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Podcast Dombo bewegt (17): Hitzeschutz beginnt im Alltag: Norman Dombo wirbt für Vorsorge statt Reaktion

5. August 2026

Die zunehmenden Hitzewellen stellen nicht nur Städte und Gemeinden vor neue Herausforderungen, sondern auch Arzt- und Physiotherapiepraxen. Im Podcast „Dombo bewegt“ sprach Matthias J. Lange mit Norman Dombo vom Zentrum für Gesundheit Dombo in Maisach über die gesundheitlichen Folgen hoher Temperaturen und darüber, wie jeder Einzelne sich besser schützen kann. Seine zentrale Botschaft: Hitzeschutz beginnt nicht erst im Notfall, sondern mit einfachen Maßnahmen im Alltag.

„Hitze ist ein Phänomen, das in Zukunft laut Wetterforschern häufiger vorkommen wird“, sagt Dombo. Deshalb beschäftigt er sich bereits seit Jahren intensiv mit dem Thema und hat einen umfangreichen Hitze-Ratgeber entwickelt. Das mittlerweile 36 Seiten starke Nachschlagewerk enthält nicht nur allgemeine Verhaltenstipps zu Kleidung, Flüssigkeitszufuhr und Erste Hilfe bei Hitzeschäden, sondern auch ganz praktische Hinweise speziell für Maisach. Darin sind beispielsweise Schattenplätze, öffentliche Aufenthaltsorte und Einrichtungen aufgeführt, in denen Menschen bei großer Hitze Schutz finden können. Hier der Podcast:

Besonders wichtig sei ausreichendes Trinken. Bereits beim Betreten der Physiotherapiepraxis werden Patientinnen und Patienten auf die bereitstehenden Wasserspender aufmerksam gemacht. „Bei heißen Tagen viel trinken“, lautet Dombos einfachste und zugleich wichtigste Empfehlung. Rund zwei Liter täglich gelten als Mindestmenge, bei extremer Hitze könne der Bedarf jedoch auf drei Liter oder mehr steigen. Gerade ältere Menschen würden häufig zu wenig trinken und dadurch schnell dehydrieren. Der Ratgeber erkläre deshalb auch, woran Betroffene oder Angehörige erste Warnzeichen erkennen und wann Hilfe notwendig wird.

Dabei setzt Dombo bewusst auf Leitungswasser. Dieses hält er nicht nur für qualitativ hochwertig, sondern auch für ökologisch sinnvoller als abgefülltes Mineralwasser. „Trinkwasser ist das allerbeste. Es ist ein Nahrungsmittel, das besonderer Wertschätzung gilt“, betont er. Gleichzeitig engagiert sich seine Praxis bei der bundesweiten Initiative Refill. Wanderer, Radfahrer oder Spaziergänger können dort ihre mitgebrachten Trinkflaschen kostenlos mit frischem Leitungswasser auffüllen. Dombo hofft, dass sich weitere Geschäfte in Maisach anschließen: „Es geht um Menschlichkeit, um Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt.“

Auch in der täglichen Arbeit der Physiotherapiepraxis spielt die Hitze inzwischen eine immer größere Rolle. Behandlungen werden an heißen Tagen angepasst, Termine nach Möglichkeit in die kühleren Morgenstunden verlegt und wärmeintensive Anwendungen wie Fango kritisch hinterfragt. „Wir tragen Verantwortung und müssen schauen, wie kreislaufstabil die Menschen sind“, erklärt Dombo. Besonders vulnerable Patientinnen und Patienten müssten in Hitzeperioden besonders sorgfältig betreut werden.

Neben dem persönlichen Verhalten sieht Dombo aber auch die Kommunen in der Pflicht. Er fordert mehr Schattenplätze, zusätzliche Sitzmöglichkeiten und öffentliche Trinkbrunnen. Gleichzeitig appelliert er an die Bürgerinnen und Bürger, selbst aktiv zu werden. Wer einen schattigen Vorgarten besitzt, könne beispielsweise eine Bank oder einen Stuhl bereitstellen, damit sich Menschen bei großer Hitze kurz ausruhen können. „Wir können selber etwas tun und sollten selber etwas tun“, sagt Dombo.

Als positives Beispiel nennt er die Landeshauptstadt München, die bereits umfangreiche Maßnahmen gegen die zunehmende Sommerhitze umgesetzt habe. Maisach könne aus seiner Sicht ebenfalls von einem umfassenden Hitzeschutzkonzept profitieren – insbesondere für Schulen, Kindergärten und öffentliche Plätze.

