Posts Tagged ‘Kreativität’

Kaffeekultur im Wandel – auch bei mir

14. Oktober 2024

Ich mag Kaffee und ich mag Kaffeehäuser.Zeit also mal einen Blick auf die Kaffeekultur zu werfen, die sich hat sich von einem exotischen Getränk zu einem globalen Phänomen entwickelt hat, wobei Cafés als soziale und kulturelle Zentren fungieren. Bei uns im Dorf gibt gibt es kein klassisches Kaffeehaus, aber unsere Eisdiele verwöhnt mich mit Kaffeespezialitäten und ein Bäckereikunde von mir schult seine Mitarbeiterinnen immer wieder für den optimalen Kaffee. Und es ist ein Ritual in sozialen Netzwerken zum Tagesstart erst mal einen Kaffeepost abzusetzen.

Die Kaffeekultur hat sich über die Jahrhunderte stark gewandelt und ist heute ein fester Bestandteil unseres Alltags. Ursprünglich als exotisches Getränk aus dem Orient bekannt, hat sich Kaffee zu einem weltweiten Phänomen entwickelt. Cafés spielen dabei eine zentrale Rolle und sind mehr als nur Orte, um Kaffee zu trinken. Sie sind Treffpunkte, Arbeitsplätze und kulturelle Zentren.

In der modernen Gesellschaft ist Kaffee nicht nur ein Getränk, sondern ein Erlebnis. Die Art und Weise, wie wir Kaffee konsumieren, spiegelt oft unsere persönlichen Vorlieben und unseren Lebensstil wider. Von der Wahl der Bohnen bis zur Zubereitungsmethode gibt es unzählige Möglichkeiten, Kaffee zu genießen. Diese Vielfalt hat zur Entstehung einer reichen Kaffeekultur geführt, die ständig im Wandel ist. Bei mir zu Hause ist der Start der Siebträger ein festes Ritual und auch bei Reisen unterwegs habe ich meine mobile Kaffeemaschine dabei.

Wenn ich in Wien bin, genie0e ich Kaffee und Architektur. Der Einfluss der Kaffeekultur zeigt sich auch in der Architektur und dem Design von Cafés. Sie sind oft stilvoll eingerichtet und bieten eine einladende Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt. Ob in der Stadt oder auf dem Land, Cafés sind Orte der Begegnung und des Austauschs, die das soziale Gefüge unserer Gesellschaft bereichern.

Geschichte der Cafés
Die Geschichte der Cafés reicht weit zurück und beginnt im 16. Jahrhundert im Nahen Osten. Damals entstanden die ersten Kaffeehäuser in Mekka und Kairo. Diese Orte waren nicht nur für den Kaffeegenuss bekannt, sondern auch für Diskussionen und den Austausch von Ideen.

Im 17. Jahrhundert erreichte die Kaffeekultur Europa. Das erste europäische Café eröffnete 1645 in Venedig. Bald darauf folgten weitere Städte wie London, Paris und Wien. Diese Cafés wurden schnell zu wichtigen Treffpunkten für Intellektuelle, Künstler und Geschäftsleute.

Im 18. und 19. Jahrhundert erlebten Cafés einen Aufschwung und wurden zu kulturellen Zentren. Sie boten Raum für politische Debatten und literarische Salons. Berühmte Persönlichkeiten wie Voltaire und Mozart waren regelmäßige Gäste in den Cafés ihrer Zeit.

Mit der Industrialisierung und dem Aufkommen der Massenproduktion wurde Kaffee für viele Menschen zugänglich. Dies führte zur Verbreitung von Cafés in Städten weltweit. Heute sind sie aus dem städtischen Leben nicht mehr wegzudenken und haben sich zu einem festen Bestandteil der urbanen Kultur entwickelt.

Veränderungen im Konsumverhalten
Das Konsumverhalten rund um Kaffee hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Früher war Kaffee vor allem ein Morgenritual, doch heute wird er zu jeder Tageszeit genossen. Diese Entwicklung hat zu einer Vielzahl von neuen Kaffeevarianten und Zubereitungsmethoden geführt.
Ein wesentlicher Trend ist der individuelle Kaffeegenuss. Viele Menschen legen Wert auf die Herkunft und Qualität der Bohnen. Sie bevorzugen fair gehandelte und biologisch angebaute Produkte. Diese bewusste Auswahl spiegelt ein gestiegenes Umweltbewusstsein wider.

