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Konzertkritik: Alice Cooper in der Olympiahalle München

3. Oktober 2019

Alice Cooper macht einfach Laune. Ich habe jetzt die vierte Show von Alice Cooper gesehen und ich hab die Horror-Show des passionierten Golfspielers wieder genossen. In der gut besuchten Olympiahalle in München trafen sich meist älteren Fans zu seiner Show. Mitsingen war angesagt – und auch ein bisschen Gruseln.
Ich erinnere mich, dass eine typische Alice-Show in Bayern vor Jahren verboten wurde. Geister, Frankenstein, Kampf mit der Schlange, Blut, Zwangsjacke, Köpfen per Guillotine waren dem Ordnungsamt zuviel und die Show wurde damals untersagt. Eine bessere Werbung konnte Alice Cooper bei uns Jugendlichen nicht haben. Alice war unser Held. Als dann noch Wayne‘s World im Kino lief, wussten wir, wer unser verehrungswürdiger Held war.

Nun, Alice Cooper ist sich treu geblieben und errichtete in der Show auf der Bühne eine Schlossrunie und zog seine perfekte Horrorshow ab. Inzwischen hat sich das Münchner Ordnungsamt wohl an die blutigen Zutaten einer Alice-Show gewöhnt. Es war für mich eine schöne Best-of-Show mit vielen bekannten Liedern zum Mitsingen und Wohlfühlen. Den Anfang machte Feed My Frankenstein – und natürlich kam Frankenstein als Puppe gleich noch mit auf die Bühne. Herrlich. Alice Cooper wie man ihn kennt: Rüschenhemd, Leder und mit Stock – lasst die Show beginnen.

Er spielt nicht den netten Kerl, singt dazu No More Mr. Nice Guy und spätestens jetzt ist der Ohrwurm gesetzt. Alice Cooper war im Grunde ja der Erfinder der großen Shows, wie sie heute üblich sind. Vor Alice gab es Musik auf der Bühne. Alice hat uns die fette Show gebracht, die für viele heute selbstverständlich ist: Licht, Aufbauten, Showelemente, Feuer, Puppen usw.
Später im Konzert kamen noch die Heuler He’s Back (The Man Behind the Mask) – samt Jason mit Machete auf der Bühne, wie er eine Teenagerin hinrichtet und dann I’m Eighteen.

Bei Billion Dollar Babies marschierte das Killerbaby über die Bühne und wir sangen alle mit. Die eher jüngeren Besucher kamen bei Poison in Fahrt. Das kannten sie und die weiblichen Fans standen von ihren Sitzen in den Tribünen auf und bewegten sich zu Alice-Pop.

Bemerkenswert ist das Zusammenspiel der Band. Es sind die alten Recken aus der Vergangenheit. Tommy Henriksen (seit 2011), Ryan Roxie (1996–2006, seit 2012), Chuck Garric (seit 2002), Glen Sobel (seit 2011). Bei den männlichen Fans kam die blonde Gitarristin Nita Strauss, die seit 2014 zum Ensemble gehört. Sie beherrscht ihr Instrument und sie beherrscht das Posen. Sie wetzte auf der Bühne herum, heizte die Stimmung auf und war eine hervorragende Showwoman. Aber im Mittelpunkt stand natürlich unser Schockrocker Alice Cooper.
Den Abschluss machte natürlich Teenage Frankenstein. Während „I’m a teenage Frankenstein – The local freak with the twisted mind“ marschierte Frankenstein über die Bühne auf der Jagd nach Alice.

Und als zweite Zugabe war mit School’s Out samt Pink Floyds Another Brick in the Wall nochmals Mitsingen angesagt.

Ursprünglich meinte ich, dass die Tour: Ol’ Black Eyes Is Back meine letzte Tour mit Alice Cooper ist, aber mir hat es doch so gut gefallen. Wenn Alice mal wieder kommt, dann bin ich wieder mit dabei.

Hier die Setlist von München
Feed My Frankenstein
No More Mr. Nice Guy
Bed of Nails
Raped and Freezin‘
Fallen in Love
Muscle of Love
He’s Back (The Man Behind the Mask)
I’m Eighteen
Billion Dollar Babies
Poison
Guitar Solo (Nita Strauss)
Roses on White Lace
My Stars
Devil’s Food
Black Widow Jam
Steven
Dead Babies
I Love the Dead
Escape
Teenage Frankenstein

Zugaben:
Under My Wheels
School’s Out