Archive for the ‘Friseure’ Category

Mein Buch „Social Media für Friseure“ läuft prima

5. Dezember 2011
Mein neues Buch: Social Media für Friseure

Mein neues Buch: Social Media für Friseure

Ich freue mich sehr, dass mein neues Buch „Social Media für Friseure“ so hervorragend angenommen wird. In Zusammenarbeit mit dem Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks habe ich dieses Buch auf den Markt gebracht und scheinbar den Nerv der Beauty-Branche getroffen. Viele junge Kunden informieren sich im Internet und in den sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter & Co über die Neuerungen. Jetzt gilt es für Friseursalons einzusteigen und Kundenkontakte zu pflegen, neue Zielgruppen zu erschließen, Mitarbeiter zu gewinnen und sich mit Kollegen auszutauschen. Der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks hat die Zeichen der Zeit erkannt und unterstützt Friseure bei ihrem Social Media-Vorhaben mit meinen Buch.

Welche Chancen bieten Social Media-Auftritte für einen Friseursalon? Welche Plattformen sind sinnvoll? Was darf veröffentlicht werden? Diese und andere Fragen beantwortet das Buch. Ich habe es weniger als theoretisches Lehrbuch, sondern als leicht verständliche Sammlung von Tipps und Ratschlägen für den Friseuralltag geschrieben. Auf 164 farbigen Seiten mit anschaulichen Fotos werden dem Leser Chancen und Risiken der sozialen Netzwerke im Friseurhandwerk verständlich erläutert. Das positive Feedback gibt mir recht.

Ich zeige, wie die Kommunikation in einem Friseursalon vernetzt aussehen kann und stelle Marketingmaßnahmen vor. Zudem zeige ich zahlreiche Beispiele von erfolgreichen Social Media-Auftritten und Aktionen wie einen Enten-Flashmob eines Optikers oder ein Voting eines Friseurs. Berühmte Blogger wie der Modeblogger Heiko Kunkel, die Safttante oder Fleischer Ludger Freese kommen auch zu Wort.

Die Daten:

Matthias J. Lange: „Social Media für Friseure“

164 Seiten, durchgehend farbig

Preis: 24,80 Euro (zzgl. Porto und Verpackung)

Bestellung: Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks, Pettenkoferstraße 7, 80336 München, E-Mail  info@friseurebayern.de, Fax (089) 55 02 93 43

Kommunikationsdesaster um Wutbürger und Startbahn21

1. August 2011

Ich habe noch keine Meinung über die mögliche dritte Startbahn in München. Im Moment sammele ich die Argumente und bewerte sie, aber eine Entscheidung habe ich noch nicht getroffen. Als Kommunikationsheini wie ich einer bin, ist das Ereignis aber super interessant: Droht dem Freistaat Bayern eine Startbahn21-Diskussion? Wird es ein heißer Sommer und Herbst, wie von den Gegner der dritten Startbahn angekündigt?

Im Moment wird Druck noch über die traditionellen Medien aufgebaut: Aktion, Gegenreaktion. Das Web spielt nur bedingt eine Rolle. Die Website der Gegner ist grottenschlecht und die Social Media-Strategien beider Seiten sind kaum vorhanden.

Allerdings werden schon jetzt erste strategische Fehler von Seiten der Gegner gemacht, in den Medien schon verächtlich „Wutbürger“ genannt. Ministerpräsident Horst Seehofer bat die Gegner zu einem Gespräch in die Staatskanzlei, was aber ablehnt wurde. Ein Gespräch ablehnen, kommt in einer Demokratie nicht gut an. Die eine Seite signalisiert Gesprächsbereitschaft, die andere Seite bockt – wer geht in der Kommunikation da als Sieger hervor?

Als nächstes kam eine Demo vor der CSU-Parteizentrale. Erschienen sind rund 250 Demonstranten. Sie schwenkten Plakate mit Aufschriften wie „Eich hau ma zum Deifi“. Dialekt – das kommt gut in der Kommunikation – wirkt immer schön authentisch. Immer wieder wurde „Lügenpack“ in Richtung CSU gerufen. Dann uferte die Demo aus und CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt wurde mit einem Tomate/Ei drangsaliert. Und damit sorgten die Wutbürger dafür, dass der Öffentlichkeit der CSU-Mann Dobrindt leid tut. Ein schwerer Fehler in der Kommunikation. Die klassischen Massenmedien berichteten mehr über Tomate/Ei als über die Anliegen der Startbahngegner.