Ein weiterer Aspekt ist die Personalisierung des Kaffeegenusses. Kunden können in vielen Cafés ihre Getränke nach Belieben anpassen. Ob mit pflanzlicher Milch, speziellen Aromen oder verschiedenen Süßungsmitteln – die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt.

Auch die Technologie hat das Konsumverhalten beeinflusst. Mit Apps und Online-Bestellungen wird der Kaffeekauf einfacher und schneller. Dies hat die Erwartungen der Kunden an Service und Qualität erhöht und die Konkurrenz unter den Cafés verstärkt.

Die soziale Funktion von Cafés
Cafés erfüllen eine wichtige soziale Funktion in der modernen Gesellschaft. Sie sind Orte der Begegnung, an denen Menschen zusammenkommen, um zu kommunizieren und sich auszutauschen. Diese Funktion macht sie zu einem wichtigen Bestandteil des städtischen Lebens.

In Cafés treffen sich Freunde, Kollegen und Familien, um gemeinsam Zeit zu verbringen. Sie bieten eine entspannte Atmosphäre, die Gespräche fördert und soziale Bindungen stärkt. Auch für Geschäftsleute sind Cafés beliebte Treffpunkte für informelle Meetings und Networking.
Aus den USA kam die Starbucks-Unkultur zu uns. Und auch ein Phänomen, dass viele Menschen mit ihrem Kaffeebecher durch die Gegend rennen.

Darüber hinaus sind Cafés oft Schauplätze für kulturelle Veranstaltungen. Lesungen, Konzerte und Kunstausstellungen finden hier regelmäßig statt und ziehen ein vielfältiges Publikum an. Diese Veranstaltungen tragen zur kulturellen Vielfalt und Lebendigkeit der Städte bei. Ich war neulich im Münchner Café Luitpold zu einer Lesung.

Für viele Menschen sind Cafés auch ein Rückzugsort. Sie bieten die Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen und in einer angenehmen Umgebung zu entspannen. Ob allein mit einem Buch oder in Gesellschaft – Cafés sind Orte, an denen man sich wohlfühlen kann.

Einfluss der Digitalisierung
Die Digitalisierung hat die Kaffeekultur und die Rolle von Cafés erheblich verändert. Mit der Verbreitung von Smartphones und mobilen Apps hat sich die Art und Weise, wie wir Kaffee konsumieren, weiterentwickelt. Kunden können heute bequem von unterwegs aus bestellen und bezahlen, was den Kaffeekauf effizienter macht.

Viele Cafés bieten inzwischen kostenloses WLAN an, was sie zu beliebten Arbeitsplätzen für Freiberufler und digitale Nomaden macht. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass Cafés nicht mehr nur Orte des sozialen Austauschs sind, sondern auch produktive Arbeitsumgebungen. Auch hier bin ich oft zu Hause, es ist für mich ein sogenannter dritter Ort zum Entspannen und Arbeiten. Kopfhörer auf und los geht es.

Cafés als kreative Räume
Cafés haben sich zu kreativen Räumen entwickelt, die Künstler, Schriftsteller und Denker anziehen. Sie bieten eine inspirierende Umgebung, die Kreativität und Innovation fördert. Diese Funktion macht sie zu einem wichtigen Bestandteil der kulturellen Landschaft.

Viele Cafés unterstützen lokale Künstler, indem sie ihre Werke ausstellen oder Veranstaltungen wie Lesungen und Workshops organisieren. Diese Aktivitäten schaffen eine Plattform für den kreativen Austausch und fördern die Kultur vor Ort.

Für Schriftsteller und andere Kreative sind Cafés oft ein Rückzugsort, an dem sie in Ruhe arbeiten können. Die entspannte Atmosphäre und das leise Summen der Gespräche bieten die perfekte Kulisse für kreative Prozesse. Hier entstehen oft neue Ideen und Projekte. Ich selbst hatte eine Lesung in unserer Eisdiele 2024 gemacht, um den verstorbenen Besitzer der Eisdiele Alberto bei uns im Dorf zu ehren.

