Musiktipp: Rough and Rowdy Ways von Bob Dylan

Acht lange Jahre mussten wir warten, bis Meister Bob Dylan neues, eigenes Material seit seinem 2012 erschienen Werk Tempest vorlegte. Nun ist sein 39. Studioalbum Rough and Rowdy Ways erschienen und ich bin wie vom Donner gerührt. Das Album wurde nachts sofort bei Apple Music geladen, am Tag kann dann die CD von Amazon. Mitte Juli folgt dann die Vinyl-Ausgabe von Rough and Rowdy Ways.
Es ist ein Doppelalbum geworden, ein Album mit dem ich mich mit dem Kopfhörer zurückziehe und es alleine genieße. Und es ist ein geschichtlicher Abriss geworden, der die volle Aufmerksamkeit erfordert. So locker nebenbei geht das Album nicht ins Ohr. Hier das Unboxing-Video:

Die Veröffentlichungspolitik von Rough and Rowdy Ways war für Dylan schon bemerkenswert. Drei Songs wurden vorab veröffentlich, quasi verschenkt. Darunter das 17minütige Hauptwerk „Murder Most Foul“ mit Gedanken über Kennedy und die Folgen für die USA.
Das Album ist dunkel, es ist die Arbeit eines Sehers, eines Geschichtenerzählers und eines Betrachters, der die Veränderung der Welt sieht und seine Schlüsse zieht. Es wird Wochen, Monate und vielleicht Jahre dauern, bis die Chiffren des Albums entschlüsselt sind. Der Sprechgesang führt uns durch eine sich wandelnde Welt voller Symbole. Persönliches gibt es von his Bobness auf den ersten Blick kaum. Bis auf eine Zeile: Vielleicht leidet Dylan noch immer darunter von seinen Fans vereinnahmt zu werden. „I opened my heart to the world and the world came in“ klingt nicht gerade euphorisch. Der 79jährige Song and Dance-Man geht weiter seinen Weg und wir dürfen ihn (hoffentlich) noch lange begleiten. Rough and Rowdy Ways ist wieder eine hervorragende Wegzehrung für diesen Weg. Klare Kaufempfehlung.

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Eine Antwort to “Musiktipp: Rough and Rowdy Ways von Bob Dylan”

  1. Andj Says:

    Ha, wurde meine Hoffnung doch noch erfüllt. Hab nach einigen Durchgängen des Albums die rough and rowdy ways richtig im Kopf. Ich kann mir nur ausmalen wie Herr Dylan zuhause im Sessel sitzt und sich spitzbübisch freut über alle, die sich wie ich in jeder Zeile des tollen albums verlieren und sich die Bedeutungen der Songs versuchen zurecht zu legen.

    Ein absolutes Meisterwerk, der Lauf seit Time out of Mind vor 23 (!!!) Jahren ist definitiv noch nicht vorbei. Ich würde es in der persönlichen Rangliste knapp hinter Time… ansiedeln. Aber auch nur weil darauf einige meiner absoluten Dylan Favoriten drauf sind.

    Grüße von mir Matthias und viel Spaß noch beim Hören. Und ich denke wir freuen uns beide schon auf vinyl.

    Andi

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