Die braune Hetze im Netz – ich hab es satt

Ohne Worte

Ohne Worte

Im Großen und Ganzen kommt in diesem Blog wenig Politik vor. Ab und zu schreibe ich etwas zur Netz-, Kultur- und auch Bildungspolitik. Aber heute platzt mir der Kragen. Mir wird ganz anders, wenn ich in den sozialen Netzwerke die bewusste und unbewusste Hetze gegen Flüchtlinge beobachte. Ja, dieses Land hat Probleme. Es sind Probleme des Kopfes.
Vermehrt lese ich in Facebook und anderen Netzwerken dumpfe, ganz dumpfe Sprüche. Es beginnt mit so Kommentaren „ein Deutscher macht das nicht“ und endet mit dem klaren Aufruf zum Rassenhass. In welchem Land lebe ich bloß? Meine Eltern haben mich erzogen, Achtung vor dem Leben zu haben. Was haben diese Leute für eine Kinderstube?
Dann lese ich von Gerüchten über Vergewaltigungen. Es wird eine Geschichte in Holzkirchen publiziert, die sich als Ente herausstellt. Asylbewerber führen sich auf wie Sau. Diese erfundenen Berichte müssen dann von der Polizei dementiert werden. Einfach etwas erfinden und die dumme Meute verbreitet es. Dumpfer Nationalismus im Netz. Und dabei sind es nicht mal anonyme Sites und Profile (wie sonst üblich), sondern es wird offen mit Klarnamen gehetzt. Es wird gezündelt, mal verbal, mal real.
In meine Timeline bei Facebook werden Kommentare gespült, die ich nicht unkommentiert lassen will, die ich nicht unkommentiert lassen darf. Den Anfang machten Irrläufer von Pegida und Co. Nachplappern, was braune Hintermänner ersinnen. Immer wieder führe ich Diskussionen im Netz und stelle erschrocken fest, dass Alexander v. Humboldt recht hatte: „Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche sich die Welt nie angeschaut haben.“ Das widert mich an.
Unsicherheit spüre ich. Unsicherheit vor Veränderung, vor dem Neuen. Krampfhaft bewahren statt die Zukunft zu gestalten – dies haben sich viele Leute auf ihre Fahnen geschrieben und folgen einfachen Parolen. Leute, was glaubt ihr? Die Welt ist nicht einfach. Kein Führer löst ein Problem auf die einfache Art. Ich erinnere mich an den Woody Allens Film Manhattan und muss lachen, wenn es nicht so traurig wäre:

Die Welt ist in Bewegung. Auf diese Veränderungen mit Angst zu reagieren, ist falsch. Angst war nie ein guter Ratgeber, egal bei welchen Entscheidungen. Ich habe neulich wieder das Buch A Tale of Two Cities von Charles Dickens gelesen, in dem er die Zeiten der französischen Revolution beschreibt. Der Text beginnt treffend: „Es war die beste Zeit, es war die schlimmste Zeit; es war das Zeitalter der Weisheit, es war das Zeitalter der Torheit; es war die Epoche des Glaubens, es war die Epoche des Unglaubens; es war die Zeit des Lichtes, es war die Zeit der Finsternis; es war der Frühling der Hoffnung, es war der Winter der Verzweiflung.“
Ich höre von rechten Schreihälsen, dass die Kultur des Abendlandes den Bach runter geht. Meine Frage: Was habt ihr mit Kultur zu tun? Was habt ihr mit Werten zu tun? Was haben euch eure Eltern vermittelt?
Zuhören und Konsens finden, das haben mich meine Eltern gelehrt. Das haben mich meine Lehrer in der Schule gelehrt. Toleranz war wichtig. Wir stehen in der Tradition von Kant und dessen kategorischen Imperativ: „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“ Wir hatten doch das finstere Mittelalter abgelegt. Und doch habe ich das Gefühl, dass der Malleus Maleficarum für viele noch gilt, eben ein Hexenhammer in abgewandelter Form. Einfache Rezepte gegen eine sich ändernde Welt.
Da tut ein Kommentar von Anja Reschkes vom NDR gut, auch wenn ich ihre Art der Moderation in der TV-Sendung Panorama sonst nicht so mag.

