Im Moment bin ich ein wenig nervös, dass Apple uns Pro-User in dem Erfolgsrausch vergisst. Neuentwicklungen für iPhone und iPad kosten Kraft und binden Personal. Dieses Personal wird auch für die Pro-Produkte von Apple benötigt. Apple ist zwar ein großes Unternehmen, aber eben doch nicht riesig. His Steveness ist auch nur ein Mensch und kann nur begrenzt alles allein überwachen. Die Vorschau auf OS Lion macht mir Angst. Will ich eigentlich iPad-Funktionen am Mac Desktop?
Es stimmt mich im höchsten Maße nervös, wenn ich lese, dass der XServe eingestellt wird und ich stattdessen einen Mac Pro verwenden soll, der aber nicht in mein Serverrack passt. Natürlich ist der Mac Pro eine tolle Maschine, aber ein XServe war es eben auch. Und ein Mac Mini als Server ist ja nett für Word-Dokumente, aber nichts für Profis. Wenn ich meinen Final Cut Server in Betrieb halten will, bin ich auf meinen Mac Server angewiesen. In reinen Mac-Umgebungen war der XServe ein Traum.
Ach ja Final Cut. Wo bleibt das Update, das dringend notwendig wäre? Das neue Adobe Premiere CS5 ist stark, Avid ist auch wieder von den Toten auferstanden und mischt im Videomarkt wieder mit. Und mein FCP rendert, rendert, rendert vor sich hin. Mercury zischt ab und ich schau blöd mit meinem FCP beim Rendern zu. In einer E-Mail hat Steve scheinbar versprochen, dass im Frühjahr 2011 sich in Sachen FCP etwas tun soll. Gut so, sage ich. Wird auch verdammt Zeit, füge ich hinzu.
Der Sprung zum neuen Aperture war ok, als Fotograf bin ich zufrieden, aber das Bewegtbildthema hinkt hinterher. iLife 11 hat nette Videoansätze, aber es spielt eben nur in der Amateurliga. Die Final Cut Suite brauch ein Update. Apple, Eure installierte Basis ärgert sich gerade. Ich will mich auch noch mal an dieser Stelle darüber beklagen, dass Shake eingestellt wurde. Sorry für die harten Worte, musste aber mal sein. Jetz fühl ich mich besser.
Fischdosen haben etwas von meiner Jugend. Meine Frau erzählte, dass es bei ihrer Familie früher zum Abendessen zwei Fischdosen gab. Und auch heute schätzt sie ab und zu den Inhalt einer Blechdose. Bei mir zu Hause mochte die Fischdosen mein Vater. Wenn wir heute Fischdosen beim Supermarkt kaufen („Es empfiehlt sich immer, etwas Appel im Hause zu haben“ – ja, ja ein Kind der Werbung) können wir unter zahlreichen Sorten wählen. Curry, Senf, Sahne usw. Das gab es früher nicht. Bei uns zu hause gab es standardmäßig drei Sorten: Tomaten-Sauce, mit Champignons oder die voll exotische Variante Balkan mit Paprika und Mais. Da gab es obendrein das Zitat meines Vaters: „Esse ich einen Fisch oder eine Gemüseplatte?“.
Die Auswahl an Fisch in meiner Jugend war auch begrenzt. Nicht, weil es keinen gab, sondern weil Fischessen nicht so in unserem Haushalt angesagt war. Natürlich gab es die Forelle, entweder nach Art Müllerin, aber meist Forelle blau. Als Kind bekam ich noch eine Schillerlocke mit den Worten: „Iss die ganz auf, die war teuer!“ Dann noch so Sachen wie Brathering (am besten englisch ausgesprochen mit th) und den Rollmops.
Gut, dass diese Zeiten vorbei sind. Heute ist Fisch ein großer Bestandteil unserer Küche: Ich liebe Doraden mit Knoblauch und alle anderen Arten von Fisch, Schalentieren und Meeres- See- oder Flussbewohnern. Muscheln, Mann wie genial sind eigentlich Muscheln. Bei einem Aufenthalt in Kopenhagen verbrachte ich zwei Stunden beim Frühstück, um mich durch alle Arten von Heringssalaten beim Hotelfrühstück zu fressen (ja, ich muss es so sagen). Fisch ist genial, obwohl meine Erfahrungen mit Fischern eine andere Geschichte ist, die ich hier nicht ausbreiten muss.