David Cronenberg Videodrome – Rückblick auf meine Matinee

31. Mai 2023

Für mich ist David Cronenberg jemand, der sich selbst über die Jahrzehnte seines Schaffens treu geblieben ist. Jeder der Filme des heute 70jährigen Kanadiers spiegelt die Kreativität und den Erzähldrang des Regisseurs wider, der sich nicht einem Massengeschmack anbiedert. Im Mittelpunkt von vielen seiner Filme war ein Subgenre des fantastischen Films, der Body Horror.

Es war schwer aus dem Werk einen Film von Cronenberg für meine monatliche Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck einen Film zu wählen. Ich entschied mich für Videodroome aus dem Jahre 1983.

Ich entschied mich für Videodroome aus dem Jahre 1983. Der Film war nach dem Publikumserfolg von Scanners die konsequente Weiterentwicklung des Body Horrors im aufkommenden VHS-Zeitalter. Videodrome gilt zudem als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Filme der Cyberpunk-Bewegung. Der Film stellt die Frage, ob Technologie und Medien uns wirklich befreien oder ob sie uns in eine Art mentale Sklaverei führen.

Hier der Vortrag meiner Matinee im Scala Fürstenfeldbruck. Die nächste Matinee ist am Sonntag, 18. Juni um 10:45 Uhr. Ich bespreche und zeige den Kultfilm „The Rocky Horror Picture Show.“ Karten gibt es hier.

Immer neue Streetart in Berlin – Blick in die Hackeschen Höfe

1. Juli 2018

ch habe Banksy in New York gesehen und seither interessiere ich mich für Graffiti und Streetart. Und nachdem K1 nächstes Schuljahr einen Kurs über die Wirkung von Graffiti belegt, halte ich immer wieder die Augen nach neuen Entwicklungen in Sachen Streetart offen. Bei meinem jüngsten Besuch hieß es daher unbedingt wieder einmal bei den Hackeschen Höfen vorbeizuschauen. Berlin ist in Sachen Streetart immer eine Reise wert, wenn man die Augen offen hält.

Für mich als Touri und Kunstinteressierten gehe ich an das Kino Central durch den Durchgang zur Blindenwerkstatt Otto Wendt und zum Anne Frank Zentrum und finde immer neue Streetart. Schaut euch die Sachen und freut euch an so viel Kreativität.

Adobe schließt Verträge zur Softwarelizenzierung für Schulen und Hochschulen

10. November 2013

Für Software-Firmen ist es wichtig, in Schulen zu gelangen. Wer als Schüler eine Software lernt, wird sie später weiter verwenden, weil er sie gewohnt ist. Adobe schloss vor kurzem bundesweite Rahmenverträge zur Softwarelizenzierung für Schulen und Hochschulen und ist damit einen Schritt weiter. Bei meinen Schülerzeitungsseminaren zeigt sich, dass viele Schulen ein Software-Problem haben. Dies könnte sich mit dem Rahmenvertrag entspannen.

Web_Kreativitaetsbarrieren

Adobe Systems hat mit dem Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU) sowie dem Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) bundesweit gültige Rahmenverträge zur Lizenzierung von Adobe-Software an Bildungseinrichtungen abgeschlossen. Mit den Rahmenverträgen bietet Adobe ein neues Mietlizenzmodell namens ETLA („Enterprise Term License Agreement“) an. Deutsche Schulen und Hochschulen können sich den Rahmenverträgen anschließen, was sowohl Planung, Kostenkalkulation, Beschaffung als auch die Verwaltung der Programme für Bildungseinrichtungen stark vereinfacht. Laut einer aktuellen Studie, für die im Auftrag von Adobe weltweit mehr als 4.000 Eltern und Lehrer zu Barrieren in Bildungssystemen befragt wurden, ist eine bessere Integration von Technologien zur Förderung der Kreativität auch dringend notwendig. So stellen 71 Prozent der befragten Lehrer in Deutschland fest, dass sie mehr für die wichtige Kreativitätsvermittlung im Unterricht tun könnten, ihnen jedoch schlichtweg die Mittel dafür fehlen. Das kann ich bestätigen. Obwohl alle von Bildung sprechen, ist in den Schulen kaum Geld vorhanden. Hier eine Grafik über die Kreativitaetsbarrieren zum Download.