Den kostenlosen Hitze-Ratgeber aktualisiert Dombo regelmäßig. Durch die digitale Veröffentlichung kann er neue Erkenntnisse sowie weitere Schatten- und Aufenthaltsorte jederzeit ergänzen. Für ihn ist klar: Der Klimawandel macht Hitzeschutz zu einer dauerhaften Gemeinschaftsaufgabe. „Wir müssen lernen, unseren Alltag an diese neuen Bedingungen anzupassen.“

Wenn die Hitze zur Gefahr wird: Warum unsere Gemeinden endlich Schatten brauchen

21. Juni 2026

Ja, die Hitze ist da, und bei mir in meiner Gemeinde gibt es nur wenig Hitzeschutz. Und auch wenn der amtierende US-Präsident meint, es gebe keinen Klimawandel, der muss es ja wissen.

Ich habe meine Wohnstraße in Brathähnchenstraße umgetauft, und in den zentralen Orten der Gemeinde vor dem Rathaus und der Hauptstraße ballert die Sonne nur so herunter. Vor allem die Senioren – und davon gibt es aufgrund der Demografie immer mehr – leiden, wenn sie langsam mit ihren Rollatoren unterwegs sind. Wir haben eine Verantwortung gegenüber dieser Generation, die tagsüber zum Arzt oder Physio müssen und eben nicht mehr so beweglich sind. Toll ist die Initiative einzelner, die Trinkwasser anbieten. Diese Trinkwasserspender sehe ich in den USA überall, bei uns eher weniger.

Hinzu kommen Eigentümer, die außer Gras und Thujahecken nichts im Garten haben, um ein lokales Kleinklima mit Verschattung zu erreichen. Und dann gibt es noch die Besitzer der Gärten des Horrors, die ihren Garten mit Kies und Steinen auffüllen. Zen ist in Japan prima, als Gartenkonzept in unseren Breiten nicht ideal. Ich war gerade in Würzburg, da sah es anders aus. Straßenzüge waren beschattet und erzeugten ein angenehmes Kleinklima. Ich will nicht bevormunden, sondern zum Nachdenken anregen.

Glühender Boden, stickige Luft, kein Durchatmen in der Nacht: Wir stecken mitten in der ersten Hitzewelle des Jahres. Versiegelte Flächen, dichte Bebauung und fehlende Verschattung treiben den sogenannten Heat-Island-Effekt an: Asphalt und Beton speichern tagsüber Wärme und geben sie nachts wieder ab – urbane Temperaturen können so oft bis zu 10 Grad oder mehr über denen des Umlands liegen. In Tropennächten, wenn die Temperaturen nicht mehr unter 20 Grad sinken, bringt auch nächtliches Lüften wenig. Wir brauchen ausreichend Verschattung, Begrünung und die richtigen Materialien. Klimaanlagen wirken dagegen kontraproduktiv: Sie leiten Abwärme nach draußen und verstärken den Heat-Island-Effekt. Hier ein paar Ideen, was unternommen werden kann.

Schatten schaffen
Schatten wirkt sofort und kostet wenig. Bäume sind dabei die erste Wahl: Sie spenden nicht nur Kühle, sondern kühlen durch Verdunstung auch die Luft um sich herum ab. Wo sich Bäume auf versiegelten Flächen nicht pflanzen lassen, greifen neue Lösungen. Stuttgart zeigt, wie das geht: Am Marienplatz stehen seit Kurzem zwei Ecotriis – ein Stuttgarter Startup-Konzept, das Kletterpflanzen über Netzsegel bis zu 18 Quadratmeter Schatten spenden lässt, solarbetrieben und per App steuerbar. Die Betonfüße aus dem 3D-Drucker dienen gleichzeitig als Sitzgelegenheit. Das ersetzt zwar keine Bäume, aber löst ein reales Problem dort, wo Bäume nicht wachsen können. Ergänzend helfen Haltestellendächer, Sonnensegel und überdachte Bereiche überall dort, wo Menschen der Hitze ausgesetzt sind: auf Schulhöfen, Spielplätzen oder belebten Plätzen.

