Vom Leid eines Wartenden: Kein iPhone 6 in Sichtweite

Mit Häme und Spott werde ich von Freunden und Kollegen überschüttet, dabei leide ich doch als Apple Fanboy so sehr. Ja, ich warte auf mein neues iPhone 6+ und hab es bisher nicht erhalten. Nicht wie andere, die Unboxing-Videos drehen oder via Twitter den Erhalt des Gerätes verkünden. Ich hab nix, gar nix – nicht mal Hoffnung, dass ich das iPhone in den nächsten Tagen in den Händen halten werden kann.
Dabei habe ich doch alles richtig gemacht. Sobald ich etwas von der Vorreservierung des neuen Devices mitbekommen hatte, füllte ich am 8. August online die Reservierung aus. Dann kam der große Tag. Apple-CEO Tim Cook stellte in seiner Keynote erwartungsgemäß das iPhone 6 in zwei Größen vor. iPhone 6 und iPhone 6 plus. Ich entschied mich für die größere Ausgabe des Gerätes aus zwei Gründen: Zum einen meine schlechten Augen, zum anderen halte ich viel Präsentationen und nehme dazu mein iPad mini. Vielleicht kann ich durch das iPhone 6 plus das mini einsparen und nur noch ein Device zu meinen Vorträgen mitnehmen. Ich mag doch nichts mehr tragen. In den vergangenen Tage hätte ich so schön ausprobieren können. Hätte, hätte, Fahrradkette.

Nichts tun und zurücklehnen.

Nichts tun und zurücklehnen.

Ich bekam von der Telekom eine SMS, dass das neue iPhone vorgestellt wurde (wusste ich bereits) und ich nichts tun müsse, alles ginge seinen Lauf.
Aber ich wollte nicht warten. Am 12. September bestellte ich bei der Telekom telefonisch mein Wunschgerät: iPhone 6 plus 128 GByte in Gold – also die fette große Nummer. Als einer der ersten sollte ich das Telefon am Erstauslieferungstag in den Händen halten, denn ich hatte ja alles richtig gemacht und in den vergangenen Jahren hat es bei den anderen Geräten auch einwandfrei geklappt. Denkste.

Richtig, es sah alles ganz gut aus.

Richtig, es sah alles ganz gut aus.

Am Erstveröffentlichungstag bloggte ich zwar über die Wartenden Apple-Jünger vor dem Münchner Store mit der Gewissheit, dass DHL mein iPhone nach Hause bringen würde. Aber nix davon ist passiert. DHL kam zwar, brachte aber nur da übliche Amazon-Paket. Auch UPS und Hermes kamen und gingen, aber kein Paket von der Telekom, kein iPhone von Apple. Aber ich bekam dafür eine SMS: Ich profitiere von einer bevorzugten Lieferung. Ja, würde ich gerne, aber ich hab nichts bekommen. Derweil im Netz lese ich von anderen: Ich habs, ich habs – Mist, ich habs nicht. Samstag dann das ähnliche Spiel – bis auf UPS waren alle da und ich hatte immernoch kein Device.

Apple hat wohl Lieferengpässe.

Apple hat wohl Lieferengpässe.

Statt dessen kam wieder eine SMS von der Telekom. Wegen Lieferengpässe bei Apple nehme meine Lieferung noch etwas Zeit in Anspruch. Ich könnte aber den Lieferstatus abfragen. Gleich gemacht – und demmach hätte ich mein iPhone 6 plus am 20. September in den Händen halten sollen.

Der Lieferstatus stimmt nun mal überhaupt nicht.

Der Lieferstatus stimmt nun mal überhaupt nicht.

Inzwischen ist die nächste Woche angebrochen, im Telekom Blog entdecke ich einen Beitrag, dass ich wohl noch bis zu 3 Wochen auf das Gerät warten müsse. Ich bin dann mal eben vom Stuhl gefallen.

Aktuelle Lieferzeiten

Aktuelle Lieferzeiten

Ein Anruf bei der Telekom-Hotline brachte Bestätigung: Apple könne nicht liefern und ich müsse mich gedulden. Das ist ja wie im Sozialismus – künstliche Verknappung war schon immer Apples Erfolg, aber doch nicht bei mir. Der Telekom-Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung war zwar super freundlich, aber brachte nicht mein gewünschtes Ergebnis.
Derweil lese ich, dass Apple am ersten Wochenende einen neuen Rekord aufgestellt hat: 10 Millionen iPhones gingen über den Ladentisch – nur ich war nicht dabei, indirekt war schon, praktisch aber nicht. Mein Aktienpaket freut sich über den absoluten Rekord, ich nicht so sehr.
Der Tim aus Cupertino schreibt: „Die Verkäufe von iPhone 6 und iPhone 6 Plus haben unsere Erwartungen für das Verkaufsstartwochenende übertroffen und wir könnten nicht glücklicher sein,“ sagt Tim Cook, CEO von Apple. „Wir möchten uns bei all unseren Kunden dafür bedanken, dies zu unserem jemals besten Launch gemacht zu haben, der alle bisherigen Verkaufsrekorde mit großem Abstand in den Schatten stellt. Während unser Team die Produkteinführung so gut wie niemals zuvor bewältigt hat, hätten wir mit einem größeren Angebot noch mehr iPhones verkaufen können und wir arbeiten hart daran, die Aufträge so schnell als möglich zu erfüllen.“
Ich habe mich derweil aufs Warten eingestellt – drei Wochen können eine lange Zeit sein. Von weiteren Beileidsbekundigungen bitte ich abzusehen. Ich bin dann mal heulen.

