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„Kultur ist da – getragen von vielen“: BistroTalk Maisach mit Stefan Pfannes

2. Januar 2026

Im Bistro SixtyFour in Maisach ging im vergangenen Jahr eine neue Ausgabe des BistroTalks live auf Sendung – lokal, echt und mit Publikum vor Ort sowie Zuschauerinnen und Zuschauern bei YouTube. Bevor das Gespräch begann, stand wie immer der Dank an die Gastgeber: Uwe und Ruby Flügel stellten die Bar erneut als Studio zur Verfügung und machten damit möglich, dass dieses Format mitten im Ort stattfinden kann – nahbar, ohne Bühne, ohne Distanz.

Zu Gast war Stefan Pfannes, Kulturreferent der Gemeinde Maisach, den ich im Talk interviewte. Weil wir uns seit Jahren kennen, war sofort klar: Wir duzen uns. Und obwohl die Gemeinde mitten im Kommunalwahlkampf steckt, war die Vereinbarung eindeutig: Parteipolitik bleibt draußen – an diesem Abend ging es ausschließlich um Kultur. Pfannes beschrieb die Kultur in Maisach als „gut existent“, aber nur noch in geringem Maße von der Gemeinde selbst getragen. Vieles funktioniere erstaunlich stabil, weil Vereine, Initiativen, Kirchen und engagierte Einzelpersonen das kulturelle Leben am Laufen halten. Die Gemeinde selbst habe im eigenen Kulturprogramm inzwischen nur noch wenige große Fixpunkte – vor allem den Maisacher Advent und das Meisaha-Heft. Hier die Aufzeichnung:

Im Gespräch wurde schnell deutlich, wie vielgestaltig Kultur in einer Großgemeinde wie Maisach ist, die aus vielen Ortsteilen und gewachsenen Altgemeinden besteht. Pfannes zeichnete ein lebendiges Bild dieser kulturellen Vielfalt: Musik und Gesang in Maisach, Theatertradition in Überacker, starke Gruppen in Gerlinden, Blaskapellen in Rottbach, Kirchenchöre, Schulkooperationen – ein Mosaik aus lokalen Spezialitäten, das die Gemeinde prägt. Kultur sei dabei weniger „Hochkultur“ im klassischen Sinn, sondern ein breites, bürgernahes Angebot, das zur Größe der Gemeinde passe. Wer sich dafür interessiere, überschreite längst die Grenzen zwischen den Ortsteilen – Fanclubs, Neugier und ein gewisser sportlicher Vergleichsgeist („Benchmarken“) sorgten dafür, dass man auch zu Veranstaltungen „der anderen“ fährt.

Ein wichtiger Punkt des Talks waren die Herausforderungen: weniger das Geld als vielmehr der Nachwuchs. Pfannes sprach offen darüber, wie sehr Vereine mit dem Generationenwechsel kämpfen – besonders dann, wenn nach Schulzeit und Ausbildung der Weg zum Studium oder Beruf aus dem Ort herausführt. Gleichzeitig zeigte er sich optimistisch: Nach Corona habe sich das Kulturleben spürbar erholt, Theatergruppen und musikalische Formate seien wieder da, Neues sei entstanden. Auch die Frage nach der Koordination wurde gestreift: Vieles regeln die Vereine selbst über Vereinskartelle, feste Termine und Abstimmung – ohne dass das Kulturreferat die Rolle eines „Kultur-Dirigenten“ übernehmen müsse.

Breiten Raum nahm der Maisacher Advent ein: seit über 40 Jahren ein kultureller Ankerpunkt mit Budendorf, Innenbereich für soziale und karitative Gruppen, Café, Handwerk und einer Krippe, die heute durch feste Figuren ergänzt wird – lebendig bleibt sie durch Schafe und neue Elemente wie Spinnerinnen und Weberinnen. Pfannes erzählte auch von Licht und Schatten solcher Veranstaltungen: von schönen Erfolgen wie der ausverkauften Luise-Kinzeher-Veranstaltung im Bürgerzentrum – und von einer bitteren Panne mit Udo Wachtveitel, bei der fehlende Bühne und Stühle sowie organisatorische Versäumnisse die Lesung zum Desaster machten. Solche Episoden führten direkt zur Kernfrage: Maisach fehlt es nach wie vor an geeigneten Veranstaltungsräumen – ein Problem, das nicht nur Kultur verhindert, sondern auch Mut und Planung ausbremst.

Ein zweites Herzstück des Abends war das Meisaha-Heft, das der Arbeitskreis Geschichte seit 2008 jährlich herausgibt. Pfannes erklärte den historischen Ursprung des Namens „Meisaha“ und betonte den offenen Charakter des Arbeitskreises: wer Interesse an Geschichte hat, kann mitmachen – idealerweise mit Freude an Archivarbeit, am Lesen alter Schriften und am Erzählen. Hier die Facebook-Seite. Die Themen reichen von Archäologie und Ortsgeschichte bis zur jüngeren Vergangenheit; das Heft soll zugleich populär lesbar und quellenkritisch belastbar sein. Besonders spannend war der Blick in die Zukunft: Das Heft öffnet sich zunehmend auch dem Bewegtbild – etwa durch digitalisierte Super-8-Filme, die über QR-Codes abrufbar werden. Und immer wieder klang Pfannes’ Bitte durch, historische Fotos, Postkarten, Dias oder Dokumente nicht wegzuwerfen, sondern dem Gemeindearchiv anzubieten – weil darin oft ungeahnte Schätze stecken, die sonst verschwinden würden.

