Silber oder Schwarz? Das ist die Frage, die ich mir im Moment stelle. Soll meine nächste Fujifilm Kamera die Farbe Silber oder schwarz haben?
Der Entschluss ist gefallen, dass ich mir die Fujifilm Kompaktkamera X100F zulegen werde. Ich bin mir nur in der Farbe unsicher. Die Fujifilm X100F wird in den nächsten Tagen erscheinen und mein Finger schwebt über den Bestellbutton. Die technischen Daten der Kamera überzeugen.
Ich habe bereits das Vorvorgängermodell die X100S. Das Modell T habe ich ausgelassen und werde bei der X100F einsteigen, weil es doch im Vergleich zu meiner X100S ein paar Features hat, die deutlich verbessert wurden. Die X100S habe ich in Silber und ich liebe die Reaktionen auf diese Kompaktkamera. Sie hat ein gewisses Retro-Design durch den schwarz-silbernen Body. Ab und zu passiert es mir, dass ich von Leute angesprochen werde, die diese hochmoderne Digitalkamera mit der Kamera ihrer Großväter/Mütter verwechseln. Es kommen dann so Sprüche wie: „Schau mal, hier fotografiert noch einer mit Film mit einer Kamera von damals.“ Ich muss die Herrschaften dann enttäuschen und zeige ihnen dann ein Hightech-Teil aus Japan. Aber wir kommen immer wieder ins Gespräch und das ist toll. Mit Menschen zu sprechen ist immer wieder wichtig und macht mir auch Spaß.
Minolta und dann Nikon
Ich war in meiner Jugend ein Minolta-Fotograf. Aber durch mein Augenleiden, entschied ich mich auf Nikon umzusteigen und hatte eine ganze Reihe von Nikons im Einsatz. F3, F4, dann 801s und später die digitalen Boliden D1x und aktuell die D3x. Der Ausflug von Nikon ins 360 Grad-Lager mit der Keymission 360 war für mich ein absoluter Fehlschlag. Nikon hat die Zeit verschlafen. Im Moment reicht mir die D3x für die großen Einsätze wie Konzertaufnahmen u.a., wo es noch auf eine Materialschlacht ankommt.
Fujifilm X100S war ein Hobby
Die Fujifilm X100S war immer ein Hobby gewesen, das ich nebenbei pflegte. Ich bin fasziniert durch das geringe Gewicht, die Qualität und die Kamera mit der festen 35mm Optik führte mich zurück zur klassischen Fotografie der ersten großen Fotoreporter. Ich bin ein begeisterter Robert Capa-Anhänger, der mit den Magnum-Fotografen großartige Bilder geschossen hat. Die Fujifilm X100S führte mich in diese Zeit zurück, die ich freilich nie erlebt habe. Ich kaufte mir die Kamera im April 2013.
Mit dieser Kamera verbinde ich einige Abenteuer. Da wären Urlaube mit der Familie, aber da wäre auch ein Besuch bei der Familie von Stanley Kubrick. Ich war auf den Landsitz der Kubricks eingeladen und hatte meine Fujifilm X100S dabei. Christiane Kubrick und Jan Harlan interessierten sich für die Kamera und ich konnte ein paar wunderschöne Aufnahmen machen. Tief bewegt fotografierte ich das Grab des legendären Stanley Kubricks auf den Anwesen der Familie. Kubrick und seine Tochter liegen hier im Garten begraben und ich durfte die Grabstätte besuchen. Für mich ein sehr emotionaler Moment.
Am Grab von Stanley Kubrick mit der Kamera um den Hals.
Bei meiner jüngsten Reise nach New York habe ich die Fujifilm zu Hause gelassen und nur das iPhone 7Plus verwendet. Ich bin von der Smartphone-Fotografie begeistert. In New York sind mir tolle Bilder mit dem iPhone gelungen und ich gebe beim Bloggerclub einen Vortrag über Smartphone-Fotografie. Wer teilnehmen will, bitte anmelden.
