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Meine Eindrücke zum Deutschen Computerspielpreis

26. April 2016

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Spaß hat es auf jeden Fall gemacht und ich bin dankbar, dass ich zum Festabend des Deutschen Computerspielpreises eingeladen wurde. Die Veranstaltung ist zwar schon ein paar Tage her, aber mir immer noch in guter Erinnerung. Für mich war es das erste Mal – und ich hoffe, es war nicht zum letzten Mal. Es war eine schöne Gala mit anschließender Party – alles fand in der futuristischen BMW-Welt in München statt. Bayern zeigte Stil und schindete mit der Location Eindruck. Der Ort der Verleihung wechselt jährlich zwischen Berlin und München – und 2016 war die bayerische Landeshauptstadt wieder an der Reihe. Gut so.


Jetzt kenne ich einige Fachpreise, hab sogar einige Fachauszeichnungen selbst organisiert und ich dachte, der Deutsche Computerspielpreis ist eine ähnliche Fachveranstaltung für die Branche. War es im Grunde auch, aber von Fachlichkeit war an dem Festabend nichts zu spüren. Es wurde fast kein Wort über Shader, Lightning, Pixels, Polynone, CGI verloren, sondern es bliebt alles an der Oberfläche. Es war mehr eine Show und eine Darbietung als eine Fachauszeichnung. Wahrscheinlich wollten dies die Veranstalter und ich bin mit falschen Erwartungen in die BMW-Welt hingegangen. Als ich mich mit Show, und Glamour abgefunden hatte, gefiel es mir sehr gut. Ich habe gleich viele Selfies von mir gemacht.

Mario Kart-Fahrer Dobrindt
Der von den Branchenverbänden BIU e.V. und GAME e.V. gemeinsam mit dem Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Bundesminister Alexander Dobrindt, getragene Preis ist eine Initiative der deutschen Politik und Wirtschaft. in 14 Kategorien werden herausragende deutsche Spieleproduktionen ausgezeichnet. Ich hatte meine Einladung aber weniger dem Minister zu verdanken als vielmehr seiner Staatssekretärin Dorothee Bär. Ich kenne Dorothee Bär seit einigen Jahren, kannte sie noch als sie Dorothee Mantel hieß. Immer wieder kreuzen sich unsere Wege und Dorothee Bär setzt sich massiv für die Digitalisierung der bundesdeutschen Gesellschaft ein. Sie ist zudem auch eine überzeugte Gamerin und es lässt sich mit ihr exzellent fachsimpeln.

Der Verkehrsminister im virtuellen Auto.

Der Verkehrsminister im virtuellen Auto.

Insgesamt war in der BMW-Welt viel Politik am Start. Die Rede von Verkehrsminister Alexander Dobrindt war gut geschrieben. Ich weiß zumindest jetzt, dass er ein Mario Kart-Fan ist. Das ist doch schon mal was und er bekommt bei all der Diskussion um Maut hier einen Pluspunkt. Wir Mario Kart-Fahrer müssen zusammenhalten, aber ich hoffe es stimmt nicht, dass Dobrindt Mario Kart nur mag weil er Verkehrsminister ist. Für den Bundesverkehrswegeplan hätte ich ein paar Vorschläge. Ich habe die Rede von Dobrindt via Periscope live gestreamt und in YouTube eingestellt.

Standortförderin Aigner
Gut in der anwesenden Community kam auch die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner an. Sie ist zugleich Medienministerin und muss die schwierige Aufgabe Medien und Wirtschaft lösen. Mit ihrer Rede hat sie es gut gemacht und konnte beim Publikum punkten ohne sich anzubiedern. Hier ein 360 Grad Video von mir von ihrer Rede.

Schwarze Witwe Dorothee Bär legt nach
Ja und natürlich durfte Dorothee Bär auch etwas sagen, schließlich verdanken wir ihrem Engagement den Deutschen Computerspielpreis. Ihre Rede war extrem launig. Lob gebührt ihr auf jeden Fall für das wunderschöne Kleid, das sie an dem Abend trug. Zwar meinte ihr Minister das Kleid sei das Modell Schwarze Witwe, aber was weiß Alexander Dorbindt im Nadelstreifenanzug schon über Mode. Mit einem gelungenen Bullshit-Bingo feierte sie die Branche und es tat gut, diese Worte zu hören.