Bei uns in Bayern habe ich die Libertas Bavariae schätzen gelernt. Leben und leben lassen – und für die Preußen gilt der Spruch von Friedrich II.: „Jeder soll nach seiner Fasson selig werden“ Aber was zu weit geht, geht zu weit. Hetze hat nichts mit freier Meinungsäußerung zu tun.
In Facebook muss ich schlucken, wenn ich diesen Hass lese. Ob ich will oder nicht, muss ich mich bei den Posts in Facebook mit dem amerikanischen Kulturbegriff auseinandersetzen. Das tut mir manches Mal weh. Hin und wieder melde ich bei Facebook Personen, die mir als Demokrat gegen den Strich gehen. Aber oftmals vergeblich. Das US-Unternehmen Facebook stuft die freie Meinungsäußerung des Einzelnen höher ein als demokratische Spielregeln. So ist das mit Facebook. Nackte Tatsachen werden geblockt, brutale Hetze ist Meinungsäußerung und bleibt im Netz. Aber dennoch: Viele Kommentare auf Anti-Asyl-Seiten im Netz erfüllen Straftatbestände. Das sächsische Landesamt für Verfassungsschutz stuft inzwischen 53 Facebook-Seiten als rechtsextremistisch ein.
Mit Genugtuung, ich kann es nicht anders sagen, stelle ich fest, dass unsere Staatsanwälte aktiv werden. Ich lese, dass Hetzer im Internet vor deutsche Gerichte gestellt und verurteilt werden. Ein paar Ortschaften weiter zum Beispiel 4500 Euro Strafe für Ausländerhetze in Facebook.
Neulich habe ich von einer Aktion gelesen. Ein User schrieb: „Nazikommentare und anderer Scheiß werden von mir zuerst gescreenshootet und dann gelöscht. Danach werde ich daraus einen eigenen Beitrag machen, mit einem Bild mit all diesen Kommentaren und euch darauf wieder markieren. Und eure Arbeitgeber und Schulen. Und dann könnt ihr das ja mal gern im richtigen Leben ausdiskutieren, was ihr im Netz so absondert.“ Ich denke, dass die Aktion wohl eine Urheberrechtsklage wegen der verwendeten Fotografien einbringt, aber dieser Post zeigt gut, wie sehr die Auseinandersetzungen im Netz skalieren.
Auf klassischen friedlichen Protest setzt meine Bekannte Anett Gläsel-Maslov. Sie ruft via Facebook zur Unterstützung der Aktion #‎1000malwillkommen auf. Es sollen dabei 1000 Fotos zusammenkommen, die den Schriftzug Willkommen in die Kameralinse halten. Hier wird in Facebook ein eindrucksvolles visuelles Zeichen gesetzt.

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15 Antworten to “Die braune Hetze im Netz – ich hab es satt”

  1. thomrosenhagen Says:

    Hat dies auf thomrosenhagen rebloggt und kommentierte:
    Es kann nicht oft genug wiederholt werden, dass diese braune Gesinnung in den sozialen Plattformen nichts zu suchen und noch weniger zu finden hat!
    Danke an redaktion42!

  2. Jens Says:

    Zuerst sollte der Begriff Hetze einmal näher definiert werden. Wenn jemand die Einhaltung unseres Asylrechtes fordert nachdem 80 Prozent der Asylbewerber abzulehnen sind, ist er dann ein Hetzer? Wenn jemand auf die nicht zu leugnenden Problem des unkontrollierten Zustromes von Wirtschaftsflüchtlingen hinweist, ist er dann ein Hetzer? Wenn jemand einmal die Kosten dieses Zustromes beziffert, ein Hetzer?
    Zum Screenshout- es ist die Staatbürgerliche Pflicht eines jeden Strafttatbestände wie z.B. Volksverhetzung zur Anzeige zu bringen. Manche Kommentare im Internet (auch in linksextremen Foren!) erfüllen solche Tatbestände und gehören angezeigt. Die Meinungspolizei wie sie jemand wie oben beschrieben betreibt in dem er entscheidet welche Kommentare er an den Arbeitgeber weiterleitet o.ä., das ist Gestapo im besten Stile. Asyl und Klimapolitik sind in Deutschland einer Religion gleich und jeder der sich kritisch äußert ist inzwischen verdächtig. Hier hätte die Journalie einiges zu tun.

