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Studie: Mehr Social Media, mehr Android, mehr mobiles Internet

14. September 2011

Ich hör schon wieder das Geschrei der Kollegen, wenn ich sie auf die neue TOMORROW FOCUS Media-Studie aufmerksam mache. Die neueste Erhebung zeigt, dass Android Apple iOS überholt hat und jetzt das am häufigsten genutzte Betriebssystem in Deutschland ist. Apple muss seine Vorherrschaft im Smartphone-Bereich erstmals abgeben. Während die Nutzung von Apple iOS als Betriebssystem bei 25,8 Prozent stagniert, stieg die Nutzung von Android im Vergleich zur letzten Erhebungswelle im April 2011 von 24,4 Prozent auf 31,2 Prozent an. Android ist damit das am häufigsten genutzte Betriebssystem Deutschlands.
Obwohl die Konkurrenz zwischen iOS und Android zum Glaubenskampf hochstilisiert wird, wird die ganze Sache nicht so heiß gegessen, wie sie gekocht wird. In Handy-Läden habe ich folgende Beobachtung gemacht: Die Leute kommen und wollen ein iPhone. Dann hören sie den Preis und das Gejammere geht los. Der Verkäufer schlägt ein billiges Android-Handy vor und – zack – das wird dann gekauft. Die Rolle, ob Apple-Politik und iTunes-Zwang spielt dabei keine Rolle. Hervorragende Android-Apps lassen sich übrigens auf der Plattform SmartAppFinder laden. Anders als im Market werden hier eine Qualitäts-Apps aufgenommen. Anschauen und selbst beurteilen.

TOMORROW FOCUS Media befragte 5.622 Personen im TOMORROW FOCUS Media Netzwerk zur mobilen Internetnutzung und kam zum Ergebnis: Mobiles Surfen nimmt weiter zu. Das mobile Internet setzt sich in Deutschland immer mehr durch. Mittlerweile sind knapp 35 Prozent der Deutschen mobil im Internet. Gleichzeitig ist der mobile Internetmarkt noch lange nicht gesättigt. Über 40 Prozent der Befragten planen die Nutzung des mobilen Internets in 2011. Während über die Hälfte der Deutschen bereits ein Smartphone besitzen, gewinnen auch Tablet PCs zunehmend an Bedeutung. Momentan nutzen 15 Prozent der Befragten ein iPad oder ein anderes Tablet. Ein Drittel der Befragten denkt zudem darüber nach, noch im kommenden Jahr ein Tablet  anzuschaffen.

Auch interessant: Social Media & kostenlose Apps gewinnen weiter an Bedeutung. 42,4 Prozent der Befragten nutzen mindestens täglich Communities und Social Media-Plattformen  über ihr Smartphone. Im Vergleich zu Januar ist dies eine Steigerung von knapp zehn Prozent. Auch die Bedeutung von mobilen Apps nimmt weiter zu. So gaben über drei Viertel der Befragten an, Apps gelegentlich oder regelmäßig zu nutzen. Gleichzeitig ist die Zahlungsbereitschaft für mobile Apps im vergangenen Jahr gesunken.  Waren 2010 noch 35 Prozent der Befragten bereit für eine App zu zahlen, sind es heute nur noch 26,7 Prozent.

Medienkompetenz endlich notwendig: Der Cyberwar ist im Gange

19. Dezember 2010

Immer wieder halte ich Seminare zum Thema Internet-Sicherheit – im Januar das nächste. Abgründe taten sich in der Vergangenheit auf, wenn ich mitbekomme, wie schlampig Privatleute aber auch Firmen mit ihrer IT-Sicherheit umgehen. Jetzt bin ich wahrlich kein paranoider Zeitgenosse, aber wer sich durchs Netz bewegt, der muss sich schützen. Medienkompetenz in Deutschland ist hier gefragt. Es gehört mehr Informationen unters Volk gebracht, die immer noch denken: Gegen einen Virus hilft Vitamin C und ein Schal.