Im Moment ist die Startbahn21 noch kein Stuttgart21, aber Horst Seehofer hat von dem Kommunikationsdesaster seines CDU-Kollegen Stefan Mappus gelernt und gleichzeitig ist es sein Trauma. Ich habe mal eine Facebook-Seite mit dem Namen Aufgemuckt gegründet und sammle dort Veröffentlichungen in den Medien. Mal sehen, wie es weitergeht.

Socia Media: QR-Codes im Haar und auf der Haut

16. Juli 2011

Im Moment bin ich ein absoluter Fan von QR-Codes, seitdem ich merke, dass QR-Codes funktionieren. Über die Möglichkeiten von QR-Codes bei Ausstellungen hab ich mich ja bereits hier ausgelassen. Aber jetzt kommt es noch cooler. Ich bin auf zwei Videos gestoßen, die den QR-Gedanken noch weiter spinnen. Zum einen wurde ein QR-Code als Hair-Tattoo von einem Friseur geschnitten, zum anderem – ganz krass – gibt es einen QR-Code als wirkliches Tattoo auf der Haut.

Beim ersten Beispiel geht es um die Werbung eines Retailproduktes Clear im Friseurbereich. Friseure schnitten mit der Maschine in die Frisuren der Modellen einen QR-Code. Anschließend gingen die Modelle in Einkaufszentren und forderten die Besucher auf, den QR-Code mit ihrem Handy aufzunehmen. Ein viraler Effekt entstand. Er nahm sogar noch zu, als ein Promi sich diesen QR-Code ins Haar schneiden ließ. Ganze Trauben von Menschen riefen freiwillig den Code auf und kamen zur Website des Herstellers. Zudem wurde über das Projekt in Zeitschriften und im Fernsehen berichtet. Das Resultat: Die Zugriffe auf die Clear-Website stiegen dramatisch an – und das ganz ohne Werbeetat.

Beim zweiten Beispiel wird es noch krasser. In Paris hat sich ein Mann namens Marco einen QR-Code tätowieren lassen. Die ganze Sache wurde live gefilmt und via Facebook übertragen. Der Quick-Response-Code verlinkt auf ein YouTube-Video und das Ganze ist eine virale Werbeaktion des Whiskey-Herstellers Ballantine’s. Über vier Stunden wurde das Tattoo auf der Haut tätowiert. Dabei war es nicht klar, dass der Code auf der Haut genauso funktionieren würde, wie auf Papier.

Fotoshooting: Starfotograf Andreas Ortner

26. Mai 2011

Normalerweise hat Starfotograf Andreas Ortner die Starmodels in Mailand, Paris und New York vor der Linse. Ortner ist Jury-Mitglied von Germany´s Next Top Models, arbeitet für die Beauty-Industrie unter anderem La Biosthétique. Aber Andreas Ortner hat auch für den Nachwuchs ein Herz. Er war der Modefotograf für die Image-Kampagne eines lokalen Friseurs. Josef Wieser, Friseurmeister aus Mammendorf (Landkreis Fürstenfeldbruck), erfüllte sich einen Traum: Eine eigene Frisurenkampagne.

Gesucht wurde über ein Voting, das Wieser-Gesicht 2011. Über 24000 Stimmen wurden abgegeben. Für die Aktion wurde in Facebook-Werbung gemacht. Als Modelle bewarben sich Kundinnen des Friseursalons. Die drei Gewinnerinnen des Wettbewerbs wurden das Wieser-Gesicht 2011. In den Münchner Milk-Studios fand das Fotoshooting statt.

Die Amateurmodelle wurden vom Wieser-Team professionell gestylt. Es war für die jungen Damen ungewohnt. Im Shooting wurde die Damen in Pose gesetzt: Mal hier Lächeln, mal dort Grinsen – so posen, hier posen. Shooting ist richtig Stress. Andreas Ortner bewies viel Geduld mit den Amateurmodellen. Die Modelle mussten besonders geführt werden. Die ersten Bilder waren noch verkrampf, doch im Laufe des Shootings gewannen die Modelle mehr an Selbstbewusstsein und wurden sicherer. Dieses neugewonnene Selbstbewusstsein zeigt sich auf den späteren Fotos. Die Fotos wurden digital aufgenommen und gleich von einem Mitarbeiter am Mac mit Wacom-Tablett vorbereitet. Die richtige Retouche fand natürlich später statt.

