Der Blog hilft: Magisterarbeit zum Oktoberfest Attentat

Da sage noch einer, dass Bloggen nicht der Wissenschaft dient. Ich verfasste 2015 einen Blogbeitrag zu meinen Erinnerungen an das Oktoberfest-Attentat. Der Blogpost ist hier zu finden. Gestern gab es in München wieder eine Gedenkfeier. Die Anwesenden forderten endlich eine lückenlose Aufklärung der Tat. Ich konnte nicht dabei sein, weil ich bei einem Kunden war. In meinem Blogpost gehe ich auf dieses verbrecherische Attentat von 1980 ein und zeigte eine Broschüre, die die Landeshauptstadt München herausgegeben hatte.
Diesen Blogpost las der Münchner Student Moritz Kienast, der Material für seine Magisterarbeit zum Thema Oktoberfest-Attentat sammelte. Die von mir im Blog präsentierte Broschüre hatte er noch nie gesehen. Auch die Archive hatten wohl kein Exemplar dieses Werkes, sagte er mir. Ich hatte also einen kleinen historischen Schatz in meinem privaten Archiv.

Zwei Bärte auf einem Foto: Matthias J. Lange und Moritz Kienast.

Zwei Bärte auf einem Foto: Matthias J. Lange und Moritz Kienast.

Also schrieb mich Moritz Kienast an und bat um einen Scan der Broschüre. Er wolle das Material in seiner wissenschaftlichen Abschlussarbeit am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München verwenden. Scannen war mir in diesem Moment zu abwendig und so schickte ich ihm einfachhalber das Werk und meine gesammelten Flugblätter, die ich noch aus der Nachfolgezeit des Attentats hatte.

Dokumentation zum Wiesnattentat

Dokumentation zum Wiesnattentat

Und mein Material ging nun in die unlängst veröffentlichte Magisterarbeit ein. Ich werde sogar im Vorwort genannt. Vielen Dank für diese Ehre. Die Arbeit wurde von der zuständigen Professorin mit 1,3 bewertet, vom Korreferenten mit 1,7, insgesamt also mit 1,5 = sehr gut. Ich bekam von Moritz Kienast eine Kopie seiner Magisterarbeit und gratuliere ihm zu seiner Leistung. Ich lese gerade die Arbeit und bin wieder erschüttert. Am 26. September 1980 um 22.19 Uhr riss die Bombe aus 1,39 Kilo TNT zwölf Volksfestbesucher in den Tod, mehr als 200 wurden verletzt. Vor zwei Jahren wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen. Herausgekommen ist nicht viel, eigentlich kaum etwas ist an die Öffentlichkeit gedrungen. Wir dürfen dieses Attentat und die Opfer nicht vergessen. Als Mahnung empfehle ich die Lektüre der Magisterarbeit von Moritz Kienast.
Das Werk ist erschienen als: Kienast, Moritz: Erinnerung an das Oktoberfest-Attentat vom 26. September 1980. Magisterarbeit am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München, München 2015.

Die Ermittlungen werden wieder aufgenommen - gut so.

Die Ermittlungen werden wieder aufgenommen – gut so.

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