Essbare Insekten – von Lutscher mit Skorpion und Mehlwürmer mit Chilli-Aroma

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Das erste Mal als ich Insekten probierte, war in einer Spelunke in Afrika. Ich war auf einer Journalistenreise durch Westafrika. Es war dunkel, der Raum war nur von Kerzenlicht erhellt und ich trank ein Bier und hatte Lust auf Knabberzeugs. Also probierte ich die Knabbereien auf dem Tisch und plauderte munter mit meinen Kollegen.

Als die Schale mit den vermeindlichen Nüsschen leer war, bat ich den Kellner um Nachschub. Er antwortete, dass es keine gerösteten Nüsschen gewesen seien, sondern Heuschrecken. Der Abend war dann für mich gelaufen, obwohl ich zugeben muss, dass mir die gerösteten Insekten geschmeckt haben. Nur mein Kopf machte einfach nicht mit.

Insekten auf der #rp14

Insekten auf der #rp14

Auf der re:publica kamen mir diese Erinnerungen an die Afrikareise wieder in den Sinn als ich auf der Internet-Messe in Berlin einen Stand mit essbaren Insekten sah. Es gab allerhand von den Viechern, aber wunderbar bunt dargereicht. Lutscher mit Grillen mit Caramel-Geschmack, Mehlwürmer mit Chilli-Aroma und vieles mehr. Die beiden Betreiber haben die Chance des viralen Marketings auf der #rp14 genutzt: Der Kölner Journalist Dennis Besseler hat sich mit seinem Geschäftspartner Michael Iselt etwas Provokantes einfallen lassen: Essbare Insekten für den menschlichen Verzehr. Mehlwürmer, Heuschrecken und Grillen aus kontrollierter Zucht gibt es herzhaft gewürzt. Wer es lieber süß mag, bestellt einen der handgemachten Lutscher mit Insekten-Einlage. Und die Nerds auf der re:publica mussten natürlich probieren: Lutscher mit Grille (2,49 Euro), Lutscher mit Skorpion (3,75 Euro)oder darf es lieber Lutscher mit Wurm (2,49 Euro) sein?

Als ich von den essbaren Insekten auf der #rp14 via Twitter berichtete, war die Reaktion geteilt. Die einen sagten, dass die Idee schon alt sei und es auch Kochkurse mit Insekten gab. Das ist richtig, Dennis Besseler bietet solche Kochkurse auch an. Andere machten mit Posts wie “Igitt” oder “Ekelhaft” ihre Position klar. Wiederum andere wiesen daraufhin, dass Insekten auch Lebenwesen seien.

Und dann gab es noch welche, die wissen wollten, wie das Zeug schmeckt. Nun ja, die Mehlwürmer mit Chilli-Aroma waren ganz ok. Eigentlich schmeckte es mehr nach Chilli als nach Wurm, obwohl ich gar nicht wissen will, wie Wurm schmeckt. Klar, früher einmal gab es die Raupe im Tequila. Wir wussten: Wenn die Raupe im Mezcal-Tequila konserviert wird, handelt es sich um guten Mezcal und der Tequila kann gefahrlos getrunken werden.

Aber heute? Lutscher mit Wurm? Naja, Wurm, Raupe – egal – Beim Probieren war es wieder das Gefühl in meinem Kopf und ich hatte gegessen. Guten Appetit

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