Musiktipp: Bob Dylan: Fallen Angels

Das 47- Album von Bob Dylan Fallen Angels.

Das 47- Album von Bob Dylan Fallen Angels.

Frank Dylan ist zurück. Kurz vor seinem 75. Geburtstag veröffentlichte der große Barde der amerikanischen Popkultur sein 47. Album mit dem Titel Fallen Angels. Wer das Vorgängeralbum Shadow in The Night mochte, der wird Fallen Angels lieben.
Frank, Verzeihung Bob Dylan geht seinen Weg weiter voran, konsequent. So wie er es seit Jahrzehnten gemacht hat. Er nimmt auf seine Fans wenig Rücksicht – nur dieses Mal hat der Künstler hörbar Spaß dabei.
Fallen Angels ist eine Verbeugung an die große Zeit von Frank Sinatra, als Musik noch Musik war und ein Song and Dance-Man noch ein Entertainer.
Das Album selbst ist für mich keine große Überraschung mehr. Die Konzerte der jüngsten Zeit deuteten den Wandel an. Bei der unlängst stattgefundenen Japan-Tour wurde speziell für diese Konzerte von Sony eine CD mit den vier ausgekoppelten Songs Melancholy Mood, All of Nothing at all, Come Rain of Come shine sowie That old Black Magic für das Land der aufgehenden Sonne veröffentlicht. Der Titel der CD Melancholy Mood sagt viel über die Stimungslage aus. Als Dylan-Fan musste ich sie natürlich haben und die Interpretation der wunderschönen Melodien hören.

Melancholy Hood wurde speziell für Japan veröffentlicht.

Melancholy Hood wurde speziell für Japan veröffentlicht.

Der Folkie-Dylan ist schon lange nicht mehr, der Rock’n Roller liegt erst einmal auf Eis, ebenso der Gospel-Guru auf der Suche nach Jesus. Dylan hat sich dem Easy Listening zugewandt und sich Songs angenommen, die auch schon Frank Sinatra berühmt gemacht haben. Dylan liefert aber nicht ein Neuarrangement der Songs ab, sondern wirft alles Überflüssige über Bord. Keine Bläser, kein aufgemotzter Sound, der zu Sinatra gepasst hat, aber nicht zu Dylan. Bob Dylan reduziert die Songs, reduziert die Instrumentierung. Die Aufnahmen müssen sehr intim gewesen sein und die Band unterstützt kongenial die Stimme des Meisters. Und wahrlich, Bob Dylan war nie für seine Stimme berühmt. Er bemüht sich gewaltig und schafft eine wunderbare Stimmung.
Ich hörte Fallen Angels auf einer langen Zugfahrt rauf und runter via Kopfhörer. Ich schloss die Augen und genoss die Musik. Anders als bei so manchen früheren Dylan-Alben musste ich nicht exakt auf die Text-Musik-Kombination achten, um Geheimnisse auf dem Dylan-Universum zu erkunden. Ich konnte einfach die Musik genießen, mich den puren Genuss an toller Musik und toller Interpretation hingeben. Dafür herzlichen Dank lieber Bob Dylan. Ich bin gespannt, wohin uns unser gemeinsamer Weg noch treibt.

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