 

Update 26.09.2014: Nach einer Woche ist es endlich gekommen und ich hab gleich ein Unboxing-Video gemacht. Leider spreche ich Depp immer vom iPhone 7 und merke es erst in der Mitte des Videos. Viel Spaß:

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5 Antworten to “Vom Leid eines Wartenden: Kein iPhone 6 in Sichtweite”

  1. Werner Says:

    Ja, drei Wochen können eine lange Zeit sein. Das Bangen, ob der Knoten unter der Achsel bösartig ist – oder nicht. Das Warten, ob die wichtige Prüfung bestanden oder nicht bestanden ist. Das Zittern der Mutter mit zwei Kindern, ob sie den Job bekommt oder nicht. Die nicht vergehenden Wochen, wenn ein naher Angehöriger oder Freunde im Sterben liegt. Das Warten der Eltern auf den Sohn, der im Ausland Dienst für die Bundeswehr und für unser Land leistet, ist ein grausames Warten. Aber Beileidsbekundungen, nur weil ein Handy später kommt? Heulen wegen eines Handys? In unserem Lande verschieben sich die Prioritäten.Ein Schlag ins Gesicht von Menschen, die wirklich warten müssen – und Grund für Tränen haben. Dies ist wirklich zum Heulen!

  2. Heike Stiegler (@stiegistieg) Says:

    Schließt eigentlich das eine das andere aus?! Also ich habe immer tiefstes Mitgefühl mit meinen Mitmenschen, leide mit, fühle mit und das nicht nur in schlechten Tagen – nein ich erlaube mir auch mal in einem guten Moment mit meinen Freunden und Mitmenschen mitzufühlen – und bei allem Schmerz und aller Freude am Leid und Glück der Menschen, erlaube ich mir dennoch hin und wieder – ja schon gaaaanz leise, es könnte ja jemanden vor den Kopf stoßen – mich auch mal wie ein kleines Kind auf was zu freuen, was ich mir selbst erarbeitet habe. Hm und so wie ich den geschätzten Kollegen Matthias kenne, ist er sehr sehr mitfühlend, hat sich aber dennoch die kindliche Freude, auch mal an ganz banalen Dingen, erhalten. Dafür schätze ich ihn, vor allem weil er zeigt, dass man sich auch an ganz kleinen Dingen erfreuen kann – wie z.B einem Playmo-Männchen^^^, ohne die wesentlichen Dinge des Lebens aus den Augen zu verlieren.
    Denn wenn wir uns nicht selbst hin und wieder zur Freude animieren, verlieren wir die Kraft anderen im Leid zu helfen.

  3. lcsksr Says:

    Da kommt eine erwachsene Person in den Luxus, sich wie ein Kind eine Woche vor Weihnachten zu fühlen und schon kriecht wieder ein Gutmensch aus seinem Loch und regt sich darüber auf.
    Alleine schon die Aufregung auf ein neues Stück Technik mit Arztergebnissen zu vergleichen ist eine bodenlose Frechheit. Als ob es nichts wichtigeres zu tun gäbe – zum Beispiel den erwähnten Dienst für sein Land in der Bundeswehr zu leisten. 😉

  4. iphone6hatmirdentagversaut Says:

    wenn man das iPhone ganz normal bei Apple bestellt hätte, dann hat man es auch am 19.September bekommen. Wie kann man auf den abwegigen Gedanken kommen das Telekom & Co. sofort liefern? Es war schon immer so: erst Apple direkt, dann der Rest… somit selbst Schuld 🙂 Abgesehen davon sei froh diesen hässlichen übergroßen Android-Style Clone noch nicht haben zu müssen. Weit weit weg von den wunderschönen 4ern und 5ern…

  5. redaktion42 Says:

    Die Frage ist berechtig, warum ich das iPhone bei der Telekom und nicht direkt bei Apple bestellt habe. Es liegt an der Vertragsverlängerung. Mein T-Mobile Vertrag ist ausgelaufen und ich war damit sehr zufrieden und bekomme ein subventioniertes Smartphone durch den Magenta-Konzern. Das iPhone 5s habe ich direkt bei Apple bestellt und es war am Erscheinungstag da.

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