Am Ende des Tages hatte der Fotograf gigabyteweise Fotos im Kasten und die Modelle waren trotz riesigem Spaß komplett erledigt. Zufrieden mit dem Ergebnis ist Friseurmeister Josef Wieser. „Wir können als lokaler Friseursalon mit lokalen Modellen punkten. Die Bilder sind großartig geworden. Gerade im Lokalen kennen die Kunden die Modelle und die Bindung zum örtlichen Friseursalon nimmt zu.“

Der Meister setzt das Modell ins rechte Licht.

Der Meister setzt das Modell ins rechte Licht.

Social Media: Erfolg für mittelständischen Friseur

25. Mai 2011

Wie Social Media bei einem mittelständischen Friseur erfolgreich sein kann, zeigt mein Beispiel des Haarstudios Wieser in Mammendorf. Ich unterstütze den Friseurmeister Josef Wieser mit seinen vier Salons in Mammendorf, Fürstenfeldbruck, Eichenau (Mittelpreissalons – alle Landkreis Fürstenfeldbruck) sowie München (Hochpreissalon). Nach Aufsetzen einer Facebook-Seite und eines YouTube-Kanals baten wir die Mitarbeiter der Friseursalons ihren Freunden die Facebook-Seite zu empfehlen. Damit hatten wir ein gewisses Grundrauschen an Usern. Nach einer Schulung der Mitarbeiter hatte Friseurmeister Josef Wieser die Idee eines Wettbewerbs, der über Facebook beworben wurde. Gesucht wurde das Wieser-Gesicht des Jahres 2011. Die Wettbewerbsbedingungen wurden auf der WordPress-Seite und in einem Videointerview bei YouTube erklärt.

Die Idee des Wettbewerbs: Die Kundinnen des Haarstudios konnten sich in einem der vier Salons fotografieren lassen. Anschließend konnten die Kunden des Haarstudios über einen Monat abstimmen. Zu gewinnen gab es für die ersten drei Siegerinnen ein professionelles Fotoshooting mit Modefotograf Andreas Ortner sowie ein Jahr kostenloses Hairstyling und ein Wochenende mit einem Volvo-Cabrio.

Wir setzen eine kostenlose WordPress-Seite auf und stellten die geschossenen Fotos ein. Anschließend begann das Voting. Beworben wurde es über die Facebook-Seite des Salons. Insgesamt nahmen 32 Amateurmodelle am Voting teil und wir bekamen über 24.000 Klicks. Es konnte alle sechs Stunden neu abgestimmt werden. Der Erfolg haute uns von den Socken. Natürlich versuchten die Freunde von dem einen oder anderen Modell mit einem IP-Wechsler zu schummeln, wurden aber entlarvt, noch dazu weil sich so mancher in Facebook damit brüstete. Das Netz vergisst nichts.

Das Konzept von Josef Wieser voll ging auf. Nicht nur die Votingklicks gingen in die Höhe, sondern auch die Freunde der Facebook-Seite explodierten. Freude luden andere Freunde ein. Damit veränderte sich auch die Kundschaft der vier Friseursalons. Viele junge Kundinnen interessierten sich für die Friseurleistungen und buchten einen Friseurtermin. Also auch der wirtschaftliche Erfolg setzte ein.

Nur eine Voting-Aktion isoliert zu machen, darf nicht sein. Das Voting sorgte dafür, dass wir die Klickzahlen einen Monat drastisch steigern konnten. Doch wichtig war es, dauerhaft zielgruppenrelevanten Content zu produzieren. Um zu vermeiden, dass nach Abschluss des Votings die Klickzahlen einbrachen, setzte die nächste Stufe unseres Marketingplans ein. Das Haarstudio Wieser veranstaltete eine große Modenschau in Fürstenfeldbruck. Dort wurden die Gewinnerinnen des Votings verkündet und eine richtig fette, innovative Friseurenshow gezeigt. Die Modenschau wurde über klassische Werbung und über Website und sozialen Netzen beworben. Der Erfolg: Über 600 Gäste genossen die großartige Show. Die hier geschossenen Fotos wurden natürlich wieder in die Sozialen Netzen eingestellt und sorgten wieder für Klicks. An jeden Besucher der Modenschau wurde eine Postkarte verteilt, auf denen die Adresse der Facebook-Seite und des Salons abgedruckt wurde. Zusätzlich gab es einen QR-Code, um noch ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu erregen. Und es funktionierte: Die Facebook-Freunde stiegen wiederum und es wurde diskutiert und kommentiert.