Zwei Drittel der befragten Pädagogen aus Deutschland sind sich einig, dass Kreativität eine tragende Säule der Wirtschaft ist und die effektive Förderung die Entwicklung des Landes vorantreibt. Die überwiegende Mehrheit der befragten Eltern und Lehrer ist sich zudem einig, dass Kreativität, Innovationsvermögen und Medienkompetenz wichtige Lernfelder der Zukunft sind und Kreativität im Bildungsumfeld in den nächsten 25 Jahren sogar noch stärker an Bedeutung gewinnen wird. Dabei ist in vielen Lehrbereichen der Einsatz neuer Medien unter kreativen Aspekten bereits vorgesehen, doch allzu oft fehlen die Ressourcen. Es fehlt an Werkzeugen sowie an der Zeit für die Vermittlung und Umsetzung innovativer Ideen im Schulalltag. 81 Prozent der Lehrer besitzen derzeit nicht die richtigen Tools, um Kreativität bei Schülern und Studenten effektiv zu fördern. Eine logische Schlussfolgerung daraus ist, dass sich die befragten Lehrer für einen Wandel von Lehrplänen und Studieninhalten aussprechen und die bessere Integration von Werkzeugen zur Kreativitätsförderung in die Lehrpläne fordern.

Jetzt wissen wir auch, wie lange es braucht, bis Lehrpläne geändert werden. In Bayern haben wir 2016 neue Lehrpläne, die lange vorbereitet werden. Dennoch kann Kreativ-Software in den Schulen beitragen, dass das Schulleben spannender wird. Genannt seien nur die Schülerzeitung, der Jahresbericht, P-Seminare, Kreativseminare, Fotoseminare, Filmseminare. Und hier alle diese Seminare und Aktionen brauche ich moderne Software.

Kostenvorteile durch ETLA-Rahmenverträge mit FWU und LRZ

Um den besonderen Anforderungen von Bildungseinrichtungen gerecht zu werden, bietet Adobe Schulen und Hochschulen seit diesem Jahr ein neues Mietlizenzmodell namens ETLA („Enterprise Term License Agreement“). Über den Beitritt der Bildungseinrichtungen zu einem Rahmenvertrag werden Software-Lizenzen für Adobe Creative Cloud-Produkte gemietet, was allerhand Vorteile gegenüber Kaufverträgen bietet. Das Mietlizenzmodell erleichtert die Planbarkeit sowie die Kostenkalkulation der Softwareanschaffungen für Bildungseinrichtungen, da Kosten für die Softwarelizenzen künftig auf Basis beschäftigter Vollzeitmitarbeiter berechnet werden. Mit der Ermittlung des Lizenzbedarfs per Mitarbeiter statt per Computer entsteht ein signifikanter Preisvorteil gegenüber der traditionellen Kauflizenzierung.

Software bleibt immer auf dem aktuellsten Stand 

Kostenfreie Updates auf die jeweils aktuellsten Software-Versionen sind standardmäßig in den Mietlizenzen der Rahmenverträge enthalten. Kostenpflichtige Upgrade-Pläne gehören so der Vergangenheit an, wodurch Bildungseinrichtungen ihre EDV-Kosten senken und sie langfristig transparent sowie planbar halten. Zusätzlich haben alle teilnehmenden Einrichtungen eine „Work-at-home“-Möglichkeit, mit der sich Lehrkräfte auch zu Hause auf den Unterricht vorbereiten können. Damit auch Schüler und Studenten die Creative Cloud-Tools in ihrer Freizeit einsetzen können, besteht die Option, sie in die Lizenzstaffelung mit einzubeziehen. So können alle Schüler, Dozenten und Verwaltungsangestellte innerhalb der Einrichtung immer die aktuellsten Versionen der Creative Cloud-Werkzeuge für Lern- und Privatzwecke nutzen.

Das Angebot der Rahmenverträge senkt den Aufwand des Vertragsmanagements für alle Bildungseinrichtungen um ein Vielfaches, da bei Beitritt für alle Teilnehmer die jeweiligen Konditionen der verabschiedeten Rahmenverträge gültig sind. Der Rahmenvertrag für Schulen wurde im ersten Schritt zwischen Adobe und dem Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU) abgeschlossen. Schulen können diesem Vertrag zu unterschiedlichen Zeitpunkten innerhalb eines Kalenderjahres beitreten, die Gesamtlaufzeit beträgt drei Jahre. Die gleichen zeitlichen Modalitäten bietet auch der Rahmenvertrag für Hochschulen, der zwischen Adobe und dem Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) in München vereinbart wurde, lediglich das Startdatum des Hauptvertrags unterscheidet sich.

