Ostbayern: Auf die Transformation vorbereiten

Noch gibt es in Ostbayern, wie hier in Landshut, blühende Landschaften. Noch gibt es in Ostbayern, wie hier in Landshut, blühende Landschaften.

Überall wo der PresseClub München im Oktober 2019 auf seiner Herbstreise durch Ostbayern Station machte, wurde stolz verkündet: Aus dem einstmals armen Ostbayern ist eine blühende Landschaft geworden. Die Zeiten der Arbeitslosigkeit im Winter ist der ganzjährigen Vollbeschäftigung gewichen. Dennoch ziehen dunkle Wolken auf und die Region wird sich auf andere Zeiten einstellen müssen.
Der fränkische Autozulieferer Brose will in den nächsten drei Jahren in Deutschland 2.000 Arbeitsplätze abbauen, so eine Meldung von gestern. Die Transformation und der Strukturwandel sind erkennbar. Die alten Industrien des 20. Jahrhunderts müssen sich verändern, sonst werden sie verändert. Die klassische Automobilindustrie und ihre Zulieferindustrie gerät ins Stracheln und alle Beteiligten fragen sich, ob BMW und Co richtig aufgestellt sind und den Wandeln meistern. Für mich gilt es als sicher, dass Entlassungen in irgendeiner Art folgen werden. Für Elektromobilität brauche ich nicht mehr so viel Ingenieure wie bei Verbrennungsmotoren.

Die Einschläge kommen näher. Die Einschläge kommen näher.

Für die Politik ist die Digitalisierung das Zauberwort. Ich bin zwar Fan der Digitalisierung, unterrichte auch das Thema in meinen Seminaren, doch ich sehe auch, dass bei vielen Leuten das Thema Digitalisierung als Problem und nicht als Chance gesehen wird. Und das nicht nur, wenn ein ranghoher Politiker den Beamer über Clickshare nicht zum Laufen bekommt und einen Techniker rufen muss.
Der Regierungspräsident von Niederbayern Rainer Haselbeck war sichtlich stolz, dass es in Niederbayern Vollbeschäftigung gibt. Die einzige Klage, die er von den Unternehmen höre, sei die Klage über den Fachkräftemangel. Das Personal sei der begrenzende Faktor.

Der Aufstieg Niederbayerns ist wesentlich geprägt durch die Automobilindustrie“, so Haselbeck weiter. In Dingolfing steht eines der größten Werke von BMW mit rund 20000 Mitarbeiter. Hinzu kommen mehrere Tausend Mitarbeiter in der Zulieferindustrie. Aber: „Wenn BMW hustet, dann hat Niederbayern die Grippe“, so beschrieb Haselbeck diese Abhängigkeit.

Daher achte er sorgfältig auf die Debatten über die Zukunft der Automobilindustrie. „Da kann man, da muss man sich viele Sorgen machen, aber froh bin ich darüber“, dass BMW die Grundsatzentscheidung getroffen habe, dass das Auto als Mobilität der Zukunft in Niederbayern gebaut werde. Dem Regierungspräsidenten war auch klar, dass Elektromobilität zu weniger Beschäftigten führt.
Auf Nachfrage sieht Haselbeck einen Ausweg aus der drohenden Krise durch Bildung und Forschung. „Wir haben inzwischen eine starke Hochschullandschaft in Niederbayern.“ Neben der Universität in Passau hat der Regierungsbezirk Hochschulen Landshut und Deggendorf mit jeweiligen Außenstandorten wie Pfarrkirchen. Es sei wichtig, sich in diesem Bereich gut aufzustellen.
Zudem werde man die Wirtschaftsförderung mit Geldern vom Freistaat Bayern gezielt einsetzen, versprach der Regierungspräsident. Auch im Bereich Digitalisierung gibt es eine ganze Reihe staatlicher Förderprogramme. Haselbeck sieht aber auch, dass sich in Zeiten der Vollauslastung so mancher Betrieb schwer tut, sich neu auszurichten und an die Zukunft zu denken.

Kommentar
Meiner Meinung ist das der richtige Weg. Die Wirtschaft und die Gesellschaft muss sich auf die neue Zeit einstellen. Dabei spielt Digitalisierung eine wichtige Rolle. Dennoch darf das Thema Handwerk und kleiner Mittelstand nicht vergessen werden. BMW und die Industrie haben in der Vergangenheit Mitarbeiter im Handwerk abgezogen und nun gibt es Gegenden, in denen kein handwerklicher Bäcker oder Metzger mehr vorhanden sind. Wenn das Handwerk stirbt, gab es keinen Aufschrei. Wenn jetzt die Industrie den Wandel nicht packt, wird der Aufschrei groß sein. In Zeiten der Regionalisierung und der Klimadebatte wäre es meiner Meinung nach wünschenswert sich auf die regionale Wirtschaft wieder zu konzentrieren – auf ein Handwerk mit seinen familiären Strukturen.

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