Die Nachricht schockierte mich. Im Alter von 92. Jahren verstarb der Vfx-Pionier Ray Harryhausen. Ich habe leider diesen großen Künstler nie persönlich getroffen. Seine Kunst begegnete mir dagegen auf Schritt und Tritt. Seit meiner frühesten Jugend habe ich die Stop Motion-Effekte von Ray Harryhausen genossen.
Meine allerste Erinnerung reicht an den Zyklopen bei Sindbads siebte Reise zurück. Das einäuige Monster aus der Mythologie schnappte sich Sindbads Weggefährten und grillte sie über offenem Feuer. Das war für mich als junger Mensch zuviel. Tagelang träumte ich von dieser Szene. Genauso erging es mir bei Jason und die Argonauten.
Viele Filme kamen und gingen. Ich liebte das fantastische Kino und immer wieder erinnerte ich mich an Sindbad und Tricks von Ray Harryhausen. Kämpfende Skelette, angriffslustige Drachen, die gnadenlose Medusa – all dies hat sich in mein visuelles Filmgedächtnis eingebrannt. 1980 stürmte ich in Kampf der Titanen – und lange vor CGI packte mich das Geschehen auf der Leinwand. Ray Harryhausen war ein Pionier und ein großer Künstler seiner Zeit. Zu Hause versuchte ich mich an Stop Motion-Filme mit meiner Super 8-Kamera. Heute drehe ich mit meinen Kindern und der Boinx-Software iStop Motion Filme mit Legofiguren. So gebe ich das Erbe von Ray Harryhausen an meine Kinder weiter, die sich die Geschichten des Künstlers anhören müssen.
Als Chefredakteur der beiden 3D-Zeitschriften Creative Live und DIGITAL PRODUCTION führte ich zahlreiche Interviews mit Größen der CGI-Szene. Alle Gesprächspartner verehrten Ray Harryhausen auf ihre Weise. Ohne Harryhausen wäre CGI nicht da, wo es heute steht. Ohne Harryhausen gäbe es kein fantastisches Kino in der heutigen Form.
Die schönste Homage an Ray Harryhausen ist für mich persönlich der Pixar-Streifen Monster AG. Dort sitzen die Figuren in der Harryhausen-Sushi-Bar. Der Dialog läuft wie folgt:
Celia: “So, uh, are we going anywhere special tonight?”
Mike: “l…I just got us into a little place called, um, Harryhausen’s.”
Celia: “Harryhausen’s? But it’s impossible to get a reservation there.”
Mike: “Not for Googley Bear.”
Im Kino hab ich sehr gelacht und später in einem Interview mit Pixar-Kreativchef John Lasseter ging das Lachen weiter. Es gab verschiedene Szenen in dem Cafe, Kneipe und Sushi-Bar mit Anspielungen auf Finding Nemo. Ich denke, Ray Harryhausen hatte diese Szene gefallen.
Hey, es wurde mir vor zwei Wochen von Disney ein Teil meiner Jugend genommen. Disney machte ernst. Nachdem der Micky Maus-Konzern das Star Wars Universum gekauft hat, ging vor zwei Wochen das Ausschlachten, das Zerteilen los. Das erste Opfer ist Lucas Arts, die Spieleschmiede von George Lucas. Sie stand einstmals für eine glorreiche Videospielzeit, sie stand für meine Videospielzeit. Einstmals, denn seit rund 2004 ist nicht mehr so richtig viel passiert außer die Hundertste Auflage von Star Wars. Was waren das früher noch für Zeiten, als es zwar auch Star Wars und Indy Jones gab, aber LucasArts durch super Ideen auffiel. Maniac Mansion, Day of the Tentacle, Full Throttle und Monkey Island waren Klassiker der Branche und mir mich Nächste gekostet.
Auf der PS3 zahlreiche Filmspiele, aber kaum etwas neues.
In dem sehr lesbaren Buch Rogue Leaders: The Story of LucasArts sagte George Lucas seinem Studio noch eine wunderbare Zukunft voraus. Es erschien zum 25jährigen Bestehen des Unternehmens. Doch jetzt nach 31 Jahren ist alles vorbei. Das Studio wird von Disney abgewickelt.
