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Wo feine Spitze auf Zinnsoldaten trifft – ein ungewöhnliches Traditionshaus im Herzen Brüssels

10. September 2026

Seit mehr als zwei Jahrhunderten steht die Manufacture Belge de Dentelles für belgische Spitzenkunst. Doch hinter den Schaufenstern der historischen Galerie de la Reine wartet eine Überraschung: Neben kostbaren Dentellen gehören auch handgefertigte Zinn- beziehungsweise Bleisoldaten zum Sortiment.

Die Manufacture Belge de Dentelles führt ihre Geschichte auf das Jahr 1810 zurück und zählt damit zu den traditionsreichen Adressen des Brüsseler Spitzenhandels. Seit 1847 befindet sich das Geschäft in der Galerie de la Reine 6–8, einem Teil der berühmten Galeries Royales Saint-Hubert im Zentrum von Brüssel. Die Galerien liegen nur wenige Schritte von der Grand-Place entfernt.

Das Haus ist vor allem für belgische Dentelles, also Spitzen, bekannt. Angeboten werden sowohl ältere Spitzen als auch handwerklich gefertigte Arbeiten. Nach Angaben der Galeries Royales Saint-Hubert unterhält die Manufacture eigene Werkstätten, die der handwerklichen Herstellung hochwertiger Spitze gewidmet sind. Besonders die traditionelle Nadelspitze gehört zum Selbstverständnis des Hauses. Ich habe mir einen Fächer gekauft.

Interessant ist die jüngere Unternehmensgeschichte. 1951 übernahm Irène Mallit, die zuvor bereits mehrere Jahre in dem Geschäft gearbeitet hatte, den Betrieb und gründete die Manufacture Belge de Dentelles SA. Anfang der 1960er-Jahre führten ihre Tochter Miriam und deren Ehemann Henri Everaerts das Unternehmen weiter und erweiterten seine Aktivitäten.

Die überraschende zweite Spezialität: Zinnsoldaten
Was das Geschäft für Sammler besonders interessant macht, ist die ungewöhnliche Verbindung zweier vollkommen unterschiedlicher Handwerkstraditionen. Neben Spitzen spezialisierte sich die Manufacture nämlich auch auf „soldats de plomb“, wörtlich Bleisoldaten – also jene historischen Miniaturfiguren, die im Deutschen häufig allgemein als Zinnsoldaten bezeichnet werden. Die offizielle Seite der Galeries Royales Saint-Hubert bestätigt ausdrücklich, dass dort vollständig von Hand gefertigte Soldatenfiguren angeboten werden.

Dabei gibt es sogar einen interessanten Hinweis auf einen bekannten französischen Hersteller: CBG Mignot, ein traditionsreicher Produzent von Sammlerfiguren, führt die Manufacture Belge de Dentelles in seiner Händlerliste und erwähnt ausdrücklich deren Spezialisierung auf Zinn- beziehungsweise Bleisoldaten.

Das erklärt wahrscheinlich auch die Erinnerung an ein Geschäft, in dem sich zwischen feinsten Spitzenarbeiten plötzlich ganze Reihen historischer Miniatursoldaten fanden. Das Sortiment wird darüber hinaus mit Sammlerpuppen, Keramik und weiteren kunsthandwerklichen beziehungsweise traditionellen Artikeln in Verbindung gebracht.

Ein historischer Beleg zeigt außerdem, dass die Adresse keineswegs eine jüngere Erfindung ist: In einem älteren Verzeichnis erscheint die Manufacture Belge de Dentelles S.A. bereits mit der Adresse Galerie de la Reine 6–8 und ausdrücklich mit dem Hinweis „Maison fondée en 1810“.

Die Manufacture ist damit ein ungewöhnliches Stück Brüsseler Handelsgeschichte: Spitzenkunst und Miniaturfiguren, textile Eleganz und militärische Sammlerwelt treffen unter einem Dach zusammen. Gerade diese eigenwillige Mischung dürfte dazu beigetragen haben, dass das Geschäft vielen Brüssel-Besuchern im Gedächtnis geblieben ist.

Krawatten-Hoff: Paradies für Fliegen- und Krawattenträger in München

2. November 2015

Der ehemalige Landtagsabgeordnete Eberhard Sinner brachte mich über Twitter auf die Idee: wo kauft man in München stilecht Krawatten und Fliegen? Ich liebe schließlich Fliegen. Ich habe sie nahezu zu meinem Markenzeichen in meinem Berufsleben als Referent, Berater und Redner gemacht. Bekannte Fliegenträger aus meiner Jugend waren unter anderem der Bundesforschungsminister Heinz Riesenhuber oder die Politiker Hans Klein und der Österreicher Wolfgang Schüssel.

In den Geschäftsräumen von Krawatten-Hoff in München.

In den Geschäftsräumen von Krawatten-Hoff in München.

Natürlich kann ich meine Fliegen in jeden x-beliebigen Warenhaus einkaufen, aber sie sind in der Regel langweilig. Außer ein paar Standardfarben und Standardmuster gibt es nichts. Dabei mag ich doch so gerne ausgefallene Fliegen. Ein paar coole hatte ich mal in New York gekauft, aber Big Apple ist ein wenig weit nur für Fliegen. Also musste ein Fachgeschäft in München her.


Eberhard Sinner gab mir den Tipp von Krawatten-Hoff in der Marxburg Straße 4 im Zentrum von München. Im Innenhof, hinter einem Zinnsoldatenladen versteckt, ist das Paradies für Fliegen- und Krawattenträger. Von außen und auch von innen macht der kleine Laden nicht viel hier. Allerdings hat es Krawatten-Hoff in sich. Die Beratung ist fantastisch und das Sortiment hat eine unglaubliche Tiefe und Breite, alles versteckt in Schubladen. Die Geschäftsinhaberin, Elisabeth Maier (stilecht mit aier) aus Niederbayern, holt aus Hunderte von Schubladen genau das Richtige hervor. Nach kurzer Beschreibung, was ich suche, hat sie genau gewusst, was ich brauche. Die Auswahl an schönen und hochwertigen Accessoires ist einfach umwerfend. Aber im Vordergrund steht die Beratung. Elisabeth Maier gibt immer wieder Tipps und macht Vorschläge, was zum Stil des Kunden passen könnte. Und siehe da, sie hat in der Regel recht. In meinem Falle hat sie mir geholfen, für ein hochwertiges Tweedjacket die richtige Fliege zu finden. Ich hätte freilich zu einer brauen oder moosgrünen Fliege greifen können, jetzt bin ich mit einer Paisley gemusterten Fliege herausgekommen. Zu Hause angekommen stellte ich fest, die erworbene Fliege passt zu 100 prozentig zu meinem Jacket.

Das Schaufenster von Krawatten-Hoff in München.

Das Schaufenster von Krawatten-Hoff in München.