#socialbeergame zeigt fehlende Medienkompetenz – ich sauf mich durch die Timeline

Bier her, Bier her oder ich fall um. Am besten gleich mehrere Kästen für meine Timeline.

Bier her, Bier her oder ich fall um. Am besten gleich mehrere Kästen für meine Timeline.

Mit Verwunderung und Begeisterung durchsuche ich derzeit meine Facebook Timeline nach seltsamem Verhalten der menschlichen Spezies. Es geht um die derzeitige Bier-Challenge, die im Netz stattfindet, auch #socialbeergame genannt.

Leute dürfen ein Glas Bier auf ex austrinken und weitere drei Freunde benennen, die dann ebenso verfahren müssen. Also eine Art Kettenbrief der Bierindustrie. Wer nicht trinkt, der muss einen Kasten Bier spendieren. Im Moment ist ein großes Besäufnis in meiner Timeline. Der Trend kommt aus Australien oder England und wurde vor zwei Jahren gestartet. Nun schwappt das Biersaufen auch in meine Timeline. Ex und hopp und ich als Spaßbremse mitten drin.

Warum Verwunderung?

Im Grunde kann es mir egal sein, was die Leute da so treiben. Aber dennoch frage ich mich, ob die Leute wissen, was sie da tun? Facebook ist ein öffentliches Massenmedium. Wenn ich etwas ins Netz poste, dann veröffentliche ich es in einem Massenmedium und nicht im privaten Kreis. Wie blöd muss man denn sein? Medienkompetenz ist gleich null vorhanden und ich bin echt entsetzt. Das Netz vergisst nichts.

Auch als Arbeitgeber würde ich mir diese Herrschaften mal zur Brust nehmen, denn viele der Suffköppe haben ihren Arbeitgeber in ihrem Facebook-Profil angegeben. Die Suche mit dem Social Graph bringt die Trinker der Firma zu Tage. Welches wunderbare Bild geben die Herrschaften ab und welche wunderbaren Rückschlüsse lassen sich auf den Arbeitgeber ziehen? Ich frage mich, muss ich denn wirklich jeden Müll im Netz mitmachen?

Ohne Namen zu nennen, gebe ich ein paar Beispiele: Da hätten wir beispielsweise eine Lehrerin, die ihr Weißbier runterkippt. Sie sagt auch noch, dass sie ja immer ein Bier im Hause hat. Klar, Bier ist in Bayern ein Grundnahrungsmittel, aber muss ich es denn so genau wissen. Diese Dame hat eine Vorbildfunktion und unterrichtet Kinder. Über die Qualifikation in Mathe oder Deutsch kann ich nichts sagen, für die Qualifikation in Medienkompetenz gebe ich eine glatte 6. Setzen, durchgefallen. Zudem ist die Dame politisch tätig und disqualifiziert sich meiner Meinung nach für öffentliche Aufgaben.

Dann habe ich einen besoffenen Jugendlichen in meiner Timeline, der in einem Kernkraftwerk arbeitet. Was er dort genau tut, weiß ich nicht. Aber es macht mich nervös, wenn solche Leute in einem grundsätzlich sensiblen Bereich arbeiten und Selfi-Videos im rotzbesoffenen Zustand von sich drehen. Dieser Herr hat zudem keinerlei Privatsphäreeinstellungen in seinem Facebook-Profil aktiviert, so dass jedermann seine Sauftiraden bewundern kann. Als Arbeitgeber würde ich mir da eine geeignete Antwort für ihn überlegen.

Saufen im Radio - oder haben Medien eine Verantwortung?

Saufen im Radio – oder haben Medien eine Verantwortung?

Oder der Radiosender Star FM Nürnberg aus Franken. Der Moderator kippt ein kühles Blondes und wird dabei gefilmt. Klar, die Quote muss stimmen und scheinbar finden es besoffene Hörer auch cool. Das schließe ich zumindest aus einigen Kommentaren unter den Posts. All die Diskussionen, die wir über die Verantwortung der Medien geführt haben, werden mit einem Schluck heruntergespült. Im Falle Radio trifft das alte Massenmedium ein neues Massenmedium und die Verbreitung ist garantiert.

Warum Begeisterung?

