Frust wegen Technik am Arbeitsplatz

Wie sieht eure Technik am Arbeitsplatz aus? Ich meine nicht die eigene Technik, sondern die vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Computer und IT. In meinen Gesprächen höre ich immer wieder, dass viele, auch innovative Arbeitsstellen, mit alter Hard- und Software ausgestattet sind. Das führt manches Mal zum Frust. Dazu gibt es eine Studie von Freshworks. Obwohl der globale Wandel hin zu hybriden Arbeitsformen den größten Investitionsschub in der Geschichte der Technologie ausgelöst hat, geben 91 % der Mitarbeiter an, dass sie aufgrund unzureichender technischer Ausstattung frustriert sind.

Trotz Digitalisierung ist noch viel veraltete Technik im Einsatz. Das schafft Frust.

Corona hat einen gewaltigen Digitalisierungsschub gebracht, nachdem HomeOffice auf einmal möglich war. So mancher Manager konnte sich nicht damit anfreunden, dass von zu Hause gearbeitet war: Mangelndes Vertrauen und Misstrauen waren in Firmenkulturen zu spüren, aber es wurde kräftig in IT investiert.

Laut KPMG gaben die Unternehmen während der Pandemie umgerechnet 15 Milliarden US-Dollar pro Woche zusätzlich für Technologie aus, um Remote-Arbeit zu ermöglichen. Erinnern wir uns: Externe Webcams waren zeitweise ausverkauft. Trotz der sich daraus ergebenden raschen Veränderungen in der Arbeitswelt hat Freshworks herausgefunden, dass Mitarbeiter über Probleme mit ihrem Office Setup klagen. Zu den häufigsten Beschwerden gehörten langsame Geschwindigkeit (51 %), lange Reaktionszeiten der IT-Teams (34 %), mangelnde Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen (30 %), das Fehlen wichtiger Funktionen/Fähigkeiten (28 %) und fehlende Automatisierung (25 %). Jetzt hat ja gerade der Bundesrat eine lächerliche Mindestinternet-Geschwindigkeit als Grundversorgung beschlossen, was das Land und die Stimmung nicht voranbringen wird.

Wenn es darum geht, Mitarbeiter für neue Technologien und Tools zu gewinnen, sehen die Führungskräfte ihre größte Herausforderung in der komplizierten Handhabe von Anwendungen (68 %). Mehr als zwei Drittel (69 %) der Führungskräfte sind der Meinung, dass die Mitarbeiter nicht genügend Zeit erhalten, um den Umgang mit neuer Software zu erlernen, und dass die Vorteile den Mitarbeitern oft nicht ausreichend erklärt werden (67%). Das ist richtig, aber leider sehe ich auch ein Desinteresse an Weiterbildung bei den Mitarbeitern. Oftmals höre ich: „Wenn ich keine Schulung bekomme, dann mach ich das nicht, dann kann ich das nicht.“ Ein gewisses Maß an Eigeninitiative und Interesse würde ich mal in einem Beruf voraussetzen.

Die Folge ist eine Spaltung der Mitarbeiter. Talentierte Mitarbeiter sind ein hartumkämpftes Gut. Rund die Hälfte (44 %) der Mitarbeiter weltweit denken über einen Arbeitsplatzwechsel nach. Um Mitarbeiter zu halten ist einfach zu bedienende Technologie ein wesentlicher Faktor. Während Gehalt und Sozialleistungen an erster Stelle der Gründe für einen Arbeitsplatzwechsel stehen, sind fehlende flexible Arbeitsmöglichkeiten und innovative Technologien unter den ersten fünf. Dies wird von Unternehmensleitern weltweit anerkannt. 71 % von ihnen bestätigen, dass Arbeitnehmer einen neuen Arbeitgeber in Betracht ziehen, wenn ihr aktueller Arbeitsplatz keinen Zugang zu den nötigen Tools, Technologien oder Informationen bietet, die sie für gute Arbeiten brauchen.

Eine unzureichende technische Ausstattung am Arbeitsplatz wirkt sich nicht nur auf die Erfahrung der Mitarbeiter aus, sondern schadet auch dem gesamten Unternehmen. Die Umfrage von Freshworks zeigt, dass veraltete Technologie die Produktivität des Unternehmens einschränkt, da frustrierte Mitarbeiter mit den täglichen IT-Herausforderungen zu kämpfen haben. Mehr als die Hälfte (57 %) der unzufriedenen Mitarbeiter geben an, dass ihre aktuelle Software sie weniger produktiv macht. 44 % der befragten Mitarbeiter geben an, dass die Zeit, die sie mit technologischen Problemen verbringen, seit Beginn der Pandemie gestiegen ist.

Noch besorgniserregender ist, dass der Stresspegel der Mitarbeiter aufgrund unzureichender Technologien am Arbeitsplatz in die Höhe schnellt: Fast die Hälfte (49 %) der befragten Mitarbeiter geben an, dass unzureichende Technologien am Arbeitsplatz Stress verursachen, und 48 % behaupten, dass sich dies negativ auf ihre psychische Gesundheit ausgewirkt hat. Unternehmensleiter bestätigen diese Tendenz: 38 % geben an, dass sie sich gestresst fühlen, wenn sie ihren Stakeholdern keine angemessene Arbeitsplatztechnologie zur Verfügung stellen.

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