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Gamescom 2019 – Wegweisend: Virtual Boy: Eine gescheiterte Konsole

29. August 2019
Mein Highlight auf der Gamescom 2019: Der Virtual Boy

Mein Highlight auf der Gamescom 2019: Der Virtual Boy

Ein Teil der Gamescom 2109 war für Retrospiele und Konsolen ausgelegt. Und da fand ich den Virtual Boy. Immer wieder habe ich über den Virtal Boy von Nintendo gelesen, immer wieder habe ich die Konsole gesehen. Aber ich habe die Konsole noch nie in Betrieb gesehen – bis zur Gamescom 2019.

Der Virtual Boy war die erste VR-Brille für den Konsumenten und sie floppte auf ganzer Linie. Und dennoch war das Teil enorm wichtig für den heutigen Spartentrend VR-Spiele. Bei mir zu Hause spiele ich im Moment mit der Sony VR.

Am Stand von classic-videogames stand also der Virtual Boy, eine von 770000 verkauften Exemplaren. Anders als die heutigen VR-Brillen trägt man den Virtual Boy nicht auf dem Kopf wie eine Art Tauchermaske. Das System steht vielmehr auf einem Gestell auf dem Tisch und der Spieler muss sein Gesicht in die Brille einpassen. Ich komme mir vor wie beim Augenarzt. Die beiden Displays sind 224 rote LED auf schwarzem Grund. Das System war nur in den USA und in Japan offiziell erhältlich und konkurrierte mit dem Nintendo 64 und der ersten Playstation.
Und als Spiel war Vertical Force geladen. Mario Tennis war das erfolgreichste Spiel auf dem Virtual Boy, aber auf der Gamescom kam Vertical Force zum Einsatz. Vertical Force ist ein vertikal scrollender Shooter mit zwei Ebenen für das Videospielsystem Virtual Boy von Nintendo. Es wurde von Hudson Soft entwickelt und 1995 veröffentlicht. In dem Spiel ist es möglich, zwischen Vordergrund und Hintergrund zu wechseln, da Gegner und Powerups in beiden Ebenen zu finden sind. Auf Knopfdruck konnte der Spieler sein Raumschiff eine Ebene nach unten versetzen und dort Gegenden bekämpfen oder Extras einsammeln, während weitere Gegner vorbeiflogen. Auch muss der Spieler aufpassen, an welcher Stelle er die Ebene wechselt, da er sonst mit Wänden und Böden kollidiert.

Der Virtual Boy leidet aber den monochromen Rottönen und an der unangenehmen Sitzposition, welche zum Teil schon 1995 für den Flop der Konsole sorgten. Trotz dieser Probleme ist der Virtual Boy eigentlich eine akzeptable Konsole und stellte die erste VR Brille für Endkonsumenten dar. Für Nintendo war der Virtual Boy eine Lehre, wie eine 3D Konsole zu gestalten ist, was die Entwicklung des Nintendo 3DS beeinflusste.
Zudem gab es immer wieder den Vorwurf, dass das System Kopfschmerzen verursachte. Das konnte ich beim Spiel nicht bestätigen. Kopfschmerzen bereitete mir eher die hackelige Steuerung mit dem Joystick. Diese Probleme habe ich auch heute noch mit den modernen VR-Systemen. Ich brauche immer eine Zeit, bis ich mich an die Steuerung der Sony VR gewöhnt habe.

Gamescom 2019 – historisch: Computer in der DDR

26. August 2019
Buchautor René Meyer (r) im Gespräch mit Matthias J. Lange

Buchautor René Meyer (r) im Gespräch mit Matthias J. Lange

Den C64, den ZX 81, den Schneider Joyce kennen viele – gemeinsam haben diese Retromaschinen, dass sie auf der westlichen Seite des eisernen Vorhangs erhältlich waren. Doch wie sah die Computerszene im deutschen Osten aus?

Wenn ich ehrlich bin, kenne ich nur Robotron als DDR-Firma, die Computer herstellte. Meine Verwandtschaft in der DDR hatte wohl  mal an der Uni damit gearbeitet, aber ich habe nie auf einem Robotron getippt. Aber es gab drüben noch viel mehr Maschinen, von denen ich nichts wusste. Bisher, denn diese Wissenslücke schließt jetzt René Meyer mit seinem Buch Computer in der DDR.