  3. Peter Says:

    „Braune Hetze“? Da haben Sie sich aber deutlich im Thema verirrt. Ich stimme meinem Vorredner 100%ig zu. Es geht – für eine breiter werdende Mittelschicht – nicht im Ansatz darum, der rechten Gesinnung hinterher zu laufen. Es geht darum herauszufinden, wo „Deutschsein“ eigentlich noch erlaubt ist. Hänge ich eine Deutschlandfahne auf meinem Grundstück auf heißt es „da wohnen wohl Rechte“. Finde ich, das die Globalisierung (vor allem kulturell) nun mal nicht das Allheilmittel ist, bin ich „rückständig, weil sich die Welt ja in diese Richtung verändere“. Bin ich dafür, das Zuwanderungsgesetze gewisse Anforderungen stellen, bin ich schon „Pegida“. Es ist genau diese Unmöglichkeit, solche und andere Themen heutzutage sachlich zu diskutieren, ohne dabei an den rechten Rand gedrängt zu werden, welche die Gefahr eines tatsächlichen Rechtsrucks in der Mitte der Gesellschaft birgt. Welche Pegida hat entstehen lassen. Und nein, ich muss nicht ALLES was neu ist befürworten. Ich muss kein Apple Handy besitzen um „dazu zu gehören“. Solche Nerds, die blindlings und kritiklos Konzernen wie Facebook, Apple und Google durch ihr – Achtung hier ist es wieder: „globalisiertes“ Konsumverhalten, Milliarden Dollar in die Kassen spülen, ermöglichen eine Einflussnahme und blinde Abhängigkeit, die mir perspektivisch mehr Sorgen bereitet, als ein paar rechte Schreihälse.

    Beim Thema „Kultur“ geht es eben nicht nur um „Toleranz“ und „Konsens“ (getreu dem Motto, „der Klügere gibt so lange nach bis er selbst der Dumme ist“). Es geht darum, Geschichte zu bewahren, zu akzeptieren, schlicht – zu kennen – um DADURCH die Zukunft zu gestalten. Wer sich nicht mit der Vergangenheit auseinander setzt, wird die Zukunft nie gestalten können.

    Leider – und das stelle ich erschreckt fest, wissen Schüler heute wenig bis nichts über Geschichte. Über Fehler der Vergangenheit und ihre Auswirkungen. Ach ja, sie können gut die Apps eines iPads bedienen. Danke für diese „Medienkompetenz“.

    Ich stimme dem o.g. Zitat zur Weltanschauung 100%ig zu. Ich selbst habe bisher mehr als 30 Länder bereist, habe Freunde, die verschiedenen Kulturen angehören. Aber NIRGENDS habe ich eine solche Angst verspürt, die eigene Kultur, den eigenen kulturellen Idealismus auszuleben, wie zu Hause in Deutschland. Dieser Druck, um jeden Preis als „globalisiertes Deutschland“ gelten zu müssen, um mit einer angeblich so „globalisierten Welt“ schritthalten zu können, ist unerträglich.

    An welchem Punkt genau sind denn andere Länder wie die USA, Kanada, China, Japan etc. zu solchen Entbehrungen bereit? Ich reise in die USA ein und gebe bei der Einreise quasi einen Teil meiner Persönlichkeitsrechte ab. In jedem Vorgarten (Achtung Klischee!) hängt die Nationalflagge. In Kanada werden Einbürgerungen öffentlich gefeiert und die „Neuen“ Immigranten „schwören auf die Fahne, die Gesetzte und Werte des Landes zu achten“. In Deutschland stände ich deswegen bereits „am rechten Rand“. Und DAS ist widerlich.