Aber dennoch will ich die klassische Fotografie aufrecht erhalten. April 2013 kaufte ich mir die Fujifilm X100S. Im März 2017 soll es nun die Fujifilm X100F werden. Aber in welchem Design? Das bisherige Silber mit dem ich wunderbare Erlebnisse hat oder vielleicht das traditionelle Schwarz? Was meint ihr? Ich möchte von meinen Lesern dieses Blogs eine Meinung und bitte euch um eure Stimme. Zu gewinnen gibt es nichts. Ich werde Fotos posten, die ich mit der Kamera gemacht habe – das ist klar. Also: Silber oder Schwarz?
Blondie und Lou Reed – fotografiert von Mick Rock.
Dieses Mal werde ich ganz ruhig dasitzen und mir einfach nur die Bilder ansehen. Aber kaufen werde ich nichts, gar nichts. Aber darüber schreiben will ich allemal. Es handelt sich um eine Sammlung von streng limitierten Artprints aus der Ausstellung Mick Rock: Shooting for Stardust.
Über den Künstler Mick Rock habe ich bereits im Blog geschrieben. Er hat ein sensationelles Fotobuch über David Bowie im Taschen-Verlag herausgegeben. Mick Rock ist einer der wichtigsten Fotografen der Rockgeschichte. Er gilt als „the Man who shot the 1970s“. Nun gibt es die Fotos seiner Wanderausstellung zum Vorzugspreis – der mich allerdings zu hoch ist. Nicht weil es mir die Bilder nicht wert wären, aber das Geld ist einfach nicht da. Die Wanderausstellung eröffnete im Herbst in der Taschen Gallery in LA und ist derzeit nach einem Zwischenstopp bei der Paris Photo auf der Art Basel in Miami zu bewundern. Alles Reiseziele, die ich leider im Moment nicht auf meiner Route habe.
Um mein Interesse zu wecken, hat der Taschen Verlag mir eine Auswahl der Fotos als klassischen Papierabzug geschickt. Und ich bin begeistert. Die Fotos von David Bowie in der Ziggy Stardust-Phase kannte ich ja bereits. Aber mir war nicht bewusst, welche Ikonen Mick Rock geschaffen hat. Es sind beispielsweise DIE Aufnahmen von Lou Reed oder Iggy Pop dabei.
Die drei von der Tankstelle.
Ich kann schon verstehen, dass die Aufnahmen von Fotokunstsammlern heiß begehrt sind. Nun werden die Artprints in limitierter Auflage direkt in Rocks Archiv und unter dessen Aufsicht produziert. Die signierten und nummerierten Fotos sind auf alterungsbeständigen Archivpapier gedruckt und in unterschiedlichen Formen (und Preisen) erhältlich. Die Fotos im Format 16×20 kommen auf 2000 US-Dollar pro Bild. Die Bilder im Format 20×24 liegen bei 2500 US-Dollar, 24×30 bei 4000 US-Dollar, 30×40 bei 7000 US-Dollar und 40×60 bei 12000 US-Dollar. Wer also ein Weihnachtsgeschenk sucht, das im Wert steigt, ist beim Taschen-Verlag an der richtigen Adresse.
Neben Aldi und Playmobil, zwischen Döner-Bude und bayerischer Metzgerei ist bis 21. Februar 2015 in den Pasing Arcaden die exzellente Fotoausstellung World Press Photo zu sehen. Gezeigt werden auf großen Stellwänden die wichtigsten Pressefotos des Jahres 2013, die von einer renommmierten Jury gekürt wurden.
Es ist eine Wanderausstellung und sie macht im Moment in Pasing Station und zwar dort, wo Leute anzutreffen sind. Und das finde ich gut. Die Ausstellung World Press Photo wird nicht in elitären Museen gezeigt, sondern an Orten, an denen Menschen zusammenkommen – wie eben in den Pasing Arcaden, einem großen Einkaufszentrum im Westen von München. Ich habe diese Art von Ausstellung schon früher in Pasing bewundern dürfen und darüber gebloggt. Es ist gut, dass das Pasinger Center Management die Ausstellung wieder in die Arcaden geholt hat. Shopper, die sich für Pressefotografie nicht interessieren, werden hier mit ihr konfrontiert – mit den Bilder, die sie vielleicht schon in Zeitungen, Zeitschriften oder im Internet gesehen haben. Die Menschen bleiben stehen, bewundern die Aufnahmen, diskutieren miteinander, sprechen oder schauen sich versunken Details an. Das finde ich prima – so soll es sein – Fotografie, die bewegt.