Auf helle Oberflächen setzen, Böden öffnen
Wer in der Sonne Schwarz trägt, schwitzt mehr. Dunkler Asphalt speichert Wärme, helle Oberflächen reflektieren sie. Viele Kommunen nutzen diesen Albedo-Effekt noch zu wenig, obwohl er sich schnell und kostengünstig einsetzen lässt. Wir können Dächer, Plätze und Gehwege nachträglich aufhellen, ohne neu bauen zu müssen. Pflaster aus Naturstein oder heller Beton kühlen messbar besser als dunkler Asphalt. Die Materialwahl unterschätzen viele in der Klimaanpassung, dabei wirkt sie sofort. Auch der Untergrund spielt eine wichtige Rolle: Plätze und Wege müssen nicht durchgehend asphaltiert sein. Kiesflächen und Rasengittersteine mindern den Hitzeeffekt und sind oft günstiger als Asphalt. Ein weiterer Vorteil: Bei Starkregen versickert das Wasser direkt im Boden, statt oberflächlich abzufließen.

Gebäude passiv kühlen
Was viele nicht wissen: Klimaanlagen verstärken den Hitzeinsel-Effekt noch weiter. Klimaanlagen wie Splitgeräte sind besonders problematisch, weil sie genau dann arbeiten, wenn es heiß ist. Während sie den Innenraum kühlen, geben sie gleichzeitig Abwärme ab, die den Außenraum zusätzlich aufheizt. Dadurch entsteht ein Teufelskreis, in dem immer mehr gekühlt werden muss. Besser ist es, in Gebäuden auf Low-Tech-Systeme zu setzen. Hierbei wird viel Speichermasse im Gebäude eingebaut, um es nachts durch die Außenluft zu kühlen. Tagsüber bleiben Fenster und Türen geschlossen. Wenn es nachts draußen zu warm wird, funktioniert dieses Prinzip aber nicht mehr. Bei der zukünftigen Entwicklung müssen also auch energiesparende und nachhaltige Gebäude aufgrund des Klimawandels saniert werden. Als Alternativen für natürliche Kühlung lassen sich Fußbodenheizungen im Sommer relativ einfach als Kühlböden nutzen. Eine Möglichkeit besteht darin, den Wasserkreislauf nachts abzukühlen und die Wärme aus den Innenräumen nach außen abzuführen. Es ist auch möglich, Decken als Kühlfläche zu nutzen.

Blau-grüne Infrastruktur ausbauen
Einzelne Bäume spenden Schatten, aber erst vernetzte Grünstrukturen kühlen ganze Gemeinden. Bäume, begrünte Dächer und Fassaden, Parks und Wasserflächen wirken zusammen als blau-grüne Infrastruktur: Sie beschatten Flächen, verdunsten Wasser, senken die Lufttemperatur und verbessern die Luftqualität. Begrünung braucht Zeit, zahlt sich aber mehrfach aus: Sie sorgt für niedrigere Temperaturen, bessere Luft, mehr Artenvielfalt und schafft Räume, in denen sich Menschen gerne aufhalten.

Hitzevorsorge: Pflicht statt Kür
Mit dem 2024 in Kraft getretenen Klimaanpassungsgesetz ist Hitzevorsorge erstmals bundesrechtlich verankert. Bund, Länder und Kommunen stehen damit in der Verantwortung, zu handeln. Eine aktuelle Untersuchung des Umweltbundesamts zeigt, dass 41 Prozent der Kommunen bereits Maßnahmen umgesetzt haben. Fast ebenso viele planen konkrete Schritte. Gleichzeitig verfügen nur 12 Prozent über ein formales Klimaanpassungskonzept. Die Diskrepanz zwischen einzelnen Maßnahmen und strategischer Planung bleibt damit groß und wächst mit jeder weiteren Hitzewelle. Hitze ist kein Wetterereignis mehr, das man aussitzt. Sie ist für Kommunen eine zwingend notwendige Planungsaufgabe.

Mobile Geräte vor Hitze schützen – sinnvolle Tipps

1. August 2024

Gestern war der heißeste Tag in Bayern in diesem Jahr. Bei der derzeitigen Hitzewelle habe ich zwei Arbeitsplätze: Einmal im abgedunkelten Arbeitszimmer, einmal auf der Terrasse. Gerade bei der Arbeit unter freien Himmel muss ich auf die Akkus meiner mobilen Geräte MacBook Pro, iPad und iPhone achten. Ich hab mich mal beim TÜV umgehört, auf was zu achten ist und ob ich mich richtig bei der Arbeit im Freien verhalte.

Die Sommerhitze kann mobilen Geräten stark zusetzen. „Für akkubetriebene Geräte ist eine Temperatur zwischen 10 und 30 Grad Celsius ideal“, sagt Dr. Hermann Dinkler, Brandschutzexperte beim TÜV-Verband. „Bei sehr hohen Temperaturen und falscher Handhabung kann es im schlimmsten Fall zu Unfällen mit Personenschäden kommen.“ Um eine Überhitzung mit gefährlichen Folgen zu vermeiden, sollten Verbraucher ihre Geräte vor extremen Temperaturen schützen.

