Archive for April 2013

Meine Juxebox Rock ola spielt auf – Record Store Day (4)

20. April 2013

Zu Ehren des Record Store Day am 20. April werde ich einen Nachmittag meine Rock ola mit D-Markstücken füttern. Die Rock ola ist eine Juxebox, wie sie früher in Gaststätten stand. Sie war mit Singles bestückt. Wer eine D-Mark-Münze hineinwarf, konnte sechs Songs auswählen und nacheinander abspielen.

Meine Rock ola steht im Wohnzimmer und stammt aus einer Gaststätte aus Niederbayern. Meine Frau schenkte mir sie zum Geburtstag, nachdem sie ein Bekannter von ihr vollkommen restauriert hatte. Ich bin stolzer Besitzer einer Rock ola 403 aus dem Jahre 1963. Sie hat Platz für 100 Songs auf 50 Singles (A und B Seiten). Die Seriennummer der Wallmount lautet 257182.

Foto 3-1

Wir haben nette Geschichten mit dem Teil erlebt. Meine Kinder laden Freunde aus der Nachbarschaft ein und hören auf dem alten Kasten Musik. Es ist eine Show, wenn der Greifer sich nach der Auswahl des entsprechenden Songs die Single angelt. Die Single wird auf den Plattenteller gehievt und der Tonarm senkt sich. Die Nadel findet die Rille. Dann setzt das Dröhnen der 250 Watt Boxen ein und der Songs donnert durchs Wohnzimmer. Die Kinder, die sonst nur digitalen Klang in unserem Haushalt vernehmen, sind komplett begeistert.

Übrigens ihre Mütter sind es noch vielmehr. Verträumt trinken sie ihren Espresso. Im Grunde die Rock ola ein Kommunikationszentrum, ähnlich wie damals in den Gaststätten. Die Mütter geraten ins Schwärmen und bei den Oldies hippt so mancher Fuß im Takt.

Foto 1-1

Im Moment habe ich noch rund 20 Stück eine DM-Münzen, mit denen ich die Juxebox füttere. Natürlich kann ich das Teil auch auf Freispiel stellen, aber mit Münzen ist es stilechter.

Ich muss in nächster Zeit meine Singles auswechseln. Viele Lieder kann ich nicht mehr hören. Ich hab sie bestückt mit alten Heuler aus den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Vielleicht sind jetzt die achtziger Jahre an der Reihe. Genügend Singles finden sich ja im Kellerarchiv.

Im Grunde ist ein Tag mit meiner Rock ola mein persönlicher Beitrag zum Record Store Day. Es hat ja auch entfernt damit zu tun.

Foto 2-1

Gibt es noch Goldene Schallplatten? – Record Store Day (3)

19. April 2013

Werden eigentlich heute noch Goldene Schallplatten verliehen? Ich meine, ist es im digitalen Zeitalter eigentlich noch sinnvoll eine Schallplatte zu verleihen? Aber wahrscheinlich hängt die Musikindustrie dem genauso noch nach, wie der Filmindustrie dem Filmband.

Im Haus habe ich eine Goldene Schallplatte hängen. Es ist freilich kein Original – glaube ich zumindest, sondern ein PR-Gag der Plattenindustrie. Es handelt sich um eine Goldene Schallplatte zum Bob Dylan Album Shot of Love, wunderbar gerahmt und hinter Glas. Das Album selbst war der Gipfel der religiösen Dylan-Phase in der die Plattenverkäufe in den Keller gingen. Es wurde im Jahr 1981 für 500.000 Exemplare der Platte verliehen.

Meine "Goldene Schallplatte" von Meister Dylan.

Meine „Goldene Schallplatte“ von Meister Dylan.

Aber es war eben das Jahr 1981 – ist es nicht an der Zeit, auf andere PR-Maßnahmen zu setzen? Wir wissen ja, Goldene Schallplatten werden für eine bestimmte Anzahl an verkauften Musikmedien (LP, CD, Videos, DVD) von der Musikindustrie vergeben. In Deutschland wechselten die Vergaberichtlinien immer wieder. Einmal waren es die klassischen Verkäufe (ohne entsprechenden Nachweis), dann lieferte die GEMA die Zahlen. Seitdem Napster die Musikindustrie ruiniert hatte, wurden die Vergabekriterien nochmals geändert, um wenigstens die PR der Goldenen Schallplatte zu nutzen.Seit 2003 müssen 100.000 Alben verkauft werden. Jazz hat weniger, Hörbücher auch.