Bei seiner Gründung im 1982 war es noch die richtige Entscheidung auf Videogames in Eigenregie zu setzen. Es war visionär von Lucas, ebenso wie die Gründungen von Pixar oder THX oder ILM. Mit LucasArts ist Schluss. Pixar musste Lucas an Jobs verkaufen, um seine Scheidung finanzieren zu können. Nun Pixar gehört heute zu Disney und LucasArts ebenso. Der Kreis schließt sich. Während Pixar neuen Schwung in die Animationsbranche bringt, war von LucasArts leider nicht viel zu hören, als immer wieder einen neuen Star Wars Aufguss. Das neue Spiel Star Wars 1313 wird jetzt nicht mehr weiterentwickelt.
Ein paar Lucaarts-Spiele für die PSP.
Disney geht auf Nummer sicher und vergibt die Entwicklungen von Star Wars-Spielen an externe Unternehmen. Natürlich wird es damit noch weitere Spiele aus der Welt von Star Wars und Co geben, aber eben nicht mehr von LucasArts. 150 bis 200 Mitarbeiter müssen gehen. Ein paar von ihnen hab ich immer wieder auf Spiele- oder 3D-Messen getroffen.
Aber wo früher noch richtig gute Ideen waren, herrschte zuletzt nur noch die Macht der Zahlen. Das Lizenzgeschäft um Star Wars blüht kräftig, aber so witzige Sachen wie damals waren nicht mehr dabei. Klar, ich spiele begeistert ein paar Sachen wie Lego, Knights of the Old Republic oder abends im Bett auf der PSP ein bisschen Battlefront, aber ein Monkey Island gehört der Vergangenheit an. Ich hab es mir für das iPad geholt. Noch vor drei Wochen habe ich in einem Laden die Kinect Steuerung für das XBox-Spiel Star Wars ausprobiert, aber es hat mich auch nicht richtig überzeugt.
Zu Ehren von LucasArts spielte ich am Wochenende ein bisschen Rebel Aussault auf dem Mac. Das Spiel war der Grund, warum ich damals unbedingt ein CD-Laufwerk brauchte, damit die Daten nachgeladen werden können. Cool waren auch die gerenderten Zwischensequenzen. Also liebes LucasArts: Vielen Dank für eine nette Zeit mit deinen Spielen, Ideen und der guten Laune.
Der Pixarfilm Monster AG war für mich eine Revolution. Ich hatte so etwas als Animationsfilm noch nicht gesehen – vor allem die Haare hatten es mir angetan. Die Art, wie die Haare, das Fell glänzen war eine technische Meisterleistung. Ich war einmal zu Besuch bei Apple in Cupertino. Da standen die Figuren mit ihrem wunderbaren Fell im Foyer und jeder Besucher strich den Monster durchs Fell. Haare waren in diesem Film eine Spitzenleistung, sie wurden später bei den Unglaublichen und bei Merina weiter optimiert. Das Monster Sullivan zum Beispiel hat über 2,3 Millionen Haare, die bewegt werden müssen – was für eine Rechenpower.
Die Story hatte zudem Charme und war ungewöhnlich. Schreie als Energielieferant für die Stadt Monstropolis. Und der Film hatte wunderbare Charaktere. Wie sich diese Charaktere bei der Monster-Geschichte entwickelt haben, zeigt das Buch The Art of Monster, Inc..
Achtung, dieses Jahr kommt Monster AG wieder in die Kinos, allerdings als Stereo 3D-Fassung. Das Buch verliert kein Wort über CGI oder 3D, geschweige denn Stereo 3D. Es sind Zeichnungen, aber was für welche? Wunderbare Skizzen, Farbexperimente und Charakterstudien – ich konnte stundenlang in dem Buch blättern. Ich habe mir die Mühe gemacht, die Blu ray anzusehen und gleichzeitig die entsprechenden Zeichnungen im Buch herausgesucht – hier zeigt sich, welche große Kreativität Pixar hier an den Tag legt.
Ich kann das Buch The Art of Monster, Inc jedem Kreativen empfehlen, der sich für Film und Animation interessiert. Und es steckt voller liebenswerter Details. Ich fand die Filmszene im Szene-Restaurant Harryhausen’s besonders wunderbar. Es erinnert an den großen Ray Harryhausen, den Meister des Stop Motion. Das Buch zeigt die verschiedenen Entwürfe der Sushi-Bar. Ob solche Gags bei der Fortsetzung auch enthalten sind?
