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Musiktipp: Pink Floyd: the Endless River

8. November 2014

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Gleich vorweg: Ich bin ein Fan von Roger Waters und habe mich immer mit dem verbleibenden Rest-Trio von Pink Floyd schwer getan. Ich habe sogar 20 Jahre gebraucht, um mich mit dem Album The Division Bell anzufreunden und darüber geschrieben. Aber natürlich habe ich mir Gillmours-Resteverwertung The Endless River gleich bestellt. Als langjähriger Pink Floyd-Fan musste ich hören, was da noch so in den Archiven schlummerte.
Davids Resterampe wurde das Album im Vorfeld genannt. Aber nein, so schlecht ist das Album The Endless River nicht. Aber es ist auch kein Meisterwerk wie Wish you where here oder Dark Side. Aber und das muss ich zugeben, es ist mit Abstand besser, als der Schrott, der sonst in den Hitparaden zu finden ist. Bei Amazon GB war the Endless River das bisher am meisten vorbestellte Album in der Geschichte des Online-Händlers. Das muss man erst einmal hinbekommen. Die Marke Pink Floyd strahlt noch immer – und das ist gut so.


Bis mir DHL das Album the Endless River mit dem grässlichen Cover lieferte, konnte ich via Amazon Cloud das Album laden und hören. Das Ding ist deutlich besser als ich erwartet habe, deutlich. Immer wieder blitzt die Vergangenheit durch, die geniale Atmosphäre der vergangenen Musik von Pink Floyd. Und es scheint immer wieder Wish you where here oder gar The Wall durch, das mich persönlich sehr, sehr freut. Ich bin mir aber bewusst: Das Album the Endless River passt nicht mehr in die heutige Zeit. So eine Musik wird nicht mehr aufgenommen. Kein Plattenlabel würde so ein Risiko mit Instrumentalmusik eingehen, aber bei dem starken Markennamen Pink Floyd geht man kein Risiko ein. Süßer die Kassen, die klingen. Böse Stimmen nennen die Musik des Albums abfällig Fahrstuhlmusik, zeigen aber mit ihren Bemerkungen nur ihren geringen geistigen musikalischen Entwicklungsstand. Wenn so etwas Fahrstuhlmusik sein soll, dann würde ich den ganzen Tag auf und ab fahren. Der Klang von the Endless River provoziert heutige Hörgewohnheiten, zwingt die Hörer zum Zuhören, zum Konzentrieren. Nehmt euch die Zeit und entdeckt eine interessante Welt. Dabei empfehle ich ausdrücklich, the Endless River via Kopfhörer in voller Lautstärke zu hören. Das Klang- und musikalische Erlebnis ist eindrucksvoll. Es gibt sie durchaus, diese großartigen Momente – und die gilt es auf the Endless River zu genießen.
Und dennoch: Pink Floyd mussten an dem Hype scheitern. Pink Floyd muss hier nicht die Musikgeschichte ändern, die Meilensteine haben sie zu anderen Zeiten gesetzt und das mehrmals. Sie liefern hier mit The Endless River ein solides Album ab.
Ich glaube es dem verbleibenden Duo Davild Gillmour und Nick Mason, dass sie sich vor dem verstorbenen Rick Wright verneigen wollten. Die Keyboards stehen im Vordergrund und auch wenn es nur Outtakes sind, klingen diese besser und inspirierter als manche finale Aufnahme anderer Bands. Und ich glaube es ihnen, dass es wirklich der Abschluss von Pink Floyd sein soll. Keine Renuion mit Roger Waters, keine neuen Archivplünderungen. Ende, Schluss, aus, basta.

Pink Floyd – nach 20 Jahren endlich gut

6. Oktober 2014

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Die Fans wissen es schon längst, dass Pink Floyd am 7. November ein neues Album mit dem Namen The Endless River auf den Markt bringen werden. Interessant ist, wie die alten Herren die Meldung verbreitet haben. Statt auf klassische Massenmedien zu setzen, gab es einen Twitter-Post von Polly Samsons – der Ehefrau von Floyd-Gittarist David Gilmour. Ich glaube nicht, dass es ein Leak war, sondern wunderbar inszeniert, um den britischen Murdock-Medien eines auszuwischen. Übrigens, Polly Samson wird den letzten Sound des Albums Louder Than Words mit neuem Text singen.