Dass nicht alles glatt lief, zeigte sich bei einer Unklarheit, wann welche MAZ eingespielt wird. Hier zeigte Dorothee Bär wer das sagen hat: Mit den Worten „Wer das Mikro auf der Bühne hat, der bestimmt“ hatte die Politikerin aus Franken die Sympathien auf ihrer Seite. Gut gesprochen. Hier ein 360 Grad Video von mir von ihrer Rede.

Gewinner und Laudatoren und ein wenig Kritik
In gleich zwei internationalen Kategorien und beim Publikumspreis setzte sich „The Witcher 3: Wild Hunt“ des polnischen Entwicklers CD Projekt RED durch. Ich muss zugeben, ich fand The Witcher 3 nicht den Hit, bin wohl aber nicht die Zielgruppe.

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Weitere Preise wurden unter anderem von YouTube-Star LeFloid, Komiker Kaya Yanar und Schauspieler Antoine Monot jr überreicht. LeFloid ist zumindest ein Experte in Sachen Games, durch seine Let’s Plays kennt ihn die Nachwuchsbranche. LeFloid war mir etwas zu schnell. Komiker Kaya Yanar und Schauspieler Antoine Monot jr waren extrem sympathisch. Ein Fachmann aus der Gamesbranche wäre wir lieber gewesen.

Kritik von meiner Seite gibt es nur an der Musik. Die Band Mia spielte auf, kam auch sehr gut beim Partypublikum in München an, aber für meinen Geschmack passte die Musik nicht zu einem Fachpreis. Ich hätte Gamesmusik vorgezogen. Auch das ist eine Kritik am Preis: Der Komponisten von Soundtracks sind so enorm wichtig für den Erfolg eines Spiels und Spielsoundtracks haben unter Kennern große Erfolge. Geniale Komponisten wie Chris Huelsbeck hätte ich gerne auf der Bühne des Deutschen Computerspielpreises gesehen. Übrigens, hier die Gewinnerliste des Preises.

Förderungen der Bundesländer
Als „Bestes Serious Game“ hat das interaktive Echtzeitspiel „Professor S.“ aus Berlin den Deutschen Computerspielpreis 2016 gewonnen. Das vom Medienboard im Bereich „Innovative Audiovisuelle Inhalte“ geförderte Spiel ist zusammen mit sieben Berliner Grundschulen entwickelt worden und wird bereits in über 50 Schulen deutschlandweit im Unterricht eingesetzt. Der Rahmen des Spiels mit ständig wachsenden Varianten ist die Zeitreise des „Professor S.“, von dem die Schüler Aufgaben erhalten. Indem sie in Dialog mit den Figuren treten, werden sie selbst Teil des Abenteuers und tragen aktiv zum Verlauf der Erzählung bei.
Helge Jürgens, Geschäftsführer Standortentwicklung Medienboard Berlin-Brandenburg: „Mit Professor S.´ ist es Jan von Meppen und seinem Team von LudInc gelungen ein Game zu entwickeln, durch das Schüler den Umgang mit digitalen Inhalten lernen, und gleichzeitig dazu animiert werden Aufgaben in der realen Welt zu lösen.“
Der bereits vielfach preisgekrönte 2D Puzzle Platformer „Typoman“ (Brainseed Factory) aus Bonn, in dem sich der Spieler durch eine Welt aus Buchstaben und Wörtern bewegt, überzeugte die Jury in der Kategorie Beste Inszenierung. Die Film- und Medienstiftung NRW förderte das Konzept und den Prototyp von „Typoman“ im Bereich Innovative Audiovisuelle Inhalte mit insgesamt 75.000 Euro.
Der Preis für das beste Kinderspiel 2016 wurde an „Fiete Choice“ von Ahoiii Entertainment vergeben. Die Kölner Kinderspieleentwickler teilen sich den Preis mit „Shift Happens“ von Klonk aus München. Der dritte Preis in der Kategorie Bestes Nachwuchskonzept ging an die TH Köln mit ihrem point-and-click Adventure „Leaves“.