Übrigens, die Fortsetzung Monster Uni wird im Sommer 2013 in die Kinos kommen. Der liebenswerte, blauflauschige James P. „Sulley“ Sullivan und der giftgrünen Einäuger auf zwei Beinen Mike Glotzkowski treten wieder auf und wir erfahren, wie alles anfing! In ihrem neuesten Abenteuer erobern Sulley und Mike als Studenten Die Monster Uni, ab 20. Juni 2013 in den deutschen Kinos.
Und was geht es? Aller Anfang ist schwer… Und das gilt auch für Monster wie Sulley und Mike. Denn als sich die beiden an der Monster Universität kennenlernen, können sie sich auf den Tod nicht ausstehen. Kein Wunder, schließlich haben beide dasselbe Ziel: Sie wollen die größten Erschrecker von ganz Monstropolis werden. Die Monster Uni zeigt wie sich die beiden unterschiedlichen Monster doch noch zusammenraufen und nicht nur das Dreamteam unter den Erschreckern, sondern auch die besten Freunde werden.
Regisseur Dan Scanlon („Tracy“), der u.a. als Storyboard Artist bei Disney/Pixars Kinohit Cars (2006) seiner Kreativität freien Lauf lassen konnte, holt zwei der beliebtesten und verrücktesten Charaktere aus dem Pixar-Universum auf die Kinoleinwand zurück – begleitet von einigen alten Bekannten und vielen neuen, frischen Monstergesichtern!
Bis es soweit ist, schau ich mir die Zeichnungen zum Erstlingswerk Monster AG an.
Ich kenn schon einen Oscar-Gewiner. Egal, wer den Oscar nach Hause trägt, Autodesk ist mit dabei. Die Media & Entertainment Technologie von Autodesk spielte bei einigen der kultigsten und atemberaubendsten Filmbildern der vergangenen zwei Jahrzehnte eine entscheidende Rolle. Talentierte Artists in großen Post Production Häusern und kleinen Studios auf der ganzen Welt – von Nord-Amerika und Europa über Asien bis nach Australien und Neuseeland – kombinierten Digital Art, Autodesk-Software und eine großartige Erzählkunst, um die meistgefeierten Filme des vergangenen Jahres zu kreieren. Die Quasi Monopolstellung von Autodesk macht dies möglich.
„Als ich feststellte, dass alle fünf Filme, die für den Oscar „Beste visuelle Effekte“ nominiert sind, und alle fünf Nominierungen für die „Beste Animation“ Autodesk Maya verwendet haben, habe ich mich wie der Vater der Braut gefühlt“, sagt Chris Bradshaw, Senior Vice President bei Autodesk. „Digital Artists haben die Technologie im vergangenen Jahr in spannende neue Richtungen vorangetrieben – Mischungen aus Hand- und Computerzeichnungen, Kombinationen von traditionellen Stop-Motion-Animationen mit visuellen Effekten oder die Erweckung von beliebten Büchern und Superhelden zum Leben. Diese Innovationen inspirieren uns, unsere Software ständig zu verbessern.“ das will ich auch hoffen, denn Autodesk hat alles aufgekauft, was nicht bei drei auf dem Baum war. Maya kam von Alias, XSI von Softimage – nur Maxons Cinema 4D und Lightwave spielen noch am Rande mit.
In der Kategorie „Beste visuelle Effekte“ nutzten alle fünf Nominierten – „Der Hobbit – eine unerwartete Reise“, „Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger“, „Marvel’s The Avengers“, „Prometheus – Dunkle Zeichen“ sowie „Snow White and the Huntsman“ – Software von Autodesk. Zum achtzehnten Mal in Folge wird Autodesk diese Auszeichnung erhalten. Die fünf nominierten Filme enthalten insgesamt 7.754 Einstellungen mit visuellen Effekten, an denen 30 Visual-Effects-Studios (einige davon arbeiteten an mehreren Filmen) aus mehr als zehn Ländern mit Autodesk Software beteiligt waren.
