Dracula im Film (24): Dracula braucht frisches Blut

Es war einer der letzten Dracula-Filme von Hammer und sagen wir es mal diplomatisch: Es war nicht der beste Dracula und trotzdem hat Dracula braucht frisches Blut einige sehr guten Momente, die mir als Fan des Grafen Spaß machen.

The Satanic Rites of Dracula wie der Film im Original hieß von 1973 spielt wie sein Vorgänger Dracula jagt Mini-Mädchen im London der siebziger Jahre. Und das habe bei Dracula A.D.’72 genossen und bei The Satanic Rites of Dracula ebenso: Mode, Frisuren, Autos, die ganze Kultur. Und es war das letzte kongeniale Zusammenspiel von Christopher Lee und Peter Cushing als Dracula und Van Helsing. Aber das Drehbuch war mehr als mager: Der Graf hat den Plan, die Menschheit mit einem genmanipulierten Pest-Bazillus zu vernichten. Dies soll genau um Mitternacht des 23. Novembers, des Hexensabbat, stattfinden. Drei führende Mitglieder der britischen Upperclass und Van Helsing sollten dabei als Reiter der Apokalypse fungieren. Natürlich kam es anders und Dracula verfing sich im Dornenstrauch und bekam den Pfahl ins Herz gebohrt.

Erst bei den 7 goldenen Vampire sollte der Vampir wieder auftauchen mit Peter Cushing als Prof. Van Helsing. Christopher Lee hatte keine Lust mehr und suchte sich andere Rollen wie beispielsweise als Bond-Gegner in Der Mann mit dem goldenen Colt.

Der Film Dracula braucht frisches Blut war brutal und freizügig. Das Blut, passend zum deutschen Titel, floss reichlich und es gab nackte (weibliche) Haut und viel weibliche Brust zu sehen. Das sollte das jugendliche Publikum ins Kino locken, doch die Zuschauer blieben aus. 1973 war Dracula mit seinem Umhang einfach antiquiert und altmodisch. Der Horror dieser Zeit kam nicht mehr aus dem fernen Transsylvanien, sondern war unter uns. Vietnam tobte und Watergate bahnte sich an. Der Terror vom Texas Chainsaw Massacre kam ein Jahr später, der Exorzist kam im gleichen Jahr wie Dracula braucht frisches Blut in die Kinos und lieferte den Horror der neuen Zeit. Zwischen den beiden Filmen liegen Welten. Die einst progressiven Hammer-Studios waren mit einem Schlag veraltet und galten als Opas Kino.

Heute haben die Hammer-Filme eine Renaissance. Dracula braucht frisches Blut macht trotz seiner vielen Fehler Spaß und wer nach Details sucht, der wird sich freuen. Die Vampirdamen im Keller sind wirklich gut von Regisseur Alan Gibson ins Szene gesetzt. Da kommt sogar so was wie Horrorfeeling auf. Besonders ist aber natürlich das Zusammenspiel von Lee und Cushing.

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