Ich bin begeistert, denn ich sammle viele dieser Videos für meine Vorträge über Medienkompetenz. Das sichert mir meinen Arbeitsplatz. So geht mir meine Vortragsarbeit nie aus. Es gibt derzeit genügend Beispiele, dass im Bereich Medienkompetenz noch enorm viel zu tun ist.

Allerdings muss ich auch lachen. Es gibt einige Nominierte, die beim ‪#‎socialbeergame‬ mit guten Ideen antworten. Ein Kollege ist ans Bett im Krankenhaus gefesselt, hat die zweite Kochsalzlösung intus. Ein anderer trinkt kein Bier, sondern stopft sich Salzstangen in den Mund und konterkariert den Trend im Netz. Andere wiederum fressen (sorry) Schoki

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24 Antworten to “#socialbeergame zeigt fehlende Medienkompetenz – ich sauf mich durch die Timeline”

  1. miriam Says:

    Lieber Matthias, danke für diesen Artikel. Ich hatte schon geahnt, dass wir diesbezüglich die selbe Meinung vertreten. Selbstverständlich kann in seinem Privatleben jeder machen, was ihm gefällt… aber wie du schon ganz richtig sagst: Ich hab ebenfalls LehrerInnen, Ingenieure, Mamas und Papas mit kleinen Kindern in meiner Timeline, die stolz ein Bier exen. Ein Bier kippen wird als vollkommen normal suggeriert – einfach nur traurig.

    Bei besagtem Radiosender habe ich höflich meine Kritik geäußert und wurde wüst als Spießerin mit Stock im Popo beschimpft. Das schockt mich ehrlich.

    Zum Glück gibt es aber auch Gegenbewegungen, zum Beispiel Spenden statt Saufen. Hier habe ich darüber gebloggt: http://miriamzoellich.wordpress.com/2014/02/04/10-jahre-facebook-und-das-netz-streitet-ums-socialbeergame/

  2. Wenke Bönisch Says:

    Hm, in meiner TL gibt es auch entsprechende Videos, allesamt aber eher als Spaß und mit „Anstand“ erkennbar. Ich sehe da nix schlimmes. Wer bei dem Spiel nicht mitmachen möchte, muß ja auch nicht.
    Und ansonsten: wie sieht es denn mit den Leuten aus, die öffentlich Bier trinken und ihre Arbeitssachen mit dem Logo der Firma anhaben? Oder wie verhält es sich mit denjenigen, die ein Bier nach dem anderen in Diskos, Konzerten etc. trinken, von denen man auch weiß, wo sie arbeiten? Natürlich ist bei letzterem der Kreis der Wissenden kleiner als potentiell bei einem öffentlichen Netzwerk… Aber das Prinzip ist das Gleiche.
    Also kurzum: wo ziehen wir die Grenze zwischen privater Äußerung, privates tun und den Zusammenhang mit dem Arbeitgeber?

  3. Bianca Says:

    Was sagst du dazu – ich wurde von meinem Arbeitgeber nominiert 😉
    Wie Wenke Bönisch schon sagte – solange das mit „Anstand“ passiert find ichs voll ok.
    Außerdem entstehen richtig ausgefallene Ideen und nette Videos (ich meine jetzt nicht die – in denen Mädels in die Kamera rülpsen)

    Nehmt es nicht so spießig- das Leben ist hart genug.
    Ps: Ich hab ein alkoholfreies Bier gekippt 😉

  4. Jan Hellbach Says:

    Coole Reaktion eines Bekannten, er postete folgendes:
    „Ich nominiere X, Y und Z. Ihr habt gewonnen. Morgen müsst ihr mein Arbeitsauto frei kratzen und mir Kaffee mitbringen. Ihr habt Zeit bis 7.20 Uhr wenn nicht hab ich Pech gehabt.“