Für die Kategorie „Bester Animationsfilm“ gab es dieses Jahr rekordverdächtige 21 Nominierungskandidaten. Die fünf Nominierten nutzten Autodesk Maya, die Softwarelösung für 3D-Animation und visuelle Effekte. Dazu gehören die zwei 3D Animationsfilme „Merida – Legende der Helden“ und „Ralph reichts“ sowie die drei Stop-Motion-Filme „Frankenweenie“, „ParaNorman“ und „Die Piraten! – Ein Haufen merkwürdiger Typen“.
Außerdem spielte die Software von Autodesk bei der Realisierung von vielen weiteren nominierten Filmen eine Rolle; beispielsweise bei „Liebe“, „Argo“, „Buzkashi Boys“, „Flight“, „Les Misérables“, „Lincoln“, „Im Flug erobert“, „Silver Linings“, „James Bond 007: Skyfall“, „Ted“ und „Zero Dark Thirty“.
Autodesk gratuliert vorab schon mal folgenden Studios, die mit der Software von Autodesk zur Magie der Oscar-nominierten Filme beitrugen: Aardman Animation, Argon, Atomic Fiction (englisches Videointerview), Baseblack, BlueBolt, Buf Campagnie, Christov Effects and Design, Cinesite, Digital Domain, DIVE, Double Negative, Evil Eye Pictures, fluent/image, Framestore, Fuel VFX, Halon, Hammerhead Productions, Hydraulx, Identity FX, Industrial Light & Magic, Iloura, Image Engine, LAIKA, Legacy Effects, Lola VFX, LOOK Effects, Luma Pictures, Method Studios, Mikros Image, The Mill, Modus FX, MPC, New Deal Studios, Nvizage, Nvizible, Pixar, Pixomondo, Prologue, REDLAB Digital, Reliance Mediaworks, Rhythm & Hues (englische Videopräsentation), Rising Sun Pictures, Rushes, Scanline VFX, Shade VFX, Technicolor, The Third Floor, Tim Burton Productions, Tippett Studio, Trixter, Walt Disney Animation Studios, Weta Digital, Whiskytree, yU+co und Zero VFX.
Pixar gehört für mich zu den wichtigsten Kreativschmieden im Filmbereich. Jeder neue Animationsfilm hat das Medium um einen Schritt weiter gebracht. Obwohl sich zahlreiche Studios um interessante Animationsfilme bemühen, hat Pixar einen unglaublichen Vorsprung. Er beruht auf guten Geschichten und guter Technik. Wer sich für die visuelle Erzähltechnik von Pixar interessiert, dem empfehle ich das Buch „The Art of Pixar“ von Amid Amidi. Viel Text, bis auf ein kleines Vorwort von John „Hawaiihemd“ Lasseter, gibt es nicht zu lesen. Vielmehr gibt es was zu schauen.
Das Buch zeigt Auszüge aus den Storyboards der Filme. Es wird die Geschichte der Pixar-Klassiker in farbigen Bilder dargestellt. Laut Verlag sind die kompletten Colorscripts bis Cars 2 enthalten. Damit sind 25 Jahre Pixar in einem Buch zusammengefasst. Das ist schlichtweg gelogen. Wer andere Art of-Bücher aus dem Chronicle Books über die Pixar-Filme besitzt, wird weitere Storyboards finden.
Aber egal. Der Vorteil dieses Buches ist sein Überblick. Auf 317 Seiten gibt es den perfekten Überblick über die visuelle Kraft von Pixar, angefangen von Toy Story über Finding nemo bis hin zu Cars 2. Auch die Kurzfilme sind mit von der Partie. So lässt sich der Stil jedes einzelnen Films vergleichen und analysieren. Parallelen und Unterschiede zwischen den Pixarfilmen werden hier offensichtlich. Mir hat der Vergleich der Filme durch das Buch Spaß gemacht und ich hab mir einzelne Filme wieder angeschaut.
