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Verspäteter Nachruf: Rick Wright ist tot

24. September 2008

Da ich einige Zeit beruflich unterwegs war, konnte ich den Tod von Richard Wright, Keyboarder von Pink Floyd, jetzt erst verarbeiten. Mit 65 Jahren verstarb er vor kurzem an Krebs. Schlimme Sache. Jetzt ist es auf jeden Fall klar: Es wird keine Reunion der ehemaligen Supergruppe geben. Das Konzert zu Live 8 der Moderne wird der letzte gemeinsame Auftritt der Band gewesen sein. Die Streithälse Waters und Gilmour gehen ihre getrennten Wege. Dave Manson wird weiter Autorennen fahren und Syd Barett ist sowieso schon bei Lucy in the Sky with Diamonds (LSD). Ich habe mir soeben nochmals den Live-Aid-Auftritt bei YouTube heruntergeladen, das letzte Zeugnis der gemeinsamen Band. Meine erste Floyd-Platte war wohl „Dark Side“, damals noch auf LP. Diese hat mir ein Schulfreund dringend ans Herz gelegt, der vor Jahren an Drogen verstarb (danke Roland). Seitdem ich „Time“ oder „Money“ gehört habe, war ich ein Floyd-Fan. Dazu kam, dass der Toningenieur dieser Scheibe Alan Parsons war und als erklärter Anhänger von Alan Parsons Project achtete ich besonders darauf. Zu Alan Parsons Project aber zu einer anderen Zeit mehr. Ich kaufte Zug um Zug das gesamte Oeuvre  der britischen Band. In dem Zentralorgan der deutschen Jugend, Bravo, las ich von der Show „The Wall“, aber meine Eltern erlaubten es mir nicht, als damals Jugendlicher in die Dortmunder Westfalenhalle zu pilgern und mir die Show anzusehen. Noch heute warte ich auf einen Videomitschnitt der Show. Die CDs zur Tour wurden Jahre später veröffentlicht unter dem Titel „Is there anybody out there?“. Rick Wirght war damals nur noch bezahlter Gastmusiker bei Floyd, weil er mit dem Ego Roger Waters nicht klar kam. Ich schaute mir die Filme zu Pink Floyd an, klar „The Wall“ von Alan Parker, „In Pompeji “ und ich habe sogar noch Originalplakate von „Zabriskie Point“ und „ Crystal Voyager “, dem Surferfilm. Noch heute läuft mir ein Schauern über den Rücken, wenn ich „Wish you where here“ oder „Animals“ höre. Im Moment höre ich gerade die Stereo-Abmischung von „Piper at the Gates …“ Wenn ich im Selbstmitleid versinken möchte, ist natürlich „Final Cut“ die richtige Medizin. Das war meine letzte offizielle Floyd-Scheibe, immer noch mit Rick Wright als Gastmusiker. Die Reunion ohne Waters habe ich nur noch am Rande verfolgt, obwohl ich zugeben muss, dass „Pulse“ eine prima Show hat. Ich habe die fliegenden Betten von „Momentary Laps“ auf der Tour im Olympia-Stadion in München gesehen, aber es waren nicht mehr die selben Pink Floyd meiner Jugend. Erschreckend war der Auftritt der alten Männer bei Live 8, die Musik war cool, die Typen einfach alt. Hier konnte man sich früher hinter der Lightshow verstecken. Na ja, der Auftritt ist Geschichte und Pink Floyd für mich auch. Danke Richard für deine Musik, deine Inspiration und dein Schaffen.