Wärme, Moor und Wohlgefühl – warum das ZfG im Herbst auf Fango setzt

Mit dem Herbst kommt die Wärme: In der 21. Folge des Videopodcasts „Dombo bewegt“ sprechen Norman Dombo vom Zentrum für Gesundheit in Maisach und Matthias J. Lange über eine Behandlung, die seit vielen Jahren zum Angebot der Praxis gehört – Fango. Doch Fango ist nicht gleich Fango. Das ZfG setzt bewusst auf Naturmoor-Einmalpackungen und wiederverwendbare Wärmeträger.

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und damit beginnt im Zentrum für Gesundheit traditionell auch wieder die Zeit der Herbstaktionen. Wärme spielt dabei eine wichtige Rolle. Für Norman Dombo ist das eine gute Gelegenheit, einmal genauer zu erklären, was eigentlich auf der Behandlungsliege landet, wenn von einer Fangopackung die Rede ist.

Im ZfG kommt echtes Naturmoor zum Einsatz. Es handelt sich um ein Naturprodukt, das aus der Erde gewonnen, aufbereitet, gewässert und auf eine Folie aufgebracht wird. Chemische Zusätze sind nach Dombos Angaben nicht enthalten. Über das Moor kommt ein sogenanntes Pelliod, darüber ein Tuch und schließlich der eigentliche Wärmeträger. Dieser ist ebenfalls mit Moor gefüllt, jedoch vollständig verschlossen und mehrfach verwendbar. Seine Aufgabe besteht vor allem darin, Wärme zu speichern und über längere Zeit gleichmäßig abzugeben.

Damit unterscheidet sich das Verfahren von einem klassischen Paraffin-Fango, wie es ebenfalls in therapeutischen Praxen eingesetzt wird. Dort wird das Material stark erhitzt, anschließend wieder auf Behandlungstemperatur heruntergekühlt und nach der Anwendung erneut aufbereitet. Norman Dombo sieht darin unter anderem einen vergleichsweise hohen Energieaufwand. Zudem bevorzugt er das Temperaturverhalten des im ZfG eingesetzten Systems.

Ein wichtiger Vorteil für ihn: Die Naturmoorpackung wird zunächst bei Zimmertemperatur aufgelegt. Die Wärme kommt anschließend vom darüberliegenden Wärmeträger und gelangt allmählich durch die Packung zum Körper. Die Behandlungstemperatur steigt also langsam an. Gerade für Menschen, die starke Hitze zu Beginn einer Behandlung als unangenehm empfinden, kann dies angenehmer sein. Die Wärmeträger werden im ZfG in einem Wasserbad auf knapp 60 Grad Celsius erwärmt und geben ihre gespeicherte Wärme nach und nach ab.

Eingesetzt werden solche Wärmeanwendungen vor allem dort, wo therapeutisch Wärme gewünscht ist – beispielsweise im Schulter- und Nackenbereich oder am unteren Rücken. Grundsätzlich können je nach ärztlicher Diagnose und Verordnung aber auch andere Körperregionen behandelt werden. Wärme kann dazu beitragen, die Muskulatur zu entspannen und auf weitere therapeutische Maßnahmen vorzubereiten.

Naturmoor bringt dabei seine eigenen Eigenschaften mit. Es ist mineralstoffreich, leicht sauer und kann je nach Charge aufgrund natürlicher Bestandteile auch einen charakteristischen Geruch entwickeln. „Manche Chargen riechen ein bisschen nach faulen Eiern“, erklärt Dombo mit einem Lachen. Das sei kein Qualitätsmangel, sondern schlicht Natur.

Bei aller Begeisterung für die wohltuende Wärme betont Dombo allerdings einen Punkt besonders: Eine intensive Wärmeanwendung ist nicht für jeden Menschen automatisch geeignet. Vor allem bei bekannten Herz-Kreislauf-Problemen ist Vorsicht angebracht. Deshalb klärt das Zentrum für Gesundheit auch bei Selbstzahlern im Zweifelsfall zunächst ab, ob aus medizinischer Sicht etwas gegen eine Fangobehandlung spricht. Sicherheit gehe vor schneller Behandlung, betont Dombo.

Interessant ist auch die Frage nach der Nachhaltigkeit. Während die Wärmeträger immer wieder verwendet werden können, handelt es sich beim eigentlichen Naturmoor um Einmalpackungen. Weil das Material weitgehend aus einem Naturprodukt besteht, hatte das ZfG in der Vergangenheit sogar eine ungewöhnliche Recyclingidee: Patienten konnten das verwendete Moor mitnehmen und im Garten weiterverwenden. Gerade Pflanzen, die einen eher sauren Boden bevorzugen, können davon profitieren. So fand manche Fangopackung nach ihrem Einsatz in der Praxis noch eine zweite Verwendung im heimischen Garten.

Für die kalte Jahreszeit hat sich das Zentrum für Gesundheit jedenfalls bereits vorbereitet: Kartonweise wurde Nachschub bestellt. Denn die Fangobehandlungen gehören seit Jahren zu den wiederkehrenden Herbstangeboten des ZfG.

Und Matthias J. Lange? Der zeigt sich am Ende des Gesprächs durchaus überzeugt von der Aussicht auf eine warme Behandlungsliege. Seine Idee für eine der nächsten Folgen steht jedenfalls schon: Er legt sich einfach auf die Liege, Norman Dombo übernimmt die Fangopackung – und der Podcast läuft währenddessen weiter.

Folge 21 von „Dombo bewegt“ zeigt damit einmal mehr, was das Format ausmacht: verständliche Informationen aus dem Praxisalltag, medizinische Hintergründe und ein Gespräch, bei dem auch der Humor nicht zu kurz kommt.

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