3. April 2010

Auf Siedler 7 haben sich viele gefreut, doch der Ärger über Ubisoft ist gewaltig.
Im Jahr 1994 erlebte Siedler das Licht der Welt und wenn Publisher Ubisoft nicht ganz genau aufpasst, wird
Die Siedler 7
die letzte Version des Spiels sein. Der Grund ist nicht das Gameplay selbst, sondern der unglaubliche Umgang von Ubisoft mit seinen treuen Kunden.
Seit 25. März 2010 gibt es nun Siedler 7 und wer es installiert, muss ständig online sein, um spielen zu können. Als Grund wird der neuartige Kopierschutz von Ubisoft genannt. Der braucht eine permante Webverbindung, sonst geht gar nicht. Kopierschutz ist eine wichtige Sache, aber Kundenzufriedenheit ist ein noch höheres Gut. Und diese Kundenzufriedenheit hat Ubisoft soeben verspielt. Die Foren der Gamesbranche sind voll mit Beschwerden und Vorwürfen in Richtung Ubisoft. Als passionierter Bahnfahrer habe ich Kollegen getroffen, die Siedler auf langen Reisen im Zug gespielt haben. Freunde, das könnt ihr mit der Version 7 jetzt vergessen! Wer nicht permanent online ist, hat das Nachsehen und kann es vergessen.
Für die Siedler-Jünger ist es schlichtweg ein Affront ersten Grades, wenn sie ihr neues Spiel nicht spielen können. Zudem wenn Ubosoft die eigene Technik nicht im Griff hat. Zum Launch des Spiels gab es massive Serverprobleme. Zahlreiche Anwender waren stocksauer, darunter auch mein Kollege
Michael. Er hatte sich auf ein neues Spiel am Mac gefreut, schlug sich aber den ganzen Tag mit Netzwerkproblemen herum. Der Server des Publishers war am Karfreitag dem Ansturm nicht gewachsen. Bezeichnend ist auch, dass die
Supportseite von Ubisoft auch nur schwer erreichbar ist.
Also ein kompletter Schuss in den Ofen. Der Imageschaden von Ubisoft ist enorm. Die Fans sind sauer und ich hoffe, die Fans merken sich das. Siedler bringt laut Cover Spaß bis zum letzten „Augenblick“. Na Fans, hattet ihr Spaß?
Schlagwörter: DRM, Imageschaden, Kopierschutz Siedler, Publisher, Serverausfall, Siedler, Supportseite Ubisoft, Ubisoft
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2. April 2010

Die Kasse im Apple Store Santa Monica.
Es passiert mir kaum einmal, dass mir die Spucke wegbleibt. Aber was mir vor kurzem im Apple Store in Santa Monica an Beschwerdemanagement vorgekommen ist, haute mich wirklich vom Hocker – im positiven Sinne.
Mit einem Bekannten kauften wir einen neuen iPod nano und im Hotel stellten wir fest, dass das Display nicht korrekt arbeitete. Also gingen wir am nächsten Tag zum Apple Store und tauschten das Gerät um. Folgender Dialog spielte sich ab.
Wir: Das Display des iPod nano hat einen Fehler. Wir haben ihn gestern gekauft und würden ihn gerne umtauschen.
Apple-Mitarbeiter: Das ist kein Problem. Es tut uns sehr leid, dass Sie mit dem Produkt nicht zufrieden sind.
Wir: Schauen Sie, hier ist das Display kaputt.
Apple-Mitarbeiter: Wir brauchen uns das Display nicht ansehen. Sie sind der Kunde. Wenn Sie unzufrieden sind, werden wir das Gerät sofort umtauschen. Es geht nicht an, dass Sie mit unseren Geräten unzufrieden sind.
Wir: Wir sind eigentlich nicht unzufrieden, sondern nur das Display hat einen Fehler.
Apple-Mitarbeiter: Kein Problem. Wollen Sie die gleiche Farbe wieder oder soll es ein anderes Modell sein?
Wir: Farbe bleibt gleich. Hier haben wir auch die Rechnung von gestern.