  5. Ines Says:

    Ich finde, dass das Spiel einfach nur ein Spiel ist. Und im Gegensatz zu manch anderen Posts erkennt man das auch. Die meisten Leute trinken ihr Glas halt mal a weng schneller aus als sonst. Ja Hilfe! Unverschämtheit, oder? Dann sollten wir vielleicht generell mal Alkohol in der Öffentlichkeit verbieten. Und die größte Frechheit ist die, zu behaupten, mann wäre kein Vorbild oder kein guter Lehrer mehr, weil man halt mal sein Bierchen schneller getrunken hat. Im Übrigen ist es sehr krass, dass du jemanden schon verpöhnst, weil er ein Bier zu Hause hat! Ich bin überzeugt davon, dass du auch eines im Kühlschrank hast. Und vielleicht liegts ja au daran, dass oft eines da ist, weil man selten eines trinkt. Wenn ich anfangen würde, über alles herzuziehen, was so gepostet wird, dann würde ich nicht mehr fertig werden! Außerdem bin ich überzeugt davon, dass sich deswegen keiner zu schämen hat! Das mit fehlender Medienkompetenz gleichzusetzen sagt mir: da hat jemand absolut keinen Sinn für Humor und keine Ahnung!

  6. Andrea Schwarz Says:

    Wer oder was gibt dem Autor das Recht, über andere Menschen öffentlich zu urteilen?
    Etwa seine eigene „Medienkompetenz“, die er dazu verwendet, seine soziale Imkompetenz darzustellen?

    Jeder darf – wie er selbst auch – tun, was er selbst für richtig hält – und hat die Konsequenzen seines Handelns und Unterlassens SELBST zu tragen.

    Mündige Bürger brauchen keine Erziehungsperson, von der sie bei „Vergehen“ – also bei Verstößen gegen die von der Erziehungsperson aufgestellten Regeln! – auf die „stille Treppe“ geschickt werden, um über ihre „Sünden nachzudenken“!

  7. Andrea Schwarz Says:

    Tippfehler oben. Muss natürlich heißen „Inkompetenz“.

  8. ana-maria Says:

    oder mir sagen wie sein fb name ist
    und WER bitteschön gibt IHNEN die kompetenz üer diese menschen herzuziehen? ich denke WIR sollten UNS einmal zusammentun, und über SIE herfallen 1!! haben sie in ihrem job nicht genug zu tun oder sind sie UNausgelastet, dass sie über ihre freundesliste herzeihen müssen? also ich für meine person würd mich von ihnen schnellstens distanzieren…, SO – und zwar GENAUSO!! sin dsie, die neuen „moralapostel“, die hinter allem und jedem ausuferndes gesäuf und noch viel schlimmeres vermuten. und wahrscheinlich sind SIE einer von jenen, die auch die menschen „verkloppen“ die eine zigarette rauchen…. ja – gott gebe uns solche BRAVEN leute wie sie einer sind…
    DRAUF GESCHISSEN!! bleiben sie zu haus, vergammeln sie an brot müsli tee oder dergleichen, aber lasse sie DIE in ruh, die eben halt mal was anderes machen
    mir sind auch alle suspekt die drachenfliegen…. ja – und ?? ist ja wohl MEIN problem und nicht das der drachenflieger….
    armer mensch sie, wirklich sinnleerer freudloser wichtigtuerischer armer mensch

  9. sonnenhexer Says:

    Matthias, ich bin auf Deiner Seite. Mit dieser Aktion die da läuft wird Bier trinken regelrecht glorifiziert, viele vergessen, dass Alkohol ein Nervengift ist.
    Und Du wirst hier als Moralapostel bezeichnet, bleib wie Du bist, manchmal brauchen Leute quasi einen Spiegel vorgehalten, um zu erkennen, dass das, was sie machen, nicht richtig ist. Ich selber sehe Dich nicht als Moralapostel, sondern als jemanden mit einem gesunden Menschenverstand

  10. Maria Says:

    Dein Beitrag trifft es voll! Ich finde es nicht verwerflich, Bier daheim zu haben oder auch mal schnell eines zu trinken. Was schlimm ist, ist nur, dass man damit auch noch angibt. Und das finde ich wirklich schlimm, wenn das z.B. Lehrer tun! Natürlich dürfen sie Bier trinken, aber das doch nicht auch noch anpreisen! Das ist ja quasi Werbung ohne dass es ihnen bewusst ist und das geht wirklich gegen den Bildungsauftrag. Das ist wirklich fehlende Medienkompetenz! Ich habe eine Gegenkampagne gesehen: Apfel essen und die, die dies nicht innerhalb von 24 Stunden tun, dürfen einen Apfelkuchen backen. Das ist doch mal nett 🙂 Grundsätzlich find ich solche Dinge ja lustig, aber warum nicht auf dieser Schiene?

