Christopher Lee – Mein persönlicher Nachruf

Meine erste Begegnung mit Christopher Lee war eine ganz üble Verwechslung. Ich hatte als Kind Dracula von 1930 mit dem großen Bela Lugosi gesehen und hatte vor diesem Vampirfilm keine Angst. Als meine Kumpels sagten, dass Dracula im Fernsehen wiederholt werden sollte, schlug ich vor, den Film gemeinsam anzusehen. Ich hatte den Mund großmäulig weit aufgerissen und war Wortführer, wie harmlos dieser Streifen sei. Also versammelten sich vier junge Menschen im Wohnzimmer meiner Eltern und wir schauten im Rahmen der ZDF-Reihe der phantastische Film Dracula. Allerdings schauten wir nicht den Dracula von 1930, sondern den Dracula von 1958. Hauptdarsteller war nicht Bela Lugosi, sondern Christopher Lee. Der Film war nicht in schwarzweiß, sondern in Farbe und blutig. Und uns Jugendlichen ging die Muffe. Lee spielte den Vampir elegant, aber brutal und blutrünstig.
Später kaufte ich mir zahlreiche Hammer-Filme mit Christopher Lee auf DVD, wobei mir aber die Dracula-Filme am liebsten waren. Frankenstein ging, die Mumie mochte ich nicht so. Richtig gerne mochte ich Dracula jagt Mini-Mädchen und die Komödie Die Herren Dracula. Irgendwann sah ich mal den The Wicker Man in einer Horror-Nacht im Kino und war fasziniert – heute ist der Film einer meiner liebsten Horror-Filme mit Christopher Lee, auch wenn den Film wohl kaum einer kennt. Fein war auch der Bond-Film Der Mann mit dem goldenen Colt.

Ich habe von Christopher Lee noch ein Autogramm bekommen.

Ich habe von Christopher Lee noch ein Autogramm bekommen.

Jahre später hatte ich mit Christopher Lee ein Interview auf einem Fantasy Filmfest in München. Ich war damals für meine Schülerzeitung vor Ort und furchtbar nervös. Ich hatte eine ganze Liste von Fragen vorbereitet. Aber anstatt meine Fragen zu stellen, erzählte ich ihm die Verwechslungsgeschichte und er amüsierte sich köstlich. Ich bekam ein Autogramm auf einem alten Aushangfoto von 1958, das heute noch in meinem Arbeitszimmer hängt. Später 1982 traf ich ihn nochmals bei der Premiere des Zeichentrickfilms „Das letzte Einhorn“. Dort sprach er den bösen König Haggard und war verblüfft, dass Lee die deutsche Synchronisation selbst vornahm. Er sprach ein sehr gutes Deutsch und ich kasperte mich damals mit meinem Schulenglisch ab. Er war ein cooles Schlitzohr, sehr, sehr britisch.

Mein Autogramm von Sir Christopher Lee auf einem Original-Aushangfoto von Dracula 1958.

Mein Autogramm von Sir Christopher Lee auf einem Original-Aushangfoto von Dracula 1958.

Nach dem Horror-Film Das Haus der langen Schatten wurde es für mich still um Christopher Lee. Vielleicht spielte er noch irgendwo mit, aber ich bekam es nicht mehr mit. Auf einem Flohmarkt kaufte ich einmal wunderschöne Musik aus Herr der Ringe, aufgenommen vom dänischen Tolkien Ensemble und der Stimme von Christopher Lee. Später erschien die 4 CD-Box unter dem Titel The Lord of the Rings: Complete Songs and Poems – Christopher Lee vom Tolkien Ensemble und ich habe im Dezember 2012 darüber gebloggt. Die Metal-Sachen waren nicht mein Fall.
Erst als er bei Star Wars Count Dooku und bei Herr der Ringe als Saruman wieder erschien, sah ich den großen Mann im Kino und vor allem auf Blu ray. Gerade bei Herr der Ringe kam Lees Schauspieltalent in der Extended Version von Herr der Ringe zu Tage, Peter Jackson sah das wohl zunächst nicht so. Auch beim Hobbit durfte er wieder auf der Leinwand erscheinen und ich bin gespannt auf die Extended Version vom dritten Hobbit.
Nun ist Sir Christopher Lee im Alter von 93 Jahren verstorben. Vielen Dank für Ihre Filme Sir Christopher.

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