Auszeichnung für Shot of Love.

Auszeichnung für Shot of Love.

Im Grunde ist die Goldene Schallplatte ein Marketingrelikt aus vergangenen Zeiten. Natürlich gab es im CD-Zeitalter auch eine Goldene CD. Im Zuge des Siegs von MP3 sollte über eine Neuorientierung nachgedacht werden.

Am 20. April ist wieder einmal der Record Store Day, also der Feiertag der Schallplattenläden. Vielleicht wäre es an der Zeit, diesen PR-Tag genauso wie die Goldene Schallplatte über Bord zu werfen und nach etwas neuem Ausschau zu halten?

Kennt ihr noch Picture-Discs? Record Store Day (2)

18. April 2013

Der Record Store Day steht am 20. April vor der Tür und es ist einmal wieder Zeit in den Keller zu gehen, um mehrere Meter Langspielplatten durchzusehen. Ich habe zwar noch zwei Schallplattenspieler, aber ich nutze sie nur noch zum Digitalisieren von seltenen Scheiben. In der Regel kaufe ich mir alte Aufnahmen bei Amazon oder iTunes nach, weil ich keine Lust habe, alte Rauschescheiben zu digitalisieren und schlimmer noch, anschließend nachzuarbeiten. Ich bin einfach zu faul oder mir fehlt schlichtweg die Zeit.

Beim Durchblättern der LP-Covers denke ich an schöne Zeiten zurück. Als ich als Jugendlicher in meinem Bett lag und mir die LPs rauf und runter anhörte. Ich kannte jedes Knacken, jedes Rauschen und natürlich jeden Song. Ich lernte Texte auswenig, entdeckte die Cover-Arts von Pink Floyd oder Yes. Ich war ein LP-Fan und mochte immer gerne das Gesamtwerk eines Künstlers. Singles oder gar Maxi-Singles waren nicht so mein Fall. Ich gab viel Geld für Bootlegs aus, verbrachte meine Freizeit auf Schallplattenbörsen und Flohmärkten und reiste sogar einmal mit zwei leeren Koffern nach London, um dort in Second Hand-Läden Vinyl im großen Stil einzukaufen.

Bei meinem jüngsten Kellergang zog ich vergessene Picture-Discs hervor. Sie hatten einen schlechteren Klang als herkömmliche Schallplatten, aber waren damals in Sammlerkreisen beliebt. Zunächst hatte ich ein paar farbige und transparente LPs und sah bei meinem Schallplattenbegeisterten Onkel eine Johnny Cash Picture-Disc. Wenn ich mal Schallplatten mit dem Konterfei meines Stars gefunden hatte, kaufte ich sie.

Auswahl meiner Picture Discs: Hendrix, Elvis und Dylan.

Auswahl meiner Picture Discs: Hendrix, Elvis und Dylan.

Auf die Schnelle fischte ich bei meinem Kellergang aus meinen LP-Regalen drei Scheiben hervor: Elvis, Hendrix und Dylan. Ich habe noch andere, wie Beatles, Who und Led Zeppelin – muss aber wohl mein Ordnungssystem verbessern.

Die LP Pictures of Elvis stammt aus dem Jahr 1984 von dem dänischen Label All Round trending. Es sind die üblichen willkürlichen Hits enthalten von Heartbreak Hotel bis Hound Dog. Das Bild zeigt einen Elvis der siebziger Jahre – also insgesamt ein schrecklicher Mix. Der Verkaufswert liegt heute bei 20 Euro, also hab ich mit dem Kauf der Platte damals keine große Wertsteigerung erfahren.

Die nächste Aufnahme hörte ich gerne, weil es mich an eine Session erinnerte. Es handelt sich um die Jimi Hendrix-LP: Second Time Around aus dem Jahre 1979. Es ist eine schreckliche Bootleg-Platte. Produzent war ein Ed Chalpin und das Schweizer Label hieß Astan Music AG. Der Preis liegt heute bei 30 US-Dollar – hey ich bin reich.

Meine Lieblings-Picture Disc war aber eine Platte ohne Musik. Es handelt es sich um die legendäre Pressekonferenz von Dylan 1965. Es ist die vollständige Aufnahme der San Francisco Press Conference vom Dezember 1965. Das Teil liegt es auch auf DVD, aber ich hatte damals eine Picture-Disc aus London. Sie kostete 5 englische Pfund. Die LP mit zwei verschiedenen Bildern aus der PK stammt aus dem Jahr 1988 und kommt vom Label HIGHWAY 61. Sie bringt heute um die 60 US-Dollar.