Fischdosen gibt es heute auch noch, aber ich mag sie immer noch nicht so. Bis auf die Kieler Sprotte – und da gab es früher schon die Diskussion, ob ich den Kopf mitessen darf oder nicht. Ich hab ihn gegessen.
Kennen Sie Karloff? Nein, nicht Boris Karloff, sondern Wilfried Karloff. Er ist ein avantgardistischer Friseur aus Paris, wenn man ihn so bezeichnen darf. Seine Frisurenshows sind abgefahren und ich hatte das Glück, bei der Hairworld 2010 in Paris eine seiner Shows zu erleben. Völlig abgedreht. Bei der Musik von Autechre werden Modelle gestylt und monströs hergerichtet. In meinen Video habe ich die Musik von Autreche durch andere ersetzt aufgrund von Copyrightproblemen.
Den Modellen werden aufwändige Haarteile befestigt – Hair-Extensions der besonderen Art. Irgendwie habe ich den Alien-Eindruck bei den Modellen nicht losbekommen. Ich fand die Show aufgefahren. Wie mir aber die anwesenden Friseure bestätigt haben, ist es als Show genial, doch Anregungen für den Alltag haben sie von Wilfried Karloff nicht bekommen. Und da haben sie recht. Die Frisuren sind spektakulär, aber sie sind nicht modisch. Mode auf diesem Niveau soll provozieren – was die Kreationen von Wilfried Karloff auf jeden Fall erfüllen. Aber sie sollen auch inspirieren und das tun sie leider nicht. Nur Show und sei sie auch noch so avantgardistisch ist nun mal keine Mode. Mit einer Ausnahme: Der Gothic-Bereich: Hier kommen die Frisuren sicherlich an, obwohl sie für die Umsetzung wohl zu teuer und aufwändig sind. Und da passt auch wieder der Name Karloff.
Was machen 2000 Friseure in einer Halle zusammen? Krach, aber richtig. Nein, nicht was ihr jetzt denkt, die Friseure bei der Wella-Frisurenshow International Trend Vision Award haben richtig Krach gemacht und es war super. Wella, oder besser P&G, hat eine Industriehalle in Paris gebucht und mit riesigen Aufwand zur Party-Location umgerüstet. Es war die Halle Freyssinet, 55 Boule Vincent Auriol, in der auch die großen Modeschauen stattfinden. Modernste Präsentationstechnik, fetter Sound, Essen für 2000 Besucher, zu wenig Toiletten – alles Superlative. Bevor Wella vier neue Frisurentrends vorstellte und dann das beste Young Talent und die beste Farbe kürte, wurde richtig eingeheizt. Und zwar mit simplen Plastikrohren in verschiedenen Farben.
Ein paar Akteure kamen auf den Catwalk und dirigierten die Besucher: Mal leise schlagen, mal laut schlagen, mal die roten Rohre, mal die violetten – und das Publikum machte voll mit.
Der gesamte Event wurde live ins Internet gestreamt mit einem großen Aufwand. Eine Facebook-Seite begleitete die Veranstaltung. Gleichzeitig launchte Wella seine iPad App und bringt künftig die Frisurenhefte in Apple iBooks-Store. Hier will es Wella wohl wissen und die Amerikaner wollen mit Aufwand die die Vormachtstellung von L`Oreal brechen. Das wurde während der gesamten Frisurenshow deutlich. Leider vergaß man in der Halle das WLAN richtig aufzustellen. Auf der gleichzeitig stattfinden Weltmeisterschaft der Friseure konkurrierten die beiden Unternehmen um die Gunst des Publikums. Wella lud in die Industriehalle, L´Oreal in den Louvre. Mal sehen, wie der Wettstreit ausgeht. Klar geworden ist mir aber, dass man mit ganz einfachen Dingen eine Halle zum Kochen bringen kann und es irren Spaß gemacht hat. Das Publikum war international und der Krach war es auch.