In einem abgetrennten Bereich gibt es auch die harte Kost zu sehen. Fotos von Tod, Mord, Leid – dieser Bereich ist für Minderjährige untersagt und das Center Management hat extra einen Mann abgestellt, der darauf achtet. Das ist richtig so, denn einige der Bilder sind schockierend.
Bei all meiner Begeisterung für die Ausstellung, habe ich dennoch einen Verbesserungsvorschlag. Als langjähriger Anhänger der Ausstellung weiß ich natürlich, dass jedes Jahr ein Katalog zur Ausstellung erscheint. Er umfasst die prämierten World Press Photos und als Journalist kaufe ich mir jedes Jahr diesen Sammelband für mich und meine Seminarteilnehmer. Leider war in der Ausstellung in Pasing kein Stand mit Büchern zusehen. Wenn die Personalkosten zu hoch für einen Stand sind, dann wäre zumindest ein Hinweisschild gut gewesen, dass es den Ausstellungskatalog in der Hugenbubel-Filliale in den Pasing Arcaden gibt, die sich im Obergeschoss befindet. So könnte der lokale Buchhandel zumindest eine Chance auf Umsatz haben. Der Katalog kostet ja 24Euro und das freundliche Personal der Hugendubel-Filliale verkaufte mir das Buch sogar mit einem Lächeln. Amazon blieb dieses Mal bei mir außen vor, aber hier der Link zu World Press Photo .
Ach ja, die Ausstellung ist noch bis 21. Februar 2015 in den Pasing Arcaden zu sehen. Also unbedingt ansehen, wenn man in der Nähe ist.
Die Kamera hat drei Jahre Eis in Alaska nicht überlebt, dafür aber die Speicherkarte.
Da sage noch einer, dass digitale Bilder vergänglich wären. Vor kurzem machhte mich die PR-Agentur des Speicherkarten-Herstellers Lexar auf eine verblüffende Geschichte aufmerksam, die sich in Alaska zugetragen hatte.
Ryan Fisher ist Fremdenführer bei den Exit Glacier Guides. Der Guide hat kürzlich eine Digitalkamera in einer Gletscherspalte des Exit Glacier im Kenai Fjords National Park in Alaska gefunden. Während die Kamera selbst komplett zerstört war, war die Lexar Speicherkarte darin noch intakt – und alle Bilder darauf konnten gerettet werden. Und noch besser: Ryan gelang es, eine Verbindung von den Bildern zum Besitzer der Kamera herzustellen, der an einer seiner Touren im Jahr 2011 teilgenommen hatte. Der Besitzer war ein professioneller Fotograf, der mit seiner Frau in Alaska Urlaub machte. Als die Kamera verloren ging, dachte er, dass damit auch alle Bilder der Tour abhanden gekommen wären. Doch dank Ryan und der Lexar Speicherkarte sind nun alle Bilder wieder da.
Für mich eine schöne Geschichte aus der Welt der digitalen Fotografie und sicher auch ein schöner Werbeeffekt für Lexar.
Dronen faszinieren mich. Ich habe eine Parrot AR.Drone der ersten Generation und spiele ein wenig damit herum. Es ist nur ein Herumspielen, aber bei Kollegen sehe ich den professionellen Einsatz. Ich werde mich mit dem Thema mehr befassen müssen, denn Dronen für Luftaufnahmen sind eine deutliche Bereicherung der klassischen Fotografie. Unlängst habe ich Bergsteiger gesehen, die von einer Drone gefilmt und fotografiert wurden, als sie einen Berg erklommen – faszinierende Bilder und extrem eindringlich. Wer von euch nutzt denn Dronen für Foto oder Video?