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„Drei Auszeichnungen nach NRW – ein toller Erfolg für die hiesige Gamesbranche! Wir gratulieren allen Preisträgern, besonders natürlich den Teams von ‚Fiete Choice‘, ‚Leaves‘ und ‚Typoman‘. Mit dem Gewinn in der Kategorie ‚Beste Inszenierung‘ setzt ‚Typoman‘ seine Erfolgsserie bei Preisverleihungen weiter fort.“ Bundesminister Alexander Dobrindt überreichte den Preis für das Beste Deutsche Spiel an das Mainzer Entwicklerstudio von Blue Byte für „Anno 2205“. Hauptsitz von Blue Byte ist in Düsseldorf.
Hier sieht man, wie wichtig Standortpolitik im Gamesbereich ist. Spieleentwickler sind eine ernstzunehmende Größe im deutschen Wirtschaftsleben. Da wollen auch die Bayern nicht zurückstehen. Im April öffnet die FFF Bayern ihre Förderschatulle und verteilte Steuergelder. Der Games-Vergabeausschuss hatte zum ersten Mal in diesem Jahr getagt und entschieden, fünf Games mit einer Gesamtsumme von 310.000 Euro zu unterstützen. Darunter zwei Spiele, deren Prototypen bereits gefördert worden sind und die jetzt produziert werden. Alle Spiele befassen sich mit dem künftigen Zusammenleben auf unserem Planeten.
Die Produktion dreier Spiele wird mit insgesamt 270.000 Euro unterstützt: Das Online-Echtzeitstrategiespiel Submerge (Iceberg Studios, 120.000 Euro), deren Prototyp bereits gefördert wurde, ist ein innovativer Mix aus Massive Online Battle Arena (MOBA) und Real Time Strategy, in dem die Spieler nach einer Klimakatastrophe um ihr Überleben kämpfen und sich in Planung, Taktikund Strategie mit ihren Gegnern messen müssen. Ebenfalls in Produktion geht das Online-Rollenspiel Das Tal (Fairytale Distillery, 100.000 Euro), in dem sich die Spieler in einem fantastischen Wüstental gemeinsam mit anderen Bewohnern arrangieren müssen, um eine nachhaltige Zivilisation aufzubauen. Der FFF hat bereits den Prototypen von Das Tal gefördert. Im rundenbasierten GPS-Artillery-Multiplayer Steampumkins (United Soft Media Verlag, 50.000 Euro) fungiert die Erde als Spielfläche, auf der der Spieler mit Früchten als Schusswaffe den realen Standort des jeweils anderen Spielers irgendwo auf der Erde treffen muss. Dabei werden das räumliche und das geographische Vorstellungsvermögen geschult.
Die Entwicklung zweier Konzepte, die sich beide mit der Zukunft unseres Planeten befassen, wird mit insgesamt jeweils 20.000 Euro gefördert: Das Action Adventure Modern Conquistadores für Windows (Conquista Games) versetzt den Spieler in ein Erkundungsteam im Jahr 2032, das Kontakt mit den Aliens aufnehmen und den Planeten erforschen soll. Das Simulationsspiel Food Corp.Tycoon (Thera Bytes) spielt im Jahr 2040 und handelt von der Ernährungs-Apokalypse, während derer der Spieler für seine und die Gesundheit der Bewohner verantwortlich ist.

Crowdfunding – ich finde es super interessant

14. März 2014

Ich finde die Idee des Crowdfundings über das Netz sehr interessant. Es handelt sich um eine Schwarmfinanzierung. Wer eine Idee und einen Plan hat, kann im Netz für sein Projekt Geld sammeln.