 

Pianist und Cafeebetreiber Oliver Derks in der Bamberger Piano Bar

17. Oktober 2013

Oliver Derks (r) im Gespräch mit Matthias J. Lange von redaktion42.

Oliver Derks (r) im Gespräch mit Matthias J. Lange von redaktion42.

Inspiration und Trost empfinde ich, wenn ich die Musik von Oliver Derks höre. In Bamberg hat Derks eine gewissen Berühmtheit. Direkt am Obstmark im Zentrum von Bamberg betreibt er eine Piano Bar. Bei einem Spaziergang durch Bamberg bin ich per Zufall in das Cafe gestolpert, wollte mich aufwärmen und war sofort von der Atmosphäre begeistert. Die Piano Bar ist eine nettes Cafe, ungewöhnlich kombiniert mit einer Modeboutique mit Designermode und zahlreichen Antiquitäten. Die perfekte Mischung für Kreativität.

Am meisten faszinierte mich jedoch die Musik. Über die Lautsprecher lief unaufdringliche Klaviermusik. Erst nahm ich sie nur unbewusst wahr, dann packte mich die Energie, die von der Musik ausging. Ich setzte mich, trank Kaffee und versank in der Musik. Ein Stapel CDs lag an der Theke und der Musiker war ein gewisser Oliver Derks. Kannte ich nicht, aber die Musik interessierte mich. Und als ich mir das Cover der CDs näher ansah, erkannte ich Oliver Derks, der mir eben meinen Kaffee servierte.

In einer Pause lernte ich Oliver und seine Geschichte kennen. Sein Leben ist geprägt von Musik. Bereits seine Mutter war erfolgreiche Pianistin und er lernte Piano-Improvisation von klein auf. Nach erfolgreicher BWL-Karriere kam er mit 50 Jahre zurück zur Musik. Auslöser war seine Frau Inge, seine große Liebe.

Leider erkrankte Inge an Krebs und starb. Oliver Derks verarbeite ihren Tod mit seiner Musik, Inge ist in seiner Musik immer präsent und dies spürt der Hörer. “Ich glaube an uns” war der Name einer CD für seine Frau – sicher eine der persönlich schwierigsten Aufnahmen. Die neuen CDs heißen Der Morgen und der Abend. “Ich habe in meinen Gesprächen festgestellt, dass viele Leute Angst vor der Zukunft haben.” Für diese Leute sind die beiden CDs aufgenommen. “Ich lebe einfach den Tag – denn das Jetzt ist mein Moment”, so Derks. “Ich geh fröhlich in den Tag hinein mit meiner Musik und will mich am Abend für den Tag bedanken.” Für Derks steht fest: “Ich will mich am Schönen und Guten orientieren.”

Oliver Derks liebt sein Klavier. Es steht im hinteren Bereich der Bamberger Piano Bar. Es ist das Klavier auf dem er als Fünfjähriger gelernt hat. “Das Klavier und ich sind ein Leben miteinander gegangen.” Elektronik ist für Derks daher tabu. Und die langjährige Beziehung merkt der Besucher. Am Klavier lebt Oliver Derks auf. Ab und zu gibt es in der Piano Bar Konzerte. Hier trifft sich die Bamberger Kulturszene und lauscht dem Klavierspiel. Inzwischen ist Oliver Derks in Bamberg eine Berühmtheit geworden. Seine Musik läuft sogar in den städischen Tiefgaragen und verbreiten dort eine positive Stimmung. Auch in der Telefonwarteschlange der Stadtwerke Bamberg ist Derks Musik zu hören

Für mich improvisierte der Musiker – vielen Dank dafür.

re:publica: Welches Plakat ist das beste?

2. Juni 2013

Ich komme erst jetzt dazu, meinen Besuch auf der re:publica nach und nach aufzuarbeiten. Mit einer kleinen Abstimmung will ich diese Vergangenheitsbewältigung beginnen.

ausstellung

In einem Zwischengeschoss gab es eine Ausstellung von möglichen Plakaten zur wichtigsten Veranstaltung der Internet-Gemeinde zu sehen. Die 17 Plakate bewerben alle die re:publica und zwar in komplett unterschiedlichen Designs. Verschiedene Designelemente aus verschiedenen Zeiten und politischen Ansichten wurden aufgenommen. Es beginnt mit 1913 und endet 2013, also 100 Jahre re:publica. Ich fand es prima und will denjenigen, die nicht dabei waren, einen Eindruck von der Kreativität geben. Allen Design-Studenten seien die Plakate als Anregung gedacht. Welches Plakat gefällt euch am besten? Einfach abstimmen. Zu gewinnen gibt es nichts.

und hier geht es dann zur Abstimmung.