Heute wird der neue Pixar-Film Merida – Legende der Highland auf Blu ray/DVD veröffentlicht, den ich bereits mehrfach empfohlen habe. Im Zuge der Veröffentlichung will ich daran erinnern, dass es noch gar nicht so lange her ist, dass es computergenerierte Spielfilme gibt. Der erste Spielfilm dieser Art war Toy Story. Als ich den Film im Kino sah, konnte ich es kaum fassen. So ein geiles Ding haben diese Kreativen bei Pixar mit ihrem Computern gemacht. Technisch war der Film ein Hammer. Und was dazu kam: Die Story hatte Herz und war wunderbar erzählt. Hier waren vielleicht Computernerds am Werk, aber verdammt noch mal, sie konnten Geschichten erzählen. Ich war mit dem Pixar-Virus infiziert, der bis heute nicht geheilt ist. Ein neuer Pixar-Filme kam jedes Jahr ins Kino, doch Toy Story blieb immer in meiner Erinnerung.
Wer diese Zeiten wieder aufleben lassen möchte, dem rate ich zur Lektüre des Buches the Toy Story Films von Charles Solomon. Das Vorwort schrieb der geniale Hayao Miyazaki und das Nachwort John Lasseter. Erzählt wird die Geschichte aller drei Toy Story-Teile, die auch immer eine Geschichte von Pixar sind. Wir erfahren viel, wie sich Pixar von der Scheidungsmasse von George Lucas und dem Kauf von Steve Jobs entwickelt hatte. Obwohl Jobs Hardware verkaufen wollte, drehten die Kreativen seiner Filme immer wieder Kurzfilme und reichten sie unter anderem bei der Siggraph ein. Damit schuf sich Pixar in der 3D-Szene einen hervorragenden Ruf. Die Nerds und Wissenschaftler der Siggraph-Konferenz wollten mehr, nachdem Luxo Jr. gezeigt wurde. Es ist die L-1 von LUXO, die 1986 auf dem Schreibtisch von John Lasseter stand und die Grundlage des Erfolgs des Animationsunternehmens ist. Die Zuschauer vergaßen, dass sie einen animierten Film sahen. Und genauso erging es mir bei Toy Story. Schon nach wenigen Augenblicken vergaßen die Zuschauer, dass der Film nur aus Bits und Bytes besteht. Ich stritt mit meinen Freunden damals erbittert, ob das die Zukunft wird. Ich war zwar ein Fan von den klassischen Disney-Filmen, aber irgendwie hatte sich die Maschinerie tot gelaufen. Zeichentrickfilm brauchte neues Blut. So war ich überrascht von Heavy Metal oder den Arbeiten von Ralph Bashki. Als ich hörte, dass Disney den Vertrieb von Toy Story übernommen hatte, fühlte ich: Es passiert irgendetwas neues.
In diesem wunderbar illustrierten Buch tauche ich nochmals in die Entstehungsgeschichte der erfolgreichen Toy Story-Reihe ein. Ich liebe ja, die Art of-Bücher und habe finde die Ausgabe zu Toy Story 3 vom gleichen Autor besonders gelungen. Das vorliegende Buch liefert aber mehr als Konzeptzeichnungen, sondern viele gerenderten Bilder und Schnappschüsse – besonders schön, die modische Entwicklung von John Lasseter. Die technischen Ausführungen in dem Buch könnten tiefergehender sein: Es wird zwar die Software wie RenderMan angesprochen, aber nicht ausführlich behandelt. Da müssen Technikgeeks zu anderer Literatur greifen. Wer aber einen Überblick über das Toy Story-Trio haben will, schöne Bilder, nette Geschichten und ein wenig Background, der ist mit diesem Buch the Toy Story Films wunderbar zufrieden. Der Untertitel des Buches lautet „An animated Journey“ – genau das ist das Buch.
Obwohl Brave oder wie er seltsamerweise in Deutsch heißt Merida – Legende der Highlands nicht der absolute Blockbuster von Pixar war, mag ich ihn trotzdem, wie ich hier geschrieben habe. In wenigen Tagen am 5. Dezember wird der Film auf DVD/Blu ray veröffentlicht und ich werde mir gleich meine Kopie für die Weihnachtsferien sichern. Als Schottlandfan muss ich natürlich Brave haben.
Die bewährte Marketingmaschinerie von Disney läuft bereits auf Hochtouren. Pünktlich zu Weihnachten holt der gelockte Rotschopf uns die Schönheit und Mythen der schottischen Highlands auf den heimischen Bildschirm.