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Das Material von The Endless River stammt aus Restbeständen der Division Bell-Sessions aus dem Jahre 1993. Eine musikalische Resterampe – bitte nicht, aber ich denke es auch nicht. Wir erinnern uns, im Jahr 2008 verstarb das Bandmitglied Rick Wright und so widmen die Restmusiker ihrem Keyboarder das neue Doppelalbum. Wie man so hört, soll es vor allem Instrumentalstücke enthalten und natürlich hab ich das Album bereits vorbestellt.
The Endless River ist für mich Grund genug, die bisher letzte Scheibe Division Bell näher anzuhören. Im Jahr 2014 erschien ja zum 20. Geburtstag des Albums eine umfangreiche Sammler-Box.

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Gleich vorwerg: Ich geb es zu, eigentlich bin ich ja Roger Waters-Fan und mag diesen leidenden Selbstmitleid-Ton seiner Aufnahmen. Ich hab mir auch the Wall in Frankfurt angeschaut und war begeistert. Mit The Division Bell  tat ich mich anfangs schwer. Ich mochte die Aufnahmen nicht besonders. Sie lief einige Male, aber setzte sich nichts in meinem Kopf fest. Aber je mehr ich mich in das Material in jüngster Zeit hineinhöre, desto besser gefällt mir es. Und ich muss zugeben, es hat wirklich 20 Jahre gedauert. Wenn ich Pink Floyd hören wollte, griff ich zu den Klassikern, wie Dark side, Wish you were here, Wall oder Animal. Gerne auch zu den alten Heuler von Syd Barrett von Piper. Division Bell war nie meine erste Wahl.
Das hat sich nach 20 Jahren geändert. Und ich habe inzwischen das Werk schätzen gelernt. Es ist perfekter Mainstream, aber keine Revolution mehr. Und sicher wird The Endless River keine Revoultion werden. Und dennoch gelobe ich: Ich werde keine 20 Jahre brauchen, um dieses Album schätzen zu lernen. Und eines noch: Es wäre schön, wenn die Streithälse Waters und Gilmour über ihre Schatten springen würden. Aber Herr Waters hat ja verkündet, er sei kein Bestandteil von Pink Floyd mehr und habe nichts mit den Aufnahmen zu tun.


Hier das Unboxing von der The Division Bell Box und klare Empfehlung übrigens für die Box von Division Bell. Sie enthält einige Sammlerschätze:
Disc 1 – Doppel-LP Originalalbum, 2014 für die Vinyl-Edition auf Grundlage der Original-Analogbänder remastert. Zum ersten Mal mit allen Tracks in voller Länge.
Disc 2 – Blu-Ray (bisher komplett unveröffentlicht) – Video von 2014 zu Marooned – gedreht von Aubrey Powell mit Stereo- und 5.1 Audio Soundtracks – 5.1 Audio-Mix von The Division Bell von Andy Jackson in 96khz/ 24-bit-Auflösung – HD Audio-Stereomix von The Division Bell’ von James Guthrie in 96khz/ 24-bit Auflösung
Disc 3 – Single Take It Back (edit) / Astronomy Domine (live) in rotem Vinyl 7” Replikat in rotem Vinyl in Bildhülle
Disc 4 – Single High Hopes (edit) / Keep Talking (edit) in transparentem Vinyl 7” Replikat in transparentem Vinyl in Bildhülle und Postertasche
Disc 5 – Single High Hopes / Keep Talking / One Of These Days (live) in blauem Vinyl 12“ Replikat in blauem Vinyl, Laser-geätztem Design auf der Rückseite und Bildhülle. Enthält sieben Sammler-Karten im Umschlag.
Disc 6 – CD Album Discovery Version 2011 von The Division Bell in neu gestalteter Tasche
sowie 5 x 26cm x 26cm Kunstdrucke aus den Hipgnosis/Storm-Studios