Filmtipp: Wege zum Ruhm zum 100. Ende des Ersten Weltkriegs

Nachdem ich den Film vor Jahren mal im Kino und dann auf DVD gesehen hatte, wusste ich ja eigentlich was mich erwartete, als ich die neu erschienene Bluray von Wege zum Ruhm meines Lieblingsregisseurs Stanley Kubrick in den Player schob. Und dennoch hat mich Paths of Glory, wie der 1957 entstandene Film im Original heißt, wieder erschüttert. Es ist für mich einer der besten Antikriegsfilme überhaupt. Ein Film, der in Mark geht und an der Menschheit zweifeln lässt.

Ein chloriertes Aushangfoto von 1957 aus meiner Sammlung.

Ein chloriertes Aushangfoto von 1957 aus meiner Sammlung.

Der Zufall wollte es, dass ich mir den Film über die Brutalität des Ersten Weltkriegs am Vorabend des 100. Ende des Ersten Weltkriegs ansah. Der Weltenbrand hatte damals die Welt verändert. Der Film spiegelt diesen Irrsinn des Nationalstaates.
Nachdem mir die zuständige Hamburger Agentur den Film zum Bluray-Start dankenswerterweise überlassen hatte, bereitete ich mich auf den Filmabend vor. Die Regierarbeit von Kubrick ist genial.

Die neu erschienene Bluray von Wege zum Ruhm neben einem Autogramm von Christiane Kubrick.

Die neu erschienene Bluray von Wege zum Ruhm neben einem Autogramm von Christiane Kubrick.

Ich hatte selbst mit Christiane Kubrick, die damals noch Christiane Harlan hieß und nach den Dreharbeiten Kubrick heiratete, über die einzige Frauenrollen in den Film gesprochen. Kubrick hatte eigens die Rolle für sie ins Drehbuch geschrieben. Das Lied vom treuen Husar, dass die verängstige deutsche Frau vor französischen Soldaten singt, zeigt die Emotion des Krieges. Die Soldaten summen das deutsche Lied mit Tränen in den Augen mit, noch zuvor waren ihre Augen geifernd und voller Gier. Diese Szene geht dem Zuschauer nicht mehr aus dem Kopf.
Im Grunde zeigt der Film Wege zum Ruhm den brutalen Grabenkrieg des Ersten Weltkriegs. Französische Truppen scheitern beim Angriff auf deutsche Stellungen und aus politischen Gründen werden drei französische Soldaten wegen Feigheit vor dem Feind von einem Militärgericht abgeurteilt und erschossen. Der zuständige Offizier wird versetzt. Zurück bleiben desillusionierte Soldaten und ihr Truppenführer, gespielt von Kirk Douglas.

Christiane Kubrick, damals noch Harlan, auf einem Foto aus dem Film samt Autogramm.

Christiane Kubrick, damals noch Harlan, auf einem Foto aus dem Film samt Autogramm.

Der Film wurde bei mir um die Ecke im Schloss Schleißheim gedreht. Die Kulissen des Schlosses und des Schlossgartens waren genial von Kubrick gewählt. Sein filmisches Genie zeigte sich in Wege zum Ruhm an vielen Einstellungen. Die Gerichtsverhandlung im Schloss fand auf den Schachbrettmustern des Bodens von Schleißheim statt, die Akteure bewegen sich wie Schachfiguren. Das Gericht ist eine Farce, das Urteil steht längst fest. Die Szene ist ein Lehrbuchbeispiel für Filmstudenten. Der Lichteinfall ist perfekt.
Die Kamerafahrten durch die Gräben, die Kamerafahrten die Zuschauer des Erschießungskommandos waren intensiv. Hauptdarsteller Kirk Douglas erkannte das Genie Kubricks und holte ihn später 1960 nochmals für die Mammutproduktion Spartacus. Anschließend arbeitete Kubrick niemals mehr als Auftragsregisseur, sondern zog sein eigenes Ding durch.
Wege zum Ruhm ist daher ein klarer Filmtipp. Es ist keine heroische Version eines Krieges, sondern der Film zeigt den Irrsinn.

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