Paris hat viel zu bieten: Essen, Kultur, Mode – Versailles, den Louvre – ach ja den Louvre mit der Mona Lisa. Eigentlich wollte ich bei meinem Paris Trip den Louvre besuchen und voll auf Kultur machen. Aber es hat nicht geregnet und so fiel das Votum gegen den Kulturtempel. Aber die berühmte Glaspyramide wollte ich sehen. Ich kannte den Louvre noch aus einer Zeit ohne Glasbausteine. Und ich wollte mir den Ort anschauen, in dem laut Dan Brown die Überreste von Maria Magdalena liegen, nämlich unter der Pyramide. Dort gibt es aber noch etwas zu entdecken: Nämlich einen genialen Apple Store Paris in der besten Geschäftslage. Das kostenlose WLAN genutzt und im Store ausgeruht, drehte ich diesen kleinen Film über den Apple Store Paris. Es war nach SF, München, London, San Diego, Palo Alto, Las Vegas ein weiterer Store in meiner Sammlung. Und ich genieße es noch immer, auch in Paris. Das Video entstand natürlich mit dem iPhone 4.
Das Grab von Maria Magdalena am Eingang zum Apple Store Paris.
Paris ist nicht nur die Stadt der Liebe, sondern auch die Stadt des Essens. Der Satz, Essen wie Gott in Frankreich, kann auf das ganze Land angewendet werden und gilt damit auch für Paris. Aber: Gott muss ein reicher Mann sein, denn Essen in Paris ist teuer. Aber die Qualität ist hervorragend.
Gegessen wird später als bei uns und so hatte ich die Chance einen Tisch zu bekommen. Ich saß schon im Restaurant, dann drängten die Franzosen in die Tempel der Gastronomie. So habe ich im essensverwöhnten Frankreich immer einen Tisch bekommen, allerdings ohne französische Kollegen – die erschienen viel später. Die Bezahlung erfolgt immer Tischweise. Getrennte Rechnungen mögen die französischen Wirte in der Regel nicht. Das Auseinanderrechnen, wer wie viel zahlt, überlassen sie den Gästen.
Fisch garantiert frisch.
Die französische Küche ist vielseitig. Die grande nation war eine Kolonialmacht und die Vertreter der besetzten Gebiete haben ihr Essen und ihre Kultur nach Frankreich gebracht. Das mag viele Nachteile im heutigen Paris haben, beim Essen hatte es durchaus Vorteile. Gerade Fisch und die nordafrikanische Küche haben es mir im Moment angetan. Couscous mag ich zu Hause weniger, hier aber um so mehr. Zusammen mit der Gigot – der Lammkeule ist das Gericht aus Kichererbsen, Möhren und Zucchini ein Gedicht – je nach Variante gibt es Hühnchen, Lamm oder Rindfleisch dazu. Bon apptit. Dazu kommt die schwarze, scharfe Paste Harissa – je nach Gegend brennt es höllisch gut. Als Beilage den dampfgegarten Gieß. Nun gut, es ist keine Haute Cuisine, aber ich für meinen Geldbeutel durchaus erträglich. Und dazu muss ich nicht extra ins Restaurant gehen. Kleinere frische Mahlzeiten gibt es auf den Markt, beispielsweise vor der Pariser Börse.
Ein Spaziergang über den Markt zeigt die kulinarische Vielfalt dieses Landes. Obst, Gemüse, Käse und viel, viel Fisch. Austern lassen sich gleich am Stand direkt schlürfen zu einem vernünftigen Preis. HIer kann man sich von Stand zu Stand essen. Kleine Portionen hier, kleine Portionen da. Der Standbesitzer lässt mich auch gerne probieren, vor allem wenn ich dann großzügig einkaufe.
Zugegeben: Paris hat nicht die Kaffeehauskultur wie Wien oder Italien, aber Pariser Cafes sind ein Hort der Einkehr mit weniger Auswahl an Kaffee aber einer Menge von Geistesfreiheit. Bei meinem Kollegen Thomas Gerlach habe ich neulich etwas über den dritten Ort gelesen und das geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Das Cafe ist der Ort zum Nachdenken, zum Lesen, zum Zur-Ruhe-Kommen. Zu Hause ist Hektik, Waschmaschine oder Kochen, in der Arbeit ist der Chef ein Berserker, da bleibt für das Ich nur der dritte Ort. Bei uns erfüllen Starbucks und Co diese Funktion, in Paris sind es die kleinen Cafes.
Dort angekommen, genieße ich meinen café au lait (Michkaffee) und un grand café noir (Schwarz wie die Nacht),un express, une Noisette (nicht die Milka-Schoko, sondern ein schwarzer Kaffee mit einem Schuss Milch). Zum Essen gibt es in den klassischen Cafes auch etwas einfaches: In der Regel Baguette, Sandwich oder Croissants.In den Cafe-Restaurants oder Bistros gibt es auch warmes Essen und vollwertige Mahlzeiten.
Regel Nummer eins und mit Abstand die wichtigste Regel für die Paris Gastronomie: Setzt dich zu niemanden an den Tisch.
Stundenlang kann ich in einem Straßencafe oder Bistro die Zeit totschlagen und einfach nur Leute anschauen. Leute, die vorbeieilen oder Leute, die auch im Cafe sitzen.Jeder hat seine Geschichte. Und oft zeigt er seine Geschichte durch sein Auftreten. Der Tourist mit Reiseführer in der Hand, die jüngeren mit einer iPhone App von Paris. Die einen elegant – und Paris hat wahrlich elegante Einwohner, die anderen eher casual. Die Businessfraktion mit Anzug und Hemd ohne Krawatte, die lässigen in T-Shirt und Jeans – alle gehen ein und aus.
Damit es trotz November nicht zu kalt wird im Straßencafe gibt es die Heizpilze, die Nürnberg war verboten hat, die Pariser in ihrer Stadt aufstellen: Umwelt hin oder her. Trotz Regen oder Wind lässt sich im Straßencafe Ruhe finden und den dritten Ort genießen. Wenn es doch zu ungemütlich wird, dann geht man eben ins Cafe hinein. An der Theke blättert man in Zeitungen. WLAN ist in der Regel Fehlanzeige, also nimmt man wieder Papier zur Hand. Le Monde ist da beliebt, die Zeitung, die gerade erst von der Pleite gerettet wurde. Gezahlt wird übrigens an der Theke. Die Bedienung kommt zwar den Tisch für die Bestellung, zum Abkassieren bleibt sie hinter ihrer Kasse. Das Trinkgeld bleibt am Tisch liegen oder kommt auf ein extra Tellerchen. Die deutsche Manier, das Trinkgeld direkt zu überreichen, kennen die Franzosen nicht, nehmen aber das Geld trotzdem.
Zeitungslesen gehört dazu.
Und das Cafe ist ein Ort des Träumens. Schön meine Beobachtung einer jungen Frau. Sie kam mit einem Stapel Hefte in das Cafe und blätterte immer wieder in Zettel. Dann schrieb sie in ein Büchlein fein säuberlich einen Text. Sie versank in ihren Text und nahm das Treiben im Cafe gar nicht mehr wahr. Vielleicht habe ich eine künftige Bestsellerautorin bei der Arbeit beobachtet, vielleicht aber nur eine Studentin beim Ordnen ihrer Mitschriften. Die Idee mit der Bestsellerautorin gefällt mir aber weitaus besser. Solche Gedanken hab ich nur am dritten Ort.
Eine Bestsellerautorin oder doch nur eine Studentin?
In Paris braucht man kein Auto und ein Taxi nehm ich in der Regel nur spät am Abend. Das U-Bahn-Netz ist hervorragend ausgebaut, die Metro-Stationen sind optimal über die Stadt verteilt. Es gibt verschiedene Arten von Tagestickets, das umfassendste ist sicherlich das Paris visité – hier sind noch der Eintritt zu ein paar Museen reduziert.
Allerdings Metro-Fahren ist vergleichsweise laut. Und das nicht nur aufgrund des Lärms der fahrenden Züge. Es ist ein wahres Geschepper, Gequietsche und Gerumpel – eben Paris authentisch. Da ist es verständlich, dass der Pariser jeden Alters Kopfhörer aufgezogen hat und sich seine Musik reinzieht. Ach ja Musik: Natürlich wird in der Metro musiziert. Mal mit Kontrabass, mal elektrische Gitarre, mal steigt einer in den Wagon und spielt Akkordeon. Während in Münchner S-Bahnen der Himmel auf die Erde fällt, scheint es hier alltäglich. Und auch wenn gesammelt oder gebettelt wird, sind die Pariser stoisch.
Und die Metro ist eng und bestenfalls kuschelig. Hier vermischen sich die Kulturen. Der Banker nimmt ebenso die U-Bahn, wie der Bauarbeiter oder die coolen Checker mit Migrationshintergrund. Eine Beobachtung machte ich, die mir sehr gefallen hat. Eine Oma ließt ihrer Enkelin aus einem Kinderbuch vor. Um die beiden herum tobt der Bär, der Berufsverkehr ist auf dem Höhepunkt und nervige Touristen fahren von A nach B. Doch Oma und Enkelin lassen sich nicht auf der Ruhe bringen. Oma liest, Enkelin mit goldenen Locken hört zu. Ab und zu schaut sie vom Buch auf – scheinbar kann sie noch nicht lesen – und schaut ihre Oma an. Diese erklärt dem Kind die Worte, nickt und dann geht es weiter mit dem Lesen. Die weißhaarige Frau mit Brille blättert um und Enkelin mit ihrer rosa Tasche hört gebannt der Geschichte zu. So geht es ein paar Stationen. Dann packt Oma das Buch zusammen und Hand in Hand verlassen sie die Metro. So lange es solche Episoden in der U-Bahn gibt, habe ich den Glauben noch nicht verloren.
Überraschung: Das gebuchte Zimmer war wohl besetzt.
Wer nach Paris reist, steht vor einem Dilemma. Es gibt dort wunderbare Hotels mit großartigem Service, aber auch zu saftigen Preisen. Und es gibt weniger gute Hotels, mit etwas weniger gutem Service, aber zu hohen Preisen. Was anderes scheint es in Paris nicht zu geben. Die einzige Konstante ist: Hoher Preis. Klar, in der Stadt der Liebe kann es sich der Hotelbesitzer erlauben, denn Paris ist immer noch ein Magnet. Und dieser Magnet übte auch seine Anziehungskraft auf mich aus. Also Koffer gepackt und ab nach Paris. Genächtigt wurde im ibis – Hotel, gebucht wurde über HRS via iPad App.
Das Hotel liegt in der Nähe der Messe – also Porte des Versailles, in einer verkehrsarmen Seitenstraße. Vorweg: Es war die richtige Wahl, aber der erste Tag begann unter dunklen Vorzeichen. Spät nachts kam der Flieger in Orly an, Taxis gab es trotz Benzinknappheit nach einer kleinen Warterei zur Genüge. Übrigens: Benzinknappheit durch Streiks – wenn so eine Stadt aussieht, in der Benzin knapp ist, dann möchte ich nicht nach Paris, wenn Super, Benzin und Diesel reichlich fließen. Der Verkehr ist enorm. Zurück zum Hotel: Eingecheckt und mit dem etwas engen Fahrstuhl in den zweiten Stock in die noch engeren Zimmer gefahren. Doch das Zimmer war nicht gemacht. Das Bett war zerwühlt, das Badezimmer benutzt. Das Zimmer war entweder noch bewohnt – oder der Raumservice hat es schlichtweg vergessen. Zurück zur Rezeption und das Leid geklagt: Zunächst im brüchigen Französisch, dann im besseren Englisch. Und Überraschung: Die Dame hinter der Rezeption spricht Englisch. Zwar nicht Oxford-English, aber zur Verständigung reicht es. Was ist bloß mit Frankreich los? Jedes Klischee wurde schlagartig vom Tisch gewischt. Wie oft war ich in Frankreich und niemand sprach Englisch mit mir?
Wow und gleich die zweite Überraschung: Die Dame an der Rezeption kümmerte sich um ein neues Zimmer, sie kümmerte sich um mein Problem. Trotz Messezeit und vollem Haus gab es ein neues Zimmer – und das ohne Probleme, aber mit zahlreichen Entschuldigungen. Obwohl die Bezeichnung Zimmer etwas voreilig gewählt wurde. In den Raum passte ein Bett und das war es. Maximal neun Quadratmeter war das Zimmer groß, erreichbar über enge verwinkelte Gänge. Egal, ich muss ja nur schlafen. Viel dramatischer: Der Raum hatte nur eine Steckdose. Wie sollte das ganze Technikzeugs (iPhone, MacBook Air, iPad, Akku) denn geladen werden. Das ist ein klarer Minuspunkt – auch weil das Bad über keine Steckdose verfügte. Positiv überrascht: Es gab ein kostenloses WLAN. Es sind 200 MB pro Tag und ich düfte nicht skypen, aber zumindest war ich von der Welt nicht abgeschnitten. Das ist ein absolutes Plus und ich buche Hotels nur noch, wenn sie über WLAN verfügen.
Da ich nicht unbedingt dem Aufzug vertraute, ging ich die Treppen zu meinem Stockwerk zu Fuß. Dort stieß ich auf ein Plakat. Die Hotels haben eine Qualitätsprüfung hinter sich und sind nun ISO 9001 zertifiziert. In Deutschland dürfte so ein Hotel mit den engen Fluchtwegen nicht eröffnen. In Frankreich geht es und es ist nicht das Problem der Franzosen.
Wenn ich mit den Jungspunden um mich herum spreche, überschlägt sich die Begeisterung bei den Next-Gen-Spielen. Und wenn ich dann erzähle, mit welchen Games ich aufgewachsen bin, dann schauen die Herrschaften verschämt zu Boden nach dem Motto: Mann ist der Typ alt.
Aber jetzt kann die Jugend meine Spiele spielen: Atari Europe veröffentlichte die ersten Atari PlayStation Klassiker für die PlayStation 3 und die PSP auf dem PlayStation Network bekannt. Der Launch von Atari Classics hat mit der Veröffentlichung von PONG, Missile Command und Centipede begonnen. Weitere Spiele sollen folgen. Und die Kinderchen von heute werden feststellen: PONG ist ein geiles Spiel. Ich brauche nicht immer GPU-Rendering und fette Grafik – das Spielprinzip muss stimmen.
„Viele Gaming-Fans haben ihre ersten Spielerfahrungen mit einer der klassischen Marken von Atari gemacht“, so John Burns, Vice President und General Manager von Atari Europe, „Mit so vielen fantastischen Klassikern in der Hinterhand, können wir es kaum noch erwarten einige der populärsten Atari Arcade Titel aller Zeiten zu veröffentlichen und sie Retro-Fans, aber auch einer komplett neuen Generation von PlayStation3 und PSP-Spielern, zugänglich zu machen“. Ja, ja, ja und Atari will noch ein wenig Kohle machen.
Und für die Jungspunde unter den Gamern von heute: Was verbirgt sich hinter PONG, Missile Command und Centipede?
PONG, eines der mitreißendsten Eins gegen Eins Spiele, das jemals veröffentlicht wurde. Spieler kämpfen mit ihren Freunden durch dutzende fantastische Levels wie beispielsweise Henhouse Surprise, Soccer Stars, Balloon Circus. Für dieses ultimative Party-Spiel benötigen die Gamer jede Menge taktisches Gespür und spielerisches Geschick, um die Reise vom blutigen Anfänger zum erfahrenen Pong-Meister erfolgreich zu beenden. So klingt es bei Atari. Es waren einfach zwei Blöcke, die einen viereckigen Ball über den Bildschirm jagen.
Die Aufgabe in Missile Command ist einfach: Verteidige die Städte der Erde gegen unzählige Angriffswellen von außerirdischen Invasoren. Als hoch motivierter “Missile Commander” muss der Spieler den Umgang mit neuen Waffensystemen erlernen und Strategien entwickeln, die in einer Gegenoffensive zur Rettung der Menschheit vor den Aliens mündet. Das war übrigens mein Groschengrab. In Italien in den Spielhöllen meiner Jugend wanderten die 100 Lire Stücke nur so in die Automaten.
Das schnelle Action-Shoot-em-up Centipede fordert jedes Quäntchen Konzentration und umwerfende Qualitäten als Scharfschütze von den Spielern. Unterschiedlichste Perspektiven, verschiedene Power-Ups und ein treibender Soundtrack helfen dabei, aus der entscheidenden Schlacht gegen Königin Pede und ihre Armeen von Tausendfüßlern, Spinnen, Fliegen und Skorpionen siegreich hervorzugehen.