Auf der Gamescom 2019 in Köln stellte René Meyer sein Buch vor und wir trafen ihn in der Retro-Halle zum Interviews. Seit Jahren stehe ich mit René via Facebook in Kontakt, persönlich habe ich den Kollegen noch nie. Das sollte sich dieses Mal auf der Gamescom ändern. Mit gelben Hemd und Strohhut zog er durch den Retro-Bereich und ich sprach ihn an. Freundlich die Reaktion, er hatte sogar ein Buch für mich dabei, signierte es und hatte auch kurz Zeit für ein Videointerview mit Lärm der Gamescom. 

Mikroelektronik war einer der Schlüssel des technologischen Fortschritts und des Exports. Auf beides war die DDR angewiesen, um als Industrienation zu überleben. Die Fachleute in Wirtschaft und Politik wussten das sehr genau. Und dieses Ziel wurde mit dem Einsatz hoher Investitionen verfolgt. Dennoch blieb die DDR um mehrere Jahre hinter dem Weltniveau zurück. Die Produkte waren zu teuer und ließen sich nicht in den notwendigen Mengen produzieren. Was erfunden, was produziert und was schließlich die Betriebe und Konsumenten erreichte, davon gibt René Meyer in seinem Buch einen Überblick. Zudem zeigt er auf 145 Seiten wie die nachgebauten Mikroprozessoren, der Bildungscomputer BIC und der Spieleautomat Poly-Play funktionierten. 

Poly-Play in Aktion

Auf der Gamescom gab es u.a. Auch einen Poly-Play zu sehen, in einer seltenen tschechischen Ausgabe. Poly-Play entstand 1984, der auf einem ZX81 und Atari 2600 inspiriert wurden. Der Automat wurde im VEB Poly Technik Karl-Marx-Stadt entwickelt. ES konnten bis zu zehn Spiele auf dem Automaten gespielt werden. Insgesamt wurden 2000 Geräte hergestellt.  

Kostenloses Buch Computer in der DDR

Das Buch Computer in der DDR ist für mich ein wichtiger Beitrag der Technik- und IT-Geschichte und darüber hinaus ein lesenswerter Input zur medialen Kulturgeschichte. 

René Meyer ist ein Profi in der Welt der Videospiele. Über 60 Bücher zum Thema hat bereits veröffentlicht und viele kennen ihn als Betreiber des „Haus der Computerspiele“, einer Wanderausstellung mit über 25.000 Exponaten aus der Geschichte der Computer- und Videospiele. Seine Sammlung von Spielekonsolen wurde in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen. Für die Gamescom organisierte er die Retro-Halle. 

Signiert vom Autor Buchautor René Meyer

Signiert vom Autor Buchautor René Meyer

Das Buch Computer in der DDR wird kostenlos von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen (lzt) abgegeben – Bestellungen hierBestellungen hier. Es werden 5 Euro für den Versand berechnet. René Meyer hat eineinhalb Jahre an dem Buch recherchiert. 

Gamescom 2019 – das Skurrilste: King Kong zockt Donkey Kong

25. August 2019
King Kong spielt Donkey Kong.

King Kong spielt Donkey Kong.

Völlig skurrile Situation auf der Gamescom 2019 in Köln: Ein Affe spielt ein Affenspiel. King Kong und seine weiße Frau zockten den Klassiker Donkey Kong.

Als Fan von Retro-Games hielt ich mich auf der Gamescom sehr viel in der Retro-Halle auf und streifte durch die Stände mit Heimcomputern und Retrokonsolen. Am Ende der Halle waren Spielhallen-Maschinen aufgebaut. Eine Arcade-Maschine war stand auf einmal im Mittelpunkt. Zudem war Gejohle und Gegrunze zu vernehmen. Auf dem Spielautomat Donkey Kong lag eine aufblasbare weibliche Sexpuppe mit blonden Haar. Davor ein Gorilla, der hochkonzentriert die Knöpfe drückte. Der Affe spielte Donkey Kong und hatte für ein paar Minuten keine Augen für seine weiße Frau. 

Die Donkey-Kong-Spiele gehören neben Super Mario, Pokémon und The Legend of Zelda zu den erfolgreichsten Videospielreihen von Nintendo. Ich spielte als Kind unter anderem eine Version auf meinem Commodore 64. Donkey Kong stellt einen erwachsenen Gorilla mit braunem Fell dar. Der Gorilla hat die Frau Pauline entführt und Mario muss seine Pauline retten. 

1981 von Shigeru Miyamoto fertiggestellt, begründete das Arcade-Spiel Donkey Kong mit einem gleichnamigen Affen in der Hauptrolle das Genre der Jump ’n’ Runs und wurde zum zweiterfolgreichsten Automatenspiel aller Zeiten.

Unser Affe schaffte übrigens zwei Level, bevor er vergnügt mit der weißen Frau-Puppe die Szene verließ.