Postkarte mit Facebook und Webadresse und QR-Code.

Postkarte mit Facebook und Webadresse und QR-Code.

In der nächsten Stufe werden nun die Mitarbeiter der vier Salons geschult und berichten über Aktionen, Frisuren und Mode aus der lokalen Ebene. Ich bin davon überzeugt, dass der eingeschlagene Weg weiterhin erfolgreich ist.

Die Make up-Trends 2011 und mehr

3. März 2011
Forscher des Max-Planck-Instituts für Informatik in Saarbrücken haben ein Programm entwickelt, das für ein fotografiertes Frauengesicht das passende Make-up auswählt und direkt am Bildschirm anzeigt.  Foto: bellhäuser - das bilderwerk

Forscher des Max-Planck-Instituts für Informatik in Saarbrücken haben ein Programm entwickelt, das für ein fotografiertes Frauengesicht das passende Make-up auswählt und direkt am Bildschirm anzeigt. Foto: bellhäuser - das bilderwerk

Ein Kunde von mir ist der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks. Die Friseure haben vor kurzem auf ihrer Mode-Veranstaltung die aktuelle Frisuren- und Schminkmode vorgestellt. Mir ist aufgefallen: Im Moment gibt es eine interessante Verbindung zwischen Handwerk und Wissenschaft. Forscher des Max-Planck-Instituts für Informatik in Saarbrücken haben ein Programm entwickelt, das für ein fotografiertes Frauengesicht das passende Make-up auswählt und direkt am Bildschirm anzeigt. Mal sehen, ob es was für das Friseurhandwerk ist, denn die Software scheint besser zu sein, als das übliche Billigzeugs am Markt. Ich nehme mal Kontakt zu den Forschern auf und bring der Software die aktuelle Mode bei. Denn ich sehe einen Widerspruch: Die Forscher sind nicht unbedingt die Sperrspitze der Mode, aber die Friseure gehören in der Beautybranche ganz vorne mit dabei.

In der warmen Jahreszeit sorgen die neuen Make up-Looks für wunderschöne Überraschungen. Matter Teint und Nude-Look sind passé –in diesem Sommer dürfen wir so richtig glänzen. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Denn Haut, die einen dezenten Schimmer offenbart, wirkt einfach natürlicher als ein perfekt mattierter Teint. Für den ultimativen Summer-Glow sorgen spezielle Primer mit lichtreflektierenden Pigmenten, die sowohl als Basis als auch als „Leuchtkraftverstärker“ fungieren und den Teint ebenmäßig und feinporig erscheinen lassen.

Äußerst appetitlich präsentiert sich der Make-up Look der Saison: Satte Orange-, und Pfirsichtöne auf Lidern, Wangen und Lippen nehmen sich die Farben von frischem Sommerobst zum Vorbild und hinterlassen ein Antlitz wie von der Sonne geküsst. Wandelbar: Mittels grasgrünem Eyeliner lässt sich aus dem Tageslook auch ein atemberaubendes Abendmake-up kreieren. Dazu noch Lippen in leuchtendem Pink – fertig ist der Tropical Party-Look!

Noch expressiver: Augen in sattem Sonnengelb, die mit petrolfarbenem Kajal umrandet werden und so sommerliche Katzenaugen zaubern. Extratipp: Statt auf ausreichend Wimperntusche und Brauenpuder zu setzen lieber eine Wimpern- und Augenbrauenfärbung im Friseursalon buchen. So kann auch bei 35 Grad nichts verlaufen und man sieht immer topgestylt aus.

Social Media: Freunde der Facebook-Seite erhöhen

16. Februar 2011
Facebook-Fotoshooting auf der Hair&Beauty.

Facebook-Fotoshooting auf der Hair&Beauty.

Bei der Hair&Beauty in Frankfurt habe ich eine schöne Möglichkeit beobachtet, die Facebook-Freunde nach oben zu treiben. Die Hair&Beauty ist eine Friseur- und Beautymesse und wird grundsätzlich von schönen Leuten besucht.

Am Stand des Industriegiganten P&G, in dem auch Wella aufgegangen ist, gab es eine Möglichkeit, sich von einem Profi-Fotografen digital ablichten zu lassen. Die Messebesuchter posten cool in die Kamera, fein vor dem Logo des Unternehmens. Schnell noch den Namen notiert und die Fotos wurden auf der Facebook-Seite von P&G veröffentlicht. Dort konnten sich die Abgelichteten bewundert und ihre Fotos kommentieren. Das geht aber nur, wenn sie zuvor Freund der Seite wurden.