  4. Michael Dalock Says:

    „Ich höre von rechten Schreihälsen, dass die Kultur des Abendlandes den Bach runter geht.“ Da haben die Schreihälse allerdings recht, aber nicht so wie sie meinen… Echt traurig! Ich würde mich auch wieder freuen, mehr über die Anstrengungen der zahlreiche -fast zahllosen- freiwilligen Helfer zu lesen. Es würde uns allen ganz gut tun, weniger von der braunen Masse zu lesen. Damit meine ich nicht totschweigen. Ich kann es nur einfach nicht mehr sehen. Und zu zeigen, dass es sehr, sehr viel andere gibt, täte der miesen Stimmung vielleicht gut.
    Sehr traurig stimmt mich auch das doch so viele „Normal“-Bürger diesen xenophoben Mist weiterplappern. Diese Legenden von Diebstählen, sexuellen Belästigungen. Und dieses „unserer Kinder/Rentner“ haben nichts und DIE kriegen alles…
    Hier noch ein schönes Zitat für dich: „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte“ Max Liebermann anlässlich des Fackelmarsches der Nazis durchs Brandenburger Tor.

    • Jens Says:

      Von welcher Kultur reden wir den da genau? Was hat den das westliche Wertesystem überhaupt noch zu bieten außer diese fast lächerliche „wir haben uns alle lieb“ Parodie. Welche Werte sind es in einem System sich offensichtlich Menschen aufgrund des Geschlechts von Ampelmänchen benachteiligt fühlen und das Kirchenbashing gerade so sehr hip ist.
      Wo sind sie die Vorbilder wenn Herr Kauder anmahnt ja nicht nach seinem Gewissen sonder gefälligst nach Fraktionszwang abzustimmen? Der werte Herr Middelhoff scheidet als Vorbild wohl auch aus. Nichteinmal die ehemals gelobte deutsche Sauberkeit gibts noch, im Vergleich zu Shanghai oder Singapur ist Köln oder Frankfurt einfach nur ein Loch. In unserer Toleranzbesoffenheit haben wir einfach übersehen das wir nicht nur unsere christlichen, sondern auch gleich alle anderen Werte über den Haufen geworfen haben. Dafür sind wir frei- solange wir das richtige denken und ja nicht vom Mainstream abweichen.
      Wie sagte schon Erich Mielke- ich hab euch doch alle lieb. Ich liebe doch alle Menschen. Wie abstoßend solche Sätze sein können…

  5. miriam Says:

    Um gleich mal etwas zu meinem Vorredner bzw. Vorposter zu sagen: Doch, man darf sich kritisch äußern. Das gehört zu einer gesunden Demokratie dazu. Dennoch sollte Kritik immer konstruktiv sein, und das Werfen vieler „Kritiker“ mit Begrifflichkeiten wie „Lügenpresse“ und „Verfremdung“ zeigt ziemlich genau, aus welcher Ecke viele Diskussionsteilnehmer kommen.
    Eine ordentliche Debatte über die Flut an Flüchtlingen muss her, das steht außer Frage. Aber darum geht es Matthias Lange in seinem Artikel nicht.

    Es geht darum, WIE debattiert wird. Wie unreflektiert und bösartig viele Deutsche gegen andere Menschen hetzen macht einfach nur Angst. Gerade im Netz fallen hier jegliche Hemmungen; da wird ganz offen körperliche Gewalt angedroht. Von der psychischen Gewalt, die man mit solchen Kommentaren ausübt, ganz zu schweigen.

    Oft hört man das Argument: „Das darf man ja wohl noch sagen! Wir sind doch nicht alle rechts!“ Ja, stimmt wohl. Aber die meisten Menschen haben nicht mitbekommen, wie unterschwellig sie von der rechten und sehr aktiven Seite angestachelt werden. Und das ist wirklich traurig – denn hinterher fragt sich wieder jeder: Wie konnte das nur passieren?