Kurz zur Handlung: Inmitten der rauen Wildnis der schottischen Highlands träumt die talentierte Bogenschützin Merida davon, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Doch im Hause des schottischen Königs hat nur eine das Sagen – Meridas Mutter, Königin Elinor. Und die hat eine ganz klare Vorstellung davon, wie die Zukunft ihrer Tochter aussehen soll: Das aufmüpfige Mädchen mit den wilden roten Locken soll möglichst bald unter die Haube, vermählt werden mit einem der Clan-Söhne aus dem Königreich. Also lädt Elinor den klobigen Lord MacGuffin, den mürrischen Lord Macintosh und den streitsüchtigen Lord Dingwall und ihre Söhne zu Highland Games ein. Der Sieger des Bogenschießwettkampfes soll Merida zur Frau bekommen, doch sie verlangt als Erstgeborene des Königs selbst teilnehmen zu dürfen und beleidigt durch ihren Sieg die anderen Clans. Die Lords schäumen vor Wut. Als Merida nach einem Riesenkrach mit der Mutter voller Zorn auf ihrem Pferd in den Wald flüchtet, nehmen die Dinge ihren unheilvollen Lauf. Ein magischer Fluch fordert all ihre Kräfte und ihren Mut, wenn sie ihre Familie und ihr Königreich retten will … Dann kommt noch ein fetter Schuss des misslungenen Disney-Films Bärenbrüder hinzu, aber mehr will ich nicht verraten.
Alle Rothaarigen sind eingeladen, sich den Film anzusehen.
Bereits drei Tage vor Veröffentlichung rührt Disney nochmals die Werbetrommel. The Walt Disney Company und Maria Okon, die deutsche Repräsentantin des Redheaddays in den Niederlanden, laden alle Rothaarigen ein, am 2. Dezember in Berlin zur exklusiven Filmvorführung ein. Das Kino ist das CineStar Berlin – CUBIX am Alexanderplatz Rathausstraße 1 10178 Berlin. Achtung: Der Einlass erfolgt ausschließlich über Gästeliste. Wer sich spätestens bis zum 23. November 2012 bei rothaarige.berlin@gmail.com meldet und rote Haare hat, ist mit dabei.
Naja, ich bin blond und zudem in Bayern, also muss ich wohl auf mein Abendteuer von Mark Andrews (Story Supervisor „Die Unglaublichen – The Incredibles“ und „Ratatouille“) und Brenda Chapman („Der Prinz von Ägypten“) warten. Vielleicht melde ich mich trotzdem an und setze eine rote Perücke auf. Ich hoffe, die Crew von Disney schmeißt mich nicht raus Aber vielleicht warte ich doch auf die Bu ray. Ich freue mich besonders auf die Special Features. Neben den Kurzfilmen La Luna und Die Legende von Mor’du gibt es insbesondere auf den Blu-ray-Editionen zahlreiche Extras.
Bis es soweit ist, widme ich mich ausgiebig dem Buch The Art of Brave. Wer diesen Blog kennt, weiß, dass ich diese Art of-Bücher liebe. Als Freund von CGI und 3D-Animation sind mir Zeichungen und Skizzen wichtig. Hier zeigt sich, ob die Figuren durchdacht sind. Und das sind sie im Falle von Pixar in der Regel immer. Vor allem die Konzeptzeichungen der schottischen Natur haben es mir als Schottland-Fan angetan. Mit welcher Detailliebe und -versessenheit die Künstler bei ihrer Arbeit vorangehen, ist phänomenal. Anhand von zahlreichen Locationfotos entsteht auf Papier ein fanatsievolles Schottland von Merida. Die stimmungsvollen Highlands mit ihren Schlössern versetzen mich in eine andere Welt. Und dann ist natürlich das Energiebündel Merida mit ihrem feuerrotem Haar und durchdringenden, wachen Augen. Die Personen sind schön skurill und haben Charakter. Und das ist die Stärke von Pixar: Figuren mit Charakter. Jeder Pixarfilm konnte davon profitieren, auch Merida. Beim Schmökern des Buches The Art of Brave bekomme ich wieder Lust auf den Film. Klare Kaufempfehlung für Film und Buch.
Obwohl es kein heimischer Brauch ist, schwappt die Halloween-Welle auch zu uns herüber. K1 und K2 sind begeistert und ich schließe mich den Streifzügen „Süßes oder Saures“ an, damit dem Nachwuchs nichts passiert.