Schallplatten werden immer seltener, trotz eines gewisser Liebhaber. Vor kurzem ist eines der letzten Schallplatten-Presswerke Europas ist bei einem Feuer fast vollständig zerstört worden. Warum der Brand in der Produktionshalle der Pallas Group im niedersächsischen Diepholz ausbrach, ist noch unklar. Dort wurden Schallplatten aus Vinyl gepresst – zum Teil mit museumsreifen Maschinen. Etwa 200 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Der Schaden geht in die Millionen. Und das Sterben der Schallplatte hat sich dadurch beschleunigt.

Vormerken: Am 20. April ist der Record Store Day (1)

17. April 2013

Am 20. April ist der Record Store Day, also der Tag der Schallplattengeschäfte. Während ich als Kind jeden Samstag im örtlichen Schallplattenladen Sound verbracht hatte, ist für mich heute die Zeit der Plattenläden vorbei. Der Record Store Day ist eine Erinnerung an vergangene Zeiten. Im Grunde wird krampfhaft versucht, etwas Sterbendes am Leben zu erhalten.

Dazu zwei Geschichten aus meiner jüngsten Vergangenheit: Als ich vergangenes Jahr in New York weilte, wollte ich den Aufenthalt mit dem Kauf der Beatles-Box in Mono krönen. Ich dachte mir, naiv wie ich bin, wenn irgendwo die Beatles zu haben sind, dann wohl in New York. Denkste. Zusammen mit meiner Frau hielt ich Ausschau nach CD-Läden, konnte aber keinen größeren Stores mehr finden. Ich wollte so was wie Tower Records oder Virgin Mega Stores. Aber nichts fanden wir.

Hab ich schon mal etwas von Amazon gehört, wurde ich in NYC gefragt.

Hab ich schon mal etwas von Amazon gehört, wurde ich in NYC gefragt.

Als wir im ehemaligen Künstlerviertel in New York spazieren gingen, dem Greenwich Village, schaute ich bei der Bleecker Street vorbei und traf auf den legendären Bleecker Street Records (39 Bleecker St. zwischen Carmine und Leroy streets). Übrigens wird der Laden im April 2013 wohl schließen, weil der Vermieter die Miete auf  27.000 US-Dollar anheben will. Naja, dem Betreiber von Bleecker Street Records schilderte ich mein Beatles-Problem und fragte nach Stores in New York. Der Typ schaute mich kurz an und ordnete dann seine Vinyl-Schallplatten weiter. Er sagte lakonisch zu mir: „Hast du schon mal was von Amazon und iTunes gehört?“

Das nächste Erlebnis mit einem Schallplattengeschäft hatte ich in Köln. Neben dem Millowitsch Theater in der Aachener Strasse 5 ist der Parallel Schallplatten. Das Sortiment umfasst Jazz, Funk, Soul, HipHop, Reggae, Soundtracks, Entertainer, Easy Listening, Country, Rock, Pop, Indie, New Wave, Industrial, Avantgarde und Klassik. Der Online-Shop ist interessant. Ich verbrachte ein paar Stunden in dem Schallplattengeschäft, fachsimpelte und quatschte – und kaufte am Schluss eine CD mit Musik vom C64. Ja, ich geb es zu, ich schäme mich dafür. Ich wollte eigentlich eine paar Singles, wurde aber nicht mehr fündig.

Blick in eine Parallel-Welt bei Parallel Schallplatten in Köln.

Blick in eine Parallel-Welt bei Parallel Schallplatten in Köln.

Vielleicht bewege ich mich am Record Store Day doch noch in ein paar Shops. In München gibt es noch welche. Schließlich gibt es an dem Tag eine neue Dylan Single, die ich brauche. Columbia Records will eine neue Dylan-Single veröffentlichen: Es handelt sich um eine Demo-Version von Wigwam und damit ein Teil der anstehenden Bootleg Series Vol. 10. Auf der B-Seite gibt es eine unveröffentlichte Version von Thirsty Boots. Insgesamt handelt sich um Aufnahmen einer von Fans ungeliebten Dylan-Phase mit abgedroschenen Schlagern. Ich bin sehr gespannt auf die Aufnahmen.