Eher zum Spaß ist die neue Parrot Bebop Drone anzusehen, die im vierten Quartal 2014 auf den Markt kommen soll. Der Preis steht noch nicht fest. Die Bebop Drone wird vom Hersteller als ein Hightech-Quadcopter für die Freizeit mit den Funktionen einer Profidrohne angepriesen.
Ausgestattet mit einer 14 Megapixel Fisheye Kamera fotografiert und filmt die Parrot Bebop Drone die Welt in einem 180° Panorama. Die Drone streamt live Bewegtbilder während des Flugs auf den Screen des steuernden Smartphones oder Tablets. Darüber hinaus ermöglicht die volldigitale Technologie der Bildstabilisierung der Bebop Drone Videoaufnahmen aus der Luft auch in Bewegung. Das zwar bisher immer ein Manko der Freizeitdronen. Wenn Parrot das Problem der Wackelei gelöst hat, sind wir einen Schritt weiter. Die Kombination aus einer Vielzahl an Sensoren sorgt für eine Stabilität und Manövrierbarkeit bei der Steuerung mit einem Smartphone oder Tablet. Dank der von Parrot-Ingenieuren entwickelten Algorithmen profitiert die Bebop Drone von einem 3-Achsen Bildstabilisierungssystem, das den Blickwinkel fixiert hält, unabhängig von der Neigung der Drohne und der Bewegungen, die durch Turbulenzen verursacht werden.
Die Verwendung des WLANs 802.11ac MIMO und der vier Keramikantennen im 2.4GHz und 5GHz-Bereich garantiert laut Hersteller eine hohe Reichweite. Die mit der Bebop Drone aufgenommen Fotos, werden dank des Parrot P7 Dual Core Prozessors, der GPU und eines firmeneigenen Bildsignalprozessors digital bearbeitet. Landschaftsmotive gelangen mit hoher Detailtreue und Schärfe in den 8GB Flash-Speicher der Parrot Bebop Drone. Nach dem Landen der Drohne können die Videos (MP4-Format) und Fotos (JPEG- und DNG-Format) entweder auf das Steuerungsgerät oder einen Computer via WLAN oder eingebautem Micro-USB Connector übertragen werden.
Entstanden ist ein extrem leistungsstarkes Hightech-Fliegerchen, das ohne Hülle 380 Gramm wiegt (400 Gramm mit Hülle) und Innen- und Außenflüge ermöglicht – ohne die Risiken, die mit größeren Drohnen verbunden sind. Spezielle Genehmigungen wie bei Profidronen sind daher nicht nötig.
Hier der technische Aufbau der Drone
Hauptplatine (Parrot P7 Dual Core CPU und Quad Core GPU – 8GB Flash Memory – Alle sind an einem Magnesiumsockel befestigt, der als elektromagnetisches Schild und als Kühlkörper funktioniert.)
Fischaugenlinse (6 optische Elemente – 14 Megapixel Sensor)
Bürstenlose Außenläufermotoren
Fiberglas-verstärkte (15%) ABS-Struktur
Dreiflügelpropeller aus Polycarbonat mit Schnelldemontagesystem
WLAN MIMO Antennen (2 Doppelsätze aus Keramikantennen mit 2.4 und 5 GHz)
Vertikale Stabilisierungskamera (Jede 16. Millisekunde wird ein Foto vom Untergrund aufgenommen und mit dem vorigen verglichen, um die Geschwindigkeit der Bebop Drone zu messen.) Ultraschallsensor (Analysiert die Flughöhe bis zu 8 Metern)
Hülle aus EPP (Einfach zu befestigen und zu entfernen, um Innen- und Außenflüge zu tätigen – schützt die Propeller vor potenziellen Stößen. Kann entfernt werden, um den Windfaktor zu reduzieren.)
Ein interessanter Vortrag auf der re:publica 2014 drehte sich um Bildmedien der Zukunft und wie sie unser Bild der Welt verändern. Gehalten wurde er von Kunsthistoriker und Bildwissenschaftler Dr. Harald Klinke. Von ihm stammt die Aussage: “Der Rahmen begrenzt das Bild – warum eigentlich?” Verdammt, der Kerl hat recht, er hat so recht.