  6. Peter Says:

    Liebe Miriam: nein, es ist eben NICHT so, das zigtausende Menschen von rechts „unterschwellig angestachelt“ werden. Genau DAS ist propagandistisch und verallgemeinernd. Die Mitte der Gesellschaft hat sich nicht plötzlich zu einer braunen Saat entwickelt. Es ist der EINSEITIGE UMGANG DER POLITIK mit dem Thema Zuwanderung. Da finde ich den von Kommentator „Jens“ geprägten Begriff „Toleranzbesoffenheit“ sehr trefflich. Alle die nicht auf Globalisierung bis zur Selbstaufgabe, kuschelige Zuwanderungsregelungen usw. stehen, sind „rückwärtsgewandt“, „von rechtem Gedankengut durchsetzt“.

    Sowas wäre z.B. bei unseren Freunden in Nordamerika UNDENKBAR. Ich reise regelmäßig dorthin und bin jedes Mal tief beeindruckt, wie unbekümmert Amerikaner sagen können: „ich bin stolz, Amerikaner zu sein“. Wie unbekümmert eine US-Flagge im Garten hängen kann. Wie man es dort schafft, strenge Grenzkontrollen zu etablieren, ohne das ein Aufschrei durch die Welt geht.

    Deshalb die offene Frage:

    WARUM REGT SICH DORT NIEMAND DARÜBER AUF?
    UND WARUM IST DAS IN DEUTSCHLAND UNMÖGLICH?
    (und bitte – lasst die Sühnepflicht 70 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs hier heraus.)

    Eines weiß ich: Ich kann dieses Mainstream-Weichgespüle nicht mehr hören. Mittlerweile muss man sich ja in Deutschland auch schon dafür rechtfertigen, warum man nicht „vegan“ lebt, weil es ja grade so „in“ ist.

  7. annika Says:

    @Peter: Das stimmt, die braune Saat hat sich nicht plötzlich entwickelt, sie hat lange vor sich hin gegärt und war immer da. Und nun hat sie in den Flüchtlingen erneuten Zündstoff gefunden.
    Und nein, ich würde einen Großteil der Bevölkerung auch nicht rechts einordnen. Die Problematik besteht darin, dass Begriffe und Vorurteile, die auch gerne die Rechten verwenden, von Leuten, die selber nicht unbedingt rechts sein müssen, aufgegriffen werden. Manche denken nicht rechts, behaupten dann aber auch z.B., Ausländer seien krimineller oder sie stören sich an der ewigen Holocaust-Schuld der heutigen Deutschen. Rechtes Gedankengut sickert also hier und da auch durch und es muss diesen Personen noch nicht mal so sehr bewusst sein.
    Um auf den Unterschied zwischen Patriotismus hier und in anderen Ländern einzugehen: Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich in den Kleingärten gegenüber so einige deutsche Flaggen wehen. Niemand regt sich darüber auf und im Kleingartenverein sind auch Leute mit Migrationshintergrund. Beim Sport haben die Fans keine Scheu, Schwarz-Rot-Gold zu tragen und zu zeigen. Nur, bedingt durch zwei Weltkriege, ist es hierzulande eben weniger verbreitet, sich über den Staat zu definieren. Das Deutschsein bestimmt nicht so sehr die Identität. Und ich komme damit gut zurecht. Ich stehe zu meinem Land, aber ich muss nicht den oftmals unkritischen Patriotismus wie in anderen Ländern haben. Und hier in Deutschland wurde Vaterlandsliebe leider oftmals missverstanden und ging soweit, dass das Deutschsein über Rasse, Blut etc. definiert wurde.

  8. Victorfoxi Says:

    Viel schlimmer wäre aber doch wenn die „die Rechten“ die ja anscheint nur im Internet und auch nur als eine eher neblige Masse auftreten in einzelne Punkten Recht hätten. Die Kriminalitätsstatistiken die der Herr Buschskowski (SPD) zum Bezirk Neuköln vorlegt sprechen doch eine deutliche Sprache. Der Miri Clan in Bremen, Mülldächer in Duisburg, No go Area in der Dortmunder Nordstadt. Das totschweigen dieser massiven Probleme legt die Saat in der rechtes Gedankengut aufgeht.
    Ich möchte beim besten Willen nicht diesem Gedankengut das Wort reden, ich hoffe ja immer noch das unsere Gesellschaft von alleine darauf kommt, das es so nicht weiter geht.
    Wir sollten (ZU RECHT!) nach Saudi Arabien keine Panzer verkaufen. Wir sollten aber auch nicht zulassen das Saudi Arabien in München ein riesiges Islam Zentrum bauen möchte deren Ziel sicher nicht die Integration der hier lebenden Muslime ist.
    Man kann nicht auf dem rechten Auge sehr wachsam sein wollen aber gleichzeitig, wie bei uns in NRW den grauen Wölfen die Grugahalle als Veranstaltungsort anbieten.

