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Stranger Things – zwei Staffeln an zwei Tagen und nun?

7. Januar 2019
Stranger Things hat der Familie Spaß bereitet. Jetzt warten auf die dritte Staffel.

Stranger Things hat der Familie Spaß bereitet. Jetzt warten auf die dritte Staffel.

Zwei Staffel, zwei Tage – und jetzt sind wir durch. Die Netflix-Serie Stranger Things hat die Familie vor die Sendegeräte gelockt und wir haben uns die Mystery-Serie angeschaut. Für meine Frau und mich war es eine Zeitreise in die 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. 

Ich empfand diese Zeit damals als gräßliche Zeit, was mir durch Stranger Things wieder bewusst wurde, schließlich spielt die Netflix-Serie in der ersten Hälfte der achtziger Jahre. Meine Frau und ich sind in dieser Zeit sozialisiert worden, gingen zur Schule, machten unser Abi – wir sind quasi lebende Experten für diese Zeit. Und so sahen wir uns auch Stranger Things an: Wir suchten nach Anspielungen, Andeutungen, Andenken an diese Zeit unserer Jugend – und bei Stranger Things gibt es da sehr viel zu entdecken. Für meine Kinder war es einfach nur eine Unterhaltungsserie.

Staffel 1 top, Staffel 2 ok und bald Staffel 3

Inhaltlich werde ich nichts verraten. Für Juli 2009 wird die dritte Staffel angekündigt, die 1984/85 spielen soll. Wir sind gespannt. Staffel 1 fand ich prima, die zweite war durch verschiedene Handlungsstränge etwas verfahren und hier machten die Duffer Brüder, die als Regisseure fungierten, den gleichen Fehler wie bei Alien und seinem Nachfolger Aliens. Gab es in Teil 1 von Alien nur ein Xenomorph, so waren es in Teil 2 bei Aliens ganz viele Monster. So auch bei Stranger Things. Für Teil 1 reichte ein laufender vierbeiniger Sandwurm als Monster über acht Folgen, für Teil 2 mussten viele Monster über neun Folgen herhalten – da verliert das Böse seine Wirkung. 

Details der Achtziger Jahre 

Kommen wir nochmals zurück auf die Anspielungen in der Serie. Während die Gattin ein Auge auf die Frisuren, die Klamotte, das Make-up sowie die Musik der Serie legte, schaute ich mir die Zitate aus Kinofilmen an und achtete auf Videogames und andere Details, wie den damaligen Wahlkampf Reagan/Bush gegen Mondale/Ferraro. Geraldine Ferraro Kennt heute bei uns keiner mehr. Und in den Details haben sich die Macher wirklich Mühe gegeben. Sogar das Periodensystem im Chemie-Unterricht der Highschool zeigt die chemischen Elemente, die in der der damaligen Zeit entdeckt wurden. Es macht also richtig Spaß sich auch unter diesem Aspekt Stranger Things anzusehen. Es gibt genügend Blogs, die zeigen, welche Filme in der Serie zitiert werden, die muss ich nicht erst aufzählen.

Erinnerungen an PSI-Filme

Mich erinnerte Stranger Things an einen Zweig des Horrorfilms, von dem ich eigentlich immer mehr sehen wollte. Es handelt sich um den Bereich von PSI, Telekinese und Telepathie. Ich fand diese Ideen, eine Mischung aus Wissenschaft und Paranormalen, immer reizvoll. Viele meiner Lieblingsfilme stammen aus diesem Genre und Elf als Stranger Things nimmt diese Ideen wieder auf: Experimente, Labor, PSI und dann das Freisetzen der Kräfte.

Es gibt zahlreiche Filme um die Fähigkeiten, mit dem Geist Materie zu verändern. Der schlimmste Beitrag in der Filmgeschichte war wohl der Streifen „Der Typ mit dem irren Blick“ von 1982, „Zapped“ hieß das filmische Verbrechen im Original. Es ist eine typische Highschool-Komödie, bei denen Mädchen per Telekinse ausgezogen, Basketballspiele und Glücksspiele in Las Vegas gewonnen werden. Vergessen wir lieber diesen Film. 

