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Pink Floyd – nach 20 Jahren endlich gut

6. Oktober 2014

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Die Fans wissen es schon längst, dass Pink Floyd am 7. November ein neues Album mit dem Namen The Endless River auf den Markt bringen werden. Interessant ist, wie die alten Herren die Meldung verbreitet haben. Statt auf klassische Massenmedien zu setzen, gab es einen Twitter-Post von Polly Samsons – der Ehefrau von Floyd-Gittarist David Gilmour. Ich glaube nicht, dass es ein Leak war, sondern wunderbar inszeniert, um den britischen Murdock-Medien eines auszuwischen. Übrigens, Polly Samson wird den letzten Sound des Albums Louder Than Words mit neuem Text singen.

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Das Material von The Endless River stammt aus Restbeständen der Division Bell-Sessions aus dem Jahre 1993. Eine musikalische Resterampe – bitte nicht, aber ich denke es auch nicht. Wir erinnern uns, im Jahr 2008 verstarb das Bandmitglied Rick Wright und so widmen die Restmusiker ihrem Keyboarder das neue Doppelalbum. Wie man so hört, soll es vor allem Instrumentalstücke enthalten und natürlich hab ich das Album bereits vorbestellt.
The Endless River ist für mich Grund genug, die bisher letzte Scheibe Division Bell näher anzuhören. Im Jahr 2014 erschien ja zum 20. Geburtstag des Albums eine umfangreiche Sammler-Box.

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Gleich vorwerg: Ich geb es zu, eigentlich bin ich ja Roger Waters-Fan und mag diesen leidenden Selbstmitleid-Ton seiner Aufnahmen. Ich hab mir auch the Wall in Frankfurt angeschaut und war begeistert. Mit The Division Bell  tat ich mich anfangs schwer. Ich mochte die Aufnahmen nicht besonders. Sie lief einige Male, aber setzte sich nichts in meinem Kopf fest. Aber je mehr ich mich in das Material in jüngster Zeit hineinhöre, desto besser gefällt mir es. Und ich muss zugeben, es hat wirklich 20 Jahre gedauert. Wenn ich Pink Floyd hören wollte, griff ich zu den Klassikern, wie Dark side, Wish you were here, Wall oder Animal. Gerne auch zu den alten Heuler von Syd Barrett von Piper. Division Bell war nie meine erste Wahl.
Das hat sich nach 20 Jahren geändert. Und ich habe inzwischen das Werk schätzen gelernt. Es ist perfekter Mainstream, aber keine Revolution mehr. Und sicher wird The Endless River keine Revoultion werden. Und dennoch gelobe ich: Ich werde keine 20 Jahre brauchen, um dieses Album schätzen zu lernen. Und eines noch: Es wäre schön, wenn die Streithälse Waters und Gilmour über ihre Schatten springen würden. Aber Herr Waters hat ja verkündet, er sei kein Bestandteil von Pink Floyd mehr und habe nichts mit den Aufnahmen zu tun.


Hier das Unboxing von der The Division Bell Box und klare Empfehlung übrigens für die Box von Division Bell. Sie enthält einige Sammlerschätze:
Disc 1 – Doppel-LP Originalalbum, 2014 für die Vinyl-Edition auf Grundlage der Original-Analogbänder remastert. Zum ersten Mal mit allen Tracks in voller Länge.
Disc 2 – Blu-Ray (bisher komplett unveröffentlicht) – Video von 2014 zu Marooned – gedreht von Aubrey Powell mit Stereo- und 5.1 Audio Soundtracks – 5.1 Audio-Mix von The Division Bell von Andy Jackson in 96khz/ 24-bit-Auflösung – HD Audio-Stereomix von The Division Bell’ von James Guthrie in 96khz/ 24-bit Auflösung
Disc 3 – Single Take It Back (edit) / Astronomy Domine (live) in rotem Vinyl 7” Replikat in rotem Vinyl in Bildhülle
Disc 4 – Single High Hopes (edit) / Keep Talking (edit) in transparentem Vinyl 7” Replikat in transparentem Vinyl in Bildhülle und Postertasche
Disc 5 – Single High Hopes / Keep Talking / One Of These Days (live) in blauem Vinyl 12“ Replikat in blauem Vinyl, Laser-geätztem Design auf der Rückseite und Bildhülle. Enthält sieben Sammler-Karten im Umschlag.
Disc 6 – CD Album Discovery Version 2011 von The Division Bell in neu gestalteter Tasche
sowie 5 x 26cm x 26cm Kunstdrucke aus den Hipgnosis/Storm-Studios

