Shanties, Europa und das Meer – Blogparade #DHMMeer

Hannes Wader brachte mir Seemannslieder näher.

Hannes Wader brachte mir Seemannslieder näher.

Im Musikunterricht in der Schule kam ich das erste Mal mit ihnen in Kontakt: Shantys und Seemannslieder. So musste ich als junger bayerischer Schüler Lieder wie „Hamburger Veermaster“ trällern. Dazu quälten mich meine Eltern mit Songs von Freddie Quinn wie „Nimm uns mit, Kapitän, auf die Reise“. Ich mochte die Lieder nicht, doch irgendwie gingen die Lieder auch nicht aus meinen Kopf, soviel Rock, Pop, Jazz und Klassik ich auch hörte. Und als Filmfan interessierte ich mich auf einmal für den großen Hans Alberts und seine Seemannslieder in der Großen Freiheit Nr 7. Als ich dann die Möglichkeit hatte, zahlreiche Auftritte von Hannes Wader zu fotografieren, beschäftigte ich mich mit seinem Werk näher. Und ich entdeckte den Volkssänger Hannes Wader bei meinen Gesprächen in Kloster Banz für mich. 1978 nahm er das Album Hannes Wader singt Shanties auf und daran erinnere ich mich als die Blogparade meiner Bloggerclub-Kollegin Tanja Prakse ansteht. Sie betreut vorbildlich die Blogparade „Europa und das Meer – was bedeutet dir das Meer | #DHMMeer“ des Deutschen Historischen Museums Berlin.

Nun ich habe viele persönliche Erfahrungen mit dem Thema Meer gemacht, will mich aber in diese, Blogpost zu Hannes Wader und seine Seemannslieder äußern. Viele der Seeleute, die über die Weltmeere schipperten, kamen aus Europa und es entstand eine interessante Seemanskultur, die auch über das Liedgut weitergeben wird. Wader ist es zu verdanken, dass ich davon Notiz genommen habe. Das Album ist ein Teil der Liedermacher-Alben und Wader schaffte es für mich, das traditionelle Volkslied aus der rechten Ecke herauszubekommen. Das einstige DKP-Mitglied Hannes Wader kann man wirklich keine rechte Ideologie unterstellen. Er nahm in den siebziger Jahren verschiedene Alben in Plattdeutsch auf und widmete sich dem Volkslied. Daran erinnerte ich mich, als ihn mehrmals auf Kloster Banz bei einem Liedermacher-Festival traf, Die Titel des Albums Hannes Wader singt Shanties wurden alle in Plattdeutsch gesungen. Es ist nach Plattdeutsche Lieder (1974) das zweite Album in diesem für mich als Bayer interessanten Dialekt. Nun, mit Plattdeutsch tue ich mich als Bayer auch schwer, aber dennoch blieben die Lieder im Kopf.


Und dann passierte es: Wenn ich im Garten Arbeiten verrichte, summe ich manches Mal Shanties vor mich hin. Wikipedia klärte mich auf. „Der heute geläufige Name Shanty (englisch Sea Shanty) tauchte erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Er wurde vermutlich vom englischen chant = ‚singen/Gesang‘ und dem französischen chanter = ‚singen‘ abgeleitet, bzw. von ‚chattet‘, wie es die französischsprechenden schwarzen Schauerleute von New Orleans gebrauchten.“ – Gut, dann weiß ich das jetzt auch. Diese Arbeitslieder der Matrosen auf den Weltmeeren unterstützten die harte Arbeit auf See. Der Arbeitstakt in dem Team der Seeleute war wichtig, damit Segel gehisst oder Anker eingeholt wurden – verzeiht, wenn das Wording nicht richtig ist. Ursprünglich dachte ich, es gibt eine Form von Shanty und damit hat es sich. Falsch gedacht alte Landratte. Es gibt komplett unterschiedliche Shanties, je nach Aufgabe des Seemanns. Shanty zum Drücken, zum Ziehen und zur Unterhaltung.

Und als ich mit K1 mich zum Thema Shanty unterhielt, überraschte mich K1 total. Ich dachte, dass K1 den Unterrichtsstoff wiederkäut (wie ich zu Beginn dieses Blogposts). Nein – K1 griff auf die Welt der Videospiele zurück und erklärte mir, dass diese Seemannslieder bei Assassin’s Creed vorkommen. Sowohl bei Black Flag als auch Rogue spielen Shanties eine Rolle und müssen vom Videospieler eingesammelt werden. So werden Shanties an die neue Generation weitergegeben: Bei mir was es Hannes Wader, bei K1 waren es Videospiele – also Shanties gehen mit der Zeit.

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3 Antworten to “Shanties, Europa und das Meer – Blogparade #DHMMeer”

  1. Tanja Praske Says:

    Lieber Matthias,

    du bist auch mit einer der treuesten bei den Kultur-Blogparaden – danke dafür!

    Erfrischend finde ich dein Thema zu #DHMMeer. Woher shanties kommen, was das überhaupt ist, kannte ich nicht. Werde Junior mal danach fragen, ob er in der Gamerwelt damit auch schon zu tun hatte.

    Der hat jetzt übrigens das Programmieren für sich entdeckt, ausgehend von Retrogames, erst irgendetwas mit P (Pong?), ich weiß es nicht, jetzt bringt er sich etwas bei, um games zu programmieren. Mal schaun‘, was dabei rauskommt!

    LG,
    Tanja

  2. meinwebseite Says:

    Lieber Mattias, jetzt weiß auch ich, was Shanties sind; auf unserer letzten Kreuzfahrt ist ein Shanty-Chor aufgetreten.
    LG
    Walter+Maria

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