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Ich druck dann mal mein Essen – 3D-Drucker für Lebensmittel

3. März 2018

Was passiert, wenn die Digitalisierung in die Gastronomie einzieht? An Tablets bei der Bestellung im Restaurant haben wir uns bereit gewöhnt, heute stelle ich mal ein 3D Food Printing System vor. Also: Essen aus dem 3D-Drucker.
Noch vor ein paar Jahren war 3D-Druck der letzte heiße Scheiß und ich habe mir auch einen MakerBot Replicator ausgeliehen und ein wenig herumexperimentiert. Wenn ich mir heute den Drucker-Markt ansehe, ist der große Durchbruch meines Erachtens noch nicht da, aber die Branche ist sehr interessant und faszinierend. Bei einer Ausstellung einer Steuerberatungsverenigung Ecovis in Regensburg habe ich einen Stand von Print2Taste gesehen. Hier wurde auf dem 3D-Drucker Procusini mit Marzipan 3D-Objekte gedruckt. Es gab je nach eingeladenen 3D-Modell Eule, Kaninchen, Auto oder ganz aufwändig einen Kopf von Albert Einstein. Mit vielen Infos über Dateiformate und Materialien konnte die Messehostess nicht dienen, also beschränkte ich mich aufs Zuschauen und die Reaktion der Zuschauer. Food-Printer hatte ich vor längerer Zeit mal an einer Uni gesehen, jetzt sah ich einen Essensdrucker das erste Mal im nichtwissenschaftlichen Umfeld. Es hat sich viel getan und auch das klassische Handwerk profitiert von der Digitalisierung.


Den Procusini 3.0 gibt es zwei Versionen, einmal für ein Filament, dann auch für zwei Filamente, also beispielsweise für Marzipan und Schokolade. Laut Hersteller Print2Taste, der in oberbayerischen Freising sitzt, seien weltweit über 200 Systeme im Einsatz: Zielgruppe sind Hotels, Catering, Konditorei und Event-Gastronomie. Bis ist mir also einen Essensdrucker zu Hause in die Küche stelle, ist es noch ein weiterer Weg, aber die ersten Schritte sind gemacht. Die Digitalisierung regt meine Fantasie an und ich bin begeistert, was diese digitale Welt noch bringen wird. Eines steht für mich fest: Die bisherige Welt ändert sich und dies ganz radikal.

Zurück zum Drucker: Der 3D-Drucker arbeitet im Grunde wie ein Spritzbeutel. Schicht für Schicht bringt er Lebensmittel automatisch und präzise in eine gewählte 3D-Form. Zu fein dürfen die Vorlagen nicht sein, denn das Filament wie Marzipan ist natürlich von der Konsistenz nicht so genau wie Plastik-Filament. Wie die Messehostess berichtete, gibt es von Print2Taste auch handliche 3D-Scanner, um selbst Objekte zu scannen und dann zu drucken. Leider war in Regensburg kein Scanner zum Ausprobieren vor Ort. Es ist wohl eine App mit der die 3D-Modelle erzeugt werden. Die Feinberechnung der Datei und Aufbereitung als Print-Datei erfolgt dann bei Print2Taste in Freising, was auch ein interessantes Geschäftsmodell ist und nichttechnische Kunden an das Unternehmen bindet. Ob ich aus Sketchup, Cinema4D, Max oder Maya selbst Objekte an den Drucker senden kann, wusste die Messehostess nicht, muss sie auch nicht. Wichtig ist die Idee, die dahinter steht: Ich kann individuelle Vorlagen erstellen und drucken.

Ich sprach mit Unternehmern, die auf diesem Steuerberatertag in Regensburg unterwegs waren. Vor allem die Produktionsmenge ab 1 macht das Thema 3D-Druck interessant. Für das Publikum selbst war es bei all den Steuerberatungsthemen eine coole Show und Abwechslung. Überall lag weiße Schokolade herum (wer isst denn ernsthaft weiße Schokolade), die mit dem Logo der Steuerberatervereinigung verziert wurde. Dieses Logo wurde auf die Schokolade durch den 3D-Drucker gedruckt, bzw aufgeschmelzt.

Auf weiße Schokolade (!) wurde ein Logo gedruckt.

Auf weiße Schokolade (!) wurde ein Logo gedruckt.

Make Munich – 3D-Drucker in München

22. April 2013
Blick auf die Messestände in der Tonhalle München.

Blick auf die Messestände in der Tonhalle München.

Bei einem Besuch der Make Munich habe ich die Zukunft von Produktion gesehen. Die Make Munich war die erste Creativmesse ihrer Art, durchgeführt in der Tonhalle München. Sie zeigte den aktuellen Stand von 3D-Druckern und Laser Cutting und sie zeigte vor allem, wohin sich der Trend von Produktion bewegt.

Auslöser war das Buch Makers: Das Internet der Dinge von Chris Anderson, der uns u.a. schon mit Internet-Wirtschafstheorien wie Long Tail versorgt hatte. Anderson, einstmals Chefredakteur des Wired-Magazins, ist heute Besitzer bei der 3D-Drucker Firma MakerBot. Besitzer ist Bre Pettis. Sie war über den deutschen Händler Hafner‘ s Büro auf der Make Munich vertreten. Eindrucksvoll demonstrierten Mitarbeiterinnen die Chancen für 3D-Druck für jedermann über den MakerBot Replicator 2, der uns natürlich vom Namen her an die Repliaktoren bei Star Trek erinnerte. Die mögliche Schichthöhe von 100 Mikrometer – weniger als die Dicke eines Haares – ermöglicht eine glatte Oberfläche ohne weiteres Abschleifen oder Nachbearbeiten. Über 280000 3D-Modelle gibt es inzwischen kostenlos im Netz auf den Plattformen thingiverse oder grabcad.

MakerBot hat sicherlich zur Popularität von 3D-Druckern beigetragen.

MakerBot hat sicherlich zur Popularität von 3D-Druckern beigetragen.

Faszinierend, wie ein 3D-Objekt im Druck entsteht.

Faszinierend, wie ein 3D-Objekt im Druck entsteht.

Aber auch fabbster, neben Google Sponsor der gelungenen Veranstaltung, war mit von der Partie. Sie zeigten den fabbster 3D-Drucker mit seiner Technologie für das Aufschmelzen des Kunststoffmaterials ein. Gefüttert wird der Drucker mit Plastikstangen, den gezahnten Like Sticks. Präzise dosiert entsteht so ein 3D-Bauteil.

fabbster ist ein Anbieter aus Deutschland mit überzeugendem Konzept.

fabbster ist ein Anbieter aus Deutschland mit überzeugendem Konzept.

Gezahnte Plastikstangen sorgen für den Nachschub.

Gezahnte Plastikstangen sorgen für den Nachschub.

Gut gefallen hat mir neben einem Open Source Schredder auch die Arbeiten von Scope for design. Hier wird Schmuck, aber auch ganze Lampen im 3D-Druck hergestellt. So entstehen absolute Unikate durch Kreative des 21. Jahrhunderts.

Schmuck und Lampen im 3D-Druckverfahren bei Scope for Design.

Schmuck und Lampen im 3D-Druckverfahren bei Scope for Design.

3D gehört die Zukunft.

3D gehört die Zukunft.

Und hier noch ein Abschluss-Statement nach der Messe durch meinen Kollegen Thomas Gerlach und mich. Die Messe öffnete uns die Augen.