Geniale Idee, denn die Messebesucher sind in der Regel eitel und wollten ihre Fotos sehen. So funktioniert eben die Beauty-Branche. Und nach zwei Messetagen der Hair&Beauty sind die Freunde der P&G-Facebook-Seite massiv angestiegen. Jetzt kann die Kommunikation mit der Zielgruppe direkt erfolgen und mittelfristig braucht es keine Fachmagazine mehr. Social Media kann beginnen.

Für mich steht fest: Bei meinen nächsten Veranstaltungen werde ich diese Idee schamlos kopieren. Der nächste Termin steht schon fest. Es ist der Jahresempfang beim Bund der Selbstständigen Bayern, der seit kurzem in Facebook aktiv ist. Ob die Besucher auch so eitel sind, wird sich dann zeigen.

Fehlende Kundenbindung beim Friseur

13. Februar 2011

Beruflich habe ich viel mit Friseuren und Mode zu tun. Das macht riesigen Spaß. Bei meinen Besuchen in Salons habe ich auch immer Zeit zum Beobachten. Zwei Dinge sind mir aufgefallen, die ich als Thesen mal in den Raum stelle.

1)    der Friseur ist kein Verkäufer

2)   der Friseur hat oftmals kein funktionierendes Kundenbindungsprogramm

Zur These 1. Der Friseur sieht sich selbst als Künstler, er ist Kreativer, er ist Handwerker, er ist Gestalter, aber er will absolut kein Verkäufer sein. Aber: Es gibt kaum einen Beruf, der so nah am Kunden arbeitet. Viele Kunden nehmen den Friseur als Seelentröster, als Vertrauten. Schließlich ist der Friseur nicht nur ein Handwerker, sondern auch ein Mundwerker. Und hier hätte er die Chance, seinen Kunden zu beraten und ihm auch Produkte seines Salons zu verkaufen: Shampoo, Bürsten, Pflegesets. Aber leider bleibt dies oftmals aus. Chance vertan sein Einkommen und seinen Arbeitsplatz zu sichern. Warum ist das eigentlich so?

Zur These 2. Wenn etwas gewiss ist, dann sind es Haare die wachsen. Warum nicht also beim Abkassieren des Kunden gleich den nächsten Termin in sechs Wochen ausmachen? Dann gibt es noch freie Termine. Friseur und Kunde können sich darauf einstellen und beide sind Gewinner. Der Friseur weiß, dass der Kunde wieder kommt und die Kasse stimmt. Der Kunde muss nicht auf die Schnelle einen Termin ausmachen und freut sich auf seinen nächsten Salonbesuch. Ein funktionierendes Kundenbindungsprogramm ist doch was schönes.

Handwerker ins Fernsehen: Mediales Konzept für Ausbildungsplätze

17. Januar 2011

Nachwuchswerbung ist für 2011 bei vielen Unternehmen angesagt. Wir haben durch die demografische Entwicklung weniger Lehrlinge, die einen Ausbildungsplatz suchen. Die Zahl der offenen Stellen nimmt aber aufgrund positiver Entwicklungen zu. Unternehmer müssen also ihre Lehrstellen für potenzielle Bewerber attraktiver werden. Künftig werden es manche Berufe schwer haben, qualifiziertes Personal zu bekommen.

Hier spielen die Medien auch eine große Rolle. In der Glotze finden sich vor allem Serie über Ärzte, Rechtsanwälte, Designer, Werbetreibende, Detektive. Eine Serie über klassische Handwerksberufe gibt es dagegen kaum.

In USA-Serien werden uns coole Berufsbilder von Staatsbeamten, manchmal etwas verschroben aber immer cool drauf und gut angezogen: CSI, 24, Fringe – Es begann mit Akte X, als ich nur staunte, welche Klamotten Agent Mulder und Scully trugen von einem Gehalt als Staatsbeamte. So schafft man einen Mythos und der Zauber wirkt bei jungen Leuten und beeinflusst ihre Berufswahl.

Kommunikationswissenschaftler der Universität Münster haben herausgefunden, das deutsche TV Serien nicht die Realität des Berufslebens widerspiegeln. Das ist sicherlich keine Überraschung, sollte aber dennoch den Vertretern von Wirtschafts- und Industrieverbänden aufstoßen. Wer in den positiv Medien erscheint, der kann sich auch Bewerber für offene Stellen aussuchen – das ist nichts anderes als Marketing.

