Musiktipp: The Cutting Edge 1965-1966: The Bootleg Series, Vol.12 Deluxe von Bob Dylan

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Endlich hatte ich Zeit, die neue Bob Dylan Bootleg Series, Ausgabe 12, ausführlich durchzuhören. Warum ich so lange brauchte? Ich hab mir die volle Dröhnung gegeben: Es gibt The Cutting Edge 1965-1966: The Bootleg Series, Vol.12 in drei verschiedenen Versionen: die preiswerte Doppel-CD fürs Volk, die teuere Deluxe-Version mit 6 CDs für ambitionierte Dylan-Freunde und die fette, teuere geniale Sammleredition mit 18 CDs für die Irren. Nun ratet mal, welche Version ich mir geleistet habe?

Ich habe die Nummer 1206 der auf 5000 Exemplaren bestehenden Sammleredition aus den USA.

Ich habe die Nummer 1206 der auf 5000 Exemplaren bestehenden Sammleredition aus den USA.

Ja, ich habe die Nummer 1206 der auf 5000 Exemplaren bestehenden Sammleredition aus den USA. So sagt es das Echtheits-Zertifikat der Plattenfirma. Die Musik ist schlichtweg eine Offenbarung für Dylan-Fans, nicht mehr, nicht weniger. Die beiden Jahren 1965 und 1966 waren für Dylan und die Musikwelt extrem bedeutend. Der Folkie Dylan wechselte auf die E-Gitarre und revolutionierte nebenbei die Musikwelt. Die Alben der Zeit lauteten Bringing It All Back Home, Highway 61 Revisited und Blonde on Blonde und die 12. Ausgabe der Bootleg-Serie bringt nun fast alle Studioaufnahmen dieser Zeit. Und wenn ich fast alle schreibe, dann meine ich auch fast alle. Sämtliche veröffentliche Aufnahmen wurden anhand der Original-Mehrspurbänder abgemischt. Und die Soundqualität der von Tom Wilson und dann von Bob Johnson produzierten Aufnahmen sind tadellos.
Die Sammleredition für den deutschen Endpreis von 780 Euro wird aufgewertet durch einen Filmstreifen von Don’t look back, zwei fette Fotobücher samt Datierung der Aufnahmesessions und zahlreichen Vinyl-Singles mit den Single-Ausgaben der damaligen Zeit. Das Ganze ist in einer edlen mit blauem Leinenstoff verkleideten Box untergebracht.


Für mich als Dylan-Fan ist es ein wahres Soundjuwel geworden, das ich immer wieder durchhören kann und immer wieder neues entdecke. 379 Songs insgesamt. Es reizt mich die einzelnen Songversionen zu vergleichen und persönliche Rückschlüsse zu ziehen. Seit November habe ich die Box und kann sagen: Es ist keine Musik für nebenbei. Natürlich kennt der Fan die Songs, aber ich kannte noch nicht alle Variationen und Interpretationen. Natürlich gab es den einen oder anderen Bootleg aus den Sessions, aber das Gesamtwerk in einer Mammutbox ist doch gewaltig. 18 CDs mit meisterhaften Material.


Mehrere Abende habe ich das 170seitige Fotobuch Mixing Up The Medicine betrachtet. Die Mehrzahl der Bilder ist in Farbe, viele bekannte Fotos sind enthalten, aber auch einige neue Schätze aus dem Studio, auf Tour, hinter den Kulissen. Das zweite Buch ist deutlich textlastiger. Die Herrschaften Bill Flanagan, Sean Wilentz und Ben Rollins erzählen Geschichten aus der Produktion der 60er Jahre Aufnahmen. Ergänzt werden die Berichte durch Anekdoten von Al Kooper. Viel Lesestoff war dies über die Weihnachtszeit.
Sehr nett waren die neun Singles, die in den besagten Jahren erschienen sind. Freilich sind es Nachpressungen. Es handelt sich dabei um US- und internationale Covers. Die Aufnahmen selbst sind in Mono. Ich habe sie einmal abgespielt und mir die Zeiten von damals vorgestellt, als sie auf den Markt kamen Am Boden der Box gibt es noch ein Single-Zwischenstück aus Plastik in Leopardenmuster.
Um nicht die 18 CDs zu rippen liegt zudem ein Download-Code bei, um sich die Sachen auf den heimischen Server zu laden. Über Weihnachten kam zudem eine Mail von Sony, dass es noch 200 Live-Songs als Geschenk gibt. Hab ich gleich geladen. Darunter sind 14 komplette Konzerte – allerdings nicht immer in Top Qualität. Aber geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.
Auf jeden Fall ist diese Box eine Offenbarung für alle Bob Dylan-Fans. Einsteiger kommen sowieso nicht in die Verlegenheit, eine Box für 780 Euro zu kaufen, die irren Dylan-Fanatiker tun es auf jeden Fall – und die Box ist jeden Cent wert.
Wie ich von den entsprechenden einschlägigen Fanseiten lese, plant der Meister die Sessions zu Blood on the Tracks als nächstes auf den Markt zu bringen. Ok, ich bin bereit lieber Bob Dylan. Ich habe Blut geleckt und bei Blood on the Tracks bitte keine halben Sachen.

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