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Ein Kommentar von mir: Wenn das Recht auf Leben weniger zählt als der Ruf nach Datenschutz

16. Februar 2026

Ich bin ein konsequenter Nutzer von Bussen und Bahnen und ich kommentiere die derzeitige Debatte aus Sicht eines Fahrgastes:
Ein Zugbegleiter wird bei der Fahrscheinkontrolle totgeprügelt, die Bahn reagiert mit mehr Schutz für ihre Leute – und der erste Impuls mancher ist: „Aber der Datenschutz!“


Wenn die Deutsche Bahn sagt: Alle Beschäftigten mit Kundenkontakt bekommen auf freiwilliger Basis eine Bodycam und einen Notfallknopf, weil Übergriffe zunehmen und einer von ihnen gerade gestorben ist, dann ist das kein autoritärer Panikreflex, sondern eine längst überfällige Verteidigung elementarer körperlicher Unversehrtheit. Wer da reflexhaft Grundrechtsapokalypse ruft, ohne auch nur einen Gedanken an das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit der Beschäftigten zu verschwenden, hat die Debatte bereits moralisch verloren.


Ja, Bodycams sind ein Eingriff in Persönlichkeitsrechte, das ist unbestritten, und deswegen gibt es klare Forderungen: anlassbezogene Aufzeichnung, so wenig Daten wie möglich, klare Löschfristen, Kennzeichnung, dass gefilmt wird. Aber diese Abwägung findet ja längst statt – die Datenschutzbeauftragten sagen ausdrücklich, Schutz von Leib und Leben ist ein hohes Rechtsgut, nur müsse der Einsatz geregelt werden, nicht verhindert. Das ist etwas völlig anderes als das hysterische „Überwachungsstaat!“-Geschrei, das jede konkrete Schutzmaßnahme für Beschäftigte sofort moralisch delegitimieren will.
Ehrlich gesagt: Was ist das für ein Land, in dem manche offenbar lieber das theoretische Recht haben wollen, unerkannt andere Menschen anzupöbeln, anzuspucken oder zusammenzuschlagen, als praktische Maßnahmen zu akzeptieren, die genau diese Gewalt dokumentieren und abschrecken sollen? Wer wirklich etwas gegen eine „lückenlose Videoüberwachung der Bevölkerung“ hat, sollte gegen Vorratsdatenspeicherung, Massenüberwachung und datenhungrige Konzerne kämpfen – nicht gegen eine Zugbegleiterin, die nach einem tödlichen Angriff eine freiwillige Kamera trägt, um nach Feierabend lebend nach Hause zu kommen. Ihr habt doch einen Vogel,