  11. lcsksr Says:

    @Ines
    „Dann sollten wir vielleicht generell mal Alkohol in der Öffentlichkeit verbieten.“
    Ist schon auf Vormarsch, viele Städte haben alkoholfreie Zonen. Leider nicht ausgeschildert, dafür mit Kontrollen. Passt auch niemanden.

    „Und die größte Frechheit ist die, zu behaupten, mann wäre kein Vorbild oder kein guter Lehrer mehr, weil man halt mal sein Bierchen schneller getrunken hat.“
    Also ist es vorbildhaft, wenn man ein Bier exen kann? Wenn man ein Bier auf den Wirkstoff Alkohol reduziert, statt es als Genussmittel zu sehen? Nach dieser Aussage wäre jeglicher Drogenkonsum vorbildhaft, oder ist es nur der Alkohol, weil er aus kulturellen Gründen legal ist?

    „Wenn ich anfangen würde, über alles herzuziehen, was so gepostet wird, dann würde ich nicht mehr fertig werden!“
    Ist dir aufgefallen, dass du das mit deinem Kommentar tust?

    „Das mit fehlender Medienkompetenz gleichzusetzen sagt mir: da hat jemand absolut keinen Sinn für Humor und keine Ahnung!“
    Humor ist subjektiv, ich finde es ehrlich gesagt auch nicht witzig, wenn jemand ein Bier trinkt, aber manche Menschen sind eben leicht zu begeistern. Ahnung bezüglich Medienkompetenz ist vom Autor gegeben, die für Drogen steuere ich bei.

    @Andrea Schwarz
    „Jeder darf – wie er selbst auch – tun, was er selbst für richtig hält – und hat die Konsequenzen seines Handelns und Unterlassens SELBST zu tragen.“
    Richtig. Aber viele haben wenig Ahnung vom Internet und vor allem sozialen Medien, können ihre Privatsphäre-Einstellungen nicht verwalten etc. Deswegen ist dieser Artikel gar nicht so blöd. 😉

    @Ana-Maria
    „oder mir sagen wie sein fb name ist“
    Ob du es glaubst oder nicht, er nutzt seinen richtigen Namen bei Facebook!

    „und WER bitteschön gibt IHNEN die kompetenz üer diese menschen herzuziehen?“
    Das ist ein privater Blog in einem Land, in dem Meinungsfreiheit herrscht. Da er niemanden explizit nennt geht das auch vollkommen in Ordnung. Wenn dir das nicht passt, dann wandere doch nach Nordkorea aus. Dort werden Personen, die eine eigene Meinung vertreten, exekutiert.

    „also ich für meine person würd mich von ihnen schnellstens distanzieren…“
    Und warum tust du das dann nicht?

    „vergammeln sie an brot müsli tee oder dergleichen“
    Ist das neben deiner Rechtschreibung eine neue Foltermethode?

    „mir sind auch alle suspekt die drachenfliegen…. ja – und ?? ist ja wohl MEIN problem und nicht das der drachenflieger….“
    Sei vorsichtig mit deiner Meinungsäußerung, du denunzierst hier die Drachenflieger!

    Das Spiel mag für den ein oder anderen lustig sein und ich finde es wesentlich besser, als öffentliche Fotos, auf denen man sturzbetrunken und angemalt auf einer Bank liegt. Man sollte sich aber vor allem in öffentlichen Positionen bewusst sein, dass das schnell nach hinten losgehen kann. Lehrer haben bspw. die A-Karte gezogen, denn Jugendliche sind gnadenlos. Eine ehemalige Lehrerin von mir hatte ein Profil auf einer Online-Datingseite, welches natürlich entdeckt wurde. Die Frau musste die Schule wechseln, da ihre Autorität über den Jordan war. Auch will man Menschen in der Politik, die zuverlässig und seriös sind. Ich will keinen Repräsentanten, der ein Bier exen kann, sondern einen, der die Wähler angemessen vertritt.