  9. Peter Says:

    @Annika: Da gebe Ihnen ja zu Teilen recht, allerdings sind es NICHT die Leute, die massenhaft durch „rechtes Gedankengut“ (was gerade heutzutage zumindest Mal einer Definition bedarf) unbewusst fehlgelenkt werden.

    Es ist die Politik, die eine sachliche Auseinandersetzung aufgrund Ihrer Globalisierungs-Wahnvorstellungen nicht zulässt. Denn, ja, man könnte auf dem politische Parkett anecken, auf dem man noch immer die Schulden der vorletzten Generation zahlt. Ja, es ist politisch unbequem wenn gerade das böse Ex-Nazi-Deutschland Zuwanderungsquoten diskutiert. Und ja, am besten sind wir nur noch „Europäer“ anstatt Deutsche. Ach was, komm, gleich „vegane Weltbürger“, die in hippen Loft-WG’s wohnen und ihr Auto zugunsten Carsharing abschaffen, da sie ein schlechtes Gewissen gegenüber der Umwelt haben.

    Es ist die schleichende Verwischung klarer Identitätslinien und der Mangel an ECHTEN Werten (und ich meine hier mal nicht Toleranz!), die dem ideologischen Hetzer Nährboden geben. Das wissen Rechte dann für sich zu nutzen, indem vorwiegend bildungsferne Schichten mit simplen Parolen geködert werden.

    Ich gebe Ihnen auch Recht, das Deutschland sich aufgrund seiner Vergangenheit nicht so sehr über den Staat definieren. ABER – und DAS ist der Punkt – ich KÖNNTE mich noch nicht mal darüber definieren, auch wenn ich es wollte. Die Angst, auf etwas stolz zu sein, was nun mal nicht mit den Weltkriegen zu tun hat, ist so ausgeprägt, das es schlicht unmöglich ist, den einfachen Satz im Jahr 2015 zu sagen: „ich bin stolz auf mein Land“. So wie es in vielen anderen Ländern möglich ist. Ohne rechte Gesinnung. Und ohne Hintergedanken.

    Aber es ist unmöglich, die von Vorredner Victorfoxy genannten Problemfelder zu diskutieren und aktiv anzugehen. Und nein, bitte, nicht schon wieder „wir müssen mehr für die Integration der Leute tun“. Sie müssen – mit Verlaub – sich verdammt nochmal selbst an deutsche Sitten und Gebräuche anpassen – wenn man denn noch definieren könnte, was das eigentlich ist (und hier schließt sich der Kreis in Bezug auf die staatliche Identitätsfindung).

    Wenn ich nach Kanada oder in die USA auswandern würde, passe ich mich auch an. Ich übernehme die landesüblichen Bräuche. Denn ICH entscheide mich ja, in JENEM Land zu leben. Im Entferntesten würde ich nicht darauf kommen zu verlangen, man solle mir dort für meine Religion eine Kirche finanzieren. Oder man solle MICH besser integrieren. Toleriert mich ein fremdes Land, tue ich alles dafür, mich im Sinne der Gegebenheiten dort zu bewegen, mich kulturellen und sozialen Standards anzupassen.

    Nicht weniger als diesen Maßstab lege ich bei Leuten an, die nach Deutschland kommen.

  10. Angie Says:

    Die Kommentare zum Text sind teilweise mehr als erschreckend.

    Genau diejenigen, die im Text angesprochen werden weil sie sich schlicht und ergreifend verfassungsfeindlich verhalten, versuchen sich hier über billigste Rhetorik vom Vorwurf der rassistischen oder rechtsradikalen Mitläuferschaft freizubabbeln.

