Dracula im Film (31) Liebe auf den ersten Biss (1979)

Schlecht gealtert ist die Dracula-Verfilmung Liebe auf den ersten Biss. Als der Film 1979 in die Kinos kam, schaute ich ihn mir als Jugendlicher voller Lachen an und amüsierte mich köstlich. Jetzt kam ein Wiedersehen auf Bluray und ich konnte nur den Kopf schütteln bei den durchgehend schlechten Witzen. Und dennoch waren ein paar Anspielungen enthalten, die ich als Jugendlicher damals komplett übersah, jetzt aber freudig erkannte.

Der Film lebt im Grunde von dem Zusammenspiel zwischen Dracula (George Hamilton) und seinem Diener Reinfield (Arte Johnson), der wunderbar unterwürfig agiert. Dracula wird von den Kommunisten aus Rumänien vertrieben und reist in die USA auf der Suche nach der YellowPress-Schönheit Cindy Sondheim (Susan Saint James). Der Sarg wird verwechselt und es kommt zu zweideutigen Witzchen als Dracula in Harlem aus seinem Sarg steigt. Die Witze über Schwarze gehen weiter als Dracula als Fledermaus fast im Kochtopf einer schwarzen Familie landet. So etwas ging wohl 1979, aber sicherlich nicht heute. Auch böse ist die Reaktion Dracula beim Verlassen seines Schlosses an den Bauernpöbel: „Ihr dürft niemals vergessen: Ohne mich wird Transsylvanien ungefähr so aufregend sein wie eine politische Diskussion im Fernsehen!“

Naja, Dracula verführt die Schönheit Ihr Psychiater ist Dr. Jeff Rosenberg (Richard Benjamin), ein Nachfahre des Fritz (!) van Helsing, nimmt den Kampf auf und unterliegt. Dracula und Sandy fliegen als Fledermäuse durch die Nacht davon. Renfield nimmt das Flugzeug.

Nette Ideen: Rosenberg versucht den Vampir mit dem Davidstern statt mit dem christlichen Kreuz zu bekämpfen, scheitert aber ebenso wie das Abfeuern von Silberkugel auf den Vampir, weil die ja nur gegen Werwölfe helfen.

Aber wirklich lachen musste ich als Dracula-Fan, als sich Regisseur Stan Dragoti vor dem großen Dracula von 1931 mit Lugosi verbeugt. In einer Kneipenszene zischt George Hamilton wie sein Vorbild den legendären Satz: „Ich trinke niemals Wein.“ Und für mich der wirklich Höhepunkt ist das Ausleuchten des Gesichts. George Hamilton hat den gleichen ungarischen Akzent wie Lugosi (obwohl Dracula, ja aus Rumänien stammt) und wirklich genial ist die Lichtsetzung des Kameramanns Edward Rosson, der Hamiltons Gesicht genauso ausleuchtet wie es 1931 Karl Freund mit Lugosi Gesicht gemacht hat. Wirklich genial.

Ach ja, und wie im Vorbild sieht man bei Liebe auf den ersten Biss keine Vampirzähne.

Für seine Darstellung als Vampir muss man George Hamilton ein Lob aussprechen. Für das schlechte Drehbuch mit schlechten Witzen kann er nichts.

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