Neben Kostüm gehört natürlich ein Kürbis stilecht dazu. Die ganze Familie beteiligte sich an der Produktion von zwei Halloween-Kürbissen. Disney hat dazu auch eine nette Vorgehensweise ins Netz gestellt. Hier also das ultimative Rezept für einen Halloween-Kürbis:
1) Zuerst einen Kürbis in passender Größe besorgen, dann den Kürbis waschen. Der Kürbis darf nicht zu klein sein, denn das brennende Teelicht verbrennt sonst den Deckel.
2) Es geht los: Mit einem scharfen Küchenmesser den Deckel rausschneiden. Achtung: Die Schnittfläche muss dabei schräg sein, damit der Deckel nicht reinrutscht.
3) Das ganze Fruchtfleisch muss jetzt raus: Den Deckel abnehmen und mit einem großen Esslöffel das Fruchtfleisch und die Kerne entfernen, wie mit einer Schaufel. Seien Sie dabei so gründlich wie möglich, dann hält sich der Kürbis länger.
4) Jetzt ist das Gesicht dran: Zeichnen Sie dafür ein Halloween-Gesicht auf ein passend großes Blatt Papier und heften es mit Nadeln an den Kürbis, wie an eine Pinnwand.
5) Vorsichtig mit dem Küchenmesser die Linien des Gesichtes nachziehen, sodass sie später gut auf dem Kürbis zu erkennen sind.
6) Jetzt ist es ganz einfach – das Papier abnehmen und mit dem Messer das Gesicht an den Linien rausschneiden.
7) Nur noch ein Teelicht in den ausgehöhlten Kürbis einstellen und das Licht ausmachen… Fertig ist der selbstgeschnitzte-leuchtende-gruselige-Halloween-Kürbis!
Halloween ist ein keltischer Brauch, der nach Überlieferung schon seit dem 5. Jh. v. Chr. am Abend vor Allerheiligen praktiziert wird und aus “All Hallows Evening” abgeleitet wird. Die Kelten glaubten, dass an diesem Tag die Lebenden und Toten aufeinander treffen. Aus Furcht, dass die Toten von ihren Seelen Besitz ergreifen könnten, trugen die Lebenden furchterregende Masken zur Abschreckung, so Disney. Wie die Kelten, die 500 Jahre vor Christus lebten, allerdings Allerheiligen kannten, das weiß ich auch nicht.
Der Tipp stammt von Disney/Pixar, die auf den bevorstehenden Start von Merida – Legende der Highlands aufmerksam machen wollen. Ich widme diesen großartigen Film aber einen eigenen Beitrag in naher Zukunft.
Das Angebot an Bücher über ILM ist unüberschaubar. Viele Fans fühlen sich berufen, ein Buch auf den Markt zu bringen. Nachdem ich schon begeistert war über Industrial Light & Magic: The Art of Innovation von Pamela Glintenka griff ich nun zu Industrial Light & Magic: Into the Digital Realm von Mark Cotta Vaz und Patricia Rose Duignan. Filmbuchautor Mark Cotta Vaz hat uns ja bereits mit einigen Filmbüchern beglückt, darunter das hervorragende The Art of The Incredibles.
Das vorliegende Werk mit seinen 328 Seiten ist ein wahres Schwergewicht: Vom Gewicht her und von der Information her. Deshalb schrieb wohl auch Altmeister Steven Spielberg das Vorwort. Natürlich ist das Buch 1996 erschienen und hat damit schon einige Jährchen auf dem Buckel. Wer allerdings viel über die Frühphase von ILM erfahren will und vor allem ein Fan der ersten drei Star Wars- und Indiana Jones-Filme ist, sollte den Kauf erwägen. Patricia Rose Duignan arbeitete 20 Jahre für ILM und blickte hinter die Kulissen- während Mark Cotta Vaz seine Erfahrung als Buchautor und Autor von Cinefix beisteuerte. Heraus kamen schöne (technische) Geschichten rund um Spezial Effekte. Hier erfahren wir, welcher Durchbruch CGI bei Terminator 2 war und warum Jurassic Park einschlug wie eine Bombe. Es waren die VFX von den Magiern von ILM, die den Filmen den notwendigen Zauber gaben. Zunächst mit Matte, Make-up und Maske, später mit generierten Bildern aus den Computern entstanden neue Welten. Der Werdegang von ILM wird anhand zahlreicher technischer Innovationen in Industrial Light & Magic: Into the Digital Realm dargestellt und eindrucksvoll mit seltenen Farbbildern unterstreicht. Nicht die klassischen Setbildern, sondern eindrucksvoller Hinter-den-Kulissen-Bilder und manches Mal Schnappschüsse. Sie zeigen die kreativen Techniker bei der Arbeit.