Ich habe neulich mit einem hohen bayerischen Bankenmenschen gesprochen. Er sieht  die Sache freilich kritisch. Es laufen ihm die kreativen Kunden davon. Früher entschied die Bank, ob ein Erfinder Geld bekam oder nicht. Es mussten Sicherheiten präsentiert werden und so manche Idee blieb auf der Strecke, weil die Idee alleine bei Banken nicht immer ausschlaggebend ist,

Das Netz hat diese Welt geändert. Im positiven Sinne: Wenn jemand von seiner Idee überzeugt ist, dann kann er die Werbetrommel rühren und Geld sammeln. Es kommt auf seine Vernetzung an. Crowdfunding übers Netz funktioniert nur, wenn man logischerweise richtig vernetzt ist und die richtige Plattform wählt.

Für mich ist Crowdfunding außerdem die beste Art von Marktforschung. Potenzielle Kunden bekennen sich bereits am Anfang zu einem Produkt. Ich spare mir als Erfinder eine teure und umständliche Marktforschung, bei der nur andere verdienen und ich zahlen muss. Beim Crowdfunding liegt es am Erfinder selbst, ob er genügend Unterstützer aktivieren und vor allem überzeugen kann. Dies geschieht mit ausführlichen Projektbeschreibungen, Texte, Zeichnungen, Bilder und einem Videoclip.

Allerdings ersetzt Crowdfunding nicht das betriebswirtschaftliche Wissen um ein Projektt. Dieses Knowhow haben die Banken über Jahre gesammelt. Und hierauf setzen die Banken weiterhin.

Dennoch habe ich bei einigen Crowdfunding-Projekten mitgemacht. Bei einigen Plattformen bin ich dabei und habe für mich interessante Projekte unterstützt. Ein paar sind gescheitert, aber einige wurden verwirklicht. Bisher die besten Projekte für mich habe ich bei der Plattform Kickstarter gefunden. Regelmäßig schaue ich die App nach interessanten Angeboten durch und ich bin begeistert, auf welche Ideen die Leute kommen.

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Mein erstes Projekt war eine CD-Edition von Chris Huelsbeck, den ich seit meinen Commodore-Zeiten als Musikant verehre. Er brachte eine CD-Box seines Klassikers Turrican Soundtrack Anthology über Kickstarter in meine Hände. Als Unterstützer, Backer genannt, bekam ich zudem noch ein Autogramm. Huelsbeck brachte 175.534 US-Dollar zusammen, er benötigte nur 75.000 US-Dollar. Vielleicht hätte Chris Huelsbeck das Geld für seine CD-Box auch über klassische Finanzierungswege zusammen bekommen. Aber über Crowdfunding machte es mehr Spaß und ich sehe als Unterstützer immer den Fortgang der Dinge. Übrigens, die CD-Box ist eine Offenbarung für Retro-Fans.

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Es folgten weitere Projekte, bei denen ich mitmachte. Da war beispielsweise ein Retro-Kartenspiel mit alten Computermodellen  – ich habe darüber gebloggt. Als Fan alter Rechner war ich von der Idee begeistert, schließlich brachte ich einstmals auch Retro-Kalender heraus.

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Dann wird hoffentlich irgendwann ein Panoramakopf für meine Nikon geliefert, der eigentlich vor über einem Jahr fertig sein sollte. Meine Panorama-Leute sammelten 412.998 US-Dollar – brauchen aber nur 50.000 US-Dollar für die Produktion. Bei diesem Projekt habe ich gelernt, dass die Zeitangaben in den Projekten nicht immer richtig sind. Bei der Verwirklichung der Projekte kann es natürlich zu unvorhersehbaren Zwischenfälle kommen.

In Produktion ist gerade ein Buch des großen Rockfotografen Elliott Landy mit Aufnahmen von The band. Landy bekam 193.626 US-Dollar zusammen, brauchte 65.000 US-Dollar. Das Buch über die große amerikanische Band ist derzeit im Druck.

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Im Moment habe ich beim Neil Youngs Hardware-Projekt Pono mitgemacht. Zum Zeitpunkt dieses Blogs sind 2.240.093 US-Dollar eingegangen und benötigt werden nur 800.000 US-Dollar. Und das Projekt läuft noch einige Zeit. Auf jeden Fall kann der Musikplayer produziert werden. Er soll einen fetten, glasklaren Sound liefern. Als Musikfan kann ich diese Initiative von Neil Young nur unterstützen. Im Oktober 2014 soll ich meinen Pono Player mit einem Autogramm der Woodstock-Kameraden Crosby, Still und Nash in den Händen halten.

