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Filmtipp: Katakomben von John Erick Dowdle

22. Juli 2021

Nein, Katakomben wird den Abenteuer- und Horrorfilm nicht revolutionieren, aber ich muss zugeben, mir hat dieser Film Katakomben aus dem Jahre 2014 Spaß gemacht. Voraussetzung ist aber, dass man als Zuschauer sich auf den Film einlässt. Nun, ich muss zugeben, mich hat das Thema interessiert. Katakomben sind geheimnisvolle, beängstigende Orte – es sind Friedhöfe und damit eine spezielle Umgebung. Und der Film spielt eben die meiste Zeit in den unterirdischen Katakomben von Paris mit seinen sechs Millionen Leichen. Und da dieser Ort eng, zum Teil sehr eng ist, bereitet sich das Gefühl der Klaustrophobie im Film aus und überträgt sich in den besten Momenten auf den Zuschauer.

Hinzu kommt eine Abenteuergeschichte: Die Suche nach dem Stein der Weisen – ein bisschen Dan Brown, ein bisschen Indy Jones, ein bisschen Tomb Raider und das ist das Problem – von jedem ein bisschen, aber nichts wirklich schlüssiges, elegantes, was mir vor den Augen flimmert, oder vielmehr wackelt. Der Kamerastil ist eine Art Found Footages, den Blair Witch bekannt gemacht hat. So werden mit Wackelkamera archäologische Rätsel gelöst, andere erst gar nicht aufgeklärt und das dies in einem rasanten Tempo. Ein bisschen Dante hier, ein wenig Templer dort und fertig ist die Geschichte. Erst in den letzten 15 Minuten wandelt sich Katakomben zum Horrorfilm, der sich zuvor immer wieder angedeutet hat. Hier und da ein Schockmoment, den den klaustrophobischen Schauer unterbricht und gegen Ende kommt der Terror. Gehängte, Zitate von Jean Cocteau, Zeichnungen von Gustave Doré und alles auf dem Kopf gestellt. Katakomben ist kein großes Kino, aber 93 beängstigende Unterhaltung.

Unbedingt ansehen: Die Katakomben in Salzburg

28. August 2014

Ehrfürchtig besuchte ich vor kurzem die Katakomben von Salzburg. Ich wusste im Vorfeld, dass es sich bei diesem Ort nicht um eine Begräbnisstätte handelt (wie der Name vermuten lässt), sondern um einen frühchristlichen Versammlungsort. Entsprechend war ich neugierig. Die Katakomben befinden sich am Rand des Salzburger Petersfriedhofs und stammen wohl aus der spätantiken, frühchristlichen Zeit. Welche Leistung vollbringen Menschen, denn die gesamten Gänge und Räume sind in massiven Fels gehauen?
Am Einstieg zu den Katakomben gibt es drei Gräber, die so genannte Kommunegruft. Dort liegen Mozarts Schwester Nannerl, der Komponist Michael Haydn und der Baumeister des Salzburger Domes Santino Solari. Wie auf einem Hinweisschild zu erfahren ist, war der ursprüngliche Zweck der Kommunegruft die Zwischenlagerung der Toten, wenn im Friedhof kein Grab oder keine Gruft verfügbar war. Der Petersfriedhofs ist nicht allzu groß.

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Dann beginnt ein spirituelles Abenteuer. Es geht es 48 Stufen hinauf, in Österreich Stiegen genannt. Aufpassen vor allem bei Feuchtigkeit, denn die Stufen sind unterschiedlich hoch und weit auseinander.

Kopf einziehen beim Aufstieg,

Kopf einziehen beim Aufstieg,

Im ersten Stock gibt es eine große Höhle und einen Versammlungsraum, die 1178 eingeweihte Gertrauden Kapelle. Leider ist sie sehr im Dunkeln, aber das verstärkte meine besinnliche Stimmung des Ortes.

die Gertrauden Kapelle

die Gertrauden Kapelle

Als ich den Raum besuchte, war kein weiterer Besucher da und ich ließ die Atmosphäre auf mich wirken. Wie mir der Guide verrät, soll diese Kapelle im Jahr 1178 dem 1170 ermordeten Thomas Becket geweiht sein. Was mich sehr freut: Noch heute wird in der Gertrauden-Kapelle die Messe gefeiert und ich würde gerne einmal einer Zeremonie in solch einer Umgebung beiwohnen. Unbedingt auch die kleine Terrasse betreten und den wunderschönen Blick über den Petersfriedhof genießen. Von dort hat der touristische Betrachter einen Blick auf zahlreiche Kirchen Salzburgs.

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Weiter geht es noch einmal 36 Stufen in das zweite Stockwerk, in die Maximushöhle oder auch Maximuskapelle genannt. Der Anblick ist überwältigend. Der Altar wurde erst 1860 geschaffen. In der Höhle ist auch die Liegefläche der Einsiedler zu sehen und eine lateinische Inschrift. Diese Inschrifttafel des Abtes Kilian stammt von 1521. Von ihm kommt auch Katakombenlegende des Priesters Maximus. Als sich 477 die Römer zurückzogen, versteckte sich der Priester Maximus mit rund 50 Anhänger in den Katakomben. Als die Germanen kamen und die Höhle belagerten, stürzte sich der Priester und seine Anhänger zu Tode. Die Wissenschaft hat inzwischen diese Legende widerlegt, aber sie klingt immer noch sehr schön.
Ich empfehle jedem Salzburg-Besucher diese Katakomben. Für mich war es ein großartiges Erlebnis.

 

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