In den meisten mobilen Geräten sind moderne Lithium-Ionen-Akkus verbaut. Sie zeichnen sich durch eine hohe Effizienz und Leistungsdichte aus. „Hohe Temperaturen schaden vor allem den flüssigen Elektrolyten in den Akkus und führen zu massiven Leistungsverlusten“, sagt Dinkler. „Bei großer Hitze kann der Akku überhitzen, sich aufblähen und im schlimmsten Fall explodieren.“ Auch die Flüssigkristalle im Display, die Prozessoren und das Gehäuse eines Smartphones können durch direkte Sonneneinstrahlung zum Teil dauerhaft geschädigt werden. Wird das Display zu heiß, macht sich das durch ein Flimmern der Anzeige oder dunkle Flecken bemerkbar. „Besonders problematisch ist es, wenn mobile Geräte in aufgeheizten Autos liegen gelassen werden, vor allem auf dem Armaturenbrett. Im Fahrzeuginneren können schnell Temperaturen von über 50 Grad Celsius erreicht werden, was zu irreparablen Schäden an den Geräten führen kann“, warnt Dinkler.

Um mobile Geräte vor Hitze zu schützen, sollten sie im Schatten oder in einer kühlen Umgebung aufbewahrt werden. Um direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden, sollte das Smartphone am besten im Zimmer bleiben oder in einer Tasche oder einem Rucksack verstaut werden, die nicht in der prallen Sonne stehen. Es ist ratsam, das Gerät mit einem oder besser mehreren Tüchern oder Kleidungsstücken abzudecken. Auf Spiele und Videos sollte an heißen Tagen verzichtet werden, da diese Anwendungen das Smartphone stark beanspruchen und zusätzliche Wärme erzeugen. Nicht benötigte Programme und Funktionen sollten deaktiviert werden, um die Wärmeentwicklung weiter zu reduzieren. Das schont sowohl den Prozessor als auch den Akku.

„Während des Ladevorgangs müssen Verbraucher darauf achten, dass das Gerät nicht überhitzt. Es empfiehlt sich, mobile Geräte in den kühleren Morgen- oder Abendstunden und keinesfalls in der prallen Sonne zu laden „, sagt Dinkler. „Außerdem ist es ratsam, Handy oder Tablet vor dem Laden auszuschalten oder in den Flugmodus zu versetzen,

Auch das Entfernen der Handyhülle und das Anlehnen an eine feste Stütze tragen zur besseren Luftzirkulation und damit zur natürlichen Kühlung bei. Mobile Geräte bei Hitze in der Hosentasche zu tragen, kann gefährlich werden: „Bei Hitzeentwicklung des Akkus kann es zu Verbrennungen kommen“, sagt Dinkler.

Die meisten modernen Geräte schalten sich bei Überhitzung selbst ab. Geschieht dies nicht automatisch, sollten Verbraucher:innen das Gerät manuell ausschalten und abkühlen lassen. Dabei sollte das Gerät niemals in eine Kühlbox oder den Kühlschrank gelegt werden. Dadurch kann sich Kondenswasser bilden, das das Gerät beschädigt.

„Wenn ein akkubetriebenes Gerät zu brennen beginnt, entstehen giftige Dämpfe“, warnt Dinkler. „Verbraucher sollten sich in diesem Fall sofort entgegen der Windrichtung in Sicherheit bringen und die Feuerwehr rufen. Der Kontakt mit den gesundheitsschädlichen Dämpfen ist zu vermeiden. Deshalb ist auch zur eigenen Sicherheit von Löschversuchen abzuraten.“

Die Lebensdauer eines Akkus kann durch richtige Pflege und Wartung erheblich verlängert werden. Akkus sollten weder vollständig entladen noch überladen werden. Der ideale Ladezustand liegt zwischen 30 und 70 Prozent. Bei den Apple-Geräte kann man „Verbraucher sollten ausschließlich qualitativ hochwertiges Zubehör verwenden, das mindestens über das CE-Kennzeichen, besser noch über das GS-Zeichen oder ein Siegel einer unabhängigen Prüforganisation wie der TÜV verfügt“, sagt Dinkler. Die Schnellladefunktion sollte nur mit Originalzubehör genutzt werden, da sonst die Lebensdauer der Akkus beeinträchtigt werden kann.