    Und an alle, die das Fachwissen des Autors anzweifeln: Matthias J. Lange ist hauptberuflich in der Medienbranche tätig und hat entsprechende Qualifikationen, die Lage zu beurteilen. Selbstverständlich kann er nicht für alle Arbeitgeber sprechen, man sollte dies als Anreiz verstehen, dass die Fähigkeit, ein Bier schnell zu trinken, nicht unbedingt als positive Zusatzqualifikation angesehen wird.

  12. Ines Says:

    @Icsksr: Ich sage ja nicht, dass man das immer machen soll! Aber oh meine Güte, wenn man das einmal macht! Diejenigen, die die Personen kennen, die reduzieren sie nicht darauf, ob man ein Bier exen kann oder nicht. Daher können Personen sehr wohl seriös, zuverlässig und kompetent sein, selbst wenn sie ein Bier schneller trinken können. Meiner Meinung nach sollte man auf das Gesamtpaket schauen! Als ob sich die anderen Kriterien ausschließen würden…lächerlich!

  13. Maria Says:

    @Ines: ja klar, jeder Mensch hat Fehler 🙂

  14. netti Says:

    Tooootal unnötig. Leute es ist ein Bier EINS.
    Wer davon gleich im Krankenhaus lander.. keine Ahnung. .. aber naja wie gesagt erlaubt sind ebenfalls Radler und alkoholfreies bier. Der Arbeitgeber wird auch nichts sagen wenn man mal ein Bier trinkt auch wenns geext wird.

  15. Thomas Borchert Says:

    Ich persönlich finde das Spiel kindisch, aber auch nicht weiter verwerflich. Es ist ein typisches Phänomen des 21. Jahrhunderts. Die Geister, die wir riefen. Nicht besonders medienkompetent finde ich allerdings solche subjektiven Sichtweisen, die dann auch noch veröffentlicht werden.

  16. lale123 Says:

    Ich finde das Spiel auch echt lächerlich.
    Aber manche Leute haben wohl nicht genug Hirn.
    Ich wäre sehr begeistert, wenn ich jeden meiner Angestellten im Internet beim trinken zu sehen könnte.

  17. Mike Says:

    bitte in die Regeln schauen. Man darf auch ein alkoholfreies Bier exen und davon landet man ganz sicher nicht im Koma!

  18. Doris Says:

    Man kann alles schönreden und verharmlosen. Ich fand es nicht zum Lachen, als mir am Sonntagvormittag ein Mitarbeiter eines nahegelegenen Kernkraftwerkes, von der Nacht wohl noch restalkoholisiert, auf Facebook entgegenlallte und sich vor seinem Badezimmerspiegel stehend eine Halbe auf ex reingoss. Ich gehe davon aus, dass sein Arbeitgeber von dieser Vorführung auch nicht erbaut wäre. Ein Video auf Facebook ist nicht privat! Wer das nicht kapiert, hat wirklich Nachholbedarf in Sachen Medienkompetenz.

  19. Pam Says:

    Hi, hier würde ich gerne ein tolles Beispiel geben, wie man den Spieß umdreht. Anbei ein Post einer meiner Freunde, inklusive einem Screenshot einer Onlineüberweisung:

    „Liebe XXX,
    du hast mich also „nominiert“ für dieses Bieraustrinken.
    Dazu ein paar Worte voraus:
    Aus Franken kann dieses „Spiel“ kaum kommen. Dafür ist unser Bier hier einfach zu gut, um es einfach so reinzuschütten. Deswegen hier einmal ein Dankeschön an Brauereien wie Nikl Bräu Pretzfeld, Brauerei Först, Brauerei Meister, Brauerei Penning oder Lindenbräu um nur ein paar zu nennen für den wunderbaren Stoff, den sie uns zubereiten.
    Aber auch an den Brauereiatlas, der mich schon zu vielen schönen Orten geführt hat.
    Denn ja, ich trinke gerne mal ein Bier aus Franken, aber wenn, dann aus Genuss.
    Von daher verweigere ich hier dieses „Exen“.
    Nun müsste ich ja eigentlich einen Kasten Bier bezahlen.
    Ich habe mir aber etwas anderes überlegt:
    Beim Frankenbierspezialist Nürnberg Nord gibt es diese Woche den Kasten Friedmann aus Gräfenberg für 12,99€.
    Ich habe diesen Betrag auf 20,00 € erhöht und ihn der Stadtmission für ihr Suchthilfezentrum zukommen lassen (siehe Bild).
    Ich hoffe, dass das für dich ok ist.
    Selber nominiere ich niemanden, freue mich aber über jeden, der meinem Beispiel folgt.“

  20. redaktion42 Says:

    Zur Klarheit: ich freue mich über eine Auseinandersetzung und einen Austausch von Meinungen. Allerdings werde ich hier keine Beleidigungen freischalten.

