Persönlicher Nachruf zu Jack Bruce

Noch gestern habe ich ihn über Kopfhörer laut gehört und dann erfuhr ich über Facebook, dass er tot ist. Ich bin echt erschüttert. Jack Bruce ist im Alter von 71 Jahren gestorben. Der geniale Bassist war Gründungsmitglied der legendären Cream und die Band hat meinen Musikgeschmack entscheidend beeinflusst. Er schrieb Klassiker wie Sunshine of your Love und ihm ist ein Platz im Rock’n Roll-Himmel sicher.

Bekanntgabe des Todes über Facebook

Bekanntgabe des Todes über Facebook

Ich erinnere mich noch als ich den Last Concert-Film vom Cream als Jugendlicher im Fernseh sah. Mit offenem Mund blieb ich vor der Glotze sitzen. So etwas hatten meine jugendlichen Augen und Ohren kaum vernommen. Ich kannte zwar den Bluesman Eric Slowhand Clapton von den Yardbirds, aber so eine Art von Improvisation war mir bis dato nicht untergenommen. Drei Männer, drei begabte Instrumentalisten, aber auch drei Egos spielten sich in der ersten Supergroup die Seele aus dem Leib. Improvisationskunst, wie ich sie zuvor nur aus den Jazz-Platten meines Onkels kannte, erfüllte mein Jugendzimmer. Das Trio Eric Clapton, Ginger Baker und Jack Bruce rockten die elterliche Wohnung. Laut, ganz laut musste Cream gehört werden, so laut, dass sich einmal die Nachbarn bei meinen Eltern beschwerten und ich fetten Ärger bekam. Allerdings bin ich auch heute noch der Meinung: Bluesrock kann man nicht leise genießen.


Meinen Freunden von damals versuchte ich Cream näher zu bringen, allerdings wegen meiner nuschelnden Aussprache verstanden sie in der Regel Queen und eben nicht Cream. Naja, auch egal. Ich hörte vor allem die Live-Scheiben, allen voran das Farewell Concert und kaufte mir Zug um Zug alle Alben, zunächst auf Vinyl, später nochmals auf CD. Leider waren die Live-Aufnahmen klangtechnisch unterirdisch. Dem Tontechniker gehört noch immer ein Berufsverbot erteilt.
Später kaufte ich mir noch drei Alben von West, Bruce & Laing, aber die Klasse von Cream konnten die Herrschaften nicht erreichen. West, Bruce & Laing waren gut, aber mehr auch nicht. 2005 horchte ich noch einmal auf, als es ein paar Reunion Concerte von Cream in der Londoner Royal Albert Hall gab. In der Royal Albert Hall gaben sie ja damals das Abschiedkonzert, das ich im Fernsehen gesehen hatte. Ich wollte ein Konzert dieser Reihe besuchen, bekam aber keine Karten mehr. So bleib mir nur die nachträglich veröffentliche CD und DVD. Zu mehr kam es nicht, weil sich das Trio mal wieder zerstritt.
Nun denn: Danke lieber Jack für deine Musik und heute hörte ich dein Sunshine of your Love in der alten Rockola. Und ich denke an euren Wahlspruch von damals: Forget the message, forget the lyrics, and just play.

Hier das alte Sunshine of your Love:

und hier das neue Sunshine of your Love:

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