Apple-Mitarbeiter: Oh daran merke ich, dass Sie aus Deutschland kommen. Sie bringen die Rechnung mit. Das ist vorbildlich und hilft uns sehr. Die meisten Amerikaner werfen die Rechnung gleich weg. Aber so ist es ideal.
Wir: Ja.
Der Apple Store-Chef kommt vorbei und mischt sich ein.
Apple Store-Chef: Ich möchte mich im Namen von Apple bei Ihnen entschuldigen, dass wir so viele Unannehmlichkeiten machen.
Wir: So schlimm ist es ja auch nicht, das kann ja mal passieren.
Apple Store-Chef: Nein, das sollte nicht sein. Wir haben ein hohes Qualitätsmanagement und es sollte nicht sein, dass unsere Kunden unzufrieden sind.
Wow, was war denn das? Gehe ich bei uns in einen Elektromarkt und will etwas umtauschen, dann muss ich mich entschuldigen. Oft habe ich das Gefühl, dass der Verkäufer meint, ich habe das Gerät absichtlich kaputt gemacht. So einen Kundenservice wie bei bei diesem Apple Store in Santa Monica hab ich selten erlebt. Wahnsinn. Da kann das iPad für Europa kommen.
Schlagwörter: Apple, Apple Store, Beschwerdemanagement, Displayfehler, iPad, iPod, iPod nano, Kundenservice, Kundenzufriedenheit, Qualitäsmanagement, Santa Monica, Umtausch bei Apple
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1. April 2010
Ostern ist ein wichtiges christliches Fest, aber Gott sei Dank noch nicht zu einer Geschenkeorgie wie Weihnachten verkommen. Dennoch wird bei uns zu Ostern eine Kleinigkeit verschenkt. Die bessere Hälfte steht zum Beispiel auf die Schokoeier von Lindt, die sie aber dieses Jahr nicht (!) bekommen wird, weil ein Familienfest naht.
Dennoch: Besonders Kinder kommen zu Ostern nicht zu kurz. Was der Osterhase für sie dieses Jahr ins Nest legt, ermittelte das Online-Kaufhaus
www.shopping.de anhand der meist gestellten Suchanfragen unter mehr als einer Million Produkten. Ergebnis: Wie im Vorjahr sind Video- und Computerspiele ganz vorn, neu ist aber die Renaissance traditioneller Familien- oder Kinder-Spiele. Absolute Renner sind beispielsweise der Lego-Baukasten Star Wars, der gelbe Kuschelbär Winnie Pooh oder der knopfäugige Zhu Zhu Hamster. Ermittelt wurden die Top-10 Ostergeschenke aus monatlich über 250.000 Suchanfragen. Jene Produkte, welche in den vergangenen sechs Wochen mit mehr als 25 Prozent überdurchschnittlich häufig gesucht wurden, sind in der Regel die, die als Geschenke zu Ostern bestellt werden. Bei Lego Star Wars muss ich der Statistik recht geben. Sohnemann besteht auf den
LEGO Star Wars – 8092 Lukes Landspeeder
und will zudem
New Super Mario Bros.
.

Top 10 der beliebtesten Ostergeschenke der Deutschen
Dementsprechend sind die beliebtesten Oster-Geschenke der Deutschen Spiele für die Playstation 3 sowie die Nintendo DS und die Wii-Spielekonsole. Auf diese drei Technik-Produkte entfallen alleine 44 Prozent aller Suchanfragen. Neu ist der starke Anstieg traditioneller Kinder- und Familienspiele. So ist der Lego Star Wars Baukasten auf Platz vier der meist verschenkten Ostergeschenke (12 Prozent aller Oster-Geschenke), gefolgt von der guten alten Barbie-Puppe (11 Prozent) sowie den Gesellschaftsspielen (Brettspiele etc.; ebenfalls 11 Prozent). 6 Prozent aller ermittelten Oster-Geschenke entfallen auf die Yu-Gi-OH-Mangas. Beliebt ist auch die Baby Born-Puppe (5 Prozent) und der Winnie Pooh-Bär (4 Prozent). Platz 9 und 10 entfallen auf Fisher-Price-Produkte (4 Prozent) sowie auf den knopfäugige Zhu-Zhu-Hamster (3 Prozent). Die letztgenannten Produkte wurden 2010 insgesamt 30 Prozent stärker gesucht als noch vor einem Jahr. Üblicherweise werden Ostergeschenke am Oster-Sonntag verschenkt, bei uns auch.
Schlagwörter: Baby Born, Barbie, Brettspiele, Computerspiele, Familienfest, Fisher Price, Kuschelbär, Lego Star Wars, Lindt, Online-Kaufhaus, Oster-Sonntag, Ostern, Playstation 3, Schokoeier, Spielekonsole, Weihnachten, Wii, Winnie Pooh-Bär, www.shopping.de, Zhu-Zhu-Hamster
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30. März 2010

So sieht der Leitfaden zum Umgang im Social Web für Unternehmen aus.
Bei meinen Vorträgen zum Thema Social Media bemerke ich eine gewisse Untersicherheit bei Unternehmern, wie sie mit dem Thema umgehen sollen. Sie sind zwar von der Materie angetan, wissen aber im konkreten Einzelfall nicht, wie sie sich verhalten sollen.
Da kommt eine Veröffentlichung des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) gerade recht. Unlängst hat der Verband einen zehn Punkte Leitfaden für den geschäftlichen Umgang mit Social Media veröffentlicht. Einige Ideen gefallen mir sehr gut und ich werde sie in meinen Vorträgen verwenden. Die Handlungsempfehlungen dienen dabei als Grundlage für individuelle Unternehmensrichtlinien und müssen selbstverständlich vom Unternehmer ergänzt werden.
Eindeutig auch die Aussagen vom BVDW
„Kein Unternehmen kann sich dem Social Web mehr entziehen. So vermischen Mitarbeiter schnell private und berufliche Informationen auf Social Media-Plattformen. Klare Unternehmensrichtlinien für die geschäftliche Nutzung von Social Media beugen ungezielte Kommunikation vor, um potentielle Risiken sowohl vom Unternehmen als auch von einzelnen Mitarbeitern abzuwenden“, erläutert Axel Schmiegelow (sevenload), Vorsitzender der Fachgruppe Social Media im BVDW. Und Felix Fiek (ethority), stellv. Vorsitzender der Fachgruppe, ergänzt: „Viele Unternehmen sind noch sehr unerfahren im Umgang mit dem Social Web. Auch Mitarbeitern ist die Tragweite von Äußerungen innerhalb eines sozialen Netzwerkes nicht immer bewusst. Hier muss jedes Unternehmen klare Spielregeln aufstellen, auch wenn die Nutzung von Social Media ausdrücklich erwünscht ist.“
Die zehn Tipps des BVDW sind:
1. Definieren Sie Ziele
2. Geheimnisse sind geheim und Interna bleiben intern
3. Mitarbeiter müssen authentisch sein
4. Wer veröffentlicht, übernimmt Verantwortung
5. Interne Kritik ist erlaubt, bleibt aber intern
6. Gehen Sie mit Fehlern offen um
7. Schonen Sie Ihre Geschäftsbeziehungen
8. Beachten Sie das geltende Recht
9. Schränken Sie private Nutzung von Social Media während der Arbeitszeit ein
10. Social Media erfordert kontinuierliches Engagement
Den ausführlichen
bvdw-Leitfaden habe ich hier zum Download hinterlegt.
Schlagwörter: Arbeitszeit, Axel Schmiegelow, BVDW, ethority, Felix Fiek, Geschäftsbeziehungen, Handlungsempfehlungen, Leitfaden für den geschäftlichen Umgang mit Social Media, Leitfaden Social Media, sevenload, Social Media, Social Web, soziales Netz, Unternehmensrichtlinien, Vorträge zu Social Media
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27. März 2010

Der eBook-Reader nook wird bei Barnes & Noble verkauft.
Waren unter anderem der Sony eBook-Reader und Amazons Kindle die ersten brauchbaren Geräte auf den Markt, so setzen die anderen Hersteller nach. In den USA ist ein neuer Markt entstanden. Deutschland schaut noch außen zu und diskutiert über Buchpreisbindung.
Während eines Besuchs in Santa Monica konnte ich mir von dem harten Wettbewerb in der Branche ein gutes Bild machen. In der Einkaufsmeile treten zum Beispiel zwei große Hersteller gegeneinander an: Apple mit dem iPad und Barnes & Noble mit dem
nook.
Der nook ist der eBook-Reader des US-Buchhändlerriesen Barnes & Noble. Das Gerät gefällt mir wegen eines netten Farbleitsystems: Rot für the daily (also Zeitungen), Orange für my Libray (also meine gekauften Bücher), Gründ für Shop (also für die zu kaufenden Bücher) Dunkelblau für reading now (also, was ich gerade lese) und Hellblau für Setting (also für Einstellungen).
Das System basiert auf Touch-Technologie. Ich kann mit dem Finger durch meine Bibliothek blättern und antippen, was ich lesen will. Die Buchstaben erscheinen in gestochen scharfer E ink-Vizplex-Technologie und sind gut skalierbar. Es werden die Formate EPUB (Non or Adobe DRM), PDB (Non DRM) und PDF gelesen.
Das System arbeitet in Schwarzweiß und auch Bilder (JPG, GIF, PNG, BMP) werden Graustufen auf dem 6 Inch-Große Display umgewandelt. Die Buchcoverauswahl im Shop von Barnes & Noble und in meiner lokalen Bibliothek ist dagegen in Farbe. Die Blättern-Funktion ist sinnvoll angeordnet, das Highlighten und Bookmarken von Text gelingt einwandfrei. Die Verbindung zum Shop ist über ein AT&T-Netzwerk mit 3G-Geschwindigkeit gelöst. Zum Herunterladen eines Buches auf die 2 GByte Festplatte brauche ich nur Sekunden. Eine Erweiterung ist anders wie beim Kindle durch Micro SD-Karten möglich. Das Laden von Büchern fFunktioniert auch im Ausland, hier zahlt Barnes & Noble die AT&T-Gebühren. Zudem hat der Nook auch WiFi an Bord. Allerdings: Deutsche Bücher oder gar Zeitungen finden sich bei Barnes & Noble nicht, zumindest hab ich auf den ersten Blick keine gefunden.
Eine nette Idee, ist das Ausleihen von Büchern an Freunde. Dazu muss ich das Buch gekauft haben und kann dank DRM das Buch einem Kumpel auf seinem Nook ausleihen, sollte er denn eines haben.
Die technischen Audio-Features sind beschränkt: Der nook beinhaltet einen MP3-Player, der Ton kommt aus einem Built-in Mono Lautsprecher, aber ich kann Stereokopfhörer über 3,5 mm Klinke anstecken. Der nook kostet 260 US-Dollar und ist auch online erhältlich.
Schlagwörter: Apple, AT&T, Barnes & Noble, Buchpreisbindung, DRM, E-Book-Reader, eBook, EPUB, iPad, Kindle, Micro SD-Karten, MP3-Player, nook, PDF, Santa Monica, Stereokopfhörer
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26. März 2010
Mit Neid schaue ich auf die Fotokollegen, die mit ihren Optiken nun Filme drehen. Ich bin zwar auch Bildjournalist, setze aber derzeit massiv auf Bewegtbild. Allerdings vermisse ich meine lichtstarken Objektive, die ich mir für die Videokamera schlichtweg nicht leisten kann.
Ganz genau betrachte ich die neuen Ergebnisse am DSLR-Markt. Ein interessantes Ergebnis bringt Sachtler. Den 90-minütigen Featurefilm „Love Loss“ drehte der britische Kameramann Mark Moreve komplett mit der kompakten DSLR-Kamera Canon EOS 5D Mk II und dem Fluidkopf Video 18 SB von Sachtler.
„Gerade bei Verwendung einer kleinen Kamera ist zuverlässiges und robustes Equipment notwendig“, berichtet Mark Moreve. „Mir war sofort klar, dass ich für diesen Dreh gutes Kamera Support-Equipment brauche. Da die Kamera sehr leicht ist und ich häufig mit längeren Linsen arbeite, wie z.B. einer 400 mm-Linse, brauchte ich ein stabiles Sachtler Stativ, damit der Dreh nicht verwackelt. Selbst wenn man eine leichtere Linse verwendet und auch die Kamera nicht schwer ist, muss sicher gestellt werden, dass man die Kamera problemlos schwenken und neigen kann, um so weiche Schwenks zu machen“, berichtet Mark Moreve, der seit 14 Jahren als freier Kameramann arbeitet und sich durch seine vielen Arbeiten einen Namen gemacht hat.
Bei dem britischen Featurefilm „Love Loss“, der zwei Wochen lang im englischen Hertfordshire gefilmt wurde, hat nicht nur Mark zum ersten Mal mit einer Canon EOS 5D Mk II gedreht, sondern das erste Mal überhaupt wurde ein Spielfilm mit der kompakten DSLR-Kamera gedreht. „Mir war zuverlässiges Equipment besonders wichtig, da die Aufnahmen mit der neuen HD DSLR Kamera genügend unvorhersehbare Risiken bergen.“ Der Film „Love Loss“ ist momentan in der Postproduktion und wird in diesem Jahr beim Filmfestival in Cannes präsentiert. Ich werde diesen Markt genau betrachten und mir den Film ansehen. Habt ihr Erfahrungen mit der Canon EOS 5D Mk II und Sachtler-Stativen?
Schlagwörter: Bewegtbild, Cannes, Canon EOS 5D Mk II, DSLR, Featurefilm, Fluidkopf, Fluidkopf Video 18 SB, Love Loss, Mark Moreve, Postproduktion, Sachtler, Spielfilm auf DSLR, Stativ
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25. März 2010
In Filmarchiven auf der ganzen Welt sind unter dem Titel Metropolis unterschiedlichste Materialien eingelagert. Es existieren einige Rollen 35-mm-Originalnegativ auf brennbarem Nitromaterial, des Weiteren Nitro-Dup-Negative und zeitgenössische Positive, außerdem zahlreiche Kopien auf Sicherheitsfilm – alle in unterschiedlichstem technischen Zustand, gezeichnet vom Verlust der fotografischen Qualität durch vielmaliges Projizieren oder Duplizieren. Das überlieferte Material unterscheidet sich jedoch nicht allein im Grad der Abstammung oder in der Abnutzung von dem ursprünglich von der Ufa hergestellten.
Zur Entstehungszeit von Metropolis gab es noch keine hochwertigen Duplikatmaterialien. Deswegen wurden damals parallel mehrere Originalnegative hergestellt, um die große Anzahl von Kopien für den Verleih und den Export ziehen zu können. Diese Negative stammten aus mehreren Kameras, die man beim Drehen nebeneinander platzierte, oder sie wurden aus verschiedenen, im besten Fall schauspielerisch gleichwertigen, aber natürlich niemals ganz identischen Aufnahmen derselben Einstellung montiert. Die Arbeit der Filmarchive besteht also nicht allein darin, die überlieferten Materialien unter klimatisch optimalen Bedingungen zu konservieren und ihren Verfall möglichst aufzuhalten, sondern auch darin, die unterschiedlichen Versionen miteinander zu vergleichen und zu Schlüssen darüber zu kommen, welche von ihnen die „richtige“ sein könnte.
Von zahlreichen Filmarchiven wurden Versuche initiiert, Metropolis in der Premierenfassung zu rekonstruieren. Nach ersten Bemühungen in Moskau fand ein wichtiger Schritt in Richtung auf eine vollständigere Fassung des Films zwischen 1969 und 1972 im Staatlichen Filmarchiv der DDR statt. Aus verschiedenen Materialien, die internationale Archive zur Verfügung stellten, entstand die so genannte FIAF-Fassung. Viele der im Material verborgenen Rätsel konnten damals jedoch noch nicht gelöst werden. Auch fotografisch war diese Fassung unbefriedigend, da statt des verfügbaren guten Paramount-Negativs für den amerikanischen Markt andere Bildquellen genutzt wurden. Dafür verantwortlich war vermutlich ein Brief des Regisseurs Fritz Lang selbst, in dem er 1971 die amerikanische Paramount-Version als „gedankenlos und diktatorisch gekürzt“ bezeichnet, sich allerdings auch nicht daran erinnerte, dass sein Film ursprünglich einmal eine halbe Stunde länger gewesen war.
In den 1980er Jahren startete der Münchner Filmhistoriker Enno Patalas den für lange Zeit am weitesten gehenden Rekonstruktionsversuch, bei dem er inzwischen aufgefundene Quellen wie Zensurkarte, Drehbuch und Partitur aus dem Archiv der Deutschen Kinemathek nutzen konnte. Neu war, dass dank der wiedergefundenen Zensurkarte die Zwischentitel textgetreu wiedergegeben werden konnte. Drehbuch und Musik lieferten wertvolle Hinweise zur Szenenabfolge und auch zu den immer noch verbleibenden Fehlstellen. Diese wurden, sofern zum Verständnis der Handlung notwendig, durch Texttafeln ergänzt. Die so entstandene Fassung des Filmmuseum München zeigte den Film so zum ersten Mal in einer Annäherung an die Premierenfassung und wurde selbst zur Quelle für alle folgenden Bearbeitungen.
Schlagwörter: 35-mm-Originalnegativ, Archiv der Deutschen Kinemathek, Deutschen Kinemathek, Drehbuch, Duplikatmaterialien, Duplizieren, Enno Patalas, FIAF-Fassung, Filmarchiv, Filmhistoriker, Filmmuseum München, Fritz Lang, Metropolis, Nitro-Dup-Negative, Partitur, Premierenfassung, Regisseur, Restauration von Metropolis, Staatlichen Filmarchiv der DDR, Texttafeln, Zensurkarte
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24. März 2010

Die neuen Regeln für Marketing und PR im Web 2.0
Das erste deutschsprachige Buch, das die neuen Marketingmöglichkeiten im Web 2.0 erläutert, hat vor längerem der mitp-Verlag herausgegeben. Ich habe das Buch beim Erscheinen gelesen und gerade eben wieder in die Hand genommen. Das Web 2.0 hat die Art und Weise, wie Menschen miteinander interagieren, tiefgreifend verändert und somit auch die Möglichkeiten, wie Unternehmen mit ihren potentiellen Kunden kommunizieren können. Autor David Meerman Scott zeigt anschaulich, welches Potential die webbasierte Kommunikation und Social Media eröffnen. Und es tut weh: Die Aussagen von David Meerman Scott sind hart, denn klassische Medien werden abgestraft. Um Botschaften zu verbreiten, brauche ich klassische Medien nur noch bedingt.
Schlagwörter: Blogs, Buchkritik, David Meerman Scott, Die neuen Regeln für Marketing und PR, klassische Medien, Marketingmöglichkeiten, mitp, Podcasting, Regeln für Marketing und PR, Social Media, US-Brille, Verbreiten von Botschaften, Virales Marketing, Web 2.0, Zeitungssterben
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23. März 2010

Studie: Die Nutzung von Social Media.
Die Diskussion über Soziale Netzwerke nimmt bizarre Formen an. Die US-Sales-Pattform
Retrevo hat vor kurzem eine entsprechende Nutzungsumfrage veröffentlicht: Aussage positiv: Social Media wird von den Usern angenommen. Aussage negativ: Social Media stört das Leben, beim Mittagessen und sogar beim Sex. Je nach Gusto können nun die Aussagen interpretiert werden.
Immer mehr Menschen sind beinahe zu jeder Tages- und Nachtzeit dazu bereit, sich von Twitter, Facebook und Co bei diversen anderen Tätigkeiten inspirieren (positiv) oder stören (negativ) zu lassen. Manche User unterbrechen sogar das Liebespiel, um Social-Media-Updates zu checken. Mein iPhone liegt neben dem Bett und dient mir beispielsweise als Wecker. Und natürlich check ich mit dem Devise meine Mails und meine Netzwerke.