    Wenn ich schon lese, es müsse erst einmal definiert werden „was denn Hetze sei“ oder „wo denn Hetze anfange“ und anschliessend genau die Argumente aufgezeigt werden, die letztlich für brennende Asylbewerberheime herhalten müssen, weil sie Grundlage der Salonfähigkeit solcher perfiden Menschenfeindlichkeiten waren, dann fasse ich mir an den Kopf.

    Nein, Fremdenfeindlichkeit ist keine angemessene Kritik, nein, Fragen nach dem angeblich unkontrollierten Zustroms ist auch keine Meinung, denn es gibt keinen „unkontrollierten“ Zustrom (weil die EU eine Festung ist, die militärisch verteidigt wird und es keinen legalen Weg hinein gibt, genau deshalb gibt es NUR kontrollierten Zustrom).

    Der anschliessende Hinweis es gäbe in linken Foren auch volksverhetzende Kommentare entlarvt dann wirklich und gibt den deutlichen Hinweis, mit welcher Gesinnung hier „gegendiskutiert“ wird.

    Wir hier in Deutschland haben ein Asylrecht, das gilt für JEDEN der bedroht ist, JEDER kann und darf hier einen Antrag auf Asyl stellen.

    Das Asylrecht ist in Deutschland im GRUNDGESETZ verankert, wer also gegen Flüchtlinge hetzt und Pseudoargumente nutzt, um bei der Bevölkerung Angst zu schüren oder falsche Tatsachen über die Thematik verbreitet, um letztlich zu instrumentalisieren, der stellt sich gegen unsere Verfassung auf einer Stufe mit anderen Verfassungsfeinden.

    Es ist absolut an der Zeit gegen rechte und rassistische und faschistoide Gedankenverbreiter rigoros vorzugehen, sie zu melden, die anzuzeigen und sie wie im Text beschrieben bei Arbeitgeber und Umfeld zu outen.

    Die pseudointellektuellen Argumenteverdreher (wie hier auch wieder vielfach vertreten) zu aller erst. Schluss mit salonfähigen rechtem Hass und rückbesinnung auf die Werte des Grundgesetzes, in dem jede Möglichkeit zur Ahndung von Fremdenfeindlichkeit bereits vorgegeben ist.

    • Jens Says:

      Liebe Angie, nun wischen Sie sich mal den Wutschaum vom Mund und finden vielleicht auch zur sachlichen Diskussion?!

      Wer verhält sich den hier Verfassungsfeindlich?
      Jemand der die Fakten ausführt und anmerkt das 65 Prozent der aktuell in Deutschland ankommenden Flüchtlinge überhaupt kein Anrecht auf Asyl haben und damit nicht nur illegal sind sondern auch sofort abzuschieben sind? Machen Sie sich einmal schlau, die Kritiker fordern nämlich nichts anderes als das einhalten des geltenden Grundgesetzes! Die Rechtsbeuger stehen eher auf Seiten der Gutmenschen die sich für Leute einsetzten die diesen Staat wider geltendem Recht bevölkern.

      Und wenn Sie meinen sie könnten das Recht auf freie Meinungsäußerung durch Gesinnungsterror ersetzen, dann stehen sie den brauen Schergen deutlich näher als manch eine NPD Hohlbirne.
      Im übrigen kann ich Ihnen gerne meinen Arbeitgeber nennen, oder glauben Sie ernsthaft das redlich arbeitende Unternehmen wirklich auf „Fachkräfte“ unterhalb des Niedriglohnsektors angewiesen sind?

      Ich wünsche Ihnen aber weiterhin viel Spaß in Ihrem Traumparadies in dem vermutlich Milch und Honig fließt.
      Das habe ich mir dann in etwa so vorzustellen:
      http://www.derwesten.de/region/rhein_ruhr/der-kampf-gegen-die-clans-id11002805.html

    • Erwin janssen Says:

      OMG
      Dieser Gutmenschen Müll

  11. hariosch Says:

    Danke!!!

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