Klassiker des Genres

Für mich als Horrorfan war dagegen der Film „Der Schrecken der Medusa“ einschneidend. Im leisen Film von 1978 spielen Richard Burton und Lino Ventura göttlich nebeneinander. Nach einem Mordanschlag liegt der Schriftsteller Jack Morlar im Koma, doch die Ärzte entdecken, dass sein Gehirn immer noch auf Hochtouren arbeitet und Katastrophen ausführt. der Schrecken der Medusa Ist absolut sehenswert.

Wenn es um Telekinese geht, dann darf der Horrorautor Stephen King natürlich nicht fehlen. Er schuf mit Carrie, Feuerkind und Dead Zone Klassiker der Horrorliteratur. Bei deren Verfilmungen gibt es Licht und Schatten. Carrie, 1976 von Brian de Palma, ist ein echter Schocker, die Neuverfilmung von 2013 ist weniger gut. Sissy Spacek, Piper Laurie, Amy Irving und John Travolta in Carrie – Des Satans jüngste Tochter spielen famos und die übernatürlichen Kräfte von Carrie White können heute immer noch faszinieren. 

Feuerteufel – Wenn Gedanken zündeln

Kings Roman Feuerkind wurde als Feuerteufel von Mark L. Lester 1984 verfilmt – eine Produktion von Dino De Laurentiis und das sagt schon alles. Lester drehte einst „die Klasse von 1984“ und hatte damit seinen Ruf weg. Tolles Thema, aber langweilig als B-Ware umgesetzt. Die Darsteller David Keith, die ganz junge Drew Barrymore, mein Serienschwarm Heather Locklear,Martin Sheen, George C. Scott und die schlimmste Krankenpflegerin der Filmgeschichte Louise Fletcher können mehr. Die Bluray-Fassung Der Feuerteufel ist übrigens umgeschnitten, während die DVD schlecht abgetastet und verstümmelt ist. Es geht um ein Mädchen, dass mit Gedanken Feuer entzünden kann. 

Dead Zone mit dem zweiten Gesicht 

Ein absolut leiser Horrorfilm, der gewaltig nachhängt, ist für mich Dead Zone aus dem Jahre 1983. Regie führte der göttliche David Cronenberg mit einem noch göttlicherem Christopher Walken als Hauptdarsteller. Johnny hat das zweite Gesicht und sieht den Atomkrieg bei einem Präsidentschaftsbewerber voraus. Er beschließt ihn zu töten. Das Zusammenspiel von Christopher Walken, Brooke Adams, Tom Skerritt, Herbert Lom und Martin Sheen ist wunderbar. Es gibt von dem Film eine neuere Bluray-Fassung The Dead Zone . Ich werde später über Dead Zone noch ausführlicher bloggen, denn der Film ist wirklich bemerkenswert. 

Teufelskreis Alpha und Scanners 

Da wir vorhin bei Brian de Palma waren, muss ich natürlich seinen PSI-Klassiker Teufelskreis Alpha von 1978 erinnern. Hier wird, bei einer göttlichen Musik von John Williams, das erste Mal mit der Idee gespielt mit Gedanken zu töten. Teufelskreis Alpha beeindruckt mit seiner leisen Erzählart. Diese Idee wird dann in dem Telekinse-Klassiker Scanners von David Cronenberg von 1981 wieder aufgegriffen und perfektioniert. Scanners ist ein absoluter Klassiker der Filmgeschichte – die folgenden Teile sind natürlich wieder Schrott. Es war der kommerzielle Durchbruch von Cronenberg und das Zerbresten von Köpfen gleich in den ersten Minuten des Films hat eindeutig Filmgeschichte geschrieben. All diese Filme und Ideen haben Eingang in Stranger Things genommen. Und jetzt gilt es die Zeit bis Juli 2019 zu überbrücken, wenn die dritte Staffel von Stranger Things läuft. Habt ihr Ideen, was ich ansehen soll?

Finger weg von Carrie und The Texas Chain Saw Massacre

18. September 2012

Nein, ich will davon nichts wissen. Nein, nein, nein – es soll zwei Neuverfilmungen geben, die ich absolut nicht brauche: Carrie und The Texas Chain Saw Massacre, letzterer noch dazu in 3D. Warum muss Hollywood alte Geschichten ausgraben, um sie in neuem Gewand einer jungen Zielgruppe zu präsentieren? Ja, es geht nur ums Geld verdienen. Warum investieren die Verantwortlichen nicht in neue Ideen, sondern müssen Klassiker kaputtmachen.