  21. gedankenweber Says:

    Diese Trinkspiele sind zwar Unfug, und ich weigere mich üblicherweise mitzumachen, aber so dramatisch finde ich jetzt auch wieder nicht.

    Ich habe die leise Vermutung, dass es auch unter den Vorgesetzten nicht so ernst genommen wird, wenn jemand im internet ein Video zeigt, wie er das Bier gemäß den Spielregeln auf ex trinkt. Das heisst ja noch nicht, dass derjenige sich ständig die Birne zusäuft.

    Ein Projektleiter in meinem Umfeld hat bei der Erstellung einer Arbeitsanweisung geforedert, „Das muss so geschrieben sein, dass das jemand auch Nachts um 3 und stockbesoffen hinbekommt.“

    Ich hoffe, die Arbeitsanweisungen im Kernkraftwerk sind auch so formuliert 😀

    Es ist schwierig zu dem Kraftwerksthema eine gute Position zu finden. Die Leute müssen Verantwortung zeigen – besoffen zur Arbeit darf keiner kommen. Aber ein Bier am Abend? Ich halte es für übertrieben, das zu verbieten.

    Ich hoffe auch, dass der Betrieb in KKWs so organsiert ist, das wichtige Tätigkeiten zu Zweit ausgeführt werden. Egal ob Bier oder nicht, jeder hat mal einen schlechten Tag. Mitarbneiter mit Liebeskummer, leichte Erkältung, Kopfweh, schlecht gegessen, Sorgen, schlecht geschlafen – auch dann muss das KKW sicher laufen, das passiert jeden Tag. Dr sichere Betrieb darf gar nicht davon abhängen, dass alle jeden Tag in Topform sind.

  22. doncam1976 Says:

    Hei, ein sehr guter Kommentar zu diesem unsäglichen „Spiel“. Ich bin froh, das die Mehrzahl meiner FB Freunde davon nichts zu halten scheint und eher solche Warnungen wie „Nominierst du mich – sollst du spenden, was gutes Tun,….. postet“ Ein kleiner Hinweis auf dieses Kontra-Aktionen wäre noch ganz schön gewesen in dem Kommentar, damit man merkt es gibt auch noch vernünftige Menschen… 🙂

  23. Heike Says:

    Danke für den tollen Artikel. Ich war echt etwas überfordert, als ich das, erstmals diese Woche sah, weil ich es irgendwie nicht fassen konnte. Du hast es perfekt auf den Punkt gebracht. Sehr verwundert hat mich vor allem, dass plötzlich User mitmachen, die sonst äußerst umsichtig im Netz unterwegs sind. Und bei aller Liebe, wer glaubt an den Kasten Bier zur Belohnung……?!
    Und wer hier den Autor angeht, hat nicht ganz verstanden, um was es geht. Hier geht es nicht um das Bier trinken, sondern um die viel zitierte Sorglosigkeit, mit der bedenkenlos Fotos und Aktionen veröffentlicht werden, die vielleicht später mal negativ ausgelegt werden können. Aber auf der anderen Seite – ja, das kann jeder halten wie er möchte.
    Ich denke nur, jemand der Medienkompetenz an Schulen lehrt und auch Lehrer darin unterrichtet, darf dazu auch seine Meinung sagen.
    Ich persönlich gönne jedem sein Bier, – mir persönlich gefällt die Aktion nicht – und ich ganz persönlich finde den Artikel von Matthias treffend.

  24. ChangeNomination Says:

    Hier die Altenative: Nominierungen zum guten Zweck. Nein zum Bier, ja zu: https://www.facebook.com/ChangeNomination

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