Brauchen wir ein deutsches Comic-Institut?

Sind Comics eine ernstzunehmende Literaturgattung oder ist es einfach nur Schund? Diese Frage wird diskutiert, seit es Höhlenmalerei gibt. Vor kurzem ging der 16. Internationale Comic-Salon Erlangen zu Ende. 25.000 Besucher kamen in die Stadt und zeigten, dass ungebrochene Interesse an der grafischen Literatur.

25000 Besucher in Erlangen beim Comic Salon.

25000 Besucher in Erlangen beim Comic Salon.

Trotz Publikumsrekorde und neue Chancen von Comics als App hat die Branche noch immer Probleme in Deutschland. Die zunehmende Akzeptanz der Comic-Kunst als ernsthafte künstlerische Ausdrucksform in der Öffentlichkeit und in den Medien findet nach wie vor keine adäquate Entsprechung in der wirtschaftlichen Entwicklung des Genres. Comic und Kulturförderung war daher ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch das viertägige Festival in Erlangen zog. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern gibt es in Deutschland keine Strategie für die Unterstützung der grafischen Literatur. Zwischen Literatur und Bildender Kunst angesiedelt, fällt der Comic in der gegenwärtigen Förderlandschaft durch alle Raster.

Das Internationale Literaturfestival Berlin veröffentlichte in diesem Zusammenhang vor knapp einem Jahr ein Manifest, das in Erlangen aufgegriffen und diskutiert wurde. Beim Salon wurde jetzt die Gründung des „Deutschen Comic-Vereins e. V.“ mit Sitz in Berlin bekannt gegeben, dessen Ziel es ist, ein deutsches Comic-Institut zu gründen, das gleichermaßen Kompetenzzentrum und Lobbyist für die grafische Literatur in Deutschland werden und eine Strategie für eine gezielte Comic-Förderung entwickeln soll. Die dringende Notwendigkeit eines solchen Zentrums wurde auch vom Leiter des Internationalen Comic-Salons, Bodo Birk, bestätigt und die Wahrnehmung des Comics als eigenständige Kunstform in entsprechenden Förderprogrammen gefordert. Ulrich Schreiber, Direktor des Internationalen Literaturfestivals Berlin, kündigte im Rahmen einer Podiumsdiskussion weitere Initiativen in diese Richtung an.

Ich unterstützte dieses Vorhaben und würde mich freuen, wenn in Bayern sich Mitstreiter finden.

Mal sehen, was bis zum 17. Internationalen Comic-Salon passiert, der vom 26. bis 29. Mai 2016 in Erlangen stattfinden wird.

 

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2 Antworten to “Brauchen wir ein deutsches Comic-Institut?”

  1. Enrique Ruiz Says:

    Diese Diskussion ist auf Splashpage zu sehen . es wäre schön wenn sie in diesem Beitrag eingebettet wäre damit sich der Leser ein besseres Bild machen kann.
    Abgesehen davon gefällt mir der Beitrag sehr gut .

  2. Werner Says:

    Nein, brauchen wir nicht. Comics sind etwas für Kinder. Aber Erwachsene sollten ein Vorbild für die Kinder sein und die Kinder an gute Literatur heranziehen und Ihnen vor allem vermitteln: ein gutes Buch schlägt den ganzen Mist im Internet.

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