Das Buch ist um so wertvoller, da sich die Zeiten geändert haben. Das gesamte Lucas-Imperium wurde Ende Oktober 2012 an Disney verkauft. Kaufpreis 4 Milliarden US-Dollar. Mit eingekauft nehmen den Rechten an Star Wars und Indiana Jones wurde auch unter anderem ILM. Selbst meine Bekannten von ILM wussten nichts von dem Deal und waren über die Pressemeldung von Disney höchst erstaunt. Nach dem Kauf von Pixar (7,6 Milliarden US-Dollar) und von Marvel ist das der dritte große Kauf von Disney. Und der Konzern kündigte auch gleich an, Star Wars 7 im Jahr 2015 fortzusetzen und weitere Filme folgen zu lassen.
Das bedeutet also viel Arbeit für ILM, die sicherlich auch unter einem neuen Arbeitgeber wunderbar bewältigt wird. Ob mir Darth Vader mit Wall•E und Maus-Ohren gefällt, sei mal dahingestellt. Ich werde auf jeden Fall mit dem Buch Industrial Light & Magic: Into the Digital Realm in alten Zeiten schwelgen und mich an die Magie von ILM als innovatives Unternehmen gerne erinnern. Mal sehen, was die neuen Herren von Disney mit ihrer Marketingmaschinerie daraus machen.
Mit meinen Kindern schaute ich neulich wieder Findet Nemo an. Obwohl der Film zu Beginn recht drastisch ist, zeigt er auf wundervolle Weise die hervorragende Erzählweise von Pixar-Filmen. Als der Animationsfilm damals in die Kinos kam, war ich auf einer Pressekonferenz von Disney in Barcelona und informierte mich über die Animationspipeline von Pixar. Aus technischer Sicht begeisterte damals die Darstellung von Wasser. Noch nie wurde in einem Animationsfilm Wasser so realistisch wiedergegeben.
Der Film hat bis heute von seinem Reiz nichts verloren. Heute sehe ich allerdings weniger die Technik als vielmehr die Figuren. Und diese sind wieder einmal tadellos. Und als ich mir dann noch das Buch The Art of Finding Nemo von Mark Cotta Vaz besorgte, stellte ich fest: Hier stimmen die Details. Schaut euch mal diese Figuren an! Das sind die modernen Disney-Figuren. Kein Wunder, dass dieser Film zu einem Kassenschlager wurde und Pixars Ruhm mehrte. In dem Buch sind, wie in dieser Reihe üblich, nur Zeichnungen zu finden, also keine gerenderten Bilder.
Viel Zeit wird in dem Buch auf die Entwicklung der Personen gelegt. Aber natürlich kommt das klassische Storyboard nicht zu kurz. Mir persönlich Gefallen die Entwürfe der Haie und der besitzergreifenden Möwen (meins, meins meins) am besten. Am Beispiel der Haie erkennt der Nachwuchszeichner, was ein paar Striche ausmachen können: Ein Strich hier, ein Schatten dort, und auf einmal wird aus einen netten Fisch ein bedrohlicher Hai. Und hier zeigt sich wieder die Stärke von Pixar: das Schaffen vom glaubwürdigen Charakteren. Dabei brauche ich gar keine digitale Technik, sondern einfach nur Können. Bis es soweit ist, heißt es üben, üben, üben. Am Beispiel von The Art of Finding Nemo zeigt sich aber auch wieder, dass ein Animationsfilm heute ein Gemeinschaftswerk ist. Nur wenn die Zeichnungen und Animationen der unterschiedlichen Künstler zusammenpassen entsteht durchgängiges Werk, vielleicht sogar ein Kunstwerk.