So wurde der BistroTalk mit Stefan Pfannes zu einem Abend, der zeigt, was Kultur im Kleinen leisten kann: Sie stiftet Identität, verbindet Ortsteile, schafft Begegnung – und lebt in Maisach vor allem durch Menschen, die sich kümmern. Am Ende blieb ein Gefühl, das gut zum Format passt: keine Show, kein Hochglanz, sondern ein echtes Gespräch über das, was eine Gemeinde zusammenhält – und was es braucht, damit Kultur nicht nur „existiert“, sondern wachsen kann.
Der nächste BistroTalk ist am Mittwoch, 7. Januar von 18-19 Uhr im Bistro SixtyFour und live in YouTube. Zu Gast ist dieses Mal Denis Michael Kleinknecht, Gastronom vom Gasthof Heinzinger in Rottbach.

Richtig Präsentieren – ein paar Buchtipps zur Präsentation

3. März 2019

TED ist immer eine Inspiration für Präsentationen.

TED ist immer eine Inspiration für Präsentationen.

Im Moment gebe ich mich gerade ein Seminar zur visuellen Präsentation. Wir alle müssen präsentieren, sei es an der Schule, an der Uni, im Job oder im Verein. Dabei ist nicht nur die Rhetorik wichtig, sondern die Art, wie ich die Präsentation aufbereite. Oft bin ich vor Langeweile Tausend Tode gestorben. Tod durch PowerPoint ist ein allgegenwärtiger Zustand. Ganz schlimm ist es, wenn ich von Studentinnen und Studenten und sogar von Schülerinnen und Schülern höre, welche Art von Präsentationen sie halten müssen. Nur weil der Professor keine Ahnung von moderner Präsentation hat. Tod durch PowerPoint ist wie gesagt allgegenwärtig. 

Ich habe daher ein paar Buchtipps für die richtige visuellen Präsentationen als Tipps zusammengestellt.

Garr Reynolds: Zen oder die Kunst der Präsentation: Mit einfachen Ideen gestalten und präsentieren

Garr Reynolds: Naked Presenter – Der neuste Genie-Streich vom Autor von „Zen oder die Kunst der Präsentation“: Eindrucksvoll präsentieren – mit und ohne Folien

Chris Anderson: TED Talks: Die Kunst der öffentlichen Rede. Das offizielle Handbuch

Nancy Duarte: resonate: oder wie Sie mit packenden Storys und einer fesselnden Inszenierung Ihr Publikum verändern

Nancy Duarte: slide:ology: Oder die Kunst, brillante Präsentationen zu entwickeln

Dan Roam: Auf der Serviette erklärt: Mit ein paar Strichen schnell überzeugen statt lange präsentieren

Dan Roam: Auf der Serviette erklärt – Arbeitsbuch

Mike Rohde: Das Sketchnote Handbuch: Der illustrierte Leitfaden zum Erstellen visueller Notizen (mitp Kreativ)

Carmine Gallo: The Presentation Secrets of Steve Jobs: How to Be Insanely Great in Front of Any Audience

Visuelle Präsentation leicht gemacht

21. Juni 2015

Ich leide, ich leide wirklich, wenn ich grausame Vorträge sehe. Neulich war es wieder der Fall: Ich saß in einem thematisch interessanten Vortrag und erlitt den Tod durch PowerPoint. Der Referent hatte Text auf seine Folien kopiert und las in seinem Vortrag (zumindest bezeichnete er dies als solchen) den Text ab.
Darauf kann ich verzichten. Als ich fragte, ob er nicht den Vortrag austeilen möchte, damit wir alle Zeit sparen, war er beleidigt. Aber ich muss sagen, diese Art der Vorträge sind eine Frechheit für den Zuhörer – ich bin dann gegangen und andere auch.
An Schulen bin ich oft unterwegs mit dem Thema visuelle Präsentation und bringe Schülern (und damit auch Lehrern) bei, we sich visuell richtig präsentieren. Dabei meine ich nicht Rhetorik, sondern die Art, eine Geschichte visuell zu erzählen. Neudeutsch heißt es auch Storytelling. Dabei klären wir Fragen der Dramaturgie, des Aufbaus, des Einsatzes von Bilder und Videos und vieles mehr. Das Präsentieren mit Präsentationstools wie PowerPoint gehört heute zum Alltag in Schule, Uni, Beruf und Ehrenamt. Dennoch besteht eine gelungene Präsentation nicht in einer Aneinanderreihung von „Slides“, vollgestopft mit Aufzählungszeichen und Text. Für eine optimale Präsentation muss eine visuelle Präsentation erarbeitet werden, die auch beim Publikum in Erinnerung bleibt. Dazu gibt es spezielle Tipps und Tricks sowie bewährte Arbeitsmethoden.
In Kürze führe ich wieder ein Seminar für jedermann durch. Wer daran Interesse hat, möge sich bitte melden und erfährt dann, wie er/sie professionelle, visuelle Präsentationen erstellt, die in Erinnerung bleiben.