Ich komme von der klassischen Fotografie, bin aber auf der Suche nach mehr. Als Bildjournalist kann ich heute aus dem begrenzten Rahmen derklassischen Fotografie ausbrechen und muss meine Bilder nicht mehr in aufgezwungene Rahmen pressen. Seien es Zeitungsrahmen oder Bilderrahmen – das Netz bietet uns ungeahnte Möglichkeiten.
Ich experimentiere seit einiger Zeit schon mit QuickTime VR herum und mache auch Fotos mit der Bubbli-Software am iPhone. Es entstehen wunderbare Panorama-Bilder im Raum, eine andere Art Bild. Allerdings sind die Bubbli-Bilder immer ein wenig aufwendig und ich bin nicht zufrieden, denn Bewegung lässt sich damit nicht im Bild festhalten.
Also müssen neue Kamerasysteme her, die ein Bild im Raum aufnehmen. Über die 360fly habe ich bereits geschrieben und auf der #rp14 entdeckte ich die Panono-Kamera. Sie war schon rein optisch sehr auffällig. Zwei jungen Damen zogen durch die Konferenz mit ihrem giftgrünen Kamera-Ball. In diesem Ball sind 36 Kameras integriert. Wird der Kamera-Ball in die Höhe geworfen, wird an der höchsten Stelle ein 360 Grad Panorama-Bild geschossen. Alle Kameras lösen gleichzeitig aus.
Die Panono-Kamera hat mich gleich fasziniert und ich sehe einige professionelle Einsatzmöglichkeiten, obwohl das Teil für rund 550 Euro eher als Spaßkamera konzipiert ist. Dennoch werde ich mir wohl ein Exemplar für den Profi-Einsatz bestellen.
In dem Ball stecken 36 Kameras mit einer Gesamtauflösung von 108 Megapixel. Das klingt gewaltig, ist aber dann doch nur 3 Megapixel pro Kamera. Fürs Web reicht es erst einmal aus. Die Panorama-Bilder können über eine App für iOS oder Android angesehen und über die üblichen Netzwerke geshared werden. Es heißt, dass sie auch auf eigene Websites eingebunden werden können.
Die Herstellerfirma hat ihren Sitz in Berlin und ich freue mich, wenn ich mal ein deutsches Unternehmen unterstützen kann. 360 Grad Kameras gibt es viele am Markt, doch ich habe mich erst einmal für die Panono-Kamera entschieden. Ich werde mir aber eher die graue Variante als den giftgrünen Ball bestellen. Auf der #rp14 hatten die Damen einen Prototyp dabei. Das finale Produkt soll im Sommer 2014 auf dem Markt kommen.
Der Kameramarkt ist in Bewegung – technisch und kreativ. In meinem Fotoseminaren stelle ich fest: Die klassischen Kompaktkameras sind massiv auf dem Rückzug und die Teilnehmer setzen derzeit auf digitale Spiegelreflexkameras. Und: Die wirklichen Fotoenthusiasten suchen neue Wege,
Die jüngsten Zahlen des der Branchenverband der japanischen Kamerahersteller CIPA sprechen eine deutliche Sprache. Einbruch, Einbruch, Einbruch überall. Von Januar und Dezember 2013 gingen bei Nikon, Canon und Co nur noch 63 Millionen Kameras über die Ladentische – im Jahr 2012 waren es noch 100 Millionen Kameras. Das ist ein Einbruch von 40 Prozent. Betroffen sind alle Sparten von Kameras, aber in den Keller gingen vor allem die Kompaktkameras. Das sind die Kameras mit fest verbauten Objektiven. Meiner Einschätzung nach wurden sie eindeutlich von Smartphone abgelöst.