Marketing für das Handwerk für die ganz Jüngsten.

Marketing für das Handwerk für die ganz Jüngsten.

Während fast jeder dritte der knapp 40 Millionen berufstätigen Deutschen im Jahr 2007 in der Produktion beschäftigt gewesen sei, seien es in den Serien nur etwa ein Prozent, so die westfälischen Wissenschaftler. Natürlich wandelt sich Deutschland zur Dienstleistungsgesellschaft, doch in den TV-Serien sehe ich kaum etwas von Verkäufer, Maler, Friseure. Ok, ich kenne zwar den Landarzt oder mein Lehrer Dr. Specht. So steigt beispielsweise der Wunsch, im Gesundheitswesen zu arbeiten signifikant mit dem Konsum von gesundheitsbezogenen Serien an, so das Ergebnis der Studie. Umgekehrt sei das Interesse am Handwerksgewerbe wohl auch deshalb gering, weil zugehörige Berufsfelder im Fernsehen keine Rolle spielen, meinen die Forscher.

Also sollten sich Wirtschafts- und Industrieverbände Gedanken machen, wie sie besser ins Fernsehen kommen. Hier fängt Marketing an. Ein paar positive Beispiele gibt es bereits:  Kennen Sie Meister Manny? Nein? Meister Mannys sprechende Gehilfen Rosti, Schrauber, Quetschi oder Pat halten nun auch Einzug in die Zeitschriftenregale. Seit 13. Januar 2011 bringt der Egmont Ehapa Verlag „Meister Mannys Werkzeugkiste“ in den Handel. Die gleichnamige Serie läuft seit 2007 erfolgreich im Disney Channel und seit 2008 auch auf Super RTL. Wer die Zeichentrickhelden kennt, weiß, dass sich bei ihnen alles um das handwerkliche Geschehen und den gemeinschaftlichen Zusammenhalt dreht. Deshalb wartet die erste Ausgabe mit vielen tollen Mitmach-Geschichten rund um den Heimwerker auf. Dazu gehören eine Menge Rätsel, Basteltipps und Malvorlagen. Aber auch die ersten englischen Worte können die Kinder mit Manny und seinen sprechenden Werkzeugen lernen.

Cool waren Pixi-Bücher für die ganz Kleinen. Da gab es erfolgreiche Serien wie Meine Freundin ist Tierärztin, ist Kapitän, ist Pilot. Aber es gab auch in Kooperationen mit Kammern ein cooles Heft: „Helene geht zur Meisterschule“, „Die Handwerker“, „Unternehmer im Handwerk“. Ich fand es toll und die Aktion schafft die Grundlage für einen späteren Berufswunsch. Als Medienheini weiß ich also was ich zu tun habe.

Helene geht zur Meisterschule.

Helene geht zur Meisterschule.

Mein Paris: Abgefahrene Frisurenshow von Karloff

13. November 2010

Kennen Sie Karloff? Nein, nicht Boris Karloff, sondern Wilfried Karloff. Er ist ein avantgardistischer Friseur aus Paris, wenn man ihn so bezeichnen darf. Seine Frisurenshows sind abgefahren und ich hatte das Glück, bei der Hairworld 2010 in Paris eine seiner Shows zu erleben. Völlig abgedreht. Bei der Musik von Autechre werden Modelle gestylt und monströs hergerichtet. In meinen Video habe ich die Musik von Autreche durch andere ersetzt aufgrund von Copyrightproblemen.

Den Modellen werden aufwändige Haarteile befestigt – Hair-Extensions der besonderen Art. Irgendwie habe ich den Alien-Eindruck bei den Modellen nicht losbekommen. Ich fand die Show aufgefahren. Wie mir aber die anwesenden Friseure bestätigt haben, ist es als Show genial, doch Anregungen für den Alltag haben sie von Wilfried Karloff nicht bekommen. Und da haben sie recht. Die Frisuren sind spektakulär, aber sie sind nicht modisch. Mode auf diesem Niveau soll provozieren – was die Kreationen von Wilfried Karloff auf jeden Fall erfüllen. Aber sie sollen auch inspirieren und das tun sie leider nicht. Nur Show und sei sie auch noch so avantgardistisch ist nun mal keine Mode. Mit einer Ausnahme: Der Gothic-Bereich: Hier kommen die Frisuren sicherlich an, obwohl sie für die Umsetzung wohl zu teuer und aufwändig sind. Und da passt auch wieder der Name Karloff.