Beginnen wir mit Carrie. Die Originalverfilmung stammt aus dem Jahre 1976 und ist eine meiner liebsten Stephen King-Verfilmungen, wie ich es hier schon im Blog beschrieben hatte. Im März 2013 soll die Neuverfilmung des Klassikers Carrie – Des Satans jüngste Tochter von 1976 in die US-Kinos kommen. Viel ist noch nicht zu hören. Das Drehbuch stammt von Roberto Aguirre-Sacasa, Julianne Moore wird die verrückte Carries Mutter Margret White spielen und Chloë Moretz spielt die Carrie. Sie hat zwar bereits den Scream-Award 2010 bekommen, aber ich sage jetzt voraus: Gegen Sissy Spacek wird sie komplett verblassen.

Carrie - wunderbar dargestellt von Sissy Spacek.

Carrie – wunderbar dargestellt von Sissy Spacek.

Natürlich läuft die PR-Maschinerie schon auf Hochtouren. Moretz will ihr Image ändern und sich einen anderen Look verpassen. Außerdem soll der Film näher am Buch von Meister King sein und Blair Witch-Elemente enthalten. Blablabla. Schön, wenn es so ist, doch ich sage voraus, dass die Verfilmung kein Erfolg wird. Da kann sich Regisseurin Kimberly Peirce noch so anstrengen. Sie konkurriert mit Brian de Palma und sie konkurriert mit einer anderen Zeit. Das Buch und der Film mit Telekinese waren in den siebziger Jahren erfolgreich, gefolgt von Telekinse-Filmen wie Cronenberg Scanners oder de Palms Teufelskreis Alpha. Der Feuerteufel in den achtziger Jahren tat sich schon schwerer an der Kinokasse. Heute sind Vampire in, aber keine Teenager mit Geisteskräften.

Mein The Texas Chain Saw Massacre-Poster aus dem Keller.

Mein The Texas Chain Saw Massacre-Poster aus dem Keller.

Bleiben wir bei Teenagern und ihren Problemen. Warum in aller Welt braucht es eine Neuverfilmung von dem Terror-Film schlechthin? The Texas Chainsaw Massacre oder Blutgericht in Texas oder Kettensägenmassaker, wie die seltsamen deutschen Titel waren, hinterließ mich verstört im Kino. Tope Hooper brachte den Terror schlechthin auf die Leinwand (und ins Museum of Modern Art). Dabei zeigte der Film kaum blutige Szenen, deute viel an und vieles spielte sich im Kopf ab. Diese Art von Kopfkino war allerdings hammerhart. In vielen Ländern wurde der Film zensiert, geschnitten und wurde nur unter dem Ladentisch gehandelt. Auch in Deutschland war der Film lange Zeit verboten. Die Darstellung an Gewalt hatte sich bis dato keiner getraut zu zeigen. Seine Wirkung entfaltete der Film aber erst mit der wirren Musik von Hooper. Hier der schockierende Trailer von 1974, immer noch grausam.

Nach einigen Fortsetzungen (langweilig), kam es bereits 2003 zu einer Neuverfilmung, produziert von Michael Bay. Ich schaute ihn mir an, weil der Deutsche Marcus Nispel die Regie führte. Die Neuverfilmung spielte fett Kohle ein (107 Millionen US-Dollar), versetzte den Terror in die Neuzeit (mit zahlreichen Fehlern). Natürlich kam die Neuverfilmung nicht an die Atmosphäre des Werkes von1974 heran. Und nun? Jetzt wird die Motorsäge in 3D ausgepackt. Der Trailer lässt schlimmes vermuten. Leatherface muss ab Januar 2013 wieder ran, lacht irre und verhacktstückt nun Teenager in 3D. Nein danke, dass muss ich nicht haben.

Regie führte ein gewisser John Luessenhop (Taken) und die Darsteller sind Schauspielern Alexandra Daddario, Dan Yeager, Tremaine “Trey Songz” Neverson, Scott Eastwood, Tania Raymonde, Shaun Sipos, Keram Malicki-Sanchez, James MacDonald, Thom Barry, Paul Rae, Richard Riehle, Bill Moseley und Gunnar Hansen. Das Drehbuch hat Adam Marcus geschrieben. Story: Eine (junge) Frau kommt zu ihren Wurzeln zurück und siehe da – Leatherface wartet mit der Motorsäge. Die Story wird als Fortsetzung von 1974 verkauft – gähn. Hier der Trailer der 3D-Verfilmung.