Verspäteter Nachruf: Rick Wright ist tot

24. September 2008

Da ich einige Zeit beruflich unterwegs war, konnte ich den Tod von Richard Wright, Keyboarder von Pink Floyd, jetzt erst verarbeiten. Mit 65 Jahren verstarb er vor kurzem an Krebs. Schlimme Sache. Jetzt ist es auf jeden Fall klar: Es wird keine Reunion der ehemaligen Supergruppe geben. Das Konzert zu Live 8 der Moderne wird der letzte gemeinsame Auftritt der Band gewesen sein. Die Streithälse Waters und Gilmour gehen ihre getrennten Wege. Dave Manson wird weiter Autorennen fahren und Syd Barett ist sowieso schon bei Lucy in the Sky with Diamonds (LSD). Ich habe mir soeben nochmals den Live-Aid-Auftritt bei YouTube heruntergeladen, das letzte Zeugnis der gemeinsamen Band. Meine erste Floyd-Platte war wohl „Dark Side“, damals noch auf LP. Diese hat mir ein Schulfreund dringend ans Herz gelegt, der vor Jahren an Drogen verstarb (danke Roland). Seitdem ich „Time“ oder „Money“ gehört habe, war ich ein Floyd-Fan. Dazu kam, dass der Toningenieur dieser Scheibe Alan Parsons war und als erklärter Anhänger von Alan Parsons Project achtete ich besonders darauf. Zu Alan Parsons Project aber zu einer anderen Zeit mehr. Ich kaufte Zug um Zug das gesamte Oeuvre  der britischen Band. In dem Zentralorgan der deutschen Jugend, Bravo, las ich von der Show „The Wall“, aber meine Eltern erlaubten es mir nicht, als damals Jugendlicher in die Dortmunder Westfalenhalle zu pilgern und mir die Show anzusehen. Noch heute warte ich auf einen Videomitschnitt der Show. Die CDs zur Tour wurden Jahre später veröffentlicht unter dem Titel „Is there anybody out there?“. Rick Wirght war damals nur noch bezahlter Gastmusiker bei Floyd, weil er mit dem Ego Roger Waters nicht klar kam. Ich schaute mir die Filme zu Pink Floyd an, klar „The Wall“ von Alan Parker, „In Pompeji “ und ich habe sogar noch Originalplakate von „Zabriskie Point“ und „ Crystal Voyager “, dem Surferfilm. Noch heute läuft mir ein Schauern über den Rücken, wenn ich „Wish you where here“ oder „Animals“ höre. Im Moment höre ich gerade die Stereo-Abmischung von „Piper at the Gates …“ Wenn ich im Selbstmitleid versinken möchte, ist natürlich „Final Cut“ die richtige Medizin. Das war meine letzte offizielle Floyd-Scheibe, immer noch mit Rick Wright als Gastmusiker. Die Reunion ohne Waters habe ich nur noch am Rande verfolgt, obwohl ich zugeben muss, dass „Pulse“ eine prima Show hat. Ich habe die fliegenden Betten von „Momentary Laps“ auf der Tour im Olympia-Stadion in München gesehen, aber es waren nicht mehr die selben Pink Floyd meiner Jugend. Erschreckend war der Auftritt der alten Männer bei Live 8, die Musik war cool, die Typen einfach alt. Hier konnte man sich früher hinter der Lightshow verstecken. Na ja, der Auftritt ist Geschichte und Pink Floyd für mich auch. Danke Richard für deine Musik, deine Inspiration und dein Schaffen.