9 Euro Ticket – und nun das Leben neu denken

Heute startet das 9 Euro Ticket und natürlich bin ich dabei. Die Familie ist für drei Monate öffentlich unterwegs und ich finde die Einführung des subventionierten Fahrpreises richtig und sinnvoll. Ich hoffe, es bewirkt bei manchen Mitmenschen etwas im Kopf.

Vor Corona war ich intensiver Bahnreisender. Mit er BahnCard 100 bin ich quer durch Deutschland gefahren, beruflich mal schnell nach Berlin, Hamburg, Köln, aber auch in die bayerischen Regionen. Dann kam Corona und ich war rund zwei Jahre zu Hause. Veranstaltungen außer Haus waren selten, die BahnCard habe ich schweren Herzens nicht verlängert. Die Auftragslage lässt es nicht zu.

So freue ich mich, wenn ich wieder mit dem Ticket die eine oder andere Reise machen kann – mit Maske versteht sich, denn Corona ist nicht vorbei. Und natürlich bin ich in einer privilegierten Situation. Ich wohne im Speckgürtel von München und habe einen einigermaßen funktionierenden ÖPNV, obwohl die Technik des S-Bahn-Streckensystems hier danieder liegt. Ich bin nicht so stark auf das Auto angewiesen wie andere.
Ich bin der Meinung: Wir müssen arbeiten und wohnen wieder mehr zusammenbringen. Als Festangestellter war ich als Pendler früher 2,5 Stunden täglich mit der S-Bahn unterwegs, hab zwar viel Bücher gelesen, aber die Lebensqualität litt ziemlich. Meine Frau hatte die Pendelei nach München satt und löste ihr Büro in München auf. Jetzt arbeitet sie mit ihrem Team 2 Kilometer entfernt und kann zu Fuß oder mit dem Rad hinkommen oder sogar mit dem Bus. Lebensqualität pur, wenn das Leben wieder stattfindet und nicht auf der Straße oder in Zügen.

Unsere Familie versucht ihr Leben neu zu denken. Auch wenn es Leute belächeln, der Klimawandel ist da und jeder muss seinen Beitrag leisten. Aber noch steht bei vielen meiner Bekannten die Frage im Mittelpunkt: Wo fliegen wir dieses Jahr in Urlaub hin? Und warum nur einmal im Jahr Urlaubsreisen? Der Krieg in der Ukraine lässt zudem die Kosten explodieren.

Da kommt das Angebot mit dem 9 Euro Ticket gerade recht. Ich will es nutzen. Bei all der Diskussion um die Ein- und Durchführung ist es für mich der richtige Schritt das Arbeits- und Berufsleben neu zu denken.

Schlagwörter: , , , , , , , , ,

Eine Antwort to “9 Euro Ticket – und nun das Leben neu denken”

  1. Brigitte Soziaghi Says:

    Ich freue mich, dass das 9 Euro-Ticket bei dir funktioniert. Bei uns ist es schwierig. Durch immer flexiblere Arbeitszeiten sind meine ehemaligen Kollegen auf den Pkw angewiesen. Das wird sich auch nicht ändern. Sie haben ein großes Gebiet zu betreuen und sind oft zu Baustellen oder Störungen unterwegs. Da ist das Auto unerlässlich, weil natürlich auch Material und Werkzeug mit müssen. Bei Standorten in der Stadt mit Zuganbindung ginge das schon besser für die Kollegen im Büro. Das ist halt der Nachteil, wenn man auf dem Land wohnt. Hat natürlich auch Vorteile. Vielleicht überlegen sich die Menschen, Urlaube oder Ausflüge künftig mehr mit dem Zug zu machen.

Kommentar verfassen - Achtung das System speichert Namen und IP-Adresse

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.


%d Bloggern gefällt das: