Irgendwie ärgert es mich. Da ist in Sachen 3D in Deutschland das ganze Jahr über nicht viel los und dann sind gleich zwei hochkarätige Veranstaltungen fast zeitgleich: die FMX in Suttgart und die RTT Conference in München. Über letztere werde ich separat noch bloggen.
In Stuttgart startet das große Trio: FMX 2010, the 15th Conference on Animation, Effects, Games and Interactive Media, das Internationalen Trickfilm-Festival Stuttgart und die Finanzierungs-Plattform Animation Production Day.
Zahlreiche Referenten der FMX 2010 am 4. bis 7. Mai wurden mit den wichtigsten Auszeichnungen der Branche bedacht. So war eine Session mit Joe Letteri, Senior Visual Effects Supervisor von „Avatar“, der frischgebackene Gewinner des Oscars für die besten Visual Effects sowie dreier Awards der Visual Effects Society (VES) nach Stuttgart, geplant, Leider hat er wieder abgesagt, für Ersatz ist aber gesorgt, siehe unten. Die Annie Awards auf der FMX vertritt Bruce Smith für die neue Disney-Variante des Froschkönigs, Küss den Frosch. Stereoscopic Supervisor Bob Whitehill repräsentiert den mit einem Oscar für den besten Animationsfilm ausgezeichneten „Oben“; zudem beteiligt sich Pixar wieder am Recruiting auf der FMX. Und last but not least wird der für einen Oscar nominierte „Das Kabinett des Dr. Parnassus“, der letzte Film mit Heath Ledger, durch Paul Docherty auf der FMX vertreten sein. Ich habe „Das Kabinett des Dr. Parnassus“ geliebt und freu mich gerade über diesen Film mehr zu erfahren.
Die FMX bietet nicht nur ein außerordentlich reichhaltiges Vortragsprogramm. Die Masterclasses bieten die Gelegenheit, direkt bei den ganz Großen in die Lehre zu gehen. 2010 unterrichten unter anderem Kevin Todd Haug („Ein Quantum Trost“, „Drachenläufer“, „Fight Club“) zum Thema „VFX Design & Supervision“, Autor und VFX-Spezialist Joseph Gilland mit „Elemental Magic – The Art of Special Effects Animation“ und natürlich FMX-Veteran Ed Hooks mit seinem legendären Seminar „Acting for Animators“. Außerdem gibt es Tipps von Side Effects Software: „Go Procedural with Houdini“. Houdini spielte bisher in Europa keine große Rolle. Die Software leistet gewaltiges, war aber recht kompliziert bei der Bedienung.
Interessant ist dieses Jahr die Haltung von Autodesk. Nachdem man den Markt ziemlich aufgerollt hat, ist der Big Player dieses Jahr nur durch Händler vertreten. Ich verstehe die Politik von Autodesk im 3D-Bereich nicht. Wahrscheinlich ist die Abteilung Media & Entertainment für die Europaverantwortlichen in London nicht mehr wichtig und muss sich den großen Schwestern Architektur und CAD unterordnen. Im vergangenen Jahr hat Autodesk die Media & Entertainment-Abteilung in Deutschland eingedampft und alles auf die Insel verlagert. Deutschland darf so gut wie nichts mehr entscheiden und London ist fern von Stuttgart. Einen ähnlichen Schritt hat man vor Jahren auch schon mal gemacht und dann wieder alles aufgebaut. Ende Mai gibt es den Pressetag von Autodesk. Da gibt es sicher mehr zu berichten.
Ich freu mich schon auf die FMX und auf das Gespräch mit Kollegen und hab ein paar Treffen unter anderem mit NIVIDA. Es gibt sogar ein kleines Twittertreffen am Rande. Natürlich werde ich auch das ein oder andere Gespräch für den animago AWARD führen, der im Herbst diesen Jahres in Babelsberg stattfindet.
Update (3. Mai 2010): Joe Letteri hat abgesagt. Allerdings hat die fmx gerade zu „Avatar“ trotzdem üppig Beiträge. Darunter auch von dem mindestens ebenso renommierten John Bruno, Oscar-Preisträger und 6x nominiert. Er hat seit anno dunnemals die Effekte für James Cameron gemacht und hält am Mittwoch einen
Vortrag zu „From Abyss to Avatar“. Außerdem gibt es am Freitag dann auch noch drei weitere Vorträge zu „Avatar“, von Weta- und ILM.
Meine Wahl einer neuen mobilen HD fiel auf die neue Rugged USB 3.0 von LaCie.
Ich bin ein Technikfan und bin oft mobil unterwegs für Seminare und Vorträge. Die Daten sind in der Regel auf dem MacBook Pro oder in der Cloud. Doch ich überlege mir wieder eine robuste mobile Festplatte anzuschaffen. Verschiedene Kriterien muss sie erfüllen: Groß, schnell und robust.
Meine Wahl fiel auf die neue Rugged USB 3.0 von LaCie. Sie erfüllt meine Kriterien und sieht auch noch gut aus – was wichtig ist, denn ich bin viel in der Öffentlichkeit unterwegs. Da will ich nicht mit einer grauen Festplatte auftauchen. Sie soll neben all der technischen Leistung was her machen. In der Vergangenheit habe ich gute Erfahrungen mit LaCie-Platten gemacht. Ein Teil meines Backup-Systems im Büro läuft auf LaCie-Platten.
Die LaCie Rugged USB 3.0 bietet Datenübertragungsraten bis 110 MB/s und somit die dreifache Übertragungsrate von USB 2.0. Die höhere Datenübertragungsrate ermöglicht es, einen HD-Film in weniger als 3 Minuten zu übertragen (mit USB 2.0 dauert die Übertragung hingegen mehr als 8 Minuten). Allerdings stellt sich ein kleines Problem: Mein MacBook Pro hat noch kein USB 3.0, was aber sicher nur eine Frage der Zeit ist. Viel wichtiger für mich im Moment: Die Platte bietet eine bessere Energieeffizienz, sodass für die Leistung nur ein Kabel benötigt wird.
Da mein Mac nicht über einen USB 3.0-Anschluss verfügt, kann die Festplatte mit einer LaCie USB 3.0 PCIe-Karte oder USB 3.0 PCIe Express-Karte angeschlossen werden. LaCie bietet diese im Paket an mit der Rugged USB 3.0. Die LaCie Rugged USB 3.0 ist mit USB 2.0 rückwärtskompatibel. Das heißt, dass sie mit jedem Computer oder Notebook mit einem USB-Anschluss funktioniert. Ich arbeite sonst viel mit FireWire-Produkten im Pro-Bereich, aber für Vorträge unterwegs sind mir die FW800-Platten einfach zu teuer. Die LaCie kostet rund 170 Euro und bietet ein cooles Design.
Die LaCie Rugged USB 3.0 bietet das preisgekrönte, robuste und kratzfeste „Rugged“-Alugehäuse, das von Neil Poulton entworfen wurde. Stoßdämpfer im Gehäuse und der Stoßschutz aus Gummi schützen die Festplatte und die digitalen Inhalte bestens im mobilen Alltag. Übrigens: Neil Poulton wurde im schottischen Thurso geboren. Poulton studierte Industrial Design an der Edinburgh University und an der Domus-Akademie in Mailand. Er machte zum ersten Mal 1989 auf sich aufmerksam, als er den „alternden Stift“ entwarf, einen Stift aus einem „lebendigen“, sich abnutzenden Kunststoff, der mit der Verwendung Farbe und Form verändert. Heute entwirft und entwickelt Neil Poulton Produkte für eine Vielzahl internationaler Kunden. Seit 1991 lebt und arbeitet Poulton in Paris.
Diese Maus ist ganz klar etwas für Autofreaks. Ein Mercedes-Benz 300 SL als optische Maus braucht diese Welt zwar nicht, ist aber trotzdem ein Hingucker auf dem Schreibtisch jedes Oldtimerfans.
Der USB-Mikroempfänger wird in den USB-Anschluss des PCs oder Macs eingesteckt. Die 800 dpi Maus gestattet präzises, nahtloses und reaktionsschnelles Tracking. Für klassische Büroarbeiten reicht die Empfindlichkeit aus. Die Wireless-Schnittstelle erlaubt die einfache Verwendung der Maus ohne störende Kabel. Als besonderer Clou, leuchten an der Maus die vorderen und hinteren Scheinwerfer.
Die Mercedes-Benz 300 SL Maus im Maßstab 1:40 nutzt die 2,4 GHz Technologie für eine störungsfreie Übertragung. So können sich bis zu 10 Meter h Maus und Empfänger trennen ohne dass der Zeiger auf dem Computer ruckelt. Hersteller der Maus ist Sunnytrade. Und das Teil kostet mit 50 Euro nur einen Bruchteil eines herkömmlichen Mercedes-Benz 300 SL.
Am Wochenende muss meine Frau ganz besonders auf mich aufpassen, dass ich nicht in Versuchung gerate. Nein, nicht wegen andere Frauen, sondern wegen alter Computer-Hardware. Am Wochenende findet in München wieder einmal das Vintage Computer Festival statt und ich möchte wieder mit dabei sein. Es ist zum elften Mal in der Landeshauptstadt und ich war schon ein paar Mal dabei. Das VCFe widmet sich in jedem Jahr einem Schwerpunktthema. Diesmal ist es: (Online-)kommunikation: Endlich wieder Reden.
Zunächst reizt mich die Ausstellung. Hier sind oftmals verschrobene Typen (mit allem Respekt) und es lässt sich prima Fachsimpeln über alte Rechner. Meine älteste Maschine ist eine alte Lisa von Apple, die noch voll funktionstüchtig ist. Ich freu mich, gleichgesinnte Kollegen zu treffen und in alten Zeiten zu schwelgen. Interessant sind auch die Vorträge. In einer Reihe von thematisch gegliederten Vorträgen werden einzelne Systeme detailliert vorgestellt, kontroverse Fragen im heutigen Licht neu betrachtet sowie einzelne interessante Entwicklungen der Vergangenheit vorgestellt. Ich freu mich vor allem über einen Vortrag von Jan Zottmann über Musik aus klassischen Computerspielen. Die Musik aus alten Computerspielen ist alles andere als vergessen. Heute gibt im Internet eine ebenso aktive wie kreative Community, in der die Klänge aus den Tagen von C64, ST, Amiga und Co. verehrt werden – Komponisten wie Chris Hülsbeck (Turrican, Giana Sisters), Jochen Hippel (Wings of Death) oder Jim Cuomo (Defender of the Crown) genießen Kult-Status und landen gelegentlich sogar auf CD-Compilations.
Die Veranstalter schreiben so nett: „Also lasst uns zurückkehren in die guten alten Tage, als Hacker noch keine Sicherheitsberater, Bytes noch keine Megabytes und kleine grüne Männchen noch kleine gruene Maennchen waren!“
Captain Future soll ins Kino kommen. Als diese Meldung durch die Kino-Blogs ging hab ich mich riesig gefreut. Captain Future war ein Held meiner Jugend und ich verpasste als Kind keine Folge der spannenden Zeichentrickabendteuer. Anders als Heidi, Wickie oder andere Zeichentrickserien waren der Captain wohl ausschließlich für uns Jungs gemacht. Ich kannte kein Mädchen, das sich von den Abenteuern angezogen war. Die Crew hatte für jeden etwas: Prof. Simon Wright – das lebende Gehirn, war wohl für den Intellektuellen, Grag der starke Mann bzw. Roboter, Otto war für den schlichten Humor zuständig, der weise alte Mann Ezella Garnie und die flotte und zugleich schüchternde Joan Landor. Aber über allem stand natürlich der Captain. Ja, so funktionieren Boy-Groups, jeder hat eine Rolle zu spielen und ich liebte es. Vielen Dank an Toei Animation, die Ende der siebziger Jahre die Anime-Serie auf die Mattscheibe brachte. Leider war die deutsche TV-Version geschnitten, denn wenn ich mir heute die Folgen auf DVD Captain Future – DVD Collection 1 (4 DVDs) und Captain Future – DVD Collection 2 (3 DVDs) anschaue, dann packt es mich. Ich glaub Jugendschützer liefen damals gegen die Serie Sturm, die im ZDF gezeigt wurde. Ursprünglich produzierten die Japaner unseren Captain Future für das Abendprogramm.
Ich liebte auch die deutsche Musik von Christian Bruhn. Den Soundtrack Captain Future kaufte ich mir Jahre später und höre ihn noch immer gerne. Als ich auf einen meiner USA-Reisen mal Captain Future im US-Fernsehen sah, war ich enttäuscht. Es lag nicht an der – für mich falschen Stimme – sondern es lag an der falschen Musik. Der internationale Markt hat wohl von der genialen Musik von Christian Bruhn nichts mitbekommen. Das ist schade und ich hoffe, dass er zumindest bei der anstehenden Kinoversion den Score beisteuert.
Chancen dazu hat er, denn Regie führt auch ein Deutscher: Christian Alvart, Regisseur von „Antikörper“ und „Pandorum“, soll den Film in Szene setzen. Beide Filme haben mich nicht vom Hocker gehauen, also Alvart reiß dich zusammen und versau hier nicht meine Jugend. Er sagte in einem Interview: „ Wir entwickeln Captain Future als eine große, amüsante Weltraum-Oper für die ganze Familie – in der Hoffnung, dieselbe Begeisterung, die ich empfand, als ich den Weltraum durch die Augen des Captains erkundete, auf der Leinwand erneut zu kreieren.“
Doch wer wird den Captain spielen? Wahrscheinlich wieder so ein Jungstar, dessen Name ich schon gleich vergessen habe. Grag, Otto und Simon werden wohl von CGI dargestellt. Besonders Otto kann sich durch aktuelle Morphing-Technik schön verändern.
Die Originalromane von Edmond Hamilton Edmund Hamilton: Das Erbe der Lunarier – Captain Future habe ich nie gelesen. Ich glaube es gibt 17 Stück. Wahrscheinlich ist es kein Verlust. Aber ich habe gerne Captain Future gespielt. Ich hatte die Comet, das Raumschiff des Captains als Metallmodell und die Comet liegt noch immer im Keller. Leider verloren habe ich das Brettspiel „Captain Future – Die Eroberung der Planeten“. Hier war ich ungeschlagen. Entweder spiele ich in meiner Jugend Risiko oder eben Captain Future.
Für viele Jugendliche sind Tabuverletzungen in Medien kein Problem. Dies ist das Ergebnis einer Grundlagenstudie des ZDF, die seit gestern im Netz zu finden ist.
Viele Jugendliche in Deutschland haben mit Tabuverletzungen im Fernsehen und Internet offensichtlich keine Probleme. 16 Prozent der 16- bis 20-Jährigen finden es „gut, dass es im Internet keine Tabus mehr gibt“. Ebenso viele sagen dies auch hinsichtlich des Fernsehens. Bei Computerspielen betrachten es sogar 22 Prozent als richtig, „dass es bei den Spielangeboten so gut wie keine Tabus mehr gibt“. Dies geht aus einer aktuellen Studie der ZDF-Medienforschung mit dem Titel „Medien und Tabus“ hervor, die in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut mindline media durchgeführt wurde. Da passt die aktuelle Meldung zu „South Park“ dazu. Die Zeichentrickserie, die mit Maya erstellt wird, hatte sich unlängst dem Thema Mohammed auseinandergesetzt – wie gewohnt respektlos. In der Folge von vergangener Woche treten die Stifter der großen Religionen auf und diskutieren, wie der Prophet Mohammed denn abgebildet werden dürfe. Er selbst steht als Teddybär zwischen den anderen. Den „South Park“-Machern wurde daraufhin von einer Gruppe namens „Revolution Muslim“ mit dem Tode bedroht.
Die ZDF-Studie spricht eine deutliche Sprache: Fast jeder Fünfte (18 Prozent) der Befragten kennt laut Studie Internetseiten mit Gewaltverherrlichung, Folter oder Hinrichtungen. Weitere 18 Prozent kennen andere Jugendliche, die solche Seiten nutzen. Auch kinderpornografische Darstellungen (9 Prozent) oder Seiten, die sich über Behinderte lustig machen (16 Prozent), sind einem Teil der jüngeren Bevölkerung bekannt. Beinahe jeder Vierte (23 Prozent) hat im Internet „schon mal“ rassistische Inhalte gesehen.
Ziel der Studie war es herauszufinden, welche Tabus es für Jugendliche und junge Erwachsene heute noch gibt, welche Einstellungen sie zu Tabus und Tabuverletzungen haben und welche Rolle die Medien, insbesondere das Fernsehen und das Internet, aus ihrer Sicht bei Tabus und Tabuverletzungen spielen. Die Untersuchung kombiniert ausführliche Gruppendiskussionen mit einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung von 800 16- bis 39-Jährigen.
Ich empfehle dieses Buch den Zweiflern, den Zauderern, den Leute, die Angst vor Veränderung haben. Ibrahim Evsan hat seinem launigen Buch „Der Fixierungscode“ im Grunde ein Plädoyer für das Internet abgegeben, ohne blindlings eine Jubelarie anzustellen. Kritische Distanz zum Web geht bei ihm einher mit Begeisterung über die Möglichkeiten, die dieses revolutionäre Medium mit sich bringt.
Geschickt geschrieben beobachtet der Web 2.0-Visionär und erfolgreiche Unternehmensgründer Entwicklungen im Web und erläutert sie vermeintlich aus der Distanz. Und das ist geschickt gemacht. Er gibt den Sachbuchautor vor, ist aber der Faszination des Netzes erlegen – und das ist gut so.
Beim ersten Lesen des Buches dachte ich mir: Ein bisschen mehr Begeisterung und Humor würde ich gerne in diesem Buch spüren, denn Evsan ist ein begeisterungsfähiger und humorvoller Mann. Doch beim zweiten Lesen von Der Fixierungscode: Was wir über das Internet wissen müssen, wenn wir überleben wollen stelle ich fest: Immer wieder blitzt diese Begeisterung bei ihm durch. Ein Beispiel: „Wer nicht im Netz ist, lebt nicht, existiert nicht. So zumindest ist die Sicht der jungen Generation und sie wird sich durchsetzen.“
Auf dem ersten Blick ist ihm mit dem „Fixierungscode“ ein klassisches deutsches Sachbuch für den klassischen Bildungsbürger gelungen. Evsan erläutert, erklärt, hinterfragt auf Sachebene, aber wer genau hinschaut, findet eine emotionaler Ebene, wie es angloamerikanische Autoren tun. Und dieser Stil ist großartig.
Großartig ist aber auch, dass Evsan die richtigen Fragen stellt. Ist das Deutschland, in dem wir aufgewachsen sind, reif für das Netz? Und damit ist vor allem die Arbeitsweise gemeint. Arbeitsteilung ist bei uns noch ein Fremdwort, obwohl gerade das Web die neuen Tools dafür schafft. Arbeiten über Entfernungen hinweg, von zu Hause aus – so was geht in einem Deutschland mit Zeiterfassung und steilen Hierarchien nur schwerlich. Teamwork wird bei uns nicht gelebt, die einzelne Leistung zählt. Mühsam müssen unsere Kinder Teamwork erlernen, wenn sie aus Schule und Uni entlassen werden. Dort hat man ihnen individuelles Lernen eingetrichtert und Zusammenarbeit liegt höchstens bei der Vorbereitung von gemeinsamen Referaten vor. Hier spricht Ibrahim Evsan unbequeme Wahrheiten an.
Aber der Autor ist kein Schwarzmaler. Sein Buch „Der Fixierungscode“ soll ein Beitrag sein, den Rückstand des Landes aufzuholen. Sehr gut schreibt er: „Es wird höchste Zeit, dass wir mitwachsen, Nischen besetzen und Raum im Netz erobern.“ Dazu gehört Information und diese bietet Ibrahim Evsan mit seinem Buch, das im Verlag Zabert Sandmann erschienen ist.
Aufmunternd finde ich seine Aussage: „Es ist also wichtig, dass wir an dieser digitalen Welt nicht nur teilnehmen, sondern sie mitbestimmen.“ Das Web gibt uns dazu die Tools an die Hand.
Social Media verändert das Arbeitsleben und führt zu neuen Berufsbildern. Richtig populär wurde dies, als Best Buy Marketingmitarbeiter suchte, die mindestens 250 Follower in Twitter haben. Doch der Trend geht weiter. Unternehmen ernennen eigene Social Media-Mitarbeiter, weil sie das Potential dieses Kommunikationstrends erkannt haben. Vor kurzem wurde ich sogar angerufen, um einen Verband in diese Richtung zu schulen. Wichtig bei dem Berufsbild ist dabei, das der Mitarbeiter Social Media nicht so nebenbei macht.
Dies hat auch die große Frittenbude McDonald´s erkannt. Die Fastfoodkette will ihr digitales Marketing sowie die Onlinekundenbetreuung weiter ausbauen. Den Job als Social-Media-Chef übernimmt Rick Wion, der bereits seit 2006 Projekte in diesem Bereich für McDonald’s betreut hat, berichtet AdvertisingAge. Außerdem war er Mitglied der McDonald’s Digital Task Force, die die digitale Strategie des Unternehmens entwickelt hat.
Dabei hat der Kollege drei Aufgaben: Der Einsatz von Social Media, um ein Geschäftsfeld aufzubauen, die Betreuung von Kundenanfragen sowie das Erreichen von bestimmten Zielgruppen. Wions Tätigkeit begrenzt sich auf die USA. Dort wird er auch mit dem PR-Team zusammenarbeiten und eigene Mitarbeiter in seiner Abteilung erhalten. Als erstes großes Projekt will Wion die wachsende Zahl an bloggenden Müttern ansprechen. Die Umsetzung soll im Sommer erfolgen. Deutschland hat (noch) keinen eigenen Social Media-Experten. Zeit wird es.
Einen gänzlich anderen Weg der Auseinandersetzung mit den Bildern von Metropolis schlug 1984 der Komponist Giorgio Moroder ein. Anstatt eine weitere historische oder kritische Perspektive zu eröffnen, interpretierte Moroder Fritz Langs Vision bewusst als 80-minütiges Bild- und Musikerlebnis. Er kombinierte Standfotos der verschollenen Szenen mit den überlieferten Szenen, so dass die Fehlstellen möglichst verschleiert wurden. Ganze Sequenzen ließ er entsprechend der jeweiligen Atmosphäre einfärben und unterlegte sie mit Synthesizermusik; Songs von Bonnie Tyler, Queen und Jon Anderson unterstreichen die Dramatik der Handlung.
Diese Form der zeitgenössischen Auseinandersetzung mit historischem Filmmaterial erschloss Fritz Langs Filmklassiker weltweit erstmals einem breiten und vor allem jungen Publikum. Von Archivaren und Historikern kritisch aufgefasst, gab diese Neumontage Film- und Kulturwissenschaftlern gleichzeitig Anlass, über Praktiken historischer Filmaneignung nachzudenken. Filmrestaurierung dokumentiert nicht nur den jeweiligen technischen Stand der fotochemischen oder digitalen Restaurierungstechnik, sondern anhand des Umgangs mit den Lücken der Überlieferung auch die Entwicklung einer Ethik der Restaurierung.
Red Bull Media House hat die schwierigste Skiabfahrt der Welt in Stereo 3D aufgenommen.
Stereo 3D haut beim Sport voll rein. Kurz bevor der diesjährige Startschuss für das 70. Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel fiel, hat Red Bull Media House die schwierigste Skiabfahrt der Welt in Stereo 3D aufgenommen. Dank der Bearbeitung des Materials am Pablo von Quantel konnten die Operator von tv productioncenter zürich ag (tpc) die komplette Postproduktion dieses fünfminütigen Stereo 3D-Films in einem Rekordtempo von nur 36 Stunden bewältigen. „Dafür gab es großen Applaus“, berichtet Sascha Klement, Head of Sales bei tpc. „Es war eine große Herausforderung für uns, die komplette Stereo 3D-Postproduktion unter diesen engen zeitlichen Bedingungen zu bewältigen. Dank dem Einsatz von Quantels Pablo, an dem unsere Operator für die Stereo 3D-Postproduktion geschult worden sind, hat alles reibungslos funktioniert.“
Das spektakuläre Stereo 3D-Event wurde in fünf Tagen realisiert: Am Montag wurde unter der Leitung des tpc-Projektmanagers ein mit Stereo 3D-Tools ausgestatteter Pablo im Rasmushof in Kitzbühel am Fuße des steilen Ski-Abhanges aufgebaut. Nach ersten Kameratests mit den Skiläufern am Dienstag erfolgte am Mittwoch der Dreh des Abfahrtsrennens, das mit vier verschiedenen 3D-Kamerasystemen aufgenommen wurde. Um den rasanten Abfahrtslauf aus der Perspektive des Skiläufers filmen zu können, ist dafür ein spezielles Mini 3D-Kamera-Rigg entwickelt worden. Neben dieser spektakulären subjektiven Kameraperspektive lieferte ein Helikopter Stereo 3D-Luftaufnahmen von der atemberaubenden Berglandschaft. Das kreiselstabilisierte Kamerasystem bestand dabei aus einem 3D Kamera-Rigg von P+S-Technik sowie zwei RED-Kameras.
Das aufgenommene Stereo 3D-Material von der Abfahrt auf der Streif wurde am Donnerstag auf dem Pablo bearbeitet. „Wir haben den geschnittenen Film als File Export auf einen FTP-Server gelegt, so dass Dolby über Nacht das Sounddesign vornehmen konnte“, berichtet Klement. Das Ergebnis war ein rund fünfminütiger Stereo 3D-Film, den Red Bull Media am Freitagabend auf einem digitalen Projektionssystem von Dolby rund 200 geladenen Zuschauern in Kitzbühel präsentierte. Zu diesem Zweck wurden die Stereo 3D-Bilder als .tif‘s aus dem Pablo ausgespielt und zum Playout in das Projektionssystem importiert.
„Bei diesem Projekt haben wir davon profitiert, dass unsere Editors Nicolas Sieber und Fabian Hochreutener schon sehr lange mit den Systemen von Quantel arbeiten und dementsprechend über viel Erfahrung verfügen“, betont Klement. Zur Schulung im Stereo 3D-Bereich hatten sie vor Beginn dieses Projektes noch ein Training bei Quantel in England absolviert.
Bei der Premiere des in Stereo 3D gefilmten Abfahrtsrennen setzte Red Bull Media House auf das 3D-Stereosystem ColorCode, das es als einziges System ermöglicht, dreidimensionale Bilder in vollem Farbumfang und Bildtiefe auf verschiedenartigen Displays darzustellen. Die Fernsehausstrahlung der Stereo 3D-Clips von Red Bull Media erfolgt bei dem österreichischen Sender Servus TV in ColorCode. Die Fernsehzuschauer, die über eine blaue-gelbe 3D-Brille verfügen, kommen damit in den Genuss von diversen 3D-Clips, welche dieser Form noch nie zuvor zu sehen waren.