Ich brauche diesen Film wirklich nicht. Für mich waren die Terrorfilme von Rob Zombie die einzig würdigen Nachfolger von Tope Hoopers Werk. Haus der 1000 Leichen (2003) fand ich irre und den Nachfolger The Devil’s Rejects (2005) grausam. Auch die Halloween-Varianten fand ich durchaus gelungen. Was wäre herausgekommen, wenn ein Irrer wie Rob Zombie sich des Stoffes von The Texas Chain Saw Massacre angenommen hätte? Aber er hat wohlweislich die Finger davon gelassen und seine eigenen Filme geschaffen.

Update (15.10-2012): Auf der Comic.com im Oktober 2012 hab es ein ausführliches Interview zu Carrie, dass ich nicht vorenthalten will:

Meine Liebings-Verfilmungen von Stephen King

15. Mai 2010
Große Wegwerfen ist gerade im Keller angesagt. Es fielen Hunderte von VHS-Videotapes auf den Müll. So entdecke ich beim Ausmisten ein paar Schätze, die ich lange nicht mehr gesehen habe. Und ich habe mir auch die Frage gestellt: Was ist eigentlich die beste Stephen King Verfilmung? Einstmals war ich ein großer King-Romane-Fan. Aber bei den Verfilmungen herrschte meist große Enttäuschung. Die Filme waren meist durchschnitt und brauchten nicht den Horror der Bücher in meinen Kopf. Wenn ich ehrlich bin, gab es für mich persönlich nur drei gute King-Verfilmungen. Und diese sind:
Shining (1980)
Dead Zone (1983)
Carrie (1976)

Shining ist meine Lieblings-King-Verfilmung.

Natürlich ist Shining von Meister Kubrick mein Liebings-King. Hier stimmt einfach alles, wenngleich in der Europa-Fassung eine halbe Stunde fehlt. Beim nächsten USA-Besuch werde ich mir die Komplettfassung auf Blu ray kaufen. Die Regiearbeit von Kubrick ist der Hammer: Schauspieler, Musik, Kamera, Licht, Set, Drehbuch – alles passt zusammen und dieser Film erzeugte bei mir wirklich Angst, auch wenn Autor Stephen King mit dieser Verfilmung nicht einverstanden war. Ich bin es. Shelley Duvall wurde von Kubrick in den Wahnsinn getrieben und dieser Film zeigt diese Pein schlechthin. Ab und zu ertappe ich mich dabei, dass ich auch „Here’s Johnny“ rufe.

Dead Zone ist Cronenbergs Beitrag in Sachen King-Verfilmungen.

Das Plakat von „Dead Zone“ hing bei mir als Jugendlicher eine Zeitlang im Zimmer. Es zeigte Christopher Walken mit dem Gewehr. Buch und Film langen nahe beieinander und die Regie von Terrorpapst David Cronenberg ist im Stil seiner kalten kanadischen Filme: Reduziert, kalt, ruhig und voller Emotionen. Eine Gabe ist ein Flucht – das kam in dieser unaufgeregten Verfilmung genial herüber. Leider habe ich bis heute nur drittklassige Veröffentlichungen auf DVD und werde daher meine Original-VHS-Cassette nicht wegwerfen. Christopher Walken spielt sich mit diesem Film in die Liga meiner Lieblingsschauspieler.

Ekel und Mitleid herrschen in Carrie vor.

Carrie von Brian de Palma war ein tolles Beispiel der siebziger Jahre. De Palma, der eigentlich ein Hitchcock für Arme war, zitierte immer wieder sein Idol. Anspielungen auf die „Bates High School“, die am Ende in Trümmer aufgeht, sind absichtlich. Schauspieler wie John Travolta und Sissy Spacek spielten in diesem ersten King-Roman aus dem Jahr 1974. Es gab schöne Filmeffekte wie die geteilte Leinwand und eine bezaubernde Piper Laurie spielte alle an die Wand. Schaurig schön war auch der Schockeffekt am Ende des Films, der später wieder bei American Werwolf aufgenommen wurde.
Ich bin mal gespannt, ob es andere King Fans mit anderer Meinung gibt.