Hatte ich früher eine Kompaktkamera als Schnappschusskamera mit dabei, greife ich heute nur noch zum Smartphone – in meinem Fall das iPhone. Ich trage nicht mehr zwei Geräte mit mir herum. Das Telefon mit Fotofunktion hat die klassische Fotokamera ersetzt. Auch für die journalistische Arbeit werden die Smartphones eingesetzt – die BBC macht es vor. Andere Beispiele sind noch härter. Wir erinnern uns, im Juni 2013 hat die Chicago Sun-Times alle Fotografen entlassen und sie durch Reporter mit iPhones ersetzt. Ich habe darüber geschrieben.
Der Trend soll zu spiegellosen Systemkameras gehen, wenn ich den Herstellern glauben darf. Davon merke ich in meinen Fotoseminaren nur bedingt etwas. Die Kameras werden eingesetzt, aber sind nicht in der Masse zu sehen. Die Mehrheit der Teilnehmer setzt dann doch auf digitale Spiegelreflexkameras.
Was ist die Konsequenz? Ich denke, Kameras werden bewusst nur noch von Leuten gekauft, die sich mit Fotografie beruflich oder als ernsthaftes Hobby auseinandersetzen wollen. Die Knipserei wird dem Smartphone überlassen. Das wird der Fotografie als Kunstform neuen Auftrieb verleihen. Davon bin ich überzeugt. Allerdings wird der Markt für die japanischen Hersteller sicherlich nicht wachsen. Dabei sehe ich auch in der Smartphone-Fotografie einen interessanten Trend sich bildlich auszudrücken. Instagram und Co machen den Anfang.
Mit Interesse beobachte ich die Entwicklung von Kamerasystemen wie die Lytro Lichtfeldkamera oder die 360fly. Mit meiner Lytro experimentiere ich noch herum und kann noch kein Urteil fällen. Die Möglichkeiten, die Lichtfeldfotografie bietet, sind aber enorm.
Eine interessante Weiterentwicklung,
Die 360fly soll im Herbst 2014 auf den Markt kommen. Sie macht 360 Grad Videos, die mit entsprechender App anzuschauen sein sollen. Was ich auf der Website des Herstellers sehe, macht mich sehr neugierig. Also Fotografie entwickelt sich weiter. Es liegt an uns, in welche Richtung. Ich freue mich auf die neuen Eindrücke und Bilder.
Noch immer laufen Fotoseminare von mir als Teil der journalistischen Nachwuchsförderung hervorragend, doch bereite ich mich verstärkt auf einen Wechsel vor. Als digitaler Bildjournalist setze ich seit Jahrzehnten auf Nikon, aber ich werde künftige Seminare für iPhone-Foto/Videografie anbieten. Klassische Fotografen werden die Nase rümpfen – zu Recht, wie ich finde. Aber ich habe wieder ein prominentes Vorbild: Die Chicago Sun-Times hat alle Fotografen entlassen und sie durch Reporter mit iPhones ersetzt. Das trifft alle Bereiche des Blattes, wie der Blog der Mediengruppe berichtet.
Erste Reaktionen auf die Entlassungen.
Die Fotoreporter des Blattes bekamen bei einer Einladung zum Managementmeeting ihre Kündigung in die Hand gedrückt. Dabei trifft es auch alte erfahrene Fotohasen wie John H. White. Er erhielt 1982 den Pulitzerpreis für Foto-Journalismus.
Künftig werden die fotografischen Aufgaben die Reporter und Redakteure selbst erledigen und zwar mit dem iPhone. Die Mitarbeiter bekamen Kurse im Umgang mit den Apple Devices. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es ist ein komplett neues Arbeiten. Foto-Apps. Video-Apps und anschließende Foto- und Videobearbeitung über Apps. Meines Erachten bekomme ich nicht bisherige Qualität, aber Qualität in der bisherigen Form wird von Lesern und Verlegern nicht bezahlt. Es wird an diesem Beispiel wieder deutlich, unter welchem Kostendruck Journalisten produzieren müssen. Was in den USA beginnt, wird sich in Deutschland fortsetzen. Und daher werde ich diese Art von Schulungen in mein Seminarangebot mitaufnehmen. Anfrage bitte gerne.