter den Linden“ als Indian Summer Allee erleben und sich am Gendarmenmarkt in einer mediterranen Atmosphäre wiederfinden. Erstmals beim Festival dabei sind u.a. das Westin Grand Berlin mit einer 3D-Projektion und die Amerikanische Botschaft.

Im Zentrum der Stadt wartet auf Festival-Begeisterte eine besondere Überraschung: Der Star-Designer Wolfgang Joop wird den Berliner Dom in „neue Kleider“ hüllen. Dafür stellt Joop exklusiv Entwürfe seiner WUNDERKIND-Frühjahrskollektion 2011 zur Verfügung; die zwölf Motive werden im Rahmen des Festival of Lights auf die Fassade des Berliner Doms projiziert. „In Berlin sind es die Kontraste und das Unfertige, was mich so fasziniert. Umso schöner in dieser Stadt direkt im Zentrum eines der prominentesten und geschichtsträchtigsten Gebäude mit den WUNDERKIND Stoffprints für die Nächte des „Festival of Lights“ bestrahlen zu dürfen. Mitten im goldenen Herbst lasse ich einen „spring break“ feiern!“, so der international gefeierte Modedesigner Wolfgang Joop. So golden war der Herbst allerdings nicht – es war saukalt und dann regnete es auch noch.

Das Brandenburger Tor wird zur Plattform für die Botschaften des Berliner Wissenschaftsjahres 2010. Das Festival of Lights rückt mit einer Illumination des berühmtesten Wahrzeichen Berlins die Bedeutung von Wissenschaft, Forschung, Freiheit des Denkens und der Neugier ins öffentliche Bewusstsein.

Wer braucht da noch eine Pink Floyd-Show?

 

Das Brandenburger Tor beim Festival of Lights in Licht gehüllt.

Das Brandenburger Tor beim Festival of Lights in Licht gehüllt.