Arbeitszeit und Freizeit dürfen kein Widerspruch sein

18. Juni 2010

Neulich habe ich eine interessante These gehört. Prof. Peter Wippermann vom Trendbüro sagte sinngemäß: Es gibt nur eine Zeit, nicht die Teilung in Arbeitszeit und Freizeit. Diese Aussage geht mir seitdem durch den Kopf, denn dieser Professor trifft den Nerv. Ich kenne unzählige Leute, die fein säuberlich zwischen einem beruflichen und einem privaten Leben unterscheiden. Dabei meine ich ausdrücklich nicht die Arbeiter am Fließband oder in der Produktion. In der industriellen Welt gilt diese Unterscheidung noch.

Viele meiner Bekannten zählen sich aber zu den so genannten Kreativen. Doch auf hier gibt es eine Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit. Ich höre immer wieder: „Ich will für die Agentur nicht Tag und Nacht arbeiten, ich bin sowieso zu lange im Büro.“ Das ist richtig und ich denke, dass verlangt auch niemand. Seitdem ich mir meine Zeit als Selbstständiger freier einteilen kann (ganz frei bin ich natürlich nie), habe ich mehr Kraft und Power, bin für meine Umwelt ausgeglichener. Aussagen über die Arbeitszeit zeugen für mich vor der Angst vor Vorgesetzten. Nur wenn Druck, spricht Arbeitszeit, vorhanden ist, dann bringe ich Leistung für die Arbeit. Das darf doch nicht sein. Ich bin kreativ und schöpferisch, auch wenn ich unter dem Apfelbaum liege und die Fische füttere. Mir kommen gute Gedanken für meine Kunden, wenn ich mich mal mit ganz etwas anderen beschäftige. Ist das also Arbeitszeit, wenn ich im Garten etwas pflanze oder ist das Freizeit? Nichts von beiden – es ist meine Zeit.

Leider musste ich in Firmen arbeiten, bei denen es ganz wichtig war, dass alle Mitarbeiter einstempeln. Vertrauensarbeitszeit war nicht angesagt. Das Unternehmen hatte wohl Angst, man geht früher oder erledigt seine Arbeit nicht. Das wäre unverantwortlich, denn schließlich wird man für seine Arbeit vom Unternehmen bezahlt. Die Konsequenz war, dass Mitarbeiter genau auf die Minute ausstempeln oder während der Arbeitszeit Mantel, Mütze anziehen und darauf warten, bis die tägliche Arbeitszeit zu ende ist. Hier kann kein kreatives Klima aufkommen. Als ich bei Unternehmen arbeitete, die Vertrauensarbeitszeit hatten, war ich produktiver und vermischte meine Arbeit mit meiner Freizeit. Die Projekte verliefen besser, ich fühlte mich besser, ich war ausgeglichen.

Keiner verlangt, immer erreichbar zu sein. Natürlich schalte ich das Telefon mal aus und rufe keine Mails ab. Natürlich gehe ich bei strahlendem Sonnenschein mal ins Freibad oder döse im Liegestuhl vor mich hin. Da ich ein verantwortungsvoller Mensch bin, weiß ich, wann ich Projekte fertigbekommen muss und ich weiß, wann ich einfach nur abhängen darf. Ich arbeite eben mal bis in die Nacht, wenn es wichtig ist und ich arbeite auch am Wochenende. Wenn am Sonntag ein Kunde anruft, dann bin ich eben für ihn da, wenn ich es will. Es zwingt mich keiner, das Handy am Sonntag anzuhaben. Anrufen muss ich den Kunden sowieso. Aber ich habe auch die Freiheit, meine Zeit einzuteilen, so dass sich Arbeitszeit und Freizeit vermischen. Es macht für mich keinen Unterschied, ob ich gerade arbeite oder nicht, denn der Professor vom Trendbüro hat recht: Es gibt nur eine Zeit und die möchte ich im Moment nutzen: Für mich