Die Angriffe aus dem Netz werden heftiger. Meiner Meinung nach ist ein Cyberwar bereits voll im Gange. Und hier gibt mir einer der führenden Hersteller von Antivirensoftware Kaspersky leider recht.  Kaspersky Lab geht in seinem Malware-Report 2010 davon aus, dass Stuxnet eine neue Ära von Cyberbedrohungen eingeläutet hat. Zielgerichtete Attacken gegen Unternehmen und Organisationen – durchgeführt mit Hilfe äußerst komplexer Schadprogramme – werden im kommenden Jahr vermehrt auftauchen. Weiter prognostiziert der IT-Sicherheitsexperte, dass Cyberkriminelle wie im laufenden Jahr auf Sicherheitslücken in populären Programmen setzen, mit Spyware 2.0 arbeiten und vermehrt Attacken gegen Android-Nutzer starten werden.

Bei meinen Seminaren stelle ich eine Sorglosigkeit fest. Es wird sich massiv gegen Google Streetview aufgeregt, doch eine Antiviren-Software für ein paar Euro im Jahr zu bezahlen, da regiert der Geiz. Kostenlos ist ja so schick. Hinzu kommt noch die verbreitete Meinung: Wer soll mich denn schon angreifen oder gar hacken?

Im Jahr 2010 missbrauchten Cyberkriminelle vor allem Sicherheitslücken in beliebten Anwendungen, wie Adobe-Software, um Schadprogramme auf den Rechnern der Anwender zu platzieren. Zudem waren P2P-Netzwerke wie BitTorrent als Einfallstor für Schadprogramme sehr beliebt. Das Fluten von P2P-Netzen mit Malware begann im März 2010, als Kaspersky Lab erstmals 2,5 Millionen Vorfälle im Monat registrierte. Zum Ende des Jahres identifizierte Kaspersky Lab 3,2 Millionen Attacken dieser Art. Auch Botnetze wie ZeuS, Bredolab oder Koobface tauchten 2010 regelmäßig in den Schlagzeilen auf. Dabei wurden sie nicht nur mit konventionellen Mitteln, sondern auch über moderne Verbreitungsplattformen wie soziale Netzwerke und Dateitauschbörsen platziert. Und hier ist sie wieder, die Kostenlos-Mentalität. Warum soll ich denn für Filme oder Musik bezahlen? Das oftmals über die Tauschnetze Malware verbreitet werden, das juckt die User nicht. Ich habe Eltern erlebt, die ihrem Junior den Familienrechner zur Verfügung stellen und der Sohnemann saugt fleißig aus dem Netz. Fahrlässig konnte man sagen, einfach doof sage ich. Medienkompetenz ist für mich eine der Herausforderungen 2011.

Kaspersky Lab geht davon aus, dass man zahlreiche Trends des Jahres 2010 im kommenden Jahr wieder sehen wird. So identifizierte der IT-Sicherheitsexperte im September 2010 den ersten richtigen Schädling für Android, und zwar Trojan-SMS.AndroidOS.FakePlayer, für den offensichtlich russische Virenautoren verantwortlich waren. Der Trojaner funktioniert nach der bereits erprobten Methode mobiler Trojaner: der Versendung von SMS-Nachrichten an kostenpflichtige Nummern. Vermutlich werden in Zukunft Schadprogramme auch über die offizielle Plattform zum Erwerb von Android-Anwendungen, dem Android Market, verbreitet werden. Des Weiteren werden auch iPhone-Nutzer vor Attacken nicht verschont bleiben. Nutzer und AV-Industrie werden sich allgemein auf neuartige Angriffe auf mobile Geräte und Betriebssysteme einstellen müssen.

Sorgen machen müssen aber auch Industrie-Unternehmen. Viele Mittelständler und vor allem Schulen nehmen den Schutz auf die leichte Schulter. Der Wurm Stuxnet war nicht nur wegen seiner außergewöhnlichen Komplexität, sondern in erster Linie aufgrund seines Angriffsobjekts interessant. Denn er hatte speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) zum Ziel, die in der industriellen Produktion verwendet werden. Stuxnet ist so das erste bekannt gewordene Beispiel für industrielle Cyberspionage und -Sabotage. Kaspersky Lab geht davon aus, dass solche zielgerichteten Attacken zukünftig vermehrt gegen Unternehmen und Organisationen auftreten werden. Schädliche Programme werden nicht mehr nur entwickelt werden, um damit Geld zu verdienen. In Zukunft werden Informationen zum Hauptziel von Cyberattacken und gleichzeitig zu einer neuen Einnahmequelle der traditionellen Cyberkriminalität werden.