Für 16 Prozent der befragten US-Nutzer ersetzen die sozialen Medien sozusagen den morgendlichen Blick in die Zeitung, sie holen sich die Nachrichten aus ihrem Netzwerk. Mehr als die Hälfte sagt, Facebook sollte zumindest einmal täglich gecheckt werden, zehn Prozent loggen sich alle paar Stunden ein. Grundsätzlich sind laut der Retrevo-Untersuchung iPhone-Nutzer noch eher bereit sich unterbrechen zu lassen als andere.
Von allen 1.000 Befragten sagten 40 Prozent, sie haben generell nichts dagegen, von Social Media-Updates gestört zu werden. Jeder dritte Nutzer lässt sich beim Essen unterbrechen und immerhin jeder 14. sogar beim Sex. Bei der jüngeren Generation unter 25 Jahren hat schon jeder zehnte nichts mehr dagegen, für Twitter eine Pause beim Sex einzulegen. Da seh ich vor meinem geistigen Auge schon wieder die Schlagzeilen der Boulevardpresse und der Oberlehrerschaft.
Schlagwörter: Boulevardpresse, Facebook, Netzwerk, Nutzung von Social Media, Nutzung von sozialen Netzwerken, Retrevo, Sex, Social Media, soziale Netzwerke, Twitter
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22. März 2010
Von einem Kollegen habe ich neulich von deinem dreistufigen Modell zum Einstieg in Social Media gehört. Die Idee gefällt mir gut. Hier wird der Vergleich mit einer kleinen Leiter herangezogen, die drei Sprossen hat. Diese gilt es zu erklimmen und zwar Schritt für Schritt und auch nacheinander. Wer Sprossen auslässt, läuft Gefahr von der Leiter zu fallen.
Einsteiger in sozialen Netzwerken versuchen ihre bisherigen PR-Methoden auf Social Media zu übertragen. Sie legen sich beispielsweise einen coolen Namen bei Twitter zu und kippen ihre Botschaften in das Netzwerk – und keiner reagiert. Was läuft falsch?
Bei der drei-Sprossen-Theorie ist die erste Sprosse die schwierigste. Sie heißt: Klappe halten und zuhören. Sie sollten dem sozialen Netzwerk Ihrer Wahl beitreten und es beobachten. Nicht nur zehn Minuten, sondern ruhig ein paar Tage. Twitter funktioniert anders als Facbook, Xing ist eben doch nicht die Lokalisten usw. Jedes Netzwerk hat seine eigenen Regeln. Also genau zuhören und Informationen sammeln ist die erste Aufgabe: Wer sind die Opinion Leader, welche Themen laufen, gibt es Gruppen, die zu mir passen …?
Dann auf der zweiten Sprosse beteilige ich mich an Diskussionen, gebe privates preis. Ich folge Leute, ich kommentiere Beiträge und schließe erste Freundschaften. Im zweiten Schritt zeige ich Transparenz und Ehrlichkeit. Ich bringe dem sozialen Netzwerk meines Vertrauen eben Vertrauen entgegen. Das ist wichtig, denn ich will auch, das andere ehrlich und transparent sind.
Erst auf der dritten Sprosse fange ich an Botschaften zu senden, die mit meinem Produkt oder Dienstleistung zu tun haben. Und zwar dezent. Ich mach nicht das Fass mit der Aufschrift „klassische PR-Meldungen“ auf und kippe es in die sozialen Netzwerke. Nein! Wo ist der Nutzwert für mein Netzwerk? Social Media ist kein einseitiger Kanal, sondern basiert auf Dialog. Sprechen Sie, diskutieren Sie, treten Sie in Interaktion. Wenn Sie das nicht tun, haben Sie in sozialen Netzwerken nichts verloren.
Schlagwörter: Botschaften in Netzwerken, dreistufige Leiter, Ehrlichkeit, Einsteigertipps in Socail Media, Facebook, Lokalisten, Modell zum Einstieg, Nutzwert, Opinion Leader, PR, PR in Social Media, Social Media, soziale Netzwerke, Tipps für den Einstieg in Social Media, Transparenz, Twitter, Xing
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