Dracula im Film (11): Nosferatu in Venedig (1988)

Völlige Fehlbesetzung: Klaus Kinski

Völlige Fehlbesetzung: Klaus Kinski

Seit „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ wissen wir, dass Venedig ein phantastischer Drehort für Horrorfilme sein kann. Das muss sich Produzent Augusto Caminito auch gedacht haben, als er Nosferatu in Venedig in Angriff genommen hatte. Es hätte ein interessanter Dracula-Film werden können, aber der Film ist es nicht geworden.
Augusto Caminito wollte an den Erfolg von Herzogs Nosferatu anknüpfen und verpflichtete Klaus Kinski für eine Art Fortsetzung des Themas. Das war ein Fehler. Vielleicht könnt Werner Herzog das Ego von Klaus Kinski noch im Zaum halten und kanalisieren, Augusto Caminito konnte es nicht. Kinski ist eine komplette Fehlbesetzung. Sein Interesse war scheinbar nur, junge nackte Mädchen zu betatschen und deren Körper vor der Kamera zu malträtieren
– ein schauspielerisches, wenn gar künstlerisches Talent ist nicht auszumachen. Ein jähzorniger, alter, geiler Mann agiert vor der Kamera. Kein Nosferatu im Stile von Max Schreck, vielmehr der Zorn Gottes vor der Kamera mit peinlichem Gestammel.
Kinski verbrauchte drei Regisseure M. Caiano, L. Cozzi, M. Lucidi für den Film Nosferatu in Venedig, der eine schöne Kameraführung, mit Vangelis einen genialen Score, eine traumhafte Kulisse und ein interessantes Thema hatte. Seine etablierten erfahrenen Schaupielkollegen Christopher Plummer als Professor Paris Catalano
Und Donald Pleasence als Geistlicher Don Alvise schauen nur düster drein, als wüssten sie, wie schlecht der Film werden wird. Das Drehbuch ist wirr und viele Szenen wurden nur zusammengeschnitten, weil sie halt vorhanden waren. Der Produzent wollte seinen Star Kinski nicht vergraulen und ließ sich auf der Nase herumtanzen. Kinski selbst wollte auch mal Regie führen – was er in diesem Fall aber nicht kann.
So viel hätte man ausNosferatu in Venedig machen können, es ist leider hoffnungslos gescheitert.
Im Grunde mag ich das Thema, ich mag den Drehort und ich mag im Grunde auch die italienische Regietradition – Nosferatu in Venedig übt als Vampirfilm auch eine gewisse Faszination aus, wenn nur dieser Kinski nicht wäre.

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