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Ein Typ wie Neil Young hat natürlich PR en Masse. In seinem Unterstützungsvideo treten berühmte Musiker auf. Unbedingt mal ansehen, auch wenn man keinen Player braucht.

Nachdem ich als Unterstützer nun zahlreiche Projekte begleitet habe, überlege ich einmal selbst ein Projekt über Crowdfunding zu finanzieren. Die Möglichkeit gibt es, also ergreifen wir einmal die Gelegenheit.

Buchkritik: Extraleben von Constantin Gillies

17. Februar 2010

Gerne bin ich ein Vertreter der typischen C 64-Generation. Ich bin mit dem Commodore C 64 aufgewachsen und habe meine ersten IT-Schritte mit diesem Heimcomputer gemacht. Erst später wurde aus dem HC ein PC. Ich war in der Schule und die Diskussion drehte sich um die Frage: VC 20 oder C 64? Bevor ich diese Frage für mich entschieden habe, kam erst mal der ZX 81 von Sinclair an die Reihe. Das Ding hatte eine Gummitastatur. Dann überzeugte ich meine Eltern und bekam einen C 64 mit Datasette, weil das Diskettenlaufwerk zu teuer war. Später kam noch ein 4-Farb-Plotter dazu durch einen seltenen Zufall. Wir waren als Bayern in Urlaub an der Nordsee-Küste und ein Computerladen hatte den Plotter mit 99 DM falsch ausgezeichnet. Das Ding kostete sonst mehrere hundert Mark. Ich musste meine Hauspostille, das 64er Magazin kaufen und meinen Papa die hochpreisigen Plotter-Anzeigen zeigen, dann griffen wir zu.
Der Rechner, Datasette und Plotter stehen heute im Keller, eingemottet in einen Karton. Heute greife ich vielmehr zu einem netten Buch aus dem Jahr 2008. Extraleben. Ich habe die Taschenbuchausgabe aus dem vorbildlichen CSW-Verlag an einem Wochenende verschlungen, immer wieder herzhaft gelacht, mich selbst erkannt, den Kopf geschüttelt, mich verflucht, mich geärgert und alles mit einem Grinsen im Gesicht. Ein Abenteuerroman für die „Generation Commodore 64“ heißt der Untertitel, also genau für mich. Autor Gilles spielt mit den Archetypen meiner Zeit. Und er ist ein guter Beobachter. Er stellt die Fragen, die ich mir einst auch gestellt habe. Darunter die brennende Frage meiner Zeit: „Gibt es wirklich einen E.T.-Friedhof?“ Ich Depp hatte mir auch das Spiel von Atari gekauft und es war der letzte Mist. Bis heute habe ich das Spiel nicht verstanden. So wie mir ging es auch anderen und es sprach sich rum: Das Spiel blieb wie Blei in den Regalen liegen und Atari bekam massive Probleme. Die Legende sagt, dass Tausende Kopien des Spiels irgendwo in den USA vergraben wurden. Diesen E.T.-Friedhof zu finden war eine Aufgabe in meiner IT-Jugend, ähnlich wie die Suche nach dem Heiligen Gral im Mittelalter.

Extraleben von Constantin Gillies

Und heute? Heute sind wir alte Säcke. Wir erzählen uns wie die beiden Akteure im Buch „Extraleben“ die Geschichten von früher in dem Bewusstsein, dass sich alle des Tatbestands bewusst sind, dass wir alle die Geschichten zum 1000x gehört haben. Das Buch ist für Fans von früher, für alle meine Freunde, die in den 80ern den Computer für sich entdeckt haben. Es ist ein Buch für alle, die Spaß an alten Geschichten haben, die den Charme eine Spielehalle erlegen sind und für die Asteroids und Defender Wahnsinnsspiele waren. Übrigens, auf der Website des Verlages, gibt es Leseproben als PDF und ein schönes Hörbuch mit einem Kapitel. Es liest Komponist Chris Huelsbeck.