Trotz einiger Vinyl-Platten und einer gewissen Szene halte ich den Schallplattenmarkt als Massenmarkt für tot. Dennoch kann ich mich nicht überwinden, meine Vinyl-Schätze im Keller zu verkaufen. Sie werden noch einige Jahre dort verstauben. Aber ich verspreche: Neue Schallplatten werde ich keine mehr kaufen, höchstens noch ein paar Singles.

Parallel Schallplatten in Köln.

Parallel Schallplatten in Köln.

Pop Art-Künstler Charles Fazzino verziert mein iPad

16. April 2013

Künftig trage ich Kunst immer mit mir herum. Der internationale Top-Star der Pop Art Charles Fazzino verzierte mein iPad. Bei einer Vernissage seines neuen München Werkes in der Münchner Zweigstelle der Galerie Mensing packte ich die Gelegenheit beim Schopfe und ließ mein iPad zum Kunstwerk erheben.

Mein iPad mit einer Zeichnung von Charles Fazzino.

Mein iPad mit einer Zeichnung von Charles Fazzino.

Ich reichte dem Künstler mein Apple Device und bat ihn, New York auf dem Rücken des Gerätes zu zeichnen. Zunächst verstutzt machte sich Charles Fazzino ans Werk und hatte nach rund 2 Minuten ein wunderbares Kunstwerk geschaffen. Andere Besucher der Ausstellung ließen sich Bücher und Eintrittskarten signieren, mit meiner iPad-Aktion war ich sicherlich der Hingucker der Vernissage.

Charles Fazzino ist einer der bekanntesten Künstler Amerikas. Der Pionier und Top-Star der 3-D-Pop-Art ist ein wahrer Geschichtenerzähler und macht Gute-Laune-Kunst, die ansteckend wirkt. Der 1956 in New York geborene Fazzino studierte Kunstgeschichte an der Parson′s School of Design, der bekanntesten Kunstgewerbeschule Manhattans. Seine Karriere begann er als Straßenkünstler und verkaufte seine Acrylbilder auf Outdoor-Kunst-Festivals in New York. Sammler und Kunsthändler erkannten schnell sein Talent und Potenzial, die ihn zu einem ebenso gefragten wie beliebten Künstler machten.

Charles Fazzino ist ein umgänglicher Typ. Nachdem er einige seiner Bilder bei der Galerie Mensing verkauft wurden, griff er spontan zum Stift und zeichnete auf der Rückseite eines Bidler ein weiteres Kunstwerk.

Auf die Rückseite eines Bildes malte der Künstler spontan ein zweites Bild.

Auf die Rückseite eines Bildes malte der Künstler spontan ein zweites Bild.

Aus Fazzios von Comics  inspirierten Bildern spricht  das quirlige  Leben und  lebendige  Flair berühmter Metropolen, insbesondere das seiner  Heimatstadt New  York. Gleichsam zählen Sportarenen, Ikonen wie Marilyn Monroe sowie  Figuren  aus

der  Disney-Welt zu Fazzinos bevorzugten Motiven. Die farbenfrohen 3-D-Multiples versprühen pure  Fröhlichkeit und  lassen einen  das Dargestellte hautnah erleben. Die Kunstwerke  des  New  Yorker Malers werden weltweit  in über  600 Galerien gezeigt. Zu Fazzino Fans gehören prominente Zeitgenossen wie Phil Collins, Julia Roberts bis hin zu Gloria von Thurn und Taxis und Schauspieler Uwe Ochsenknecht. Und ich habe mit dem iPad einen einmaligen Fazzino zu Hause.

Creativmesse München 2013 – es besteht Verbesserungsbedarf

15. April 2013

Creativmesse in München und da musste natürlich unsere bastelverrückte Familie hin. Hier basteln alle für ihr Leben gerne, vor allem K2 hat einen enormen Kleberverbrauch. Da ist es sinnvoll sich auf einer Creativmesse ein paar Anregungen zu holen. Knapp 80 Aussteller hatte die Veranstaltung in den Räumen der MTC word of Fashion in München. Die Kinder genossen die Workshops, aber ich selbst war über so manchen Aussteller enttäuscht. Anregungen gab es, aber auch zuhauf Optimierungsbedarf.

Creativ1

Vieles wirkte amateurhaft. Einige Stände waren eine bessere Flohmarkt-Präsentation. Das muss kein Nachteil sein, aber oftmals war die Standpräsentation war zum Teil komplett unprofessionell. Ein paar Tischdecken und ein paar Lampen hätten Wunder gewirkt. Und dann noch die Beratung. Ich erwarte kein geschultes Messepersonal, aber wenigstens den Mund aufmachen wäre nicht schlecht. So wunderbare Sachen wie Klöppeln hätte ich gerne K1/2 gezeigt, aber nicht bei der Präsentatorin. Erst mal anfauchen, dass die Kamera weg soll. Ja so macht man keine Werbung für sein Handwerk.

Unterwäsche selbst gemacht - nette Idee bei Berlin Underwear.

Unterwäsche selbst gemacht – nette Idee bei Berlin Underwear.

Da will sich eine Branche als kreativ präsentieren, zeigt aber bei der Warenpräsentation zum Teil keine Kreativität. Auch ein paar Aussteller mehr hätte ich erwartet. Ich hätte mehr Drive erwartet, wie beispielsweise Guerilla Knitting. Es wäre doch die Gelegenheit zu zeigen, was kreative und findige Köpfe leisten können. Da bietet andere Ausstellungen mehr Weitsicht. Woll-Lust sollten die Stände vom Riegerauer Wollstadel und der Sockenmanufaktur von Martina Knaps wecken. Das Wollstadel zeigte in Workshops wie man sommerliche Rüschenschals macht, Martina Knaps, brachte individuell designte und handgefertigte Wollsocken mit, Wolle und Zubehör und gibt Strickanleitungen. Auch habe ich gemeinsame Tätigkeiten vermisst. Und sei es nur eine große Lego-Bauaktion, an dem die Besucher gemeinsam etwas kreieren können. Ob das unter das Do it yorself-Motto der Veranstalter fällt, muss jeder für sich selbst beurteilen. Ich hätte auch gerne etwas über Modellbau gesehen, aber auch da habe ich nichts gefunden. So war die Veranstaltung brav, bieder und konservativ. Der digitale Kreativbereich war nicht dabei, dafür gab es Stände, die natürlichen Brotaufstrich oder Gemüsehobel verkaufen. Was soll jetzt das? Wenn schon Kochen, dann kreatives Kochen.

Was hat dieser Stand auf einer Creativmesse zu suchen?

Was hat dieser Stand auf einer Creativmesse zu suchen?

Dennoch: Die Kinder hatten bei den zahlreichen Workshops viel Spaß. Da machte es auch nichts, dass die Teilnahme ein paar Euro kostet. Gamification wäre ein super Ansatz für ein Messekonzept gewesen, aber nix da. Die Kinder konnten ausprobieren und ihre Sinne schweifen lassen. Das hat durchaus Spaß gemacht und gilt es auszubauen. Bei uns kam gut an Spiegelmosaike kleben und Sandbilder malen hervorragend an.

Eindrucksvoll auch die Arbeiten der symapthischen Korbflächterin Elisabeth Kaaf aus dem Raum Lichtenfels, der deutschen Korbstadt. Sie zeigte traditionelle Handwerkskunst und gab Inspiration. So stelle ich mir eine Creativmesse vor und nicht nur Einkaufen/Verkaufen. Glaskugeln, Karten u.a. bekomme ich übers Internet auch, aber Inspiration durch Anfassen ist doch die Lösung. Witzig war auch Herdin Radtke. Der malenden Künstler Herdin Radtke zeigte mit langem Haar und Strohhut die Öl-Malkunst des Pomponismus – Wellness für die Seele. das war Show. Nett fand ich auch die selbstgestaltete Unterwäsche von Berlin Underwear. Nette Ideen, die mich inspirierten und Spaß machten.

Die Korbmacherin Elisabeth Kaaf zeigte, was mit Holz möglich ist. Wunderbar.

Die Korbmacherin Elisabeth Kaaf zeigte, was mit Holz möglich ist. Wunderbar.

So pflegt Herdin Radtke das Image des Künstlers.

So pflegt Herdin Radtke das Image des Künstlers.

Danke LucasArts – hat viel Spaß gemacht

14. April 2013

lucas

Hey, es wurde mir vor zwei Wochen von Disney ein Teil meiner Jugend genommen. Disney machte ernst. Nachdem der Micky Maus-Konzern das Star Wars Universum gekauft hat, ging vor zwei Wochen das Ausschlachten, das Zerteilen los. Das erste Opfer ist Lucas Arts, die Spieleschmiede von George Lucas. Sie stand einstmals für eine glorreiche Videospielzeit, sie stand für meine Videospielzeit. Einstmals, denn seit rund 2004 ist nicht mehr so richtig viel passiert außer die Hundertste Auflage von Star Wars. Was waren das früher noch für Zeiten, als es zwar auch Star Wars und Indy Jones gab, aber LucasArts durch super Ideen auffiel. Maniac Mansion, Day of the Tentacle, Full Throttle und Monkey Island waren Klassiker der Branche und mir mich Nächste gekostet.

Auf der PS3 zahlreiche Filmspiele, aber kaum etwas neues.

Auf der PS3 zahlreiche Filmspiele, aber kaum etwas neues.

In dem sehr lesbaren Buch Rogue Leaders: The Story of LucasArts sagte George Lucas seinem Studio noch eine wunderbare Zukunft voraus. Es erschien zum 25jährigen Bestehen des Unternehmens. Doch jetzt nach 31 Jahren ist alles vorbei. Das Studio wird von Disney abgewickelt.

Bei seiner Gründung im 1982 war es noch die richtige Entscheidung auf Videogames in Eigenregie zu setzen. Es war visionär von Lucas, ebenso wie die Gründungen von Pixar oder THX oder ILM. Mit LucasArts ist Schluss. Pixar musste Lucas an Jobs verkaufen, um seine Scheidung finanzieren zu können. Nun Pixar gehört heute zu Disney und LucasArts ebenso. Der Kreis schließt sich. Während Pixar neuen Schwung in die Animationsbranche bringt, war von LucasArts leider nicht viel zu hören, als immer wieder einen neuen Star Wars Aufguss. Das neue Spiel Star Wars 1313 wird jetzt nicht mehr weiterentwickelt.

Ein paar Lucaarts-Spiele für die PSP.

Ein paar Lucaarts-Spiele für die PSP.

Disney geht auf Nummer sicher und vergibt die Entwicklungen von Star Wars-Spielen an externe Unternehmen. Natürlich wird es damit noch weitere Spiele aus der Welt von Star Wars und Co geben, aber eben nicht mehr von LucasArts. 150 bis 200 Mitarbeiter müssen gehen. Ein paar von ihnen hab ich immer wieder auf Spiele- oder 3D-Messen getroffen.

Aber wo früher noch richtig gute Ideen waren, herrschte zuletzt nur noch die Macht der Zahlen. Das Lizenzgeschäft um Star Wars blüht kräftig, aber so witzige Sachen wie damals waren nicht mehr dabei. Klar, ich spiele begeistert ein paar Sachen wie Lego, Knights of the Old Republic oder abends im Bett auf der PSP ein bisschen Battlefront, aber ein Monkey Island gehört der Vergangenheit an. Ich hab es mir für das iPad geholt. Noch vor drei Wochen habe ich in einem Laden die Kinect Steuerung für das XBox-Spiel Star Wars ausprobiert, aber es hat mich auch nicht richtig überzeugt.

rebell

Zu Ehren von LucasArts spielte ich am Wochenende ein bisschen Rebel Aussault auf dem Mac. Das Spiel war der Grund, warum ich damals unbedingt ein CD-Laufwerk brauchte, damit die Daten nachgeladen werden können. Cool waren auch die gerenderten Zwischensequenzen. Also liebes LucasArts: Vielen Dank für eine nette Zeit mit deinen Spielen, Ideen und der guten Laune.

Faszinierend: Die Wächter der Zeit von Manfred Kielnhofer

11. April 2013

Durch meine Bekannte Tanja Kaiser wurde ich auf die Wächter der Zeit gebracht. Sie besuchte Stuttgart und kam mit den Kunstwerken am Schlossplatz in Kontakt und veröffentlichte Fotos in ihrem Blog.

Wächter der Zeit. Foto: Kaiser

Wächter der Zeit. Foto: Kaiser

Die Wächter der Zeit sind eine Idee des Künstlers Manfred Kielnhofer. Die Wächter sind Figuren, die an einen Mönch erinnern. 2006 tauchten die Wächter erstmals in Kielnhofers Werk auf und reisen seitdem an verschiedene Orte der Welt. Überall wo sie erscheinen, sorgen sie für Gesprächsstoff und sie sind eindrucksvolle Fotomotive. Unlängst waren sie eben in Stuttgart, aber auch schon an zahlreichen anderen Orten wie unter anderem Berlin. Dort waren sie 2011 und 2012 zu Gast beim Festival of Lights, denn gerade in Verbindung mit Lichteffekten haben die Wächter eine noch stärkere Wirkung. Im Rahmen des Festivals hatten sich fünf leuchtenden Skulpturen des Lichtkünstlers Manfred Kielnhofer auf eine 12-Nächte-Tournee durch die Hauptstadt begeben. Jeden Abend machten fünf Wächter der Zeit an einem anderen prominenten Ort in Berlin Station. Bei Flickr gibt es zahlreiche Bilder vom Berliner Auftritt.

Der Künstler hinter den Wächtern heißt Manfred Kielnhofer. Er wurde 1967 geboren und arbeitet als Maler, Bildhauer und Fotograf. Der gebürtige Österreicher ist zudem seit 2000 als freischaffender Künstler tätig. Die Wächter der Zeit, mystische Skulpturen, sind seit vielen Jahren durch Museen und Ausstellungen. Das Geheimnisvolle, das Mystische treffen den Nerv der Zeit. Die schichte Kutte fokussiert auf den Kopf. Doch unter der Kapuze ist nichts, ein Loch. Es entsteht beim Betrachten eine Sogwirkung. Die Gedanken fangen an zu wandern. Mir macht es einen riesigen Spaß, die Wächter der Zeit zu beobachten und

Im Jahr 2012 gab es Mini-Skulpturen der Wächter der Zeit in limitierter Auflage. Die Skulpturen sind 54x36x34 Zentimeter groß. Ich musste mir eine limitierte, signierte Figur kaufen und bin schwer begeistert von ihr. Sie sitzt auf einem Balken bei mir im Büro und dient als Blickfang. Das Video zeigt ein Unboxing meiner Figur in Bronzefarbe.

 

Mein DVD-Tipp: Downton Abbey

10. April 2013

DowntonAbbey

Im Moment fahre ich voll auf die Serie Downton Abbey ab. Ich geb ja zu, das Leben als Lord hätte schon etwas gehabt. Die englischen Klamotten habe ich im Grunde schon, es fehlt nur das entsprechende Gebäude, Grundbesitz, Manieren – also eigentlich alles. Als Kind habe ich begeistert die englische TV-Serie Das Haus am Eaton Place geschaut. Ich fand das dort gezeigte Leben von Lord/Lady Bellamy und deren Dienstboten faszinierend. Mal sehen, ob mir die Serie heute noch genauso gefällt.

Bis es soweit ist, erfreue ich mich an Downton Abbey. Die Serie spielt etwa zur selben Zeit wie Das Haus am Eaton Place, aber eben nicht in London, sondern auf dem englischen Land in dem fiktiven Landsitz Downton Abbey.

Die Serie bietet alles, was ein Kostümschinken braucht: Tolle Klamotten, fiese Intrigen, schöne Aufnahmen von Gebäuden und Landschaften und viel, viel persönliche Schicksalsschläge, die mich als Zuschauer fesseln und immer wieder die nächste Folge auf DVD anschauen lassen.

Aber Downton Abbey bietet mehr. Es ist auch ein Stück Zeitgeschichte mit Sozialkritik. Selbstverständlich nicht kopflastig politisierend, sondern Häppchen für Häppchen  Gesellschaftskritik auf TV-Niveau. Die Serie beginnt mit dem Untergang der Titanic und ist im Grunde ein Omen für die gesamte Serie. Der Untergang einer Welt, die für unveränderbar angesehen wurde. Überall beginnt es in der Serie zu bröckeln. Die Welt verändert sich und die handelnden Figuren sind zum Teil hilflos, zum Teil forcieren sie den Wandel.

Der Wandel ist vielfältig. Da wäre einmal die Medizin. Neue Medikamente und Verfahren retten Leben. In der alten Welt wäre die Kranken einfach gestorben, weil sich etablierte Ärztestrukturen nicht ändern wollten. Nur durch Druck von Isobel Crawley kommen neue Techniken zum Einsatz. Apropos Technik: Wunderbar zu sehen, wie in Downton Abbey die Elektrizität einzieht und die Kerzen- und Petroleumbeleuchtung verdrängt. Gräfinwitwe Violet Crawley, exzellent durch Maggie Smith dargestellt, hält das elektrische Licht mit ihrem schwarzen Fächer ab und reagiert auf die Neuerung nervös. Köstlich ist auch die Einführung des Telefons. Die Adelsfamilie entschließt sich zum Kauf von zwei Apparaten, eines für den Adel, eines für die Dienerschaft. Und es ist herrlich, wie Butler Charles Carson vorgibt, die Technik zu beherrschen, aber im Geheimen das Abheben des Hörers übt. Irgendwie erinnert mich das an die heutige Zeit. Internet und soziale Netzwerke müssen verarbeitet werden, denn die Welt ändert sich weiter.

Interessant ist auch die geänderte politische Welt. Eine berufliche Stellung ist nicht gottgegeben, sondern kann geändert werden. Ein Dienstmädchen begehrt gegen die Strukturen auf, lernt Schreibmaschine und bewirbt sich als Sekretärin. Frauen fordern das Wahlrecht und die Herrschaft des Adels wird durch Bedienstete in Frage gestellt. Die einen sind klassische Sozialisten (arbeiten aber im Dienst der Herrschaft), andere sind nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Der Ausbruch des ersten Weltkriegs sorgt dafür, dass die alte Welt des Empire kollabiert und etwas neues entsteht.

Ich möchte nicht zuviel verraten, kann aber Freunden der gepflegten Unterhaltung die Serie ans Herz legen. Wer vor der Glotze ein wenig schmachten und sich nett unterhalten will, ist mit Downton Abbey an der richtigen Adresse. Leider ist die deutsche Übersetzung nicht immer astrein. So wird immer wieder von „Ihre Lordschaft“ gesprochen, wo das Protokoll doch „Eure Lordschaft“ vorgibt. Aber was solls? Wer Lust hat und es versteht, schaltet einfach die englische Tonspur an.

Meine Reise ins Legoland Günzburg: Reich der Pharaonen Teil 15

9. April 2013

Die Lego-Saison 2013 hat im Legoland Günzburg etwas neues zu bieten. Gemäß dem Parkmotto „Erlebt das Abenteuer!“ reizte die ganze Familie das neu geschaffene, 6.000 Quadratmeter große „Reich der Pharaonen“. Im Mittelpunkt steht natürlich der Tempel X-pedition, einer interaktiven Indoor-Fahrattraktion. In Wägen, wie in einer Geisterbahn für zwei Personen, fahren wir langsam durch die Grabkammern des Tempels.

An der Wegstrecke gilt es unterschiedlichste Ziele mit den, am Fahrzeug befestigten Lichtpistolen zu treffen. Am Ziel ihrer Reise, in der Grabkammer des Pharao, finden wir dann nicht nur den sagenumwobenen Schatz, sondern können auch an einer Tafel ablesen, wie viele Punkte wir unterwegs gesammelt haben. Ein Wettbewerb für alle Schatzjäger, denn die Tafel offenbart, wie hoch die Tages- oder auch die Jahresbestleistung ist. Ich muss zugeben, ich hab beim ersten Mal schlecht abgeschnitten, was aber daran liegt, dass Filmen und Schießen nicht parallel geht.

Eine Sphinx aus Sand am Eingang.

Eine Sphinx aus Sand am Eingang.

Der ganze Prozess heißt in der Fachsprache Gamification. Ich habe darüber bereits im November 2012 gebloggt. Wenn Elemente von Videospielen in andere Bereiche wie Ausstellungen übertragen werden, dann spricht man von Gamification. Zu Gamification gehören also Erfahrungspunkte, Highscores, Fortschrittsbalken, Ranglisten, virtuelle Güter oder Auszeichnungen. Es kann enorm zur Kundenbindung an ein Produkt beitragen. Im Legoland haben sich die Macher auf das klassische Punktesammeln festgelegt und ich stelle fest: Es macht Spaß. Die Kinder wollten gleich ihren persönlichen Highscore brechen. Ein Tipp: Die Legomacher sollten die aktuellen Tageshighscores vor Fahrtantritt bekannt geben, dann ist der Reiz noch höher. Ein Monitor im Warteraum aufgehängt und schon wäre die Debatte entbrannt, wer welchen Stein abschießt.

Aber auch außerhalb ist das Gelände wunderbar angelegt. Echter Blickfang ist die fünf Meter hohe Pharaostatue vor dem Tempeleingang, erbaut aus über 275.000 Lego-Steinen. Das wird sicherlich ein wichtiges Fotomotiv dieses Jahr.

Wer noch in den nächsten Wochen vorbeikommt, der kann am Eingang eine Sphinx aus Sand bewundern. Insgesamt wurden 24 Tonnen Sand verbaut bei einer Sandkörnung bis zu einem Millimeter. Die Maße der Figur sind 3x 2,10 Meter x 2,50 Meter. Der Künstler Joseph Bakir benötigte sechs Tage Bauzeit für die Sphinx aus Sand.

Lego