Persönliche Erinnerung an den großen Journalisten Peter von Zahn

Die Reporterstimme, die mich als Kind geprägt hat, gehört ohne Zweifel dem großen Peter von Zahn. Am 26. Juli 2021 Heute vor 20 Jahren verstarb der große Hörfunk- und Fernsehjournalist in Hamburg. Und ich muss zugeben: Ich bin ein absoluter Fan von Peter von Zahn. Er hat mich sicherlich in meiner Berufswahl stark beeinflusst.

Als Kind saß ich gebannt vor dem Grundig-Fernseher meiner Eltern und sah mir Woche für Woche die Sendung „Bilder, die die Welt bewegten“ an. Die Serie brachten mir die großen Katastrophen näher, wie beispielsweise den Hindenburg-Absturz oder das Kennedy-Attentat. Die drei Staffeln mit insgesamt 34 Folgen liefen in den Jahren 1980 und 1983 im ZDF. Peter von Zahn moderierte sämtliche Sendungen mit seiner bemerkenswerten Stimme und eigentümlichen Betonung. Diese Stimme hab ich noch immer im Ohr.

Wenn der Vorspann der Serie auf der Mattscheibe erschien, lief es mir als junger Zuschauer kalt den Rücken herunter. Eine Tickermeldung zog sich in der Schrift American Typewriter über den Bildschirm, während Katastrophenbilder abliefen. Dazu eindringliche Musik. Das wirkt noch immer und war überzeugend. Fakten eindringlich präsentiert – das war ein Journalismus mit dem ich aufgewachsen bin.
Mein Papa berichtete mir von US-Sendungen von Zahn, die Papa als junger Mensch im Schwarzweiß-Fernseher sah. Als erster festangestellter deutscher Auslandskorrespondent nach dem Zweiten Weltkrieg ging Peter von Zahn von 1951 bis 1960 in die USA. ES gibt einige Sendungen von ihm bei YouTube. Das Tempo war anders, von Zahn brachte den Deutschen die unbekannte USA-Gesellschaft ins Wohnzimmer. Es war eine spannende Zeit für Reportagen, für Storytelling wie man heute es nennen würde.

Im Nachlass meines Vaters entdeckte ich Bücher von Peter von Zahn: Stimme der ersten Stunde: Erinnerungen 1913–1951 und Reporter der Windrose. Erinnerungen 1951–1964. Ja, es sind Reporterbücher aus einer anderen Zeit. Ich kaufte mir einige Bücher nach wie Fremde Freunde. Bericht aus der Neuen Welt (1953) und verschiedene Dokumentarspiele auf DVD wie Kuba-Krise. Peter von Zahn gehörte eine großen Generation von Journalisten an. Dazu zähle ich Persönlichkeiten wie Peter Scholl-Latour, Gerd Ruge, Dieter Kronzucker und noch ein paar mehr. Ich erinnere mich als ich mit einem Podcaster mit umgedrehter Mütze in Diskussion geriet. Der Kollege, der sonst zu allem seinen Senf dazu gibt, kannte Peter von Zahn nicht. Das tat weh – eine große Stimme des Radios ist bei der neuen Generation nicht bekannt.

Als Erinnerung an Peter von Zahn hängt in meinem Arbeitszimmmer ein Foto mit Autogramm. „Eines ist genug“ steht da zu lesen. Das kommt davon, wenn man um zwei Autogramme bittet. Immer wieder stehe ich davor und denke mir: Was für ein großartiger Geschichtenerzähler.

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Eine Antwort to “Persönliche Erinnerung an den großen Journalisten Peter von Zahn”

  1. Jürgen Bause Says:

    Peter von Zahn war ein Journalist durch und durch. Ich vermisse seine analytischen Berichte.

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