Philae landet und ich sah Raumfahrtgeschichte #cometlanding

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Der wichtigste Satz für mich lautete gestern: „It’s not Science Fiction, it’s Science Fact!“ Wow, es ist nicht mehr ein Hirngespinst, sondern es ist harte Realität. Die Ladung des Minilabors Philae auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko hat mich gestern den ganzen Tag in Atem gehalten. Meine Begeisterung für Raumfahrt ist wieder voll da.

Ohne Worte

Ohne Worte

Ich war im Netz dabei als Raumfahrtgeschichte geschrieben wurde. Die Landung auf einen stinkenden Eisklumpen im All – live und in Farbe. Ich hatte das Gefühl bei einem ganz großen Moment dabei zu sein. So einen Moment, von dem ich meinen Kindern erzählen kann. Klingt pathetisch, ist aber so. Die Reise zu den Sternen faszinierte mich bereits mein Leben lang und immer wieder bricht diese Faszination voll durch. Vor kurzem kam das Fieber wieder, ausgelöst durch die Astronauten Chris Haldfield und Alexander Gerst. Den Start von Rosetta habe ich vor zehn Jahren zwar medial mitbekommen, aber nicht mehr auf den Schirm gehabt. Bis vor kurzem der Hashtag #cometlanding durch Twitter auftauchte.
Also machte ich es mir vor dem Rechner bequem und schaute begeistert den Live-Stream der ESA an. Gegen 17 Uhr dann die Breaking-News: Gelandet.

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Sehr gerne wäre ich live vor Ort gewesen und eine Geschichte für gemacht. So war ich eben zu Hause am Esstisch und beobachte von dort, wie Geschichte gemacht wurde. Wenn ich ehrlich bin, sah ich die meiste Zeit nur Menschen in einem nüchternen Kontrollräumen. Die Herrschaften arbeiteten und ich sah vor dem MacBook und schaute zu, ich beobachtete den ESA-Stream und gleichzeitig Twitter mit dem Hashtag #cometlanding. Ich sah Wissenschaftler in Hoodies, T-Shirts und zerknitterten Hemden, die Menschheits- und Wissenschaftsgeschichte schrieben, ohne Show- und Starallüren. Nur als einmal ein Amerikaner von der NASA eine motivierende Ansprache hielt, kam ein wenig Pathos auf. Immer wieder gab es Interviews und Statements und Moderatorin Monika Jones machte einen guten Job, nicht übertrieben, sondern serös, irgendwie europäisch.

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Ab un zu gab es ein Foto vom Anflug des Landers. Die technische Qualität der Bilder war jetzt nicht Full-HD, aber es lief mir heiß und kalt den Rücken herunter. Was für eine Spannung! Was für ein Feeling!

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Der Blechkasten ist 500 Millionen Kilometer entfernt und wir bekommen hier auf der Erde die Signale, Daten, Bilder. Und als sich Captain Kirk, – im Grunde war es William Shatner – in die Twitter-Diskussion einschaltete, lachte ich begeistert auf. Dessen Tweets brachte den gewissen Promi-Faktor, den es auch brauchte.

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Zunächst hieß es, das Philae-Labor sei auf dem Kometen gelandet. Im Laufe der gestrigen Nacht stellte sich heraus: Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Köln war erst der dritte Landeversuch erfolgreich. Philae sei zweimal wieder zurück ins All geflogen. Und Philae steht nicht so sicher auf dem 4100 Meter großen Kometen, wie es zu wünschen wäre. Es bleibt also weiterhin spannend.
Und wenn mir jetzt einer wieder mit den Kosten kommt, dann einfach Klappe halten. Jedem Europäer kostet die Mission 3,50 Euro pro Jahr, also nix. Dafür bekomme ich in München nicht mal ein Bier. Von mir aus, sollte der Etat erhöht werden, denn hier wird Menschheitsgeschichte geschrieben.

Google würdigt die Leistung mit einem Doodle.

Google würdigt die Leistung mit einem Doodle.

Und hier nochmal der Moment der Freude:

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