Persönliches Fazit der re:publica: Ich steh im Walde

Ich glaub, ich steh im Walde. So erging es mir, als ich die Poststation betrat, in der die re:publica oder #rp14 dieses Jahr in Berlin stattfand. Eine andere Assoziation war: ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht. „Into the wild“ lautete das Motto in diesem Jahr und die Internet-Gemeinde traf sich in Berlin zum Gedankenaustausch. Bevor es losging, durchquerte ich eine Installation und hängende Wald-Plakate. Prima Einstand.

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Was bleibt ach drei Tagen #rp14? Zunächst das menschliche: Ich habe wahnsinnig tolle Menschen getroffen. Menschen, die ich nur aus dem Netz kannte, konnte ich einfach ansprechen und wir hatten uns etwas zu sagen. Ich habe viele alte Kollegen getroffen und mich austauscht, Projekte geschmiedet und Ideen abgeglichen. Das hat mir sehr gut getan und es soll noch einer sagen, im Netz leben keine Menschen.

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Neben alle den Begegnungen berührte mich ein zufälliges Treffen am meisten. Zufällig stand ich Tanja Kollodzieyski alias @RolliFraeulein gegenüber. Zusammen mit @der_baertige war sie aus dem Ruhrgebiet nach Berlin angereist und nahm an der #rp14 teil. @RolliFraeulein ist behindert und sitzt im Rollstuhl. Sie hat vor per Interrail quer durch Europa zu fahren und darüber ein eBook zu veröffentlichen. Dazu hat sie ein Crowdfunding-Projekt gestartet. Als ich sie mit knallig gefärbten Haaren in ihrem Rollstuhl sitzen saß, musste ich einfach hingehen und ihr gratulieren. Eine tolle Frau, vor der ich den Hut ziehe.

Kollege Thomas Gerlach und ich.

Kollege Thomas Gerlach und ich.

Über die zahlreichen Vorträge werde ich gesondert schreiben. Viele haben mich inspiriert, einige habe ich nicht verstanden und in manche bin ich wegen Überfüllung nicht hineingekommen. Letzteres ärgerte mich am meisten. Die Räume waren zu klein oder die Konferenz war zu groß. Die Infrastruktur wie nicht stabiles WLAN oder die Toiletten platzen aus allen Nähten und zudem hab ich dieses Jahr kein Mettbrötchen bekommen. Was ist das für eine Internet-Konferenz ohne Mettbrötchen – Sauerei.

Insgesamt war klar: Die Netzgemeinde muss sich wehren. Ich mag das Wort Aktivist nicht, aber die Freiheit des Netzes ist so wichtig, dass wir es nicht Unternehmen und Regierungen überlassen dürfen, sondern wir müssen uns selbst darum kümmern. Für mich steht fest: Mit meinen Schulungen zur Medienkompetenz leiste ich meinen Beitrag zur Aufklärung.

Looking for Freedom - David und sein Manifest.

Looking for Freedom – David und sein Manifest.

Eben so wie jeder kann. Ein wenig verwundert war ich dann doch, als ich David Hasselhoff auf einem Slot von F-Secure entdeckte. Der Baywatch- und Knightrider-Star setzte sich für die Freiheit des Netzes ein. Er stellte ein Internet-Manifest zur digitalen Freiheit vor, das noch geschrieben werden muss. Die Rahmenbedingungen stehen aber bereits. Das ist eben David Hasselhoffs Beitrag zur Netzkultur. Und natürlich haben wir alten Leute brav Looking for Freeddom gesungen.  Ich glaub, ich steh im Walde.

Aufkleber für Snowden gab es haufenweise.

Aufkleber für Snowden gab es haufenweise.

Andere forderten wie ein tibetanischer Mönch ein Asyl für Edward Snowden bei uns in Deutschland und verteilten Aufkleber des Whistleblowers, und wiederum andere versuchten sich an Überwachungssatire. Unter dem Motto Google Nest wurde behauptet, dass Google ein paar neue Produkte auf der Internet-Konferenz vorstellen würde. Was sich als Produktvorstellung anpries war in Wahrheit eine Satire – aber eine schlechte Satire. Es war weder witzig, noch schauspielerisch gut umgesetzt, noch waren die vermeindlichen Google-Produkte eine Neuerung. Google stellte über Twitter klar: Nur zur Klarstellung: Die Aktion #googlenest auf #rp14 ist eine Satire, die dazugehörige Website ist ein Fake und stammt nicht von uns.

 

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Eine Antwort to “Persönliches Fazit der re:publica: Ich steh im Walde”

  1. Jakob Says:

    Obst und Gemüse wären bei Ihnen besser als Mettbrötchen!

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