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Coaching-Projekt für junge Journalisten

16. Januar 2014

Im Grunde bin ich kein Vereinsmensch. Ich gehörte nur wenigsten Vereinigungen an. Skeptisch reagiere ich beispielsweise auf Politiker, die in zehn, zwanzig Vereinen Mitglied sind. Das ist für mich unglaubwürdig. Bleibt da wirklich Zeit für den Verein und wichtige ehrenamtliche Arbeit? Ich denke nicht. Daher habe ich mein Engagement auf wenige ehrenamtliche Tätigkeiten begrenzt und diese zu meiner aktiven Zeit auch richtig gemacht und mich eingebracht. Mal sehen, ob neue Herausforderungen kommen.

Zum einen waren da die Nachwuchsjournalisten in Bayern (NJB) e.V. – eine Vereinigung von jungen Journalisten. Der NJB e.V. hat mich während meiner journalistischen Tätigkeit begleitet und ich habe viel, sehr viel gelernt. Es war wirklich eine Starthilfe für junge Journalisten. Eine Zeitlang war ich dort Beiratsmitglied, dann Finanzreferent, dann Vorsitzender und am Ende Mitglied des Ehrenrates. Ich stand und stehe dem Verein immer gerne zur Seite.

Zum anderen war das der Internationale PresseClub München. Auch hier war ich lange Zeit Mitglied des Vorstands und brachte mich in den renommierten Club am Münchner Marienplatz ein.

Gestern bekam ich den Hinweis für ein Coaching-Projekt für junge Journalisten ab Mai 2014. Ich war früher mal Teil des Mentorenprogramms und kann es ausdrücklich unterstützen. Lernen von den Profis. Lernen durch Kontakte. Ohne diese beiden Voraussetzungen ist der Einstieg in den Journalismus schwer. Doch wie kommen gerade Anfänger an die Entscheider in der Branche heran? Ein Tutoratsplatz des Internationalen PresseClubs München ist eine viel versprechende Möglichkeit. Rund ein Dutzend junge Journalisten lassen sich ein Jahr lang von einem Medienprofi aus dem PresseClub auf ihrem beruflichen Weg begleiten. Das Programm wird ergänzt durch Seminare und Infoveranstaltungen. Ich bin zwar kein Mentor in diesem Programm, möchte Nachwuchsjournalisten aber dringend dieses Angebot ans Herz legen.

Was sind die Voraussetzungen für eine Teilnahme?

  • Erste Erfahrungen durch Praktika in den Medien
  • Unter 30 Jahren
  • Optimaler Zeitpunkt: nach der Zwischenprüfung Wohnsitz Bayern, möglichst München
  • Verpflichtende Teilnahme am Fortbildungsprogramm
  • Fristgerechte Bewerbung bis spätestens 15. März 2014

Die Online-Bewerbung und weitere Infos unter „Mentoring“ gibt es auf der Homepage des PresseClubs. Also Hintern hoch und bewerben.

Silke Wettach – Arbeit als EU-Korrespondentin

6. Januar 2014
Ein nettes Interview mit einer alten Kollegin: Silke Wettach von der WiWo.

Ein nettes Interview mit einer alten Kollegin: Silke Wettach von der WiWo.

Dieses Jahr finden die Wahlen zum Europäischen Parlament statt. Das ist wichtig. Daher traf ich mich mit einer Kennerin der europäischen Szene, In einem Cafe in München plauderte ich mit Silke Wettach, EU-Korrespondentin der WirtschaftsWoche über ihre Arbeit.

Silke und ich verbindet eine gemeinsame Zeit in einer Lokalredaktion des Münchner Merkurs. Dort absolvierten wir beide unsere Ausbildung zum Redakteur. Anschließend trennten sich unsere Wege, dennoch hielten wir über die Jahre losen Kontakt. Bei ihrem Besuch in München drehte ich ein kleines Interview über ihre Arbeit.

Journalismus habe sich verändert. Für ein Magazin wie die WirtschaftsWoche ist klassischer Terminjournalismus eher Nebensache. Bis das Heft an den Kiosk kommt, sind die News längst über Agenturen gelaufen. Daher müssen die Geschichten aus Brüssel exklusiv und außergewöhnlich sein. Genau dies ist die Herausforderung: Im europäischen Dschungel die guten Geschichten zu finden, die ankommen und vermittelbar sind. Dabei muss Silke Wettach als EU-Korrespondentin ihre Kontakte pflegen. In Hintergrundgesprächen mit Kommissaren, Abgeordneten, Beamten und Lobbyisten bekommt sie den Stoff für ihre Geschichten. Daneben wird sie immer wieder als Moderatorin für Diskussionsrunden engagiert. Für mich war es einmal eine Überraschung, als ich den PresseClub in der ARD anschaltete und meine ehemalige Kollegin erblickte. Irgendwie war ich schon stolz, dass ich sie kannte und sie den anwesenden Herren mit ihrem reichhaltigen Faktenwissen deutlich Paroli bot.

Ich habe auch einen Auftritt von ihr bei der Deutschen Welle gefunden, in dem sie im fließenden Spanisch sich der Diskussion stellt. Also, ein Sprachentalent zu sein, wäre auch von Vorteil, wenn man als Korrespondent arbeitet. Silke Wettach spricht unter anderem fließend Englisch, Französisch, Spanisch, ach ja und natürlich Deutsch. Also ideal für einen EU-Korrespondenten.

Hier habe ich den offiziellen Lebenslauf von der WiWo-Seite: Silke Wettach berichtet seit 2002 als EU-Korrespondentin für die WirtschaftsWoche aus Brüssel. Aufgewachsen in Deutschland, Griechenland und Irland hat die Halbösterreicherin schon früh erfahren, dass Europa laut, bunt und widersprüchlich ist. Nach dem Volkswirtschaftsstudium am Trinity College Dublin und an der Université Catholique de Louvain (Belgien) entschied sie sich für den genauen Blick auf Politik im Kleinen und volontierte in der Redaktion Fürstenfeldbruck des Münchner Merkur. Das Nachrichtengeschäft lernte sie im Anschluss als Redakteurin bei der Nachrichtenagentur vwd. Während ihrer Zeit in der Düsseldorfer Zentralredaktion der WirtschaftsWoche wurde sie mit dem Nachwuchspreis der Ludwig-Erhard-Stiftung ausgezeichnet. 2000 verbrachte sie zwei Monate als Stipendiatin des Internationalen Journalisten